Die CDU unter Merz versuchte zuletzt öfter, mit Ă€hnlicher Desinformation und rechtspopulistischer Stimmungsmache wie die AfD ihr Stimmen abzufangen. Ein riskantes Vorgehen, das die Demokratie aufs Spiel setzt! Eine neue Studie eines Politikwissenschaftlers deckt nun auf: Die AnnĂ€herung der Unionsparteien an die AfD hat nicht etwa die gewĂŒnschte VerdrĂ€ngungswirkung, sondern sorgt im Gegenteil fĂŒr den Aufstieg der rechtsextremen Partei.
GefÀhrliche KursÀnderung
In den letzten Jahren hat sich die politische Landschaft in Deutschland spĂŒrbar verĂ€ndert. Insbesondere die AnnĂ€herung der Unionsparteien an die rechtsextreme AfD hat zu hitzigen Debatten gefĂŒhrt. Friedrich Merzâ Idee einer âHalbierung der AfDâ durch einen Rechtsruck der CDU war eine der kontroversesten politischen Strategien der letzten Zeit â und mĂŒndete eher in einer Verdopplung. Die wachsende StĂ€rke der AfD in Umfragen auf Landes- und Bundesebene hat die Debatte ĂŒber eine mögliche Zusammenarbeit mit der CDU mit den Rechtsextremen ins Zentrum gerĂŒckt. Es stellt sich die Frage, ob die inhaltliche AnnĂ€herung der CDU an die Positionen der AfD Letztere schwĂ€cht. Umfragedaten legen nahe, dass diese Strategie nicht die gewĂŒnschten Ergebnisse erzielt.
Normalisierung des Rechtsextremismus? Die CDU und ihre Beziehung zur AfD
Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz steht schon lange in der Kritik, auch innerhalb seiner eigenen Partei. WĂ€hrend viele eine wissenschaftlich fundierte und an der Kooperation mit anderen demokratischen Parteien orientierte Haltung seitens der Union befĂŒrworten, setzt sich der Merz-FlĂŒgel fĂŒr einen deutlich rechts-konservativeren Kurs ein. Dies beinhaltet Angriffe auf die GrĂŒnen als âHauptgegnerâ, Diffamierung von GeflĂŒchteten mit NPD-Slogans und Fake News, die Verbreitung von Desinformation inhaltsgleich wie die AfD und die Verwendung rechten Vokabulars, beispielsweise im Zusammenhang mit den Rechten von trans Personen. Zudem versucht dieser FlĂŒgel, zumindest auf kommunaler Ebene, eine Zusammenarbeit mit der AfD zu relativieren. So sagte Merz im ZDF-Sommerinterview, dass die CDU auf kommunaler Ebene nicht dagegen sein sollte, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Schon damals veröffentlichten wir eine Analyse von Merzâ Aussagen und seiner Ausrede:
Merz: Die Aussagen & Ausrede-Versuche analysiert
Dabei hatte Merz bei seinem Amtsantritt im Dezember 2021 noch anders geklungen und von einer âBrandmauerâ gegen die AfD gesprochen. Er sagte damals: âDie LandesverbĂ€nde, vor allem im Osten, bekommen von uns eine klare Ansage: Wenn jemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, steht am nĂ€chsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.â Davon ist offenbar wenig geblieben. Die Bereitschaft des CDU-Vorsitzenden zur kommunalen Kooperation mit der AfD hat auch nachweisbar negative Auswirkungen auf die Beliebtheit der CDU, wie Umfragen zeigen. Volksverpetzer berichtete:
Merz-Rechtsruck geht nach hinten los: AfD rauf, CDU runter
Das CDU-Problem ist gröĂer als nur Merz
Merz ist jedoch kein Einzelfall in Bezug auf die AnnĂ€herung an die AfD innerhalb der CDU. Ein weiteres Beispiel: WĂ€hrend CDU-RechtsauĂen Hans-Georg MaaĂen im Rahmen der Bundestagswahl Interviews fĂŒr rechtsextreme Medien gab und antisemitisch codierte Begriffe und Mythen verbreitete, gewann die AfD in seinem Wahlkreis die Mehrheit der Zweitstimmen und verbesserte sich sogar noch im Vergleich zur vorherigen Wahl. Die AnnĂ€herung der CDU an die AfD zeigt sich auch auf institutioneller Ebene. Das verdeutlicht die anhaltende Kooperation zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Mathias-Corvinus-Collegium in Budapest. Dieses Kollegium gilt als Kaderschmiede des ungarischen PrĂ€sidenten Viktor OrbĂĄn. Im Vergleich der deutschen demokratischen Parteien ist die CDU die Partei, die im Durchschnitt am hĂ€ufigsten mit der AfD kooperiert. Dies sind beunruhigende Schritte in Richtung der Normalisierung des Rechtsextremismus.
Politikwissenschaftler warnt vor riskantem CDu-Rechts-Kurs
Dr. Marc Debus, Professor fĂŒr Politikwissenschaft an der UniversitĂ€t Mannheim und Projektleiter am Mannheimer Zentrum fĂŒr europĂ€ische Sozialforschung (MZES), hat in einer kĂŒrzlich veröffentlichten Studie die Auswirkungen von Mainstream-Parteistrategien auf den Erfolg radikaler rechtspopulistischer Parteien untersucht. Die Ergebnisse seiner Analyse sind alarmierend. Die programmatische AnnĂ€herung der CDU an die AfD stĂ€rkt die Rechtspartei und schwĂ€cht sie nicht, wie von einigen erhofft.
Debus wertete Daten zu den politischen Positionen der Parteien auf Bundes- und Landesebene seit 2013 aus. Da die AfD bisher nur an einer begrenzten Anzahl von Bundestagswahlen teilgenommen hat, konzentrierte sich die Analyse vor allem auf Landesebene. So ergab sich eine Fallzahl von 37 Wahlen, die es erlaubte, Tendenzen in Bezug auf die Auswirkungen der AnnÀherung der Union an die AfD auf den Stimmenanteil der AfD zu erkennen.
Je mehr die CDU AfD-Forderungen ĂŒbernimmt, desto stĂ€rker wird die AfD
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine AnnĂ€herung der CDU an die AfD in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen dazu fĂŒhrt, dass die AfD mehr Stimmen erhĂ€lt, anstatt weniger. Dies legt nahe, dass die Strategie der programmatischen AnnĂ€herung der CDU/CSU an die AfD nicht effektiv ist, um den Erfolg der Rechtspopulisten zu mindern. Im Gegenteil. Der Studienautor schreibt:
âVor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um eine punktuelle Zusammenarbeit der Union mit der AfD wie etwa in ThĂŒringen implizieren damit die Ergebnisse, dass eine damit etwaig verbundene programmatische AnnĂ€herung die AfD eher stĂ€rken bzw. zumindest nicht schwĂ€chen wird â und damit die Herausforderungen der Bildung von stabilen Koalitionen jenseits der AfD gerade in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern noch gröĂer werden wĂŒrden, als sie bereits jetzt schon sind.â
Die Union trage eine Mitverantwortung an der StÀrkung der AfD.
Alarmierende Erkenntnisse ĂŒber Wechselwirkung zwischen gemĂ€Ăigten und rechtsradikalen Parteien
Eine weitere Studie, veröffentlicht im MĂ€rz 2022 an der University of Cambridge, ergab Ă€hnliche Tendenzen. Diese Studie untersuchte, wie die Handlungen etablierter politischer Parteien den Erfolg von rechtsradikalen Parteien beeinflussen. Die Studie hat Daten auf Parteiebene und Wechsel der WĂ€hler:innen zwischen Mainstream- und rechtsradikalen Parteien auf mikroskopischer Ebene untersucht, um die EffektivitĂ€t solcher Anpassungsstrategien zu bewerten. Ergebnis: Anpassungsstrategien der Mainstream-Parteien verringern nicht die UnterstĂŒtzung fĂŒr die rechtsradikalen Parteien, sondern fĂŒhren sogar dazu, dass mehr WĂ€hler:innen zu diesen Parteien ĂŒberlaufen. Das gĂ€ngige Argument, wonach zu moderate Positionen der Mainstream-Parteien den Erfolg der rechtsradikalen Parteien begĂŒnstigen, wurde ebenfalls widerlegt.
Warum die CDU ihre Strategie umkehren sollte
Die Ergebnisse dieser Studien unterstreichen die Gefahren einer programmatischen AnnĂ€herung der CDU an die AfD. Diese Strategie schadet nicht nur der Union selbst, sondern gefĂ€hrdet auch die demokratische StabilitĂ€t in Deutschland. Die CDU sollte dringend ihre Strategie ĂŒberdenken und zu ihren demokratischen Grundwerten zurĂŒckkehren! Es ist eine fragwĂŒrdige Strategie, zwar von Abgrenzung zur AfD zu sprechen, gleichzeitig aber Themen und die Rhetorik zu ĂŒbernehmen.
Das kann zu dem Trugschluss fĂŒhren, dass die Union einzig aus strategischen GrĂŒnden nicht mit der AfD zusammen arbeitet, die Parteien inhaltlich jedoch in vielen Themen ĂŒbereinstimmen. So kann der Versuch, sich in Richtung der AfD zu bewegen, den Eindruck vermitteln, dass die politischen Positionen der AfD akzeptabel sind. Dies fĂŒhrt zu einem weiteren Zulauf von WĂ€hler:innen zur AfD. Gleichzeitig verliert die CDU durch diese AnnĂ€herung auch Stimmen an andere Parteien, die sich von ihrem rechten Kurs abgestoĂen fĂŒhlen.
Fazit: AfD distanzieren, Demokratie schĂŒtzen!
Die AnnĂ€herung der CDU an die AfD ist ein gefĂ€hrlicher Kurswechsel, der die rechtsextreme Partei stĂ€rkt, anstatt sie zu schwĂ€chen. Die CDU muss ihre politische Ausrichtung ĂŒberdenken, um die Demokratie zu schĂŒtzen und ihr eigenes politisches Ăberleben zu sichern. Es wĂ€re nicht das erste Mal, dass eine konservative Partei sich selbst abschafft, im Versuch, rechtsradikale Parteien zu kopieren. Ein Schulterschluss mit der AfD ist der falsche Weg und wird die rechtsextreme Partei nur stĂ€rker machen. Die CDU sollte stattdessen klare Grenzen aufzeigen und die demokratischen Grundwerte verteidigen. Es ist an der Zeit, den Tanz auf dem Vulkan zu beenden und die Demokratie zu schĂŒtzen!
Artikelbild: penofoto
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