Konsortiale Finanzierung von Diamond-OA-Publikationen: Diskussionen bei den Open-Access-Tagen 2025

Im Rahmen der im September stattgefunden Open-Access-Tage in Konstanz war das Thema „Konsortiale Finanzierung von Diamond Open Access“ an vielen Stellen im Programm präsent. Die TIB unterstützt die Entwicklung solcher Modelle mit Angeboten wie KOALA und dem Diamond Funding Navigator. Aus diesem Grund möchten wir unsere Takeaways von den Open-Access-Tagen 2025 zu diesem Thema hier teilen.

Konsortiale Finanzierung von Diamond Open Access – das Konzept in Kürze

Anknüpfend an das diesjährige Motto der Open-Access-Week „Wem gehört unser Wissen?“, ist zentral für Diamond Open Access (kurz Diamond OA) als Modell des wissenschaftlichen Publizierens definiert, dass dort weder Autor*innen oder Lesende die Kosten tragen müssen. Konsens ist darüber hinaus, dass diese Veröffentlichungen unter möglichst freien Lizenzen stehen (in der Regel CC-BY) und in den Händen der wissenschaftlichen Communities liegen. In der Diskussion ist, wie die Besitzverhältnisse an solchen Publikationen ausgestaltet sein müssen und welche Rolle Verlagen dabei zukommen kann. Wenn also die Frage gestellt wird, wem unser Wissen gehört, ist Diamond OA ein Weg, eine gemeinwohlorientierte Antwort in Bezug auf Besitzverhältnisse, Zugang und Produktionsmöglichkeiten zu geben. Außer Frage steht, dass auch beim Publizieren im Diamond-OA-Modell, nicht anders als bei anderen Modellen, Kosten anfallen. Daher müssen andere Finanzierungslösungen für den Betrieb dieser wissenschaftlichen Publikationen gefunden werden. Neben der Finanzierung durch einzelne Mittelgeber wie Institute, Universitäten oder Projektmittel, hat sich in den letzten Jahren als nachhaltige Alternative die gemeinschaftliche Finanzierung durch sogenannte „Konsortien“ etabliert. Hier tun sich engagierte Einrichtungen zusammen, um gemeinsam vorher fest vereinbarte Summen für definierte Zeiträume zur Verfügung zu stellen, und den Betrieb der nach dem Diamond-OA-Modell operierenden Publikationen sicherzustellen. So können die Publikationen durch Forschende, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit weltweit für eigene Veröffentlichungen genutzt, rezipiert und nachgenutzt werden.

Da im Vergleich zu den etablierten Finanzierungsmodellen (Subskription, Article oder Book Processing Charges – APC bzw. BPC, Read-and-Publish-Verträge) das oben beschriebene konsortiale Modell erst im Aufbau befindlich ist, ist die Frage nach der konkreten Ausgestaltung der Finanzierung von Diamond OA-Publikationen ein viel diskutiertes Thema – so auch bei den diesjährigen Open-Access-Tagen. In diesem Blogpost tragen wir unsere Beobachtungen aus den dortigen Fachdiskussionen zusammen und versuchen sie verständlich einzuordnen.

Zentrale Fragestellungen mehrerer Workshops, Posterpräsentationen und Vorträgen waren:

  • wie die Nachnutzung konsortialer Modelle unter verschiedenen Rahmenbedingungen gelingen kann.
  • welche Rolle diese Modelle innerhalb eines sich stetig weiter entwickelnden Systems verschiedener Ansätze zur Finanzierung in der Zukunft einnehmen kann.
  • welche Rolle Infrastruktureinrichtungen wie die TIB bei ihrer weiteren Etablierung spielen können.
  • welche zentralen Finanzierungsmechanismen zur Unterstützung von Diamond OA funktionieren können.
  • wie Diamond-OA-Publikationen von potentiell finanzierenden Einrichtungen bewertet werden können.

Konsortiale Angebote gemeinsam nachhaltig entwickeln

Mehrere Vertreter*innen existierender Angebote zur konsortialen Finanzierung von Diamond OA – KOALA-TIB, KOALA-SLUB, educonsort.oa – haben die Erkenntnisse und Erfahrungen aus ihrer Arbeit und offene Fragestellungen in Form eines Workshops zur Diskussion gestellt. Unter dem Titel „Wie zukunftsfähig sind konsortiale Diamond-Open-Access-Finanzierungslösungen? Strategien für ein tragfähiges Finanzierungsmodell“ wurden folgende Kernpunkte mit den Teilnehmenden diskutiert:

  • Kostentransparenz – ein wichtiges Kriterium für Einrichtungen, wenn sie sich für oder gegen eine Teilnahme entscheiden. Hier sind neben den Betriebskosten der Publikationen auch die Kosten für die Konsortialführung relevant.
  • Qualitätssicherung – wie wird die Qualität der Publikationen bewertet und transparent gemacht, die finanziert werden sollen? Wie könnnen ibliotheken dabei sowohl deren Qualität für die eigenen Finanzierungsentscheidungen bewerten, als auch vermeiden, die wissenschaftliche Freiheit einzuengen? Und woran ist Qualität festzumachen – Bibliometrischen Indikatoren, Veröffentlichungszahlen, oder ganz anderen Faktoren? Hier gibt es Überschneidungen mit der generellen Frage der Forschungsbewertung. Wir verweisen hier auf die „San Francisco Declaration on Research Assessment„, die sich dazu verhält.
  • Was können Konsortialinitiativen leisten, was nicht? – Als wichtige Aufgaben wurden hier Vertrauensbildung genannt, die Vertretung der Interessen der Bibliotheken als finanzierende Einrichtungen gegenüber z.B. Dienstleistern (Verlagen) und die Stärkung des Diamond-OA-Modells an sich und die Überzeugungsarbeit gegenüber Forschenden für dieses Modell (auch das Ausräumen von Vorbehalten und ggf. unrealistischen Anforderungen an Diamond-OA-Publikationen im Vergleich zu kommerziellen Angeboten). Hier wurde insbesondere die Vernetzung mit wissenschaftlichen Communities über Fachinformationsdienste und Fachgesellschaften genannt. Planbarkeit des Finanzierungsmodus und Nachhaltigkeit der Struktur sind weitere grundlegende Vorteile, die wissenschaftliche Einrichtungen von Konsortialinitiativen erwarten.
  • Entscheidungsprozesse bei den finanzierenden Einrichtungen – Diese aufzusetzen ist notwendig, und von den Teilnehmenden wurde konstatiert, dass viele Einrichtungen sich hier in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Teils ist unklar, wer Entscheidungen über die Finanzierung von Diamond-OA trifft, und auf welcher Grundlage Entscheidungen getroffen werden, siehe hier auch das Thema „Qualitätssicherung“. Der Diamond Funding Navigator der TIB kann bei der internen Entscheidungsfindung, aber auch bei der Übersicht über konsortiale Angebote, unterstützen. Denn dort werden sowohl eine Vielzahl konsortialer Diamond-OA-Angebote kompakt dargestellt, als auch die Möglichkeit der Publikationsdatenanalyse bezogen auf einzelne Universitäten ermöglicht.
  • Rolle der Verlage – Die Definition von Diamond OA ist laufendes Diskussionsthema. Während unstrittig ist, dass angestrebt wird, dass die Publikationen im Interesse der Wissenschaft agieren sollten, ist unklar, ob dies auch kommerzielle Akteure leisten können, bzw. wie mit nicht-kommerziellen Fachgesellschaften umgegangen werden soll, die bisweilen sehr problematische Summen für ihre Publikationen verlangen. Dabei kann es auch nicht Aufgabe der Bibliotheken sein verschachtelten Stiftungs- oder Unternehmenskonstrukten nachzuspüren, um einwandfrei herauszufinden, ob sie es mit kommerziellen Akteuren zu tun haben. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob und wie Verlage als Dienstleister (aufgrund ihrer Kompetenzen, Nischenpositionen, erprobter Workflows, sowie Expertise) eine Rolle bei nicht-kommerziellen Publikationen haben können. Als wichtige Voraussetzung für alle Überlegungen wurde hierbei erneut die Kostentransparenz hervorgehoben.

Im Workshop „Von Konsortium zu Konsortium? Erfolgreiche Nachnutzung und Weiterentwicklung von konsortialen Finanzierungsmodellen für Diamond OA“ wurde diskutiert, wie die bestehenden Modelle auf andere institutionelle Kontexte übertragen werden, also etwa auf nationaler Ebene implementiert werden können. Initiatorin war Daniela Hahn, die im Rahmen des Projekts CoDOA Strukturen für die konsortiale Finanzierung von Diamond-OA-Publikationen in der Schweiz aufbaut, und diese Veranstaltung mit Kolleg*innen unter anderem von der TIB durchführte. In der Diskussion wurde deutlich, dass eine breite Nachnutzung der Modelle bei gleichzeitiger stetiger Weiterentwicklung und Optimierung nur durch enge Abstimmung und bestmöglichen Transfer von Lessons learned – ganz im Sinne von Open Science – gelingen kann. Auch die bestehenden Modelle wie KOALA entstanden unter Nachnutzung früherer Konzepte. Bei der Adaptierung müssen Unterschiede beispielsweise bei Mittelflüssen zwischen den Einrichtungen, sowie bei Governancemodellen berücksichtigt werden, während z.B. Mindeststandards für die Publikationen weitgehend unabhängig von institutionellen Rahmenbedingungen nachgenutzt werden können. Die zeitnah zu den Open-Access-Tagen gegründete neue Fokusgruppe Konsortiale Open-Access-Finanzierung wird die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung der Expert*innen im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung und Nachnutzung der konsortialen Modelle vorantreiben. Diskutiert wurde auch die Frage, ob eine Zunahme von konsortialen Angeboten wünschenswert ist, und welche Einfluss das auf die Finanzierungspraxis der Bibliotheken hat. Einhellige Position der Teilnehmenden war, dass mehr Angebote nur dazu führen dürfen, dass mehr Mittel für Diamond-OA-Angebote freigemacht werden müssen, bzw. Erwerbungsetats entsprechend flexibilisiert werden müssen. So, wie Diamond-OA auch wissenschaftspolitisch an vielen Stellen erwünscht wird, ist es keine Lösung, die Zahl der Angebote gering zu halten, damit keine Konkurrenz um begrenzte Mittel eintritt.

Konzepte und Visionen für nachhaltiges Diamond OA und darüber hinaus

Im weiteren Sinne um ein konsortiales Modell für die Finanzierung von Diamond OA ging es in der Keynote von Bernhard Mittermaier (Forschungszentrum Jülich, „Die Diamond OA-Abgabe. Ein Vorschlag.“, Aufzeichnungen aller Keynotes im TIB AV-Portal: https://av.tib.eu/series/1977). Er stellte ein im Rahmen des Schwerpunkts „Digitalität in der Wissenschaft“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen erarbeitetes Modell vor. Zentrales Element ist der „Deutschland-Fonds Diamond Open Access“ (DeFDOA). In diesem Modell sollen Diamond-OA-Publikationen über ein Umlage-Prinzip finanziert werden, das etablierte Zahlungsflüsse nutzt: Wissenschaftliche Einrichtungen Deutschlands speisen einen kleinen Prozentsatz ihrer Erwerbungs- und Publikationsausgaben in einen deutschlandweiten Diamond-Fonds ein oder finanzieren entsprechende Publikationen direkt. Die potentiell von der MPDL Services gGmbH verwalteten Mittel sollen Publikationen zugutekommen, die in Deutschland herausgegeben werden, und in Ausnahmefällen auch im Ausland, wenn sie von hoher Bedeutung für Deutschland sind. Berechtigt sollen sowohl Neugründungen, bestehende und auch auf Diamond OA umstellende Zeitschriften sein. Für die Auswahl der Publikationen verwies er auf die KOALA-Mindeststandards und den im Rahmen des DIAMAS-Projekts entwickelten Diamond Open Access Standard (DOAS); als Akteur für den ausschließlich formalen Auswahlprozess wird der Arbeitskreis Forum 13+ vorgeschlagen. Laut diesem Vorschlag von Bernhard Mittermaier sollen in einem ersten Schritt dafür 2% der aktuellen Erwerbungsausgaben der deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken einfließen, allerdings in einem freiwilligen Modell, sodass zumindest Aufmerksamkeit bezüglich einer tatsächlichen Teilnahme der Bibliotheken geboten ist. Nach der deutschen Bibliotheksstatistik, die 2024 Erwerbungsausgaben von ca. €416 Millionen angibt, entsprechen 2% ca. €8 Millionen. Die genehmigten Anträge sollen dann je nach Publikationsanteil eine Förderung aus dem DeFDOA erhalten.

Die zweite der drei Keynotes der Open-Access-Tage thematisierte offene Informations-Infrastrukturen als oft unsichtbare, aber essentielle Säule für nachhaltiges Diamond OA: Marco Tullney, Leiter des Bereichs Publikationsdienste der TIB, sprach über Herausforderungen bei ihrer auf Dauerhaftigkeit angelegten Entwicklung und ihrem Betrieb und legte anhand von Beispielen dar, dass Einrichtungen viele Möglichkeiten haben, diese mitzugestalten und zu tragen. Das Thema der Infrastruktur und ihre Aufrechterhaltung ist gerade für die Diamond OA unterliegenden Dienste und Strukturen von zentraler Bedeutung: Ohne dauerhaft gesicherte technische sowie finanzielle Rahmen und Infrastruktur können sich gerade kleine oder nicht-kommerziell agierende Zeitschriften nur schwierig behaupten.

In der dritten Keynote argumentierte Pierre Mounier (EHESS, unter anderem Co-Koordinator von OPERAS) am letzten Konferenztag, dass diese Zeitschriften sich bei allem Pragmatismus Markt-Logiken entziehen. Wenn Diamond OA im Wettbewerb mit kommerziellen Subskriptions oder APC-Modellen steht, kann kein gemeinsamer Markt mit Preisen realisiert werden, da die Angebote nicht vergleichbar sind und für Diamond OA der finanzielle „Preis“, der für dem Markt essentiell ist, nachrangig ist. Stattdessen agiere Diamond OA aus dem Prinzip der Freiwilligkeit – zwar nicht außerhalb von finanziellen Notwendigkeiten, aber, wie Pierre Mounier sagte: „We are not outside of the market, but we are not driven by the market.“ Zentral sei als Ersatz des organisierenden Prinzips von Märkten die Community, wobei vage blieb, wer diese Gemeinschaft genau ausmacht. Organisationshubs dieser Community seien die inzwischen sich etablierenden nationalen und europäischen Hubs: EDCH und in Deutschland SeDOA.

Über konsortiale Modelle und auch Visionen zentraler Finanzierungen hinaus, agieren auch andere Akteure mit großem Engagement und testen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten aus. In einer Fishbowl-Diskussion wurden die Herausforderungen des Subscribe2Open-Modells (S2O) bei kleinen und mittelständischen Verlagen von Verlags- und Bibliotheksvertretenden diskutiert. In diesem Modell können Subskribtions-basierte Publikationen den Schritt zu Open Access machen, indem sie bei Erreichen einer gewissen, durch Subskriptionen gedeckten Summe alle Publikationen im jeweiligen Jahr Open Access bereitstellen. Dieses Modell ist gerade für kleinere Verlage relevant, die nicht Teil von größeren Open-Access-Rahmenverträgen mit einer Vielzahl von Bibliotheken sind, oder nicht die finanzielle Flexibilität haben, die für ein APC-Modell nötig ist. S2O kann dabei beim Umstieg von Subskritions-Modell in OA-Modelle helfen, kann aber nicht mit schwankenden Artikelzahlen umgehen und bietet keine finanzielle Transparenz. S2O bietet Verlagen die Möglichkeit, am Kundenstamm festzuhalten, anders als bei einer direkten Umstellung auf ein APC-Modell. Wie sich in der Diskussion zeigte, ergibt sich dennoch das Problem des „Freeriding“: Manche Bibliotheken hoffen, dass auch ohne ihre finanzielle Beteiligung die Finanzierungs-Schwelle erreicht wird, und ihre Klient*innen somit kostenfrei publizieren und lesen können. Es wurden Fragen zur Transparenz der Verlagskosten, des Umgangs mit dem Schritt zurück ins Closed-Access-Modell, wenn die Finanzierung nicht gelingt, der diesbezüglichen Kommunikation mit Autor*innen, sowie der Kalkulation bei steigenden Publikationszahlen diskutiert. 

Insgesamt zeigte sich, dass sich das Thema Finanzierung von Diamond OA im Fokus vieler Diskussionen befindet. Die oben angerissenen Lösungsvorschläge, teils bereits praktiziert, teils in der Konzeptphase, sind vielfältig, aber alle bekunden, dass Diamond OA mehr und beständigerer Finanzierung bedarf, um in Quantität und Qualität zu wachsen. Die TIB bleibt hier auch weiterhin engagiert und ist gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen – um auch in Zukunft das Wissen in den Händen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zu behalten.

Beitragsbild: caro_oe92 auf Pixabay (Pixabay-Lizenz)

#diamondOpenAccess #OpenAccessTage #OpenAccessWeek2025

Open Access ist grundsätzlich eine gute Sache. Als Außenstehender bin ich sehr interessiert am Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Angebote wie Repositorien oder Publikationsfonds sind klasse, jedoch auch zu hinterfragen, wenn niemand diese nutzt.

Ohne Nutzung sind solche Ausgaben letztlich verschwendete öffentliche Gelder. Laufende Rekapitulationen und Bedarfsanalysen sind in schwierigen Bibliothekszeiten unbedingt erforderlich.

#openaccesstage #oat25

🏁 Morgen starten die Open-Access-Tage an der @unikonstanz

 Gelebte Offenheit in der Wissenschaft finden wir gut!
Link zum Programm:
https://tinyurl.com/35p9t3y9

#OAT25 #OpenAccess #OpenScience #OpenEducation #OER #CoWOERK #OpenAccessTage #UniversitätKonstanz #Bibliotheken #Forschung

FID Media goes … #OpenAccessTage 2025 in Konstanz.

Stefan Cravcisin präsentiert ein Poster zur neuen Servicestelle Urheberrecht des FID Media in der Postersession am 18.09.2025 von 14:30-16:00 Uhr.

👉 https://blog.fid-media.de/2025/09/09/neue-servicestelle-urheberrecht-auf-den-open-access-tagen/

Open Science, KI und mehr – über aktuelle Konferenzvideos aus der Bibliotheks- und Informationswelt

2024 neigt sich dem Ende zu. Insbesondere anhand des jüngst publizierten TIB-Reports 2024 ist anschaulich wie kurzweilig zu entdecken: Es war erneut ein ereignisreiches, intensives Jahr – auch und gerade im Bibliotheks- und Informationswesen. Im TIB-Report findet unter anderem das 10-jährige Jubiläum des TIB AV-Portals – unsere Plattform für Wissenschaftsvideos – im April seine Würdigung. Groß gefeiert wurde auch hier im Blog mit dieser speziellen Blogreihe mit sehr lohnenswerten Rück- und Einblicken in die Portal-Entwicklung.

Einladung zum „Bingewatching“

Aber gerade zur zweiten Jahreshälfte und besonders nun zum Jahresausklang wurden im AV-Portal einige für die Bibliotheks- und Informationscommunity hochrelevante Aufzeichnungen von Konferenzen und mehr in Form von Videoserien veröffentlicht, welche teils auch im neuen Jahr noch erweitert werden. An dieser Stelle seien einige kurz vorgestellt, verbunden mit einer herzlichen, augenzwinkernden „Bingewatching“ -Einladung über die bevorstehenden Feier- und Urlaubstage. Spoiler: Am Lieblings- und Dauerthema Open Science sowie am (Dauer-)Trend „Künstliche Intelligenz“ ist kein Vorbeikommen.

TIB AV-Portal: Startseite

Zahlen, Daten, Fakten zum TIB AV-Portal

Aktuell: Über 27.500 Konferenz- und Vortragsaufzeichnungen sind im TIB AV-Portal publiziert, davon fast 1.500 im Fachgebiet „Information & Dokumentation“.

Mehrwert: Konferenzmitschnitte bieten Sicht- und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse, die (noch) nicht in klassischen (Paper-)Publikationen publiziert sind.

Effektiv: Automatische Videoanalyse von Sprache, Text und Bild sowie KI-generierte Sprachtranskription ermöglichen gezieltes Auffinden relevanter Inhalte. Dank DOI plus weiterem Identifier sind sie sekundengenau zitierfähig.

September 2024: #OAT24 – Open-Access-Tage

Volljährig: Mitte September 2024 gingen in Köln die nunmehr achtzehnten (18!) Open-Access-Tage (OAT) über die Bühne. Die Veranstaltung ist „die zentrale jährliche Konferenz zum Thema Open Access und Open Science im deutschsprachigen Raum“ und eines der Highlights im alljährlichen Branchen-Konferenzkalender.

Apropos 18: Aufzeichnungen aller OAT seit 2018 gibt es im AV-Portal. Daran kann man durchaus wichtige Jahre der Open-Access-Entwicklungen, -Aktivitäten und natürlich -Diskurse nachvollziehen. So ist sind Infrastrukturen wie Repositories, Geschäftsmodelle, OA-Transformation oder OA-Monitoring Dauerthemen. Das spiegelt sich auch in den frischen #OAT24-Videos wieder. Meine Empfehlung zum Einstieg ist der Beitrag „Alle wollen Open Access, aber nicht alle setzen sich durch“ von TIB-Kollegin Sarah Dellmann:

 

Zum Weiterschauen:

Oktober 2024: #OSICU2024 – Open Science and Innovation in Ukraine

Eine vergleichsweise (sehr) junge und komplett virtuelle Konferenz ist die „Open Science and Innovation in Ukraine“, welche im Jahr 2022 erstmals ins Leben gerufen wurde, um den internationalen  Wissenstransfer und Austausch rund um offene Wissenschaft, besonders aus ukrainischer Perspektive, zu fördern. Die hochgradig attraktiv besetzte OSICU ist eine Kooperation der State Scientific and Technical Library of Ukraine und der TIB, unterstützt vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine und vielen Partner:innen. Sie findet stets in der letzten Oktoberwoche parallel zur Internationalen Open-Access-Week statt, so auch die #OSICU2024, mit insgesamt 14 publizierten Beiträgen.

Meine Empfehlung zum Einstieg ist das sehr vielfältig besetzte „Discussion panel – Perspectives on academic freedom“:

 

Zum Weiterschauen:

Zum Weiterlesen mit Fokus Open Educational Resources:

November 2024: #SWIB24 – Semantic Web in Libraries

Bereits seit 2009 findet alljährlich die „SWIB – Semantic Web in Libraries“ statt, die – man sieht es dem Akronym an – über die Jahre nach ursprünglich deutschsprachigem Start immer internationaler und virtueller wurde. Die Konferenz konzentriert sich laut Eigenangabe auf Linked Open Data (LOD) in Bibliotheken und verwandten Organisationen. Sie hat sich als Veranstaltung etabliert, bei der sich IT-Mitarbeitende, Entwickler:innen, Bibliothekar:ennen und Forschende aus der ganzen Welt treffen, sich austauschen und voneinander lernen.

Die Vortragsthemen drehen sich um die Öffnung von Daten, die Verknüpfung von Daten sowie die Erstellung von Tools und Software für LOD-Produktionsszenarien. Ende November traf sich die SWIB-Community online, unter anderem mit der interessanten Keynote von, Denny Vrandečić, Gründer von Wikidata, zu den Auswirkungen von großen Sprachmodellen auf die Wissensrepräsentation:

 

Zum Weiterschauen:

Dezember 2024, Part I: #vBIB24

Nur eine Woche später, am 4. und 5. Dezember 2024, stand die gemeinsam von TIB und dem Berufsverband Information Bibliothek (BIB) organisierte #vBIB24 an. Die #vBIB ist seit 2020 „eine Plattform für die Bibliotheks- und Informationscommunity, auf der aktuelle Themen, Entwicklungen und Trends rund um die Digitalität des Bibliotheks- und Informationswesens aufgegriffen und offen und kontrovers diskutiert werden können – und sollen!“.

Dieses Jahr war das Motto „Digitale Teilhabe“, ergänzt und erweitert von Schwerpunkten vorangegangener #vBIB-Ausgaben, etwa digitale Transformation oder digitale Communitys. Aufzeichnungen der beiden Keynotes sind bereits publiziert, weitere aus dem Corner-Programm sollen und werden folgen. Passenderweise gibt‘s auch hier einen Bezug zum „Wikiversum“. Anne-Sophie Waag, Referentin für „Bildung in der digitalen Welt” bei Wikimedia Deutschland, verdeutlicht die Sinnhaftigkeit und niedrigschwelliger Umsetzbarkeit von Digitaler Teilhabe anhand ganz praktischer Beispiele, nicht nur im Kosmos von Wikipedia:

 

Zum Weiterschauen:

Dezember 2024, Part II: BiblioCON

Die BiblioCon, ehemals Bibliothekartag, ist natürlich DIE traditionsreiche und etablierte größte Fach- und Fortbildungskonferenz für das, wie für alle Bibliotheks- und Informationswesen im deutschsprachigen Raum mit internationaler Strahlkraft. Aber what? Die diesjährige 112. BiblioCon in Hamburg war doch schon Anfang Juni und warum taucht sie hier auf? Korrekt! Vor Ort wurden Vorträge und Diskussionen in bestimmten Räumen aufgezeichnet und die Aufzeichnungen registrierten Teilnehmenden geschützt zugänglich gemacht. Wie von den verantwortlichen Veranstaltern gewünscht werden – unter Voraussetzung der obligatorischen individuellen Einwilligung von Vortragenden und Moderierenden – nach einem sechsmonatigen Embargo im TIB AV-Portal publiziert. Aus den frisch frei verfügbaren #BiblioCon24-Aufzeichungen sei ein Beitrag ans Herz gelegt, welcher ein Seminarkonzept Zürcher (Hochschul-)Bibliotheken zur Vermittlung und Förderung von Informationskompetenz an Doktorierende vorstellt. Darin wird unter anderem auch der Umgang mit generativer KI, wie ChatGPT, thematisiert:

 

Zum Weiterschauen:

Das ganze Jahr: Konferenzaufzeichnungen powered by TIB ConRec

TIB ConRec: Leistungsportfolio

Umfang und Vielfalt der in diesem Beitrag angeteaserten Videos und Videoserien wäre in den meisten Fällen nicht entstanden oder gar möglich gewesen, wenn es TIB ConRec, unseren Service für wissenschaftliche Konferenzaufzeichnung und Medienproduktion, nicht gäbe.

Abgesehen von spannenden Inhalten, zeigen die genannten Beispiele auch im Ergebnis, was in Sachen wissenschaftliche Events im Videoformat technisch „State of the Art“ ist – von klassischer Vor-Ort-Aufzeichnung, über Live-Streaming bis hin zu durchaus anspruchsvollen Bedarfen und Umsetzungssettings für virtuelle Veranstaltungen.

Nach der Aufzeichnung ist vor der Aufzeichnung

Auch im Jahr 2025 wird‘s spannend, informativ und innovativ. Herzlichen Dank für das Interesse am Content. Vor allem aber herzlichen Dank für das Vertrauen aller kooperierenden Veranstalter und aller Protagonist:innen vor und auch hinter den Kameras in TIB ConRec – bis hin zur Publikation im TIB AV-Portal.

#VBIB #KünstlicheIntelligenz #TIBConRec #AVPortal #Videoproduktion #Konferenzaufzeichnungen #OpenAccessTage #linkedOpenData #SWIB #AVMedien #DigitaleTeilhabe #LizenzCCBY40INT #Digitalisierung #OpenScience #Wissenschaftsfreiheit #Informationskompetenz #OSICU2024 #BiblioCON

TIB-Report 2024

Der Jahresrückblick 2024 der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek

Aufgepasst: Das Programm der #OpenAccessTage 2023 unter dem Motto „Visionen gestalten“ ist veröffentlicht! Dieses Jahr finden die Tage vom 27.–29. September in #Berlin statt.
👉https://open-access-tage.de/open-access-tage-2023-berlin
Open-Access-Tage: Open-Access-Tage 2023 (27.–29. September in Berlin)

Open-Access-Tage 2023 https://bibliotheksbubble.de/2023/06/20/open-access-tage-2023/ In diesem Jahr finden die OA-Tage an der Freien Universität in Berlin statt. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Open Acc… #Austausch #BerlinerErklärung #OpenAccess #OpenAccessTage
Open-Access-Tage 2023 – Bibliotheksbubble

#OpenAccessTage 2023 in Berlin: Der Call für die Einreichung von Postern und Beiträgen zum Tool-Marktplatz für die diesjährigen Open-Access-Tage ist bis zum 26. Juni verlängert. Thema ist die Zukunft von #openaccess unter dem Motto "Visionen gestalten". Alle weiteren Infos unter: https://open-access-tage.de/open-access-tage-2023-berlin/call-for-proposals.
Open-Access-Tage: Call for Proposals

Die #OpenAccessTage 2022 werden von der Universitätsbibliothek #Bern vom 19. bis 21. September durchgeführt. Sie widmen sich dem Thema Kollaboration. https://open-access-tage.de/open-access-tage-2022-bern

#OpenAccess

Open-Access-Tage: Open-Access-Tage 2022 (Bern)

Bei den diesjährigen Open-Access-Tagen ist ein Forum für die wissenschaftliche Community gestartet, betreut wird es durch das Open-Access-Network.
Open-Access-Forum zur Vernetzung der wissenschaftlichen Community gestartet
Open-Access-Forum zur Vernetzung der wissenschaftlichen Community gestartet

Bei den diesjährigen Open-Access-Tagen ist ein Forum für die wissenschaftliche Community gestartet, betreut wird es durch das Open-Access-Network.