FInde ich schon ziemlich krass: Das ältere Ehepaar Werner und Heidi Kneip ist von mutmaßlich Kriminellen (u. a. von Feza Koral und Marcel Großnagel) um sehr viel Geld und Besitz gebracht worden.
Die Methode: Täter erschleichen sich das Vertrauen von beginnend dementen Senioren, schotten sie ab, erschleichen sich Vollmachten und räumen dann Konten leer, verkaufen Häuser usw. usf.
Das Schlimme: Es ist vermutlich eher die Regel als die Ausnahme.
Ich habe nicht annähernd so viel Geld, aber heutzutage muss man sich fragen, wie man sich später vor Kriminellen schützt. Ältere Menschen sind in unserer Gesellschaft solchen (und anderen) Kriminellen schutzlos ausgeliefert. Das zeigen schon die etlichen kleinen Fälle, z. B. der Enkeltrick und anderes.
Während Corona wurde ich auch mal von so einem Trickbetrüger angerufen und da ich Zeit hatte, habe ich das Spielchen mitgespielt, eine Audioaufnahme gemacht und später der Polizei zur Verfügung gestellt. Aber: um eine Falle zu stellen und den oder die Täter zu fassen, braucht die Polizei mehrere Tage Vorbereitung.
Aber: Wenn die Kriminellen direkt an ihre Zielperson heran kommen - ob telefonisch oder an der Haustür oder auch schriftlich - dann sind die Erfolgschancen (der Polizei) sehr gering.
Ich finde, es wird viel zu wenig für den Schutz von Senioren getan. Gerade da, wo die Senioren noch nicht komplett dement sind, noch selbst über alles bestimmen dürfen, aber die Tragweite oft nicht mehr überblicken können, besteht eine große Schutzlücke.
Daher frage ich mich: Was kann kann man da theoretisch tun, um Senioren besser zu schützen? Selbst wenn man argumentiert, dass die das viele Geld eh nicht mehr brauchen, ist das kein Grund es Kriminellen zu überlassen und zudem werden ja die Erben und auch der Staat um Vermögenswerte gebracht.
Stellt euch vor, ihr habt eine wohlhabende Oma und eines Tages taucht da so ein Typ auf, der sie stark beeinflusst, gegen die eigene Familie aufhetzt, sie isoliert und um Vermögenswerte bringt. Zum einen dringt da so ein Fremder in die Familie ein und entzweit sie, zum anderen wird die Oma um ihr Geld gebracht und ihr um euer potenzielles Erbe. Und das Gericht sagt später sinngemäß dazu: Pech gehabt!
IMHO sind Senioren eine viel zu wenig beachtete, besonders schutzbedürftige Gruppe in unserer Gesellschaft. Der Staat, der sich sonst in viele Lebensbereiche einmischt, hält sich da bislang zurück und die Behörden geben sich hilflos. Das darf nicht sein. Ich weiß nicht, was man machen könnte, aber da muss man imho etwas tun.
Im Grunde kann man nur rechtzeitig entweder Vermögenswerte übertragen (Schenkung) oder halt ein Testament machen und vererben und vermachen. Nur ist Ersteres auch nicht ohne Risiko (evtl landet man dann besonders schnell im Pflegeheim, damit den Beschenkten das Nießbrauchrecht nicht mehr im Wege steht) und Zweiteres nutzt einem zu Lebzeiten auch nichts.
#Senioren #Trickbetrug #Kriminalität
Schutz dementer Senioren: Wo sind die Millionen eines Ehepaares geblieben?