Nutt Los

@NuttLos
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"A Philosoph, wo oarbeit? Wo gibt's na sowas?" "Ich versuch nur grade zu rücken, was der Steinmetz Sokrates verpfuscht hat."

Derzeit zufälligerweise Bundesparteivorsitzender der Losdemokratiepartei (keiner weiß, wie DAS passieren konnte 😁 ). Hier - natürlich - "privat", wie könnte es anders sein?

Allgemeiner Hinweis: Ich blocke & mute aus Selbstsorge immer wieder auch Accounts, die ich mag & schätze, wenn sie mich in irgendeiner Hinsicht überfordern. Sorry dafür. 🙏🏽

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"Der Mensch ist lieb(enswert) geboren und doch liegt er überall im Krieg mit sich selbst."

(Rousseau, wenn er nicht Mist gebaut hätte)

Wir leben in einem unsolidarischen, asozialen System, das immer sehr überrascht ist, dass da keine Solidarität da ist, wenn es die dann plötzlich doch braucht.

Ähnlich bei "Vertrauen"

Vertrauen gibt es, wenn es kultiviert wird.

Kultivierst Du kein Vertrauen, bist dann plötzlich doch auf Vertrauen angewiesen, solltest Du nicht überrascht sein, wenn da keins ist.

Es ist Arbeit. Es wäre Arbeit gewesen. Arbeit, die nie geleistet wurde. Weil man dachte: "Geht ja auch ohne!"

Ein simpler Irrtum

...Stattdessen werden Fake Bedürfnisse geweckt, genährt, gefördert und befriedigt.

Man kümmert sich nicht um die Menschen wie sie sind. Sondern um die Menschen "wie sie sein sollten", wie man sie sich vorstellt und wünscht.

Gerade mit den Realitäten des Menschlichen kommt unsere Gesellschaft sehr schwer klar. Wir haben alle kein realistisches Menschenbild.
Vorstellung und Realität klaffen ÜBERALL weit auseinander.

Menschenfreundlichkeit geht anders.

Würden wir Menschen nicht systematisch kaputt machen, würden Menschen vieles nicht brauchen, um damit klar zu kommen, dass sie kaputt gemacht worden sind.

"Menschen kaputt machen" ist heute btw viel einfacher und leichter als viele glauben:

Man muss dazu nur bestimmte Dinge unterlassen, bestimmte Dinge nicht tun.

Menschen sind von Geburt an sehr bedürftige Wesen. Bedürfnisse konstant NICHT zu erfüllen & zu bagatellisieren reicht völlig aus, um in einem Menschen zu spiegeln:

Du bist unwichtig

Den meisten Menschen wird in der sogenannten "Erziehung" systematisch die Möglichkeit genommen, sich daran zu freuen, "sie selbst zu sein":

Sich für die zufälligen Möglichkeiten und Grenzen zu begeistern, die uns mit den vielen Zufällen der Geburt in unsere Wiege gelegt werden.

Und hinterher setzen wir dann eine Selbstoptimierungsindustrie, die den Menschen entweder helfen soll, "wieder zu sich selbst zu finden" oder "sich weiterzuentwickeln" und "ihr Potential auszuschöpfen."

Das ist pervers

David Graeber hat ja in seinem Buch "Bürokratie" (im I. Teil) davon erzählt, dass ab den 70ern, bei uns spürbar ab den 90ern das Management seine interne Solidarität mit der Belegschaft/den Mitarbeitern einseitig gekündigt hat.

Aus systemischen Gründen.

Nachlesbar u.a. hier, in diesem alten Artikel von mir:

https://wyriwif.wordpress.com/2019/02/24/die-alte-arbeitswelt/

Irgendwie scheinen das aber viele immer noch nicht mitbekommen zu haben, dass sich da - auch in Westdeutschland! - in den 90ern fundamentale Dinge verändert haben

Die alte Arbeitswelt

Wir haben in den letzten Jahren viel über die neue Arbeitswelt geredet. Um so mehr ich mich aber mit älteren Arbeitnehmern unterhalte, um so mehr bekomme ich den Eindruck, wir sollten vielleicht au…

What you read is what I've felt

Oder anders: Warum sollte es mich als Arbeitnehmer jucken, wie es Arbeitgebern geht? Arbeitgeber juckt es ja deutlich erkennbar auch nicht, wie es mir als Arbeitnehmer geht?

Basis: Über 30 Jahre im Arbeitsleben, ungefähr 20 Jobs in 12 verschiedenen Positionen/Rollen in ganz unterschiedlichen Branchen, Unternehmen unterschiedlichster Größe, Alter und Herkunft.

Dazu: "Investigative" Gespräche mit mehr als 5000 Menschen in der Rolle des Karriere- und Job-Coachs.

Ich hab schon n bisschen Ahnung.

Kurz, sachliche Frage, mit der Bitte um ebensolche Antworten:

Ich bin ja "Arbeitnehmer". Warum genau sollte ich etwas haben gegen "die Lücke, die die Babyboomer im Arbeitssystem hinterlassen"?

Es verbessert ja meine System- und Verhandlungsposition: Ich kann dann bessere und besser bezahlte Jobs bekommen.

Warum also sollte mich das irgendwie beunruhigen oder bekümmern und nicht einfach freuen?

Wie gesagt, ich meine es ganz sachlich und bitte um sachliche Antworten.

https://www.zeit.de/arbeit/2026-06/babyboomer-arbeitsmarkt-rente-deutschland

Arbeitsmarkt: Fast ein Drittel aller Erwerbsfähigen kommt bis 2040 ins Rentenalter

Die Babyboomer sind kurz vor der Rente, arbeiten zum Großteil aber noch. Bis 2040 werden sie fehlen – und eine große Lücke in den Arbeitsmarkt reißen.

DIE ZEIT

...Dadurch wird der Staat völlig nutzlos. Diese völlige Nutzloisgkeit des Staates wird dann - welche Ironie - bevorzugt von dem Vermögenden beklagt. Also genau von jenen unter uns, die das anrichten, was sie dann hinterher beklagen.

Ja, wenn man den Staat so aufzieht, ist er nutzlos.

D.h. aber nicht, dass sich der Staat nicht so gestalten ließe, dass er die Harmonisierung unserer kurzfristigen und langfristigen Interessen leistet.

Das geht nur dann nicht, wenn NUR Reiche den Staat gestalten.

Die Menschheit scheint bislang nicht gut damit klar zu kommen, dass das, womit sich viel Geld verdienen lässt, und das, was ihr gut tut, nicht automatisch deckungsgleich ist, sondern oft diametral auseinanderläuft.

Eigentlich gibt es dafür Staaten: Dass die Rahmenbedingungen so gesetzt sind, dass Geldverdienen und Nutzen für uns Menschen nicht auseinanderlaufen.

Leider ist irgendjemand (hust) auf die Idee gekommen, die Gesetzgebung/ den Staat ausschließlich in die Hände der Reichen zu legen.🤷🏼