#news ⚡ Rufe nach EU-Grenzschließung bei neuer Migrationskrise: Italien und Dänemark wollen im Fall einer neuen Migrationskrise wegen des Iran-Kriegs die europäischen Außengrenzen schließen.In einem... https://hubu.de/?p=318928 | #eugrenzschliessung #migrationskrise #rufe #hubu
Rufe nach EU-Grenzschließung bei neuer Migrationskrise - Hubu.de - News & FreeMail

Italien und Dänemark wollen im Fall einer neuen Migrationskrise wegen des Iran-Kriegs die europäischen Außengrenzen schließen. In einem gemeinsamen Schreiben, über das die FAZ berichtet, fordern die Ministerpräsidentinnen Giorgia Meloni und Mette Frederiksen die Europäische Kommission auf, "Mechanismen zu prüfen, die als Notbremse dienen können und im Falle großer Migrationsbewegungen in Richtung der Union als Fall höherer Gewalt ausgelöst werden können".

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#GildaConArne – Der Politik-Podcast von @arnesemsrott und #GildaSahebi :

#GCA #24: Themen der Woche (11.03.2026):

Die Grünen haben die #Landtagswahl in #BadenWürttemberg knapp gewonnen. Warum Özdemirs Kurs trotzdem keine gute Idee ist.

#Weimer kämpft mal wieder gegen die #Meinungsfreiheit. Im Visier: #Buchläden.

Während die Bevölkerung im #Iran weiter leidet, wird die nächste #Migrationskrise propagiert

Webseite der Episode: https://podcasters.spotify.com/pod/show/gildaconarne/episodes/GCA-24-Analyse-zur-BaW-Wahl--Weimer-bekmpft-Meinungsfreiheit--Politik-schrt-Angst-vor-Migration-e3g8fkk

Mediendatei: https://traffic.megaphone.fm/APO1905354982.mp3

GCA #24: Analyse zur BaWü-Wahl, Weimer bekämpft Meinungsfreiheit, Politik schürt Angst vor Migration by Gilda con Arne – Der Politik-Podcast

Das sind unsere Themen der Woche (11.03.2026): Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen. Warum Özdemirs Mitte-Kurs trotzdem keine gute Idee ist. Wolfram Weimer kämpft mal wieder gegen die Meinungsfreiheit. Aktuell im Visier: Buchläden. Während die Bevölkerung im Iran weiter unter Krieg und Unterdrückung leidet, propagieren Medien und Politiker:innen in ganz Europa schon die nächste Migrationskrise herbei.Quellen und Links: Forscher über Erfolg der AfD Baden-Württemberghttps://taz.de/Forscher-ueber-AfD-in-Baden-Wuerttemberg/!6153633/Umfragen zur Landtagswahl in Baden-Württemberghttps://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/die-wichtigsten-umfragen-landtagswahl-baden-wuerttemberg-2026-100.htmlAnalyse von Cem Özdemirs Wahlsieghttps://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-baden-wuerttemberg/wahlergebnis-in-baden-wuerttemberg-2026-wie-cem-oezdemir-die-wahl-gewann-accg-200611912.htmlRichard David Precht und Felix Banaszak bei Pinar Atalay (ntv) https://bsky.app/profile/denniskberlin.bsky.social/post/3mgopi6crfs2cGeht Boris Palmer in die Landespolitik? https://www.swp.de/baden-wuerttemberg/landtagswahl-bw-2026-was-wird-aus-boris-palmer-78699901.htmlGrüne Jugend drängt Boris Palmer von Wahlpartyhttps://www.spiegel.de/politik/baden-wuerttemberg-gruene-jugend-draengte-boris-palmer-auf-wahlparty-von-cem-oezdemir-zum-gehen-a-7495da98-4986-4d04-b919-07bbc3e87e5eWissenschaftliche Analyse zur dynamischen Polarisierung der Gesellschafthttps://www.forschung-und-lehre.de/zeitfragen/polarisierung-ist-ein-dynamisches-phaenomen-7570Cem Özdemirs Gastbeitrag in der FAZ https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/cem-oezdemir-was-wir-migranten-geben-wollen-und-was-wir-fordern-muessen-110010386.htmlTarik Abou-Chadi über Kontinuität bei Landtagswahlenhttps://bsky.app/profile/tabouchadi.bsky.social/post/3mgmrki3nds2cKritik am Ausschluss von Buchhandlungen wegen Extremismusverdachthttps://www.sueddeutsche.de/kultur/wolfram-weimer-deutscher-buchhandlungspreis-verfassungsschutz-haber-verfahren-kulturfoerderung-extremismus-li.3396299?reduced=trueGeheimdienstliche Untersuchungen gegen Teile der aktiven Zivilgesellschafthttps://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2025/10/geheimdienst-untersucht-zivilgesellschaft/Dokumentation des umstrittenen Haber-Diwell-Erlasses zur Extremismusprüfunghttps://fragdenstaat.de/dokumente/2-haber-diwell-erlass/Gutachten zur Verfassungsmäßigkeit von politischer Extremismusüberprüfunghttps://www.bundestag.de/resource/blob/894400/WD-3-029-22-pdf.pdfStellungnahme der Jury zum Ausschluss beim Buchhandlungspreishttps://www.boersenblatt.net/news/stellungnahme-der-jury-zum-buchhandlungspreis-ausschluss-414213Kritik an Wolfram Weimer nach Ausschluss von Buchlädenhttps://www.deutschlandfunkkultur.de/nationale-und-internationale-kritik-an-weimer-wegen-ausschluss-linker-buchlaeden-100.htmlFdS über gezielte Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationenhttps://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2026/02/angriffe-auf-zivilgesellschaft/Netzwerk bietet Rechtsschutz gegen unberechtigte extremistische Vorwürfehttps://gegenrechtsschutz.de/Merz befürchtet neue Fluchtbewegungen durch Iran-Konflikthttps://www.infomigrants.net/en/post/70237/germany-concerned-iran-conflict-may-trigger-new-refugee-flows-to-europeUnser Sounddesign basiert auf dem Song „God in the Middle“ von Helmut. ⁠Folgt Helmut und registriert euch für seinen Newsletter! https://linktr.ee/thereal_helmut⁠„Gilda con Arne“ ist unabhängig, werbefrei und nicht gebührenfinanziert. Deshalb brauchen wir deine Unterstützung!Alle Infos und Mitgliedschaften findest du unter steady.de/gildaconarne.Alternativ kannst du uns auch direkt bei Apple Podcasts mit einem Bohnencontent-Abo unterstützen.Du hast Feedback, einen Themenvorschlag oder eine Frage zu den Unterstützungsmöglichkeiten? Melde dich bei uns unter [email protected].„Gilda con Arne“ ist ein Podcast von und mit Gilda Sahebi und Arne Semsrott.

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#news ⚡ EU-Kommission fürchtet neue Migrationskrise: Die EU-Kommission hält aufgrund des Iran-Kriegs eine Fluchtbewegung erheblichen Ausmaßes für möglich. Das geht aus vertraulichen diplo... https://hubu.de/?p=317122 | #eukommission #migrationskrise #hubu
EU-Kommission fürchtet neue Migrationskrise - Hubu.de - News & FreeMail

Die EU-Kommission hält aufgrund des Iran-Kriegs eine Fluchtbewegung erheblichen Ausmaßes für möglich.

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https://www.tagesspiegel.de/internationales/politikwissenschaftlerin-hager-ali-im-gesprach-russland-nutzt-den-sudan-als-testfeld-fur-den-ukrainekrieg-14027198.html?cx_testId=5&cx_testVariant=cx_1&cx_artPos=0&cx_experienceId=EXYVGSN7VGD8&cx_experienceActionId=showRecommendationsIOMFERR1D93D6#cxrecs_s
(€) #Sudan größte #Migrationskrise der Welt, mehr als 26 Millionen Menschen hungern. In der #arabisch - #muslimischen Welt liegt der Fokus aktuell sehr stark auf #Gaza und dem #Nahostkonflikt. Viele haben gar nicht auf dem Schirm, dass der #Sudan auch ein #arabisches Land ist.(...) nach dem Motto: Das ist ein Konflikt unter #Schwarzen in #Afrika, die sich wieder einmal bekriegen, was soll man da machen? Diese Einstellung gibt es in #Europa natürlich auch. #Rassismus
Politikwissenschaftlerin Hager Ali im Gespräch: „Russland nutzt den Sudan als Testfeld für den Ukrainekrieg“

Im Sudan herrscht die größte Migrationskrise der Welt, mehr als 26 Millionen Menschen hungern. Doch der Konflikt wird international kaum wahrgenommen, sagt Politikwissenschaftlerin Hager Ali.

Der Tagesspiegel

#Union lobt sich für die #Migrationspolitik der #Ampel:

Die #Union lobt sich allen Ernstes dafür, dass die #Asylzahlen in den letzten 12 Monaten gesunken seien. Nachdem diese seit zwei Jahren konstant sinken. Und sie erst seit Anfang Mai im Amt ist. „ #Migrationskrise “ gab es offenbar nur bis zum Moment, in dem man im Amt war. Doch der Großteil dieses „Erfolgs“ geht offensichtlich auf die #Ampel_Politik zurück.

https://www.volksverpetzer.de/faktencheck/union-lobt-sich-ampel/?utm_source=app_share

Union lobt sich für die Migrationspolitik der Ampel

Die Union lobt sich allen Ernstes dafür, dass die Asylzahlen in den letzten 12 Monaten gesunken seien. Nachdem diese seit zwei Jahren konstant sinken. Und sie erst seit Anfang Mai im Amt ist. "Migrationskrise" gab es offenbar nur bis zum Moment, in dem man im Amt war. Doch der Großteil dieses "Erfolgs" geht offensichtlich auf die Ampel-Politik zurück.

Volksverpetzer

Die größte Migrationskrise, über die niemand spricht

Von der Weltöffentlichkeit ignoriert spielt sich im Sudan die größte humanitäre Katastrophe sowie die größte Vertreibungskrise der Welt ab – und das schon seit über zwei Jahren. Mehr als 14 Millionen Menschen wurden vertrieben. Wenn du davon noch nie gehört hast, dann ist das kein Zufall – denn Krisen landen bei uns oft nur im Newsfeed, wenn man sie instrumentalisieren kann. Sehr wenige Menschen aus dem Sudan suchen Schutz in Deutschland. Die meisten Vertriebenen sind Binnenvertriebene, das heißt, sie fliehen innerhalb der Landesgrenzen. Fast niemand sagt dir, dass dies teilweise an der Migrationspolitik Deutschlands und der EU liegt. Wenn wir eine Rolle in der größten Katastrophe des Planeten spielen, sollten wir das nicht verschweigen. 

Die Fakten über die Krise im Sudan

Der Sudan, der flächenmäßig mehr als fünfmal so groß ist wie Deutschland, erlangte 1956 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Viele politische Unruhen, Militärputsche und Machtkämpfe erschütterten das Land in der Vergangenheit. Von 1989 bis 2019 herrschte Langzeitpräsident und Diktator Umar al-Baschir. Minderheiten wurden unter al-Baschir massiv unterdrückt. Er ist als Kriegsverbrecher vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt. Unter seiner Herrschaft war der Sudan in einen langjährigen Bürgerkrieg verwickelt, der zwischen der Zentralregierung in Khartum und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung des Südens ausgetragen wurde und Millionen Menschen das Leben kostete. Erst 2005 wurde ein Friedensabkommen geschlossen, das nach 22 Jahren bewaffneten Konflikts 2011 in der Unabhängigkeit des Südsudan mündete. 

2018 kam es zu einer Revolution, im Zuge derer Umar al-Baschir 2019 nach 30 Jahren Amtszeit  gestürzt wurde. Die Bevölkerung ging für einen demokratischen Wandel im Land auf die Straßen, doch der Sudan fand auch danach keine politische Stabilität. Ein Bündnis aus Militär (SAF), der Miliz RSF und Zivilist:innen der Revolution übernahm die Regierung, wurde allerdings schon 2021 von Militär und Miliz geputscht und die demokratische Transition zunichtegemacht. Viele Zivilist:innen wurden ins Gefängnis gebracht. Eigentlich hätte die Macht komplett an eine zivile Regierung übertragen werden sollen.

Machtkampf zwischen Armee und Miliz

Der Militärcoup wurde von zwei Akteuren angeführt, die im jetzigen Bürgerkrieg die zentralen Rollen spielen: Abdel Fattah al-Burhan, der Befehlshaber der sudanesischen Streitkräfte (SAF) und de facto Staatspräsident und Mohamed Hamdan Dagalo, Anführer der paramilitärischen Miliz RSF. Der Streit um die politische Vorherrschaft entwickelte sich in einen erneuten Bürgerkrieg, der seit 2023 andauert. Mehrere internationale Player sind auch im Spiel und tragen Interessenskonflikte aus, darunter der Iran, Russland und Saudi-Arabien. Welche Konfliktpartei gerade welche Gebiete kontrolliert, kannst du hier sehen:

Screenshot BBC

Mehr Hintergründe zum aktuellen Bürgerkrieg findest du beim Verfassungsblog, bei der Bundeszentrale für politische Bildung und bei ProAsyl. Und wenn du dich fragst, wo al-Baschir gerade ist? Ausgeliefert wurde er nie, Medienberichten zufolge ist er immer noch im Sudan und genießt den Schutz der Armee.

Machtkämpfe auf Kosten der Zivilbevölkerung

Die Leidtragenden des Bürgerkriegs sind die Menschen der Zivilbevölkerung. Vor allem die Hauptstadt Khartum wurde im Zuge der Kämpfe entvölkert, aber auch viele andere Teile des Landes sind betroffen. Mehr als die Hälfte der sudanesischen Bürger:innen leiden an Hunger, Krankheiten breiten sich aus, während das Gesundheitssystem zum Erliegen kommt. Schätzungen zufolge sind bereits zwischen 25.000 und 61.000 Menschen ums Leben gekommen. Sexualisierte Gewalt wird als Waffe gezielt eingesetzt. Kindersoldaten werden rekrutiert und den Konfliktparteien werden ethnische Säuberungen vorgeworfen

Die größte Vertreibungskrise der Welt

Die meisten Bürgerkriegsflüchtlinge im Sudan befinden sich innerhalb der Landesgrenzen. Stand Ende Juni 2025 zählt UNHCR knapp 8 Millionen Binnenvertriebene seit Beginn des Bürgerkriegs 2023. Sie flüchteten in verschiedene Teile des Landes, wie du an den roten Kreisen sehen kannst:

Screenshot UNHCR

Ein kurzer Disclaimer zu den Zahlen: je nach Quelle und Berechnung schwanken die Angaben zu den Zahlen von Binnenvertriebenen. Zu beachten ist außerdem, dass manche Quellen (wie die genannten knapp 8 Millionen) nur Bürgerkriegsflüchtlinge seit 2023 erfassen. In andere Berechnungen fließen dagegen Mehrfachvertreibungen ein. Im Sudan gibt es 2,8 Millionen Menschen, die bereits vor dem erneuten Bürgerkriegsausbruch 2023 Binnenvertriebene waren und nun erneut vertrieben wurden. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) kommt daher auf eine höhere Zahl von Binnenvertriebenen, nämlich 10,1 Millionen. Einen Überblick über die Phasen der Vertreibung seit 2023 zeichnet die IOM Displacement Tracking Matrix:

Screenshot IOM 

Ins Ausland – meist in die Nachbarländer – flohen bislang 4 Millionen Schutzsuchende. Unumstritten ist, dass es sich im Sudan um die größte Vertreibungskrise der Welt handelt, mit mehr als 14 Millionen Vertriebenen insgesamt. 

Die Zahl der Binnenvertriebenen steigt weltweit

2024 stieg die Zahl der Binnenvertriebenen weltweit auf einen neuen Höchststand. Insgesamt zählte ein Bericht der Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC) und des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC) weltweit 83,4 Millionen Binnenvertriebene. 

Screenshot Tagesschau

Dabei wird zwischen Vertriebenen aufgrund von Konflikt und Gewalt (in Orange) und aufgrund von Naturkatastrophen (in Blau) unterschieden. Bei Naturkatastrophen beinhalten die Zahlen auch Evakuierungen

Screenshot Global Report on Internal Displacement

Wie du sehen kannst, ist unter anderem Sudans Nachbarland Tschad (Englisch: Chad) von Vertreibungen aufgrund von Naturkatastrophen betroffen. Viele Sudanes:innen suchen Zuflucht in diesem Nachbarland. Doch auch im Sudan führten starke Regenfälle und Überschwemmungen im Sommer 2024 zu Vertreibungen, betroffen waren 15 Bundesstaaten.

Screenshot Global Report on Internal Displacement

Geflüchtete außerhalb der Landesgrenzen: meist in Nachbarländern mit geringen Ressourcen

Außerhalb des Sudans suchen nach Zahlen von UNHCR (Stand Ende Juni 2025) mehr als vier Millionen Menschen Zuflucht. Viele von ihnen fliehen ins benachbarte Ägypten (37%), aber auch in den Tschad (27%), in den Südsudan (28%) oder nach Uganda. Seit der Implementierung eines neuen Asylgesetzes in Ägypten im letzten Jahr und drohenden Abschiebungen ziehen manche Vertriebene weiter nach Libyen, um von dort aus nach Europa zu gelangen. 

Screenshot IOM

Das UNHCR spricht von größtenteils traumatisierten Frauen und Kindern, die am Beispiel des Nachbarlandes Tschad in angrenzende Länder flüchten. Auswertungen zufolge haben schätzungsweise mehr als 75 Prozent der neu ankommenden Schutzsuchenden im Tschad Misshandlungen wie sexuelle Gewalt, Erpressung und Raub überlebt. Doch im Tschad sind die Ressourcen selbst knapp. Bereits 1,3 Millionen Flüchtlinge hat das Land aufgenommen. 

Die Rolle der EU und Deutschlands

Um besser verstehen zu können, wie Deutschland und die EU bereits den Konflikt im Sudan beeinflusst haben, kommen wir noch einmal auf eine der Konfliktparteien zurück: die paramilitärische Miliz RSF. Bereits Omar al Baschir (der ehemalige Langzeit-Präsident und Diktator Sudans) setzte die RSF zum Schutz der Grenzen, zur Bekämpfung von Aufständischen, für Söldnerdienste im Jemen und zur Sicherung des Regimes ein. 

Und genau dieser Grenzschutz ist für die EU ebenfalls besonders wichtig. Es ist nichts Neues, dass die EU in Sachen Migration eine Externalisierungspolitik führt. Das bedeutet ganz einfach, dass sie schmutzige Deals mit anderen Ländern abschließt, die dann für die EU dafür sorgen sollen, dass wenig bis keine Migrant:innen überhaupt erst nach Europa gelangen. Festung Europa par excellence. 2015 schloss die EU im Rahmen des sogenannten „Khartoum Process” (unterzeichnet von 49 Ländern) unter anderem ein Grenzschutz-Abkommen mit dem damaligen Diktator al-Baschir. Der Sudan liegt nämlich als Schlüsselpunkt auf dem Weg von vielen Migrant:innen aus beispielsweise Eritrea, Somalia und Äthiopien nach Europa. Sie sollen schon früh auf ihrer Route aufgehalten werden. Schon vor der Revolution unterstützte die EU also die RSF-Miliz, obwohl dieser seit jeher Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Auch nach der Revolution wurde das Grenzschutz-Abkommen Aktivisten zufolge weitergeführt

Du siehst: Die RSF wird schon seit Langem von Deutschland und der EU unterstützt – weil sie die „Festung Europa“ aufrechterhalten soll. Der RSF-Anführer hat schon vor der Revolution wiederholt bekannt gegeben, dass er “die Arbeit der EU“ machen würde und prahlte mit Zahlen von festgenommenen und abgeschobenen Migrant:innen.

Warum niemand darüber spricht

Wenn du dich jetzt berechtigterweise fragst, warum über den Bürgerkrieg im Sudan, die immense Versorgungs- und Vertreibungskrise und die Rolle der EU in der ganzen Sache kaum berichtet wird, ist die Antwort gleichermaßen kalt und nüchtern. Solange Flüchtlinge aus dem Sudan nicht in großem Stil in Deutschland ankommen, interessiert es viele Menschen und den Großteil der Politiker:innen hier nicht. In Deutschland leben rund 20.000 Personen mit sudanesischem Migrationshintergrund, davon 12.300 Personen mit sudanesischer Staatsangehörigkeit (Stand 31.12.2023). Die meisten Personen mit sudanesischem Migrationshintergrund leben in Niedersachsen (ca. 9.000). Wie viele sudanesische Asylbewerber:innen in Europa seit Beginn des Bürgerkriegs ankamen, kannst du in dieser Grafik sehen:

Quelle: Eurostat und Mediendienst Integration

Dass fast keine Vertriebenen aus dem Sudan bei uns ankommen, liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen sind da die geografische Distanz und die geringen Ressourcen von Vertriebenen, die Flucht nach Europa zu bezahlen. Zum anderen gibt es kaum legale Fluchtmöglichkeiten. Eine Ausnahme gab es beispielsweise noch unter der letzten Bundesregierung. Ende April landete ein Flugzeug mit besonders Schutzbedürftigen, größtenteils aus dem Sudan, in Deutschland. Sie wurden vom UNHCR-Resettlement-Programm vorgeschlagen.

Doch genau über dieses Programm und weitere legale Fluchtprogramme möchte die CDU/SPD-Bundesregierung keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Ein weiterer geplanter Flug mit 190 sudanesischen Flüchtlingen wurde Anfang Mai abgesagt, offenbar nach einem Gespräch zwischen der ehemaligen Innenministerin Faeser und ihrem Nachfolger Dobrindt. Legale Fluchtwege zu streichen, ist nur eines der vielen fatalen Bausteine der restriktiven Migrationspolitik unter Merz:

Sondierungsgespräche: Merz will “irreguläre” Migration fördern

Auch das autoritäre Regime in Ägypten wird von der EU finanziell unterstützt, um Migrant:innen von der Überfahrt über das Mittelmeer abzuhalten. Deutlich vor Augen führt diese ARD-Dokumentation, wie tödlich die EU-Flüchtlingspolitik ist.

Leid nicht gegen Leid aufwiegen

Die Vertreibungskrise im Sudan und alle damit zusammenhängenden Faktoren haben eigentlich eine derartige Brisanz, dass darüber viel häufiger berichtet und gesprochen werden sollte. Die EU und auch unsere Regierung sind involviert. Doch Geschichten werden häufig einfach nur dann aufgegriffen, wenn es irgendjemandem nutzt, dass wir darüber reden. Da aber fast keine sudanesischen Geflüchteten Deutschland erreichen, interessiert es die breite Öffentlichkeit nicht. Die nach wie vor dramatische humanitäre Lage vor Ort bleibt so einfach außen vor. Und es handelt sich um die weltweit größte Migrationskrise. Und die meisten bekommen davon nicht mal mit?

Natürlich hast du Recht, wenn du jetzt sagst, dass unsere Fähigkeit, Empathie zu empfinden, bei den vielen, anhaltenden Multikrisen auf der Welt nachlässt. Nicht nur die Krise im Sudan ist eine der “vergessenen Krisen“ der Welt. Doch genauso ist es Fakt, dass Leid sehr selektiv ausgewählt und oft nur darüber berichtet wird, wenn es in die Narrative passt.

Gleichzeitig sollten wir Leid nicht gegen Leid aufwiegen. Das Bedürfnis des menschlichen Gehirns, Dinge zu “ranken”, in Listen und Kategorien einzusortieren, wird dem tatsächlichen Ausmaß menschlichen Leids einfach nicht gerecht. Jedes zerstörte Menschenleben ist eins zu viel. Dieser Text ist auch dazu da, um genau darauf hinzuweisen.

Was du tun kannst

Wenn Politiker:innen hierzulande von vermeintlichen „Migrationskrisen“ sprechen, dann manipulieren sie nicht nur mit rechtspopulistischer Rhetorik, sie lassen sie ganz bewusst außer Acht, dass sich die wahren Migrationskrisen in Teilen der Welt abspielen, die vom „Westen“ allzu gerne einfach ignoriert werden. Weltweit finden über zwei Drittel aller Flüchtlinge Zuflucht in einem Nachbarland. Dabei leben 73 Prozent in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Rund 23 Prozent der Geflüchteten befinden sich sogar in einigen der ärmsten Staaten der Welt. Zudem bleiben etwa 60 Prozent der gewaltsam Vertriebenen innerhalb der Grenzen ihres Herkunftslandes und suchen dort Schutz. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Geflüchteten gelangt überhaupt nach Europa. 

Wenn du die Möglichkeit hast zu spenden, dann verlinken wir hier das Spendenkonto, das die ARD eingerichtet hat:

Screenshot Tagesschau

Auch über die UNO Flüchtlingshilfe kann gespendet werden. Wenn du nicht spenden kannst oder möchtest, dann teile doch gerne diesen Artikel und hilf mit, dass er mehr Reichweite bekommt. Und sei skeptisch, wenn jemand Krisen nur erwähnt, um sie politisch zu instrumentalisieren – oder um andere Krisen zu relativieren. 

Artikelbild: Caitlin Kelly/AP/dpa

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#migrationskrise #niemand #spricht

Sudan erneut auf Platz Eins auf Rangliste der Krisenstaaten

Im Sudan herrscht nach wie vor die weltweit größte humanitäre Krise. Auf der Beobachtungsliste der Hilfsorganisation IRC bleibt das Land an oberster Stelle. Seit Wochenbeginn soll es bei Kämpfen zahlreiche weitere Tote gegeben haben.

tagesschau.de
@IngridAusOL
Nur wegen ständigen #Dürre-Jahren ändert man jetzt nicht gleich seine Politik. Die gefühlte #Migrationskrise macht sich da doch viel besser. 🤡
@terliwetter

Liebe @Bundesregierung,

Es gibt keine #Migrationskrise. Es gibt allerdings eine #Armutskrise, eine #Klimakrise und durch #Krieg verursachte Krisen.

Menschen werden daher auch weiterhin flüchten. Aber anstelle von Lösungen zu den genannten Ursachen zu suchen ist alles was ihr macht den Ärmsten der Armen die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Nicht sehr #christlich.

Natürlich muss man für eine faire Verteilung in #Europa sorgen und das auch steuern und lenken. Aber gemeinsam mit den Partnern in Europa, nicht mit populistischen Alleingängen.

Das #Grundrecht auf #Asyl quasi gänzlich abzuschaffen und gleichzeitig die #Entwicklungshilfe kürzen zu wollen geht einfach nur in die ganz falsche Richtung.

Und da das so nur scheitern kann, wird es die #fckafd am Ende nur stärken.

zum mitklatschen:

Wir👏haben👏keine👏 #Migrationskrise!

Wir👏haben👏eine👏extrem👏dringende👏 #Klimakatastrophe!

Und #Kernfusion ist sowieso für beides keine Lösung.

#CDU #SPD #Merz #Koalition #GroKo #Sondervermögen #Schuldenbremse #KlimaKrise #Energiewende #Verkehrswende

CDU Radebeul fordert Lösung der Migrationskrise nach Bundestagswahl

CDU Radebeul verlangt mutige Schritte zur Lösung der Migrationskrise.

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