@stefanmuelller
Ich bewundere ambitionierte, erfolgreiche Schachspieler, weil sie so viele Züge im Voraus denken können. Aber natürlich nicht nur die eigenen, sondern auch die des Gegners. Und natürlich, selbstverständlich nicht nur die "dummen" Züge des Gegners, die den Gegner verlieren und einen selbst gewinnen lassen würden (sog. Wunschdenken), sondern vor allem auch die "schlauen" gegnerischen Züge, quasi die Steine, die einem in den Weg gelegt werden...
"Längst ist die Zeit des unbeschwerten Herumjettens vorbei, viele Reisende klagen über Flugscham – so geht es auch uns in der taz-Redaktion."
Echt?
("Und als Sprachwissenschaftler weiß ich auch, dass „viele“ vom Kontext abhängt."
https://so-isser-der-ossi.de/2023/10/16/gewalterfahrungen-und-1968-fuer-den-osten/)
Wie ist das taz-Artikel-Zitat zu werten, zu verstehen?
Dummheit, Frechheit oder doch intelligent? - Die Leute jetten doch schon gar nicht mehr unbeschwert, sondern VIELE nur noch mit Flugscham!?
Also sowieso nur noch, nach reiflicher Überlegung. (Oder wie?)
"Auch wir fragen uns: Muss das sein, mitten in einer Klimakrise?"
"Auch", wie die zuvor genannten!?
"Das kategorisch für alle Flüge zu entscheiden, ist schwer."
Ist nicht so überraschend, dass man sich auf diesen Strohmann "alle Flüge" stürzen wird.
Und die Entscheidung ist auch alles andere als schwer: Für "alle Flüge" kann die Antwort NATÜRLICH NICHT lauten, dass sie kategorisch nicht sein dürfen!
(Wer das tatsächlich fordern würde, würde dem Ziel schaden, s.o. Schachspiel).
Zwischenbemerkung:
Wenn die taz bzw. einzelne Mitarbeiter die Anzeigen bzw. die taz-Fernreisen mit wirtschaftlichen NOTWENDIGKEITEN begründen würden, hätte ich Verständnis dafür. Wenn also nur damit das übrige Angebot entweder überhaupt erst möglich würde oder auf einem besseren/höheren Level angeboten werden kann.
Ist aber gar nicht der Fall.
Sondern nur so:
"Es bleibt ein Für und Wider – das die taz im September gemeinsam mit ihren Genoss*innen abwägen wird."
Hallo?
Es ist immer eine Abwägung zwischen Für und Wider, egal ob es um den Abbau von Arbeitsplätzen im Braunkohle-Tagebau geht, also darum, sein komplettes bisheriges und zukünftiges Leben umzukrempeln. Oder nur darum, ob die taz bei ihren „Reisen in die Zivilgesellschaft“ weiter Ziele anbieten "soll", die üblicherweise mit dem Flugzeug erreicht werden?
Nachhilfe (sorry, wenn das überheblich rüberkommt):
Es kann nicht darum gehen, ob es Für und Wider gibt, sondern wie die Abwägung zwischen Für und Wider ausfällt.