#GEDANKENBLITZ | Mehr Konsent statt Konsens wagen
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Pexels.comMir fĂ€llt immer wieder â in der Politik, im Ehrenamt und im Beruf â auf, dass wir stark auf âKonsensentscheidungenâ fokussiert sind und uns dabei immer wieder selbst im Weg stehen. Im Weg stehen im Sinne endloser Diskussionen, die irgendwann in Kompromisslösungen mĂŒnden, die nicht wirklich tragfĂ€hig sind. Nicht tragfĂ€hig, weil sie auf taktischen Spielen beruhen: Taktische Spiele, die auf âGibst du mir hier, dann gebe ich dir dort nachâ beruhen. Am Ende wird die jeweilige Lösung nur von einer Seite wirklich mitgetragen. Die Karten ĂŒber die wahren GrĂŒnde werden oft nicht auf den Tisch gelegt. Die Lösungen sind wenig ausgegoren, passen nicht zusammen.
Mein Gedanke ist daher: Wir sollten mehr in Richtung Konsentsentscheidungen denken. Weg vom Konsens im Sinne von Zustimmung, hin zum Konsent im Sinne: âWelche Alternative erzeugt den geringsten Widerstand bei allen Beteiligten?â
Definition Konsens/Konsent
Ein kleiner Einschub, damit auch klar ist, was ich unter Konsens bzw. Konsent verstehe:
Definition Konsens
Konsens bedeutet, dass alle Beteiligten einer Entscheidung vollstĂ€ndig zustimmen. Es wird so lange diskutiert und verhandelt, bis eine Lösung gefunden wird, die fĂŒr alle akzeptabel ist.
Merkmale:
- Einstimmigkeit: Jede Person in der Gruppe muss der Entscheidung zustimmen.
- Kooperation: Erfordert intensive Kommunikation und Kompromissbereitschaft.
- Zeitaufwendig: Kann lange dauern, da alle Bedenken und Perspektiven berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen.
- Blockaderecht: Eine einzelne Person kann den Prozess blockieren, wenn sie nicht einverstanden ist.
Definition Konsent
Konsent (von lateinisch consentire = âĂŒbereinstimmenâ) bedeutet, dass eine Entscheidung getroffen wird, solange niemand einen schwerwiegenden Einwand hat. Es geht nicht um volle Zustimmung, sondern darum, dass die Entscheidung âgut genugâ ist, um voranzukommen.
Merkmale:
- Keine schwerwiegenden EinwĂ€nde: Die Entscheidung wird akzeptiert, wenn niemand einen begrĂŒndeten, gravierenden Einwand vorbringt.
- Effizienz: Schneller als Konsens, da nicht alle vollstĂ€ndig ĂŒberzeugt sein mĂŒssen.
- Pragmatisch: Fokus auf âgut genugâ statt âperfektâ.
- Kein Blockaderecht: EinwĂ€nde mĂŒssen sachlich und relevant sein, um den Prozess zu stoppen.
Weshalb Konsententscheidungen?
Die Frage, die sich jetzt zurecht stellt, ist: Warum ich der Meinung bin, dass Konsententscheidungen uns weiterbringen.
Aus meiner Sicht und Erfahrung verschiebt sich der Fokus auf das Erkunden der AblehnungsgrĂŒnde und weg von taktischen Spielereien. Entscheidungen werden tragfĂ€higer, weil wir beim Erkunden der WiderstĂ€nde zu Lösungen kommen, die die BedĂŒrfnisse aller Beteiligten gerecht werden lassen. Mein Eindruck ist immer wieder auch, dass wir schneller und zu nachhaltigeren Entscheidungen kommen, weil wir uns nicht daran versteifen, die Gegenseite unbedingt ĂŒberzeugen zu mĂŒssen, sondern den Blick auf Lösungswege richten.
Faule Kompromisse? Fehlanzeige. Methodisch haben wir mit dem systemischen Konsensieren sogar ein bewĂ€hrtes âWerkzeugâ zur Hand.
Mein Fazit
Wir sollten mehr Konsent statt Konsens wagen. Der Fokus verschiebt sich auf echte Zusammenarbeit. Auf die Suche nach Lösungen. Weniger auf Konkurrenzkampf.
Es wÀre schön, wenn uns das gelingt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir damit viele Blockaden auflösen und die QualitÀt unserer Entscheidungen erhöhen können. Das wÀre doch mal was
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