Das TIB AV-Portal im Jahr 2025: neue Infrastruktur, KI-gestützte Medienanalyse und Audio-Only

read this article in English

Wie in den vergangenen Jahren möchten wir auch diesmal einen Überblick über die wichtigsten technischen und funktionalen Erweiterungen des TIB AV-Portals geben. Das Scrum-Team hat 2025 erneut zahlreiche Verbesserungen umgesetzt, die sowohl die infrastrukturelle Basis als auch die Nutzungsmöglichkeiten des Portals ausgebaut haben.

Einige dieser Entwicklungen gehen direkt auf Rückmeldungen und konkrete Anforderungen aus der Nutzerschaft zurück. Für manche Leserinnen und Leser dürfte dieser Rückblick daher nicht nur informativ, sondern auch persönlich interessant sein – vielleicht entdecken Sie an der einen oder anderen Stelle eine Funktion, deren Umsetzung Sie selbst angeregt haben.

Vom externen Hosting zur eigenen Infrastruktur

Mit der vollständigen Migration der Video- und Audioauslieferung auf Server der TIB im Januar 2025 hat das AV-Portal einen bedeutenden infrastrukturellen Entwicklungsschritt vollzogen. Wo zuvor einzelne Komponenten für Streaming, Download und Bereitstellung über externe Drittsysteme liefen, erfolgen diese Prozesse nun vollständig über die Infrastruktur der TIB. Auch die Begleitmaterialien – etwa Präsentationen, Skripte, Forschungsdaten oder zusätzliches Lehrmaterial – werden mittlerweile direkt an der TIB gehostet.

Durch den Betrieb auf eigenen Servern kontrolliert die TIB nicht nur die technischen Abläufe, sondern auch die damit verbundenen Datenflüsse, Speicherorte und Sicherheitsstandards. Externe Abhängigkeiten, etwa in Bezug auf Verfügbarkeiten oder Service Levels, konnten damit weiter reduziert werden. Frei nach der Devise: Wissenschaftliche Daten gehören in wissenschaftliche Infrastruktur – und zwar unter Bedingungen, die den Anforderungen von Forschung, Lehre und Open Science gerecht werden.

Adaptives Streaming mit MPEG-DASH

Ebenfalls seit Januar 2025 erzeugen wir adaptive Derivate im MPEG-DASH-Format. Dadurch lässt sich die Qualität eines Videos während der Wiedergabe dynamisch an die verfügbare Internetbandbreite der Nutzerin anpassen. Statt ein einziges, statisch kodiertes Video auszuliefern, stellt das AV-Portal mehrere Qualitätsstufen bereit, zwischen denen der Player automatisch wechselt.

Das Ergebnis ist ein deutlich stabileres Streaming-Erlebnis: Verzögerungen, Ruckler oder Bildabbrüche werden reduziert, während gleichzeitig stets die bestmögliche Auflösung genutzt wird. Zugleich sinkt die Datenlast, da nicht mehr unnötig große Dateien übertragen werden, wenn die individuelle Verbindung dies gar nicht zulässt. MPEG-DASH bildet damit einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen, skalierbaren Streaming-Infrastruktur.

Diverse Qualitätsstufen für adaptives Streaming

Höhere Auflösungen für wissenschaftliche Inhalte

Seit April 2025 erzeugen wir auch Auflösungen jenseits von Full HD. Dazu gehören unter anderem hochwertige Neuabtastungen aus einem Digitalisierungsprojekt, die mit einer Auflösung von 2048×1536 Pixeln vorliegen und damit sichtbar mehr Details bieten als herkömmliche HD-Formate.

Darüber hinaus stehen inzwischen zahlreiche Videos in 4K-Qualität zur Verfügung, die besonders bei visuellen Darstellungen, Animationen und komplexen wissenschaftlichen Inhalten ihre Stärken ausspielen.

Unterstützung für reine Audiodateien

Seit der Live-Schaltung von MPEG-DASH können im AV-Portal nicht nur Audiostreams als Teil von Video-Derivaten erzeugt werden, sondern erstmals auch echte Audioformate. Damit erweitert sich das Nutzungsspektrum des Portals deutlich: Neben klassischen Videoinhalten lassen sich nun auch reine Audioquellen – etwa Interviews, Podcasts, Vorträge oder Tonaufzeichnungen aus Forschungsprojekten – hochladen, analysieren und als separate Medienressourcen bereitstellen.

Audiobeitrag mit durchsuchbarem Transkript

Um reine Audiodateien zuverlässig verarbeiten zu können, nutzt das AV-Portal ein einheitliches technisches Verfahren. Dabei wird aus einer hochgeladenen Datei der Audioteil automatisch extrahiert und in das Format M4A umgewandelt – ein weit verbreiteter Standard, der auf vielen Geräten problemlos abgespielt werden kann.

Mit dieser Erweiterung unterstützt das AV-Portal nun nicht mehr nur Videos, sondern auch Audioformate – und wird damit zu einer Plattform für wissenschaftliche Ton- und Bildinhalte.

Flexibler und erweiterter Upload-Prozess

Mit der jüngsten Weiterentwicklung der Upload-Funktion können nun deutlich größere Dateien direkt über das Upload-Formular des AV-Portals hochgeladen werden. Möglich wird dies durch einen neuen Übertragungsprozess, der große Dateien automatisch in kleinere Datenpakete aufteilt und schrittweise überträgt. Dank dieses sogenannten „Chunked-Uploads“ lassen sich Videodateien mit einer Größe von bis zu 10 GB zuverlässig hochladen.

Zudem wurde der Ablauf flexibler gestaltet: Nutzer können nun zunächst ihre Videodatei auswählen und parallel dazu die Metadaten im Formular eintragen. Auf diese Weise lassen sich mögliche Wartezeiten während des Upload-Prozesses sinnvoll nutzen.

Abgerundet wird die Erweiterung durch zusätzliche Upload-Optionen: Neben dem Video oder Audio können jetzt auch eigene Transkripte sowie Vorschaubilder mitgeliefert werden.

OpenCLIP für präzise Bildinhaltsanalyse

Um visuelle Inhalte in wissenschaftlichen Videos gezielter auffinden zu können, haben wir im TIB AV-Portal eine neue Generation der bildbasierten Suche implementiert. Als technologisches Fundament dienen OpenCLIP-Vektoren, die wir für sämtliche Videoframes berechnet haben.

Auf dieser Basis entstand ein Prototyp für Zero-Shot-Suchanfragen, der beliebige Texteingaben – auch in verschiedenen Sprachen – direkt mit den Bildinhalten abgleicht. Bereits dieser erste Prototyp zeigte eindrucksvoll, dass selbst komplex formulierte Suchbegriffe geeignete Bildinhalte zurückliefern können.

Im Anschluss daran haben wir das VCD-Labelling grundlegend erneuert. Hierfür wurde eine kuratierte Liste visueller Konzepte erstellt, die sowohl bestehende als auch neu definierte Kategorien umfasst – etwa „chemisches Experiment“, „Mikrophotographie“ oder „Roboter“. Für jedes der derzeit 86 Konzepte formulierten wir spezifische Prompts und generierten daraus Textvektoren. Anhand von Schwellwerten, die mit Hilfe einer manuellen Ground Truth festgelegt wurden, ließ sich bestimmen, ab wann ein Konzept im Bildmaterial als erkannt gilt. Zusätzlich wurden die visuellen Konzepte mit Sachbegriffen aus der Gemeinsamen Normdatei (GND) verknüpft.

Für die Nutzung des Portals bedeutet dies: Der gesamte Videobestand kann mithilfe dieser visuellen Konzepte gefiltert werden. Außerdem lassen sich auf den Detailseiten die erkannten Konzepte über Sprungmarken punktgenau ansteuern.

Suche im Bildinhalt mit Sprungmarken

Der vielleicht größte Fortschritt besteht jedoch darin, dass das Scrum-Team nun selbst jederzeit neue VCD-Konzepte bestimmen und unmittelbar ins Portal integrieren kann. Da die zugrunde liegende Open-Source-Software OpenCLIP vollständig auf TIB-Servern betrieben wird, verbleiben sämtliche Daten und Prozesse unter unserer Kontrolle. Damit ist ein erster Meilenstein erreicht; weitere OpenCLIP-basierte Funktionen sind bereits in Vorbereitung.

Verbesserte Anzeige der GND-Annotationen

Im AV-Portal werden Sprache, eingeblendete Texte und visuelle Inhalte automatisch mit Sachbegriffen der GND angereichert. Diese Annotationen präsentieren wir auf den Detailseiten nun deutlich übersichtlicher: Statt einer verstreuten Darstellung erscheint dort eine alphabetisch sortierte Liste aller erkannten Entitäten, die sich zudem gezielt durchsuchen und nach Sprache, Text oder Bild filtern lässt.

Annotationen von Sprache, Text und Bild

Mit einem Klick auf einen Eintrag lässt sich direkt nachvollziehen, an welchen Stellen im Video der entsprechende Begriff vorkommt – die Treffer werden übersichtlich in der Zeitleiste hervorgehoben. Auf diese Weise können Nutzer unmittelbar zu den relevanten Szenen springen, ohne mühsam durch das gesamte Video navigieren zu müssen.

Neue Untertitel-Segmentierung für bessere Lesbarkeit

Um die Qualität der Untertitel im AV-Portal weiter zu verbessern, haben wir eine neue Segmentierung der Whisper-Transkripte eingeführt. Diese basiert auf OpenNLP, einem Open-Source-Toolkit für die automatische Verarbeitung natürlicher Sprache, und berücksichtigt nicht nur Satzzeichen, sondern auch Wortarten und natürliche Sprachpausen.

Ergänzend dazu kommt ein Look-Ahead-Algorithmus zum Einsatz, der innerhalb eines Vorschaufensters von 150 Zeichen den optimalen Trennpunkt für den nächsten Cue, eine zeitlich abgegrenzte Untertitel-Einheit, ermittelt.

Im Unterschied zu einfachen heuristischen Verfahren bewertet der Algorithmus nicht nur die aktuelle, sondern alle nachfolgenden möglichen Trennstellen und maximiert so die Gesamtqualität des Untertitelumbruchs. Auf diese Weise lassen sich unnatürlich kurze Segmente – etwa einzelne Wörter am Ende einer Untertitelzeile – zuverlässig vermeiden. Damit verbessern wir die Lesbarkeit der Untertitel für eine barrierefreie Nutzung und schaffen zugleich die Grundlage für eine mögliche Text-to-Speech-Funktionalität.

Präziseres Teilen und Zitieren von Videoinhalten

Mit den jüngsten Releases haben wir die Funktionen zum Teilen und Zitieren von Videos erweitert und flexibler gestaltet. Im Teilen-Dialog lässt sich nun ein optionaler Startzeitstempel hinzufügen, sodass sich Videoinhalte gezielt ab einer bestimmten Stelle wiedergeben lassen; dieselbe Möglichkeit steht auch für den Embed-Code zur Verfügung. Zudem wurde der Zitieren-Dialog erweitert: Der Zeitstempel eines Segments kann dort je nach Bedarf ein- oder ausgeblendet werden. Im Zuge dieser Neuerungen haben wir den Teilen-Dialog überarbeitet und seine Struktur so angepasst, dass sich die Funktionen insgesamt intuitiver nutzen lassen.

Teilendialog mit Startzeitstempel für den Embed Code

Bereitstellung von Metadaten als Open Data

Die TIB fördert die Nutzung und Sichtbarkeit ihrer audiovisuellen Bestände, indem sie die Metadaten des AV-Portals als Open Data veröffentlicht. Einmal pro Woche werden die Metadaten und Vorschaubilder all jener Videos automatisch bereitgestellt, für die dies rechtlich möglich ist. Auf unserer Open-Data-Seite stehen die Daten in zwei Formaten zur Verfügung: JSONL für die performante Verarbeitung großer Datenmengen sowie Turtle als RDF-Format für den Einsatz in semantischen Anwendungen und Linked-Data-Umgebungen.

Integration ausgewählter Metadaten in die MP4-Datei

Metadaten wie Titel, Autor und der Link zur Detailseite wurden in die herunterladbare MP4-Datei integriert. Die Informationen bleiben damit auch dann erhalten, wenn das Video lokal gespeichert, weitergegeben oder in anderen Anwendungen geöffnet wird. So lässt sich jederzeit nachvollziehen, woher das Video stammt und welche Quelle zitiert werden sollte – ganz ohne zusätzliche Notizen oder manuelle Recherche.

Einblendung der in den Download integrierten Metadaten im VLC-Player

Ausblick für 2026

Stella als Evaluierungsrahmen für Videoempfehlungen

Stella ist eine Living-Lab-Infrastruktur zur Evaluation experimenteller Retrieval- und Empfehlungssysteme mit echten Nutzern; das TIB AV-Portal dient in diesem Projekt als Produktpartner. 2025 haben wir die technischen Grundlagen für den Einsatz von Stella im Portal geschaffen, die Liveschaltung ist für das kommende Jahr geplant.

Mit Hilfe von Stella können verschiedene Empfehlungsalgorithmen per Interleaved-A/B-Tests direkt im Portal verglichen werden: Nutzer sehen abwechselnd Videoempfehlungen aus unserem bisherigen Ansatz (Solr MoreLikeThis) und aus experimentellen Recommendern. Die daraus resultierenden Klicks dienen als anonymisiertes Feedback. So lässt sich empirisch ermitteln, welcher Algorithmus im realen Nutzungskontext bessere Empfehlungen liefert.

Die Forschungsgruppe Visual Analytics der TIB wird in Zukunft weitere Recommender-Experimente entwickeln und bereitstellen, sodass wir alle notwendigen Komponenten im Haus haben, um das Empfehlungssystem kontinuierlich zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Promptbasierte Bildsuche im AV-Portal

Aufbauend auf den OpenCLIP-Entwicklungen des Jahres 2025 arbeiten wir daran, 2026 eine vollwertige Bildsuche im AV-Portal zu realisieren. Künftig sollen Nutzer nicht mehr nur nach vordefinierten visuellen Konzepten filtern, sondern mit frei formulierten Texteingaben (Zero-Shot-Suchen) direkt im Bildinhalt unserer Videos recherchieren können. Unsere aktuellen Überlegungen zielen darauf ab, diese promptbasierte Suche sowohl portalweit als auch auf den Detailseiten der Videos anzubieten. Auf diese Weise würde ein neuartiger Zugang zu wissenschaftlichen Videos entstehen, bei dem visuelle Inhalte ebenso intuitiv und präzise durchsuchbar wären wie Text.

#AVMedien #AVPortal #LizenzCCBY40INT #wissenschaftlicheFilme #wissenschaftlicheVideos

The TIB AV-Portal in 2025: New Infrastructure, AI-Based Media Analysis, and Audio-Only

diesen Beitrag auf Deutsch lesen

As in previous years, we would once again like to provide an overview of the most important technical and functional enhancements of the TIB AV-Portal. In 2025, the Scrum team implemented a wide range of improvements that strengthened both the infrastructural foundation and the functional capabilities of the portal.

Several of these developments directly respond to feedback and concrete requirements raised by users. For some readers, this review may therefore be not only informative but also personally relevant – perhaps you will spot a feature that you yourself helped inspire.

From External Hosting to TIB-Owned Infrastructure

With the complete migration of video and audio delivery to servers operated by TIB in January 2025, the AV-Portal has taken a significant step forward in its infrastructural development. Previously, individual components for streaming, download, and delivery operated on external third-party systems; these processes are now conducted entirely within TIB infrastructure. Supplementary materials – such as presentations, scripts, research data, or additional teaching resources – are likewise hosted directly at TIB.

By running these services on its own servers, TIB not only controls all technical processes but also governs data flows, storage locations, and security standards. External dependencies – such as those related to availability or service levels – have been further reduced. Following the principle: Scientific data belongs in scientific infrastructure – under conditions that meet the requirements of research, teaching, and Open Science.

Adaptive Streaming with MPEG-DASH

Since January 2025, we have been generating adaptive derivatives in the MPEG-DASH format. This enables video quality to adjust dynamically to the user’s available bandwidth during playback.

Instead of delivering a single, statically encoded video, the AV-Portal provides multiple quality levels between which the player switches automatically.

The result is a significantly more stable streaming experience: delays, stutters, and playback interruptions are reduced, while always delivering the best possible resolution. At the same time, bandwidth usage decreases, as unnecessarily large files are no longer transmitted when a user’s connection cannot support them. MPEG-DASH thus represents an important step toward a modern, scalable streaming infrastructure.

Various quality levels for adaptive streaming

Higher Resolutions for Scientific Content

Since April 2025, we have been generating resolutions beyond Full HD. These include high-quality rescans from a digitization project, available at 2048×1536 pixels and offering visibly more detail than standard HD formats. In addition, numerous videos are now available in 4K, which is particularly beneficial for visual material, animations, and complex scientific content.

Support for Audio-Only Files

Since the introduction of MPEG-DASH, the AV-Portal can not only generate audio streams as part of video derivatives but also produce real audio formats for the first time. This significantly broadens the portal’s scope: in addition to traditional video content, users can now upload, analyze, and publish standalone audio sources – such as interviews, podcasts, lectures, or audio recordings from research projects.

Audio with searchable transcript

To ensure reliable processing of audio-only files, the AV-Portal uses a unified technical procedure. The audio track is automatically extracted from an uploaded file and converted into M4A – a widely supported format that can be played on most devices.

With this enhancement, the AV-Portal now supports not only videos but also audio formats, becoming a platform for scientific sound and image media alike.

More Flexible and Extended Upload Process

With the latest enhancement of the upload function, significantly larger files can now be uploaded directly via the AV-Portal’s upload form. This is made possible by a new transfer process that automatically divides large files into smaller data chunks and uploads them incrementally. With this so-called “chunked upload”, video files up to 10 GB can be uploaded reliably.

The workflow has also become more flexible: users can now select their video file and simultaneously enter the metadata in the form. This allows any waiting time during the upload to be used productively.

The expansion is rounded off by additional upload options: alongside the video or audio file, users may now supply their own transcripts and preview images.

OpenCLIP for Precise Image Content Analysis

To improve the discoverability of visual content in scientific videos, we have implemented a new generation of image-based search within the TIB AV-Portal. The technological foundation consists of OpenCLIP vectors, which we computed for every video frame in the portal.

On this basis, we developed a prototype for zero-shot queries that matches free-form textual input – across multiple languages – directly with the visual content. Even this initial prototype demonstrated that highly complex search phrases can return suitable image results.

Subsequently, we fundamentally renewed VCD labeling. A curated list of visual concepts was created, covering both established and newly defined categories – such as “chemical experiment”, “microphotography”, or “robot”. For each of the current 86 concepts, we formulated specific prompts and generated corresponding text vectors. Using thresholds derived from a manually created ground truth, we determined at which point a concept can be considered present in the video material. Additionally, these visual concepts were linked to subject headings from the Integrated Authority File (GND).

For users, this means: the entire video collection can now be filtered using visual concepts, and the detail pages allow direct navigation to the exact timestamps where these concepts occur.

Image-content search with jump markers

Perhaps the most significant progress is that the Scrum team can now define new VCD concepts at any time and integrate them directly into the portal. Since the underlying open-source software OpenCLIP is operated entirely on TIB servers, all data and processes remain fully under our control. This represents a major milestone, and additional OpenCLIP-based features are already under development.

Improved Display of GND Annotations

In the AV-Portal, speech, on-screen text, and visual content are automatically enriched with GND subject headings. These annotations are now displayed far more clearly on the detail pages: instead of appearing in a scattered layout, users now see an alphabetically sorted list of all detected entities, which can be searched and filtered by language, text, or image.

Annotations from speech, text, and image

A single click reveals where in the video the term appears – the matches are highlighted clearly in the timeline. Users can therefore jump directly to relevant scenes without having to navigate through the entire video.

New Subtitle Segmentation for Improved Readability

To further enhance subtitle quality, we introduced a new segmentation method for Whisper transcripts. This method is based on OpenNLP, an open-source toolkit for natural language processing, and considers not only punctuation but also part-of-speech information and natural speech pauses.

Additionally, a look-ahead algorithm evaluates all possible breakpoints within a preview window of 150 characters to determine the optimal cue boundary. Unlike simple heuristic approaches, the algorithm considers upcoming options to maximize overall subtitle quality. This reliably prevents unnaturally short segments – such as single words at the end of a subtitle line.

This improvement enhances readability for accessibility purposes and establishes the technical ground-work for potential text-to-speech functionality.

More Precise Sharing and Citing of Video Content

With recent releases, we have expanded and refined the functions for sharing and citing videos. The share dialog now includes an optional start timestamp, enabling video playback to begin at a specific point; the same option is available for the embed code. The citation dialog was likewise enhanced: the timestamp of a segment can now be displayed or removed as needed. As part of these improvements, we redesigned the share dialog to make the overall structure more intuitive.

Share dialog with start timestamp for the embed code

Providing Metadata as Open Data

TIB promotes the use and visibility of its audiovisual holdings by publishing the AV-Portal’s meta-data as Open Data. Once per week, the metadata and preview images of all legally eligible videos are automatically made available. On our Open Data page, the data is offered in two formats:

JSONL for efficient processing of large volumes, and Turtle as an RDF format suitable for semantic applications and Linked Data environments.

Embedding Selected Metadata into the MP4 File

Metadata such as title, author, and the link to the detail page are now embedded directly into the downloadable MP4 file. These details remain available even when the video is saved locally, shared, or opened in other applications. This ensures that the origin of the video and the appropriate citation source can always be identified – without additional notes or manual research.

Display of embedded metadata in the downloaded MP4 file (VLC Player)

Outlook for 2026

Stella as an Evaluation Framework for Video Recommendations

Stella is a living-lab infrastructure for evaluating experimental retrieval and recommendation systems with real users; the TIB AV-Portal is a product partner in this project. In 2025, we created the technical foundations for integrating Stella into the portal; the live deployment is planned for the coming year.

With Stella, various recommendation algorithms can be compared directly within the portal using interleaved A/B tests: users are shown recommendations alternating between our existing approach (Solr MoreLikeThis) and experimental recommenders. The resulting clicks serve as anonymized feedback. This enables an empirical determination of which algorithm performs better in real-world use.

The Visual Analytics research group at TIB will continue to develop and provide additional recommender experiments, ensuring that all required components are available in-house to continuously evaluate and improve the recommendation system.

Prompt-Based Image Search in the AV-Portal

Building on the OpenCLIP developments of 2025, we aim to implement a full-fledged image search in the AV-Portal in 2026. In future, users will not be limited to filtering by predefined visual concepts but will be able to search the visual content of our videos directly using freely formulated text queries (zero-shot search). Our current considerations involve offering this prompt-based search both across the entire portal and on the detail pages of videos. This would create a novel way of accessing scientific videos, making visual content as intuitively and precisely searchable as textual content.

#AVMedia #AVPortal #LizenzCCBY40INT #scientificVideos

10 Years of a Scientific Video Platform: The History of the TIB AV-Portal from its Beginnings to the Present from a Development Perspective

diesen Beitrag auf Deutsch lesen

The TIB AV-Portal celebrates its tenth anniversary on 29 April 2024. Since its launch, the portal has developed into a central platform for scientific videos and has steadily gained in importance in the academic community. The TIB has undergone a significant change in the management of the portal, in that it has evolved from a client and creator of requirements to an active implementer and operator. In addition, numerous services related to the AV-Portal were established at the TIB, which considerably expanded the range of services.

As a long-time companion of the project since 2013, I have been able to witness the impressive evolution of the portal at close quarters. In this blog article, I would like to provide a detailed insight into the development history of the portal from its beginnings to the present day.

The AV-Portal as the KNM’s first project

In 2010, the Competence Center for Non-Textual Materials (KNM) was established at the TIB after receiving a positive assessment from a special evaluation by the Leibniz Association. The aim of the competence center was to develop and operate infrastructures, tools and services for multimedia objects that improve the retrieval, searching and citation of these objects.

The KNM’s first project was the development of the TIB AV-Portal. This ambitious project aimed to develop an innovative video portal that would provide web-based access to scientific videos. The range of content included simulations, experiments, interviews, video abstracts, lectures and conferences – primarily from the fields of natural sciences and technology. It was also intended that the videos could be linked to further research information such as scientific articles, research data and persistent identifiers of academic authors. In order to understand and fulfill the user needs for such a video portal, the KNM conducted extensive expert interviews, environment analyses and focus groups in 2010.

Development of the portal until the launch in April 2014

The KNM (later renamed Lab Non-Textual Materials) developed the AV-Portal from July 2011 to April 2014 in cooperation with the Hasso Plattner Institute for Software Systems Engineering. During this phase, various video analyses were integrated, including shot detection, video OCR, visual concept detection and automatic video annotation. The graphical user interface was designed according to the user needs that emerged from the TIB’s requirements analysis.

An authorization layer ensured that access to certain films was restricted in order to protect copyright or personal rights. FlowWorks’ Flow Center was used as the media management system. In addition, interfaces and workflows were created to integrate automatically generated language transcripts and digital object identifiers (DOIs) into the system and to export metadata and video files to the digital long-term archiving system.

At the same time, the TIB set up numerous services for video management. These initially included DOI registration, long-term archiving, metadata management, video acquisition, rights clearance and licensing consulting. After three years of intensive development work, the AV-Portal went online on 29 April 2014. A highlight of the launch was the cross-lingual retrieval, which made it possible to search the content in both German and English.

The development of the AV-Portal over the years can be illustrated more clearly using a few images. The following wireframe from 2011 is an example of the first sketch of the basic structure and layout of the user interface. Wireframes are usually the first steps in the design process and are used to visualize ideas before the actual development and programming takes place.

Wireframe of the AV-Portal from 2011

When the AV-Portal officially went online in April 2014, it was presented in a gray-blue design. The homepage was predominantly static and focused on text and images. Interactive content for exploration was only sparsely represented at that time.

AV-Portal homepage in the old look from 2014

Redesign of the AV-Portal for the TIB foundation in January 2016

When the TIB became a foundation in January 2016, the AV-Portal underwent a comprehensive redesign of its screen design. This revision not only included an optimization of the interactive elements according to usability criteria, but also the introduction of a responsive design that automatically adapts to different screen sizes and device types. Since then, the TIB AV-Portal has been presented in a color scheme of red, white and grey. Despite these changes, the portal’s homepage has remained largely static.

Homepage of the AV-Portal in the new 2016 screen design

Integrating the portal into our own infrastructure

In September 2018, the Scrum team AV-Portal was founded at the TIB – with the goal of migrating the individual components of the AV-Portal, which were previously hosted by external providers, to the in-house infrastructure and developing them independently from then on. The team consists of four developers, a product owner and a scrum master. The first milestone was the migration of the frontend, including the search function and the graphical user interface, in 2019. The following year, the team completed the migration of the backend, which includes the video analyses. Since then, the Scrum team has been able to implement all requirements internally in both the frontend and the backend.

The in-house development of the AV-Portal led to a significantly faster and more efficient further development of the platform. A key factor in this success is the close collaboration between the Scrum team and TIB’s internal stakeholders. In monthly sprint reviews, the team presents the latest implementations to its stakeholders and collects valuable feedback. This feedback often flows directly into the next development phase and thus contributes to the continuous improvement of the portal.

In 2020, the Scrum team completely restructured the homepage of the AV-Portal. Various video categories were introduced, such as New content and Recommendations based on your viewing activity. These categories are updated automatically and therefore always offer users current and interesting content. In addition, the team has made it possible for the portal’s editorial team to create their own categories to highlight current topics and content. Blog articles and news from the TIB’s social media have also been integrated into the homepage and information tiles about the services and offers of the AV-Portal have been added. These features offer users a dynamic and interactive experience when browsing the content.

The following image shows the upper part of the portal’s revised homepage.

Homepage with dynamic content since 2020

Milestones in development since 2018

The Scrum team has implemented numerous other requirements in recent years. Here is a small excerpt:

• Integration of frontend and backend in a Kubernetes cluster
• Scaling the frontend
• Creation of all video formats
• Introduction of series as a new media type
• Provision of a separate space for publishers
• Revision of the search function, including an update to SolrCloud
• Extension of synonyms to all subject areas
• Implementation of a new video player
• Video subtitling and targeted search in the transcript (Whisper)
• Translation of non-English videos into English (Whisper)
• Migration to a new frontend framework (Vue.js)

More detailed information can be found in the various blog articles on the further development of the AV-Portal.

Current focus of development

The team is currently concentrating on delivering the videos via TIB servers and implementing adaptive streaming using MPEG-DASH. At the same time, the frontend is being converted to Nuxt, which is based on Vue.js. Vue.js enables a more seamless user experience, as it eliminates the need to completely reload the page when navigating and instead dynamically updates only the relevant parts of the page. Nuxt.js extends Vue.js with server-side rendering, which improves search engine optimization, performance and loading times of the portal – especially with large video content. Finally, the Scrum team is working closely with TIB’s Visual Analytics research group to extend the labeling of visual concepts based on a open clip model.

Since the launch of the AV-Portal in 2014, the TIB has become increasingly independent of external service providers. This independence is to be further expanded in the coming years. In addition to portal development, other services have been established at the TIB in recent years, such as the conference recording service TIB ConRec, Community Building for cooperation partners and scientific communities and the research group Visual Analytics, all of which expand the AV-Portal’s service
portfolio.

#10JahreTIBAVPortal #AVMedia #AVPortal #LizenzCCBY40INT #OpenAccess #Videos

10 Jahre wissenschaftliche Videoplattform: Die Geschichte des TIB AV-Portals von den Anfängen bis zur Gegenwart aus der Perspektive der Entwicklung

read this article in English

Das TIB AV-Portal feiert am 29. April 2024 sein zehnjähriges Bestehen. Seit dem Livegang hat sich das Portal zu einer zentralen Plattform für wissenschaftliche Videos entwickelt und stetig an Bedeutung in der akademischen Gemeinschaft gewonnen. Die TIB hat dabei einen wesentlichen Wandel in der Betriebsführung des Portals vollzogen, insofern als sie sich von einer Auftraggeberin und Erstellerin von Anforderungen zu einer aktiven Umsetzerin und Betreiberin entwickelte. Darüber hinaus wurden an der TIB zahlreiche Services rund um das AV-Portal etabliert, die das Angebot beträchtlich erweiterten.

Als langjähriger Begleiter des Projekts seit 2013 konnte ich die beeindruckende Evolution des Portals aus nächster Nähe miterleben. In diesem Blogartikel möchte ich einen detaillierten Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Portals von seinen Anfängen bis heute geben.

Das AV-Portal als erstes Projekt des KNM

2010 wurde das Kompetenzzentrum für Nicht-Textuelle Materialien (KNM) an der TIB ins Leben gerufen, nachdem es die positive Bewertung durch eine Sonderevaluierung der Leibniz-Gemeinschaft erhalten hatte. Ziel des Kompetenzzentrums war es, Infrastrukturen, Werkzeuge und Dienstleistungen für Multimedia-Objekte zu entwickeln und zu betreiben, die das Auffinden, Durchsuchen und Zitieren dieser Objekte verbessern.

Das erste Projekt des KNM war die Entwicklung des TIB AV-Portals. Dieses ambitionierte Vorhaben zielte darauf ab, ein innovatives Videoportal zu entwickeln, das einen webbasierten Zugang zu wissenschaftlichen Videos ermöglicht. Das Spektrum der Inhalte umfasste unter anderem Simulationen, Experimente, Interviews, Videoabstracts, Vorlesungen und Konferenzen – vorrangig aus den Bereichen der Naturwissenschaften und Technik. Außerdem sollten die Videos mit weiterführenden Forschungsinformationen wie wissenschaftlichen Artikeln, Forschungsdaten und persistenten Identifikatoren akademischer Autoren verknüpft werden können.

Um die Nutzerbedürfnisse für ein solches Videoportal zu verstehen und zu erfüllen, führte das KNM im Jahr 2010 umfassende Experteninterviews, Umfeldanalysen und Fokusgruppen durch.

Entwicklung des Portals bis zum Livegang im April 2014

Das KNM (später umbenannt in Lab Nicht-Textuelle Materialien) entwickelte das AV-Portal von Juli 2011 bis April 2014 in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik.

In dieser Phase wurden diverse Videoanalysen integriert, darunter eine Schnitterkennung, Video-OCR, visuelle Konzepterkennung und automatische Videoannotation. Die grafische Benutzeroberfläche wurde nach den Nutzerbedürfnissen gestaltet, die aus der Anforderungsanalyse der TIB hervorgegangen waren. Eine Autorisierungsschicht sorgte dafür, dass der Zugang zu bestimmten Filmen beschränkt wurde, um Urheber- oder Persönlichkeitsrechte zu wahren. Als Medienmanagementsystem kam das Flow Center der Firma FlowWorks zum Einsatz. Zudem wurden Schnittstellen und Workflows geschaffen, um automatisch erzeugte Sprachtranskripte und Digital Object Identifier (DOIs) ins System zu integrieren sowie Metadaten und Videodateien an die digitale Langzeitarchivierung zu exportieren.

Parallel dazu baute die TIB zahlreiche Services für das Videomanagement auf. Dazu gehörten zunächst DOI-Registrierung, Langzeitarchivierung, Metadaten-Management, Video-Akquise sowie Rechteklärung und Lizenzberatung. Nach drei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ging das AV-Portal am 29. April 2014 online. Ein Highlight zum Start war das crosslinguale Retrieval, das die Suche in den Inhalten sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch ermöglichte.

Die Entwicklung des AV-Portals über die Jahre wird durch einige Abbildungen anschaulicher. Das folgende Wireframe aus dem Jahr 2011 illustriert beispielhaft den ersten Entwurf der grundlegenden Struktur und Anordnung der Benutzeroberfläche. Wireframes sind üblicherweise die ersten Schritte im Designprozess und dienen dazu, Ideen zu visualisieren, bevor die eigentliche Entwicklung und Programmierung erfolgt.

Wireframe des AV-Portals von 2011

Als das AV-Portal im April 2014 offiziell online ging, präsentierte es sich in einem grau-blauen Design. Die Gestaltung der Startseite war überwiegend statisch, mit einem Fokus auf Texten und Bildern. Interaktive Inhalte zum Erkunden waren zu diesem Zeitpunkt nur spärlich vertreten.

Startseite des AV-Portals im alten Look von 2014

Neugestaltung des AV-Portals zur TIB-Stiftungswerdung im Januar 2016

Zur Stiftungswerdung der TIB im Januar 2016 erfuhr das AV-Portal eine umfassende Neugestaltung seines Screendesigns. Die Überarbeitung umfasste nicht nur eine Optimierung der interaktiven Elemente nach Usability-Kriterien, sondern auch die Einführung eines responsiven Designs, das sich automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen und Gerätetypen anpasst. Seitdem präsentiert sich das TIB AV-Portal in einem Farbschema aus Rot, Weiß und Grau. Trotz dieser Änderungen blieb die Startseite des Portals weitgehend statisch.

Startseite des AV-Portals im neuen Screendesign von 2016

Integration des Portals in die eigene Infrastruktur

Im September 2018 wurde das Scrum-Team AV-Portal an der TIB gegründet. Das Ziel: Die einzelnen Komponenten des AV-Portals, die zuvor bei externen Anbietern gehostet wurden, sollten in die eigene Infrastruktur migriert und sie fortan eigenständig weiterentwickelt werden.

Das Team besteht aus vier Entwicklern, einem Product Owner und einem Scrum Master. Der erste Meilenstein war die Migration des Frontends, einschließlich der Suchfunktion und der grafischen Benutzeroberfläche, im Jahr 2019. Im darauffolgenden Jahr schloss das Team die Migration des Backends ab, das die Videoanalysen beinhaltet. Seitdem ist das Scrum-Team in der Lage, sämtliche Anforderungen sowohl im Frontend als auch im Backend intern umzusetzen.

Die betriebsinterne Entwicklung des AV-Portals führte zu einer deutlich schnelleren und effizienteren Weiterentwicklung der Plattform. Ein wesentlicher Faktor für diesen Erfolg ist die enge Zusammenarbeitdes Scrum-Teams mit den internen Stakeholdern der TIB. In monatlichen Sprint Reviews präsentiert das Team ihnen die neuesten Umsetzungen und sammelt wertvolles Feedback. Dieses Feedback fließt oft unmittelbar in die nächste Entwicklungsphase ein und trägt so zur kontinuierlichen Verbesserung des Portals bei.

2020 hat das Scrum-Team die Startseite des AV-Portals komplett umgestaltet. Es wurden verschiedene Videokategorien eingeführt, wie beispielsweise Neu im Bestand und Videoempfehlungen basierend auf dem Nutzungsverlauf. Sie aktualisieren sich automatisch und bieten den Nutzern dadurch stets aktuelle und interessante Inhalte.

Zusätzlich hat das Team die Möglichkeit geschaffen, dass die Redaktion des Portals eigene Kategorien erstellen kann, um auf aktuelle Themen und Inhalte hinzuweisen. Des Weiteren wurden Blogartikel und Nachrichten aus den sozialen Medien der TIB in die Startseite integriert sowie Infokacheln zu den Services und Angeboten des AV-Portals hinzugefügt. Diese Features bieten den Nutzern eine dynamische und interaktive Erfahrung beim Durchstöbern der Inhalte.

Die folgende Abbildung zeigt den oberen Teil der neu gestalteten Startseite des Portals.

Startseite mit dynamischem Content seit 2020

Meilensteine der Entwicklung seit 2018

Das Scrum-Team hat in den letzten Jahren zahlreiche weitere Anforderungen implementiert. Hier ein kleiner Auszug:

• Integration von Frontend und Backend in ein Kubernetes-Cluster
• Skalierung des Frontends
• Erzeugung sämtlicher Videoformate
• Einführung von Serien als neuem Medientyp
• Erstellung eines eigenen Bereichs für Herausgeber
• Überarbeitung der Suchfunktion, einschließlich eines Updates auf SolrCloud
• Erweiterung der Synonyme auf alle Fachgebiete
• Implementierung eines neuen Videoplayers
• Videountertitelung und zielgenaues Suchen im Transkript (Whisper)
• Übersetzung nicht-englischsprachiger Videos ins Englische (Whisper)
• Migration in ein neues Frontendframework (Vue.js)

Ausführlichere Informationen finden sich in den diversen Blogartikeln zur Weiterentwicklung des AV-Portals.

Aktuelle Schwerpunkte der Entwicklung

Aktuell konzentriert sich das Team auf die Auslieferung der Videos über Server der TIB und die Implementierung von adaptivem Streaming mittels MPEG-DASH. Parallel dazu erfolgt eine Umstellung des Frontends auf Nuxt, das auf Vue.js aufsetzt. Vue.js ermöglicht ein nahtloseres Benutzererlebnis, da es das vollständige Neuladen der Seite beim Navigieren überflüssig macht und stattdessen nur die relevanten Teile der Seite dynamisch aktualisiert. Nuxt.js erweitert Vue.js um serverseitiges Rendern, was die Suchmaschinenoptimierung, Performance und Ladezeiten des Portals – insbesondere bei umfangreichen Videoinhalten – verbessert. Schließlich arbeitet das Scrum-Team eng mit der Forschungsgruppe Visual Analytics der TIB zusammen, um das Labeling visueller Konzepte basierend auf einem Open-Clip-Modell zu erweitern.

Seit dem Launch des AV-Portals im Jahr 2014 hat sich die TIB zunehmend von externen Dienstleistern unabhängig gemacht. Diese Unabhängigkeit soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Neben der Portalentwicklung wurden an der TIB in den letzten Jahren weitere Services etabliert, wie der Konferenzaufzeichnungsdienst TIB ConRec, das Community Building für Kooperationspartner und wissenschaftliche Gemeinschaften sowie die Forschungsgruppe Visual Analytics, die allesamt das Leistungsportfolio des AV-Portals erweitern.

#10JahreTIBAVPortal #AVMedien #AVPortal #Forschung #ForschungUndEntwicklung #LizenzCCBY40INT #NTM #Videos #wissenschaftlicheFilme

The Project “OER with Ukraine” – Empowering Education in Challenging Times

In an era marked by unprecedented challenges, the importance of open, accessible education has never been clearer. TIB – Leibniz Information Centre for Science and Technology alongside with the Leibniz University Hannover (LUH) Research Center L3S – is proud to have been part of the Project “OER with Ukraine”, a collaborative initiative fostering Open Educational Resources (OER) to support Ukrainian academics, teachers, and students.

What is the Project OER with Ukraine?

The project “Open Educational Resources with Ukraine” (2022-2025) is funded by the German Academic Exchange Service (DAAD) and the Federal Ministry of Education and Research (BMBF) under the program line “Ukraine Digital”. It aims to support Ukrainian higher education during times of crisis by involving Leibniz University Hannover’s partner universities in Kyiv, Dnipro, Kharkiv, and Lviv. The project assists these institutions in maintaining, further developing, and digitalising teaching courses in the fields of biomedical engineering, biology, materials science, history of science, computer science, and information technology.

For this purpose, a total of 486 teaching and learning videos were produced in subject specific cross-location working groups. They were published under Creative Commons (CC-BY) licences and integrated into the ongoing teaching activities of the partner universities. The total number of media views exceeds 26,000 (as of July 2025).

The videos were translated and subtitled, their content adapted and prepared as Open Educational Resources in accordance with the UNESCO Definition. The videos were published under Creative Commons licences (CC-BY) on the TIB AV-Portal. Each video was assigned a DOI, is permanently archived, and enhanced with semantic data and standardized metadata. The Metadata are incorporated into the OER search index OERSI via open interfaces. The OERSI User Interface was translated into Ukrainian and enables cross-lingual searches in different languages such as Ukrainian. This ensures the resources are accessible, easily discoverable, citable, and free to use for the long term. In this way, the project contributes to the internationalisation, digitalisation, and openness of education, offering new opportunities for both teachers and students.

Example of an high recommended lecture video from the series Cryotechnology

Enhancing the impact through networking

The project has actively connected Ukrainian institutions with international OER communities, fostering exchange, mutual support, and new partnerships. By involving Ukrainian educators and students in these global networks, we are expanding the reach and impact of their work. Through workshops and webinars, we’ve enabled Ukrainian educators to create and adapt OER – not only in response to the current emergency, but as a sustainable, long-term solution.

Members at a project meeting of OER with Ukraine at TIB. Picture: Nataliya Butych

Looking ahead

The OER project with Ukraine stands for the values of openness, solidarity, and innovation that characterize the global OER movement. TIB is honored to stand with our Ukrainian colleagues as we work together to secure the future of education – no matter what challenges lie ahead. We are confident that these connections will last for a long time. The videos are definitely sustainable, are actively used, and will also be integrated into the DigiUni project (Digital University – Open Ukrainian Initiative).

Open Educational Resources with Ukraine project also has been added to the OER World Map.

Materials

#AVPortal #LizenzCCBY40INT #OER #OpenAccess #OpenEducationalResources #scientificVideos #Ukraine

Stream, Barcamp und lange Nächte – Wissenschaftskommunikation mit Videos

Vor genau einem Jahr, im April 2024, feierten wir das 10-jährige Bestehen des TIB AV-Portals im Rahmen eines Jubiläumsmonats ausgiebig. Unter anderem mit dieser mehrteiligen Blogreihe erhielt die bewegte Entwicklungsgeschichte, Content- und Nutzungsvielfalt unserer offenen und prinzipiell kostenfreien Plattform für wissenschaftliche Videos, eine intensive Würdigung.

Auch im ausgehenden elften „Lebensjahr“ des AV-Portals ist wieder einiges passiert. Das spiegelt sich selbstreferentiell wiederum hier im Blog, vor allem im schon traditionellen Jahresrück- und -überblick von Product Owner Sven Strobel, wider. So wurden etwa Entwicklungsmeilensteine im Adaptiven Streaming, Hosting, effizientere Spracherkennung und einiges mehr realisiert. Besonders spannende zukunfsträchtige Funktionalitäten wie automatische Abstract-Generierung oder sogenannte dynamische Zero-Shot-Suchen sind derzeit in der intensiven Prüfung und Erprobung,

Die beständig rasante agile Entwicklung, der Nachhall des Jubiläums sowie nicht zuletzt der gegenwärtige KI-getriebene und beeinflusste „Zeitgeist“ weit über Academia hinaus- und hineinreichend (zugegeben etwas kryptisch formuliert) schuf und schafft Gelegenheiten zur intensiven Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation im Videoformat. Aus vier unterschiedlichen Anlässen heraus – zwei nicht sehr lang zurückliegend, zwei im Hebst 2025 stattfindend – sei sehr herzlich zur Beschäftigung, kritischer Kommentierung und ausgiebiger Beteiligung eingeladen.

Experimente – Entdeckungen – Erkenntnisse: Wissenschaftsfilm-Lounge(s)

Am 4. April 2025 fand erstmals bundesweit und sehr intensiv die Lange Nacht der Bibliotheken statt. Neben vielen anderen Bibliotheken in Hannover war auch die TIB mit einem tollen Programm vertreten. Dem wunderschönen Frühlingswetter trotzend, kamen viele sehr interessierte Bürgerinnen und Bürger auch zur Wissenschaftsfilm-Lounge zu uns. Screenings einer bunten Auswahl von Kurzfilmen und punktuell wiederholte Impulsvorträge zum TIB AV-Portal konnten zeigen, dass Bibliotheken unlängst ultramoderne Orte und Player der Wissens- und Informationsvermittlung bzw. -erwerbs mit entsprechenden Services sind.

Die Folien zum Impulsvortrag sind unter https://tib.eu/bibnacht-avportal bereitgestellt. Zum Nachschauen und Eintauchen in die vielfältige Wissenschaftsfilmwelt gibt’s die Playlist unter https://av.tib.eu/watchlist/14978.

Weiterentwickelt und aktualisiert werde ich die Wissenschaftsfilm-Lounge zur Nacht, die Wissen schafft 2025 der Leibniz Universität Hannover am Samstag, den 8. November 2025 wieder anbieten. Save the date und sei(d) dabei!

„YouTube, Twitch & Co.: videobasierte Wissenschaftskommunikation reloaded“

Nur wenige Tage nach der Langen Nacht der Bibliotheken ergab sich am Abend des 9. Aprils 2025 die Gelegenheit eines – sowohl im Setting als auch inhaltlich sehr spannenden – kollaborativ-interaktiven Gesprächs zum Themenfeld im Stream-Format. Wie können Videos Forschung und Lehre verändern? Reichen Erklärvideos noch aus? Welche Plattformen bieten mehr als YouTube? Und wie kann Interaktion Wissenschaft zugänglicher machen? Diese und viele weitere Fragen diskutierte ich mit Christian Spannagel, sehr video-umtriebiger Professor für Mathematik und Informatik-Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, und besonders mit den Teilnehmenden im Stream-Chat. Im TIB AV-Portal ist seit Jahren fortlaufend eine große Auswahl von Christian Spannagels langjährigen Lehraufzeichnungen und Erklärvideos versammelt: https://av.tib.eu/publisher/Spannagel__Christian

Die aufbereitete, geschnittene Aufzeichnung des Streams mit sehr lebendigem Chat war bereits wenige Tage später auf YouTube zugänglich, ehe diese – auch und gerade dank der expliziten Creative-Commons-Lizenzierung! – ganz unkompliziert auch auf dem TIB AV-Portal publiziert wurde – als zitierfähige, unter anderem mit automatischer Videoanalyse und durchsuchbarer Audiotranskription angereicherte Version:

Mit der Kommentarfunktion auf YouTube, per Social Media auf Mastodon und/oder LinkedIn oder auch auf dem beeindruckenden Discord-Server von Christian Spannagel kann und wird die Diskussion weitergehen …

Nach dem ScienceVideoCamp ist vor dem ScienceVideoCamp!

… oder auch beim ScienceVideoCamp 2025  (#SVC25) am 7. Oktober, von 10 bis 16 Uhr! Diesmal liegt ein besonderer Genre-Fokus auf wissenschaftlichen Lehr- und Lernvideos wie Erklärfilmen, Tutorials, Webinaren und Aufzeichnungen von curricularen Lehrveranstaltungen. Das ist aber nicht zwingend.

Das SVC wendet sich auch dieses Jahr an die interessierte Wissenschaftsvideo-Community egal aus welcher Perspektive, Position oder mit welchem Erfahrungsgrad, mit mehr Spiel- und Freiraum für mehr Vielfalt und Diversität. Die grundsätzliche Programmagenda steht bereits und wir schrauben weiter an konkreten Highlights, wie dem Keynote-Gespräch. Seid schon jetzt herzlich eingeladen und dabei!

Hintergrund: Am 15. April 2024 stieg anlässlich des Portaljubiläums das erste, recht spontan organisierte ScienceVideoCamp als offenes virtuelles Barcamp rund um Wissenschaftskommunikation im Videoformat. Es kam gänzlich kostenfrei und ohne Anmeldung daher, was auch dieses Jahr so sein wird. Nach dem Willkommensimpuls mit kurzer Entwicklungsstory gab’s ein tolles Keynote-Gespräch mit Eva Wolfangel und, ja genau, Christian Spannagel unter dem Titel „BEYOND YOUTUBE – Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen von Wissenschaftskommunikation (nicht nur) mit Videos“. Eröffnungsimpuls, Keynote und auch ein Campsession-Beitrag sind m AV-Portal in einer speziellen Videoserie zur Veranstaltung nachschaubar. In diversen Sessions wurde intensiv diskutiert. Das mit TaskCards realisierte #SVC24-Sessionboard mit verlinkten Etherpads zur Dokumentation und auch bis dato nicht realisierte Sessionvorschläge als Ideenspeicher sind weiterhin einsehbar. Die Erfahrungen vom und Feedback zum ersten ScienceVideoCamp motivierten sehr, in Serie zu gehen.

Aufzeichnungen und Dokumentation des #SVC24 können daher sehr gerne zur Erinnerung und (Neu-)Inspiration für das #SVC25 genutzt werden. Bis zum Oktober ist noch viel Zeit, um über eigene Fragen und Ideen bis hin zu konkreten Sessionvorschlägen nachzudenken oder auch über die Keynote-Konstellation zu spekulieren.

More to come. Stay tuned & watch science on https://av.tib.eu/. 😉

Lektüreempfehlungen

Spannagel, Christian (17.04.2024). Darum braucht die Wissenschaftskommunikation mehr als Erklärvideos. Gastbeitrag auf Wissenschaftskommunikation.de: https://www.wissenschaftskommunikation.de/darum-braucht-die-wissenschaftskommunikation-mehr-als-erklaervideos-78623/

Stöhr, Matti (03.04.2024). Warum die Wissenschaft eine Alternative zu YouTube braucht. Gastbeitrag auf Wissenschaftskommunikation.de. https://www.wissenschaftskommunikation.de/warum-die-wissenschaft-eine-alternative-zu-youtube-braucht-76085/

#10JahreTIBAVPortal #AVMedien #AVPortal #LizenzCCBY40INT #ScienceVideoCamp #Videos #wissenschaftlicheVideos #Wissenschaftskommunikation

Homepage - TIB AV-Portal

Scientific videos und audios: technology/engineering, architecture, chemistry, information technology, mathematics, and physics.

Aktivitäten der TIB in der europäischen Hochschulallianz „EULiST“

read this article in English

Seit 2023 hat sich die Leibniz Universität Hannover (LUH) mit neun Partneruniversitäten in der europäischen Hochschulallianz „EULiST – European Universities Linking Society and Technology“ zusammengeschlossen. Ziel der von der europäischen Kommission ausgeschriebenen Förderlinie ist es, die europäische Idee durch engere institutionelle Zusammenarbeit und verschiedene Austauschprogramme zur Mobilität von Studierenden, Wissenschaftler:innen und weiteren Universitätsangehörigen zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeiten europäischer Hochschulen zu verbessern. Neben diesen Zielen bietet die Allianz aber auch die Chance, Formen von Bildung und Forschung, die den Ideen der Open Science Bewegung und damit der Transparenz, Zugänglichkeit und Zusammenarbeit in der Forschung verpflichtet sind zu entwickeln.

Die beteiligten Universitäten sind in Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweden, Spanien, der Slowakei und Tschechien angesiedelt. Mit dem Ziel eines integrativen Ansatzes der Gesellschafts-, Natur- und Technikwissenschaften um Lösungen auf gesellschaftliche Herausforderungen zu finden, haben viele von ihnen einen Schwerpunkt in den Technik- und Naturwissenschaften und liegen damit im Kernbereich der Aufgaben der TIB.

Die TIB beteiligt sich an mehreren Punkten in der Allianz. Sie bringt ihr Know-how in offener Softwareentwicklung und zu Fragen des Open Access und damit ihre langjährige Erfahrung mit der strategischen Weiterentwicklung von Open Science ein. Openness, so die Überzeugung, ist zentraler Baustein der infrastrukturellen und kulturellen Kooperation und damit des Zusammenwachsens zu einem europäischen Campus. Openness ist eine Vorrausetzung für die Produktion und Distribution von Wissen ohne Zugangsbarrieren und damit auf demokratische Art und Weise. Sie fördert aber auch ganz praktisch Möglichkeiten der institutionellen Kooperation und für innovative und flexible Lernformate und Curricula.

Entwicklung offener digitaler Infrastrukturen und Beratung zu Publizieren im Open Access

Bei der Zusammenführung digitaler Angebote wurden in einem ersten Schritt die Angebote der Partneruniversitäten gesammelt, um auf Grundlage dieser Dienste ein gemeinsames Angebot in Form eines Knowledge Hub zu entwickeln. Inhaltlich bietet der Knowledge Hub damit perspektivisch die Möglichkeit, unter anderem offene Lehrmaterialien (OER), Forschungsdaten, Publikationen und Kursangebote über einen zentralen Sucheinstieg Institutionsübergreifend auffindbar zu machen. Als technische Grundlage kann die TIB hier auf den Ergebnissen des Open Educational Resources Search Index OERSI aufbauen. Die Nachnutzung der zugrunde liegenden Technologie wurde bereits am Beispiel von Forschungsdaten mit dem Suchindex für Research Software, Data and Terminologies mit ReSoDaTe erfolgreich erprobt.

Aktuell wird auf dieser Basis an einem zentralen Kurskatalog gearbeitet, der die Kursangebote der Partnereinrichtungen an einer zentralen Stelle zusammenführt und gemeinsam durchsuchbar macht. Neben eigens entwickelten Suchumgebungen spielen auch weitere Plattformen wie Open Alex eine wichtige Rolle, die gerade im Bereich Open Access bereits über zahlreiche Integrationen verfügen und möglicherweise weitere Komponenten des Knowledge Hub ausmachen können.

Auch weitere an der TIB entwickelte Dienste, wie der „Open Research Knowledge Graph (ORKG)“ und das AV-Portal werden aktiv und teilweise in Webinars, so wie im April 2024 an der Universidad Rey Juan Carlos in Spanien zur Verfügung gestellt. Ebenfalls in 2024 hat die TIB den einwöchigen Online-Workshop „Wie entsteht eine wissenschaftliche Zeitschrift?“ für EULiST-Studierende und -Promovierende angeboten, in dem durch die fiktive Gründung einer Open Access Zeitschrift alle Akteure, Rollen und wichtigen Themen im wissenschaftlichen Publikationsprozess ganz praktisch erlernt, alle Schritte durchgespielt und anschließend diskutiert wurden.

Openness in der internationalen Hochschullehre

Openness in der Lehre ist das Thema der TIB im Work Package 3 „Learning and Teaching“. Mit dem EULiST Kompatibilitätscheck steht ein konkretes Pilotprojekt in den Startlöchern, dass Lehrende als Hauptakteur:innen der EULiST-Kooperation in der Lehre in den Blick nimmt und unterstützt. In einem von den Lehrenden gesteuerten Beratungsprozess bietet die TIB-Unterstützung bei der offeneren Gestaltung von Seminarplänen an.

Das heißt beispielsweise, dass wir die Nutzungsrechte von Lehrmaterialien, dazu gehört auch Kursliteratur prüfen, offene Alternativen zu derzeit nicht frei lizenzsierten Inhalten recherchieren oder Zweitveröffentlichungsrechte von Materialien, wie verwendeten Zeitschriftenartikeln prüfen. Laut der Open Access Richtlinie der LUH sind Mitglieder der LUH übrigens generell aufgefordert Kopien ihrer Publikationen im Open-Access-Repositorium der LUH einzustellen. Somit gilt dies nicht nur für Literatur, die in Lehrveranstaltungen genutzt wird. Auch Beratung zur Erstellung und Nutzung von Open Educational Ressources (OER) und der Integration von Open-Science-Schulungen in Seminare sind Teil des Portfolios.

Angedacht sind des Weiteren eine Vernetzung von Open-Access-Beauftragten der Partneruniversitäten im Rahmen eines „Staff Exchange“ und die Bündelung von Ressourcen im Bereich der Open Access Beratung durch Schulungsangebote, die in Kooperation zwischen Universitäten entwickelt und angeboten werden. Erste konkrete Schritte in diese Richtung wurden bereits durch die Teilnahme am Arbeitstreffen der Work Packages 2 und 3 an der TU Wien im Februar 2025 getan.

Wir hoffen, mit diesen Aktivitäten Open Science in und mit den beteiligten Einrichtungen zu stärken.

#AVPortal #Universitätsbibliothek #EULiST #OERSI #LizenzCCBY40INT #ORKG

Activities of TIB in the European university alliance “EULiST”

diesen Beitrag auf Deutsch lesen

Since 2023, Leibniz University Hannover (LUH) has joined forces with 9 partner universities in the European University Alliance “EULiST – European Universities Linking Society and Technology”. The aim of the funding line announced by the European Commission is to strengthen the European bond through closer institutional cooperation and various exchange programs for the mobility of students, scientists and other university members as well as to improve the competitiveness of European universities. In addition to these goals, the alliance offers the opportunity to develop forms of education and research that are committed to the ideas of the Open Science movement and thus to transparency, accessibility and cooperation in research.

The participating universities are located in Austria, the Czech Republic, Finland, France, Greece, Italy, Spain, Sweden and Slovakia. Aiming toward finding solutions to societal challenges by employing an integrative approach to social, natural and technical sciences, many of them have a focus on the technical and natural sciences and are thus at the core of TIB’s tasks.

The TIB is involved in several processes within the alliance. It contributes its expertise in open software development and open access publishing and thus its many years of experience in the strategic development of open science. It has long been our belief that openness is a key building block for infrastructural and cultural collaboration, as well as for the unification of European campuses. Openness is a prerequisite for the production and distribution of knowledge without access barriers in a democratic manner. Moreover, it also offers practical opportunities for institutional cooperation and for innovative and flexible learning formats.

Development of open digital infrastructures and advice on publishing open access

The first step in bringing together digital offerings was to collect the services of the partner universities in order to develop a joint offering in the form of a Knowledge Hub. In terms of content, the Knowledge Hub thus offers the possibility of making open educational resources (OER), research data, publications and course offerings, among other things, findable across institutions via a central search entry point. As a technical basis, the TIB can build on the results of the Open Educational Resources Search Index OERSI. The subsequent use of the underlying technology has already been successfully tested using the example of research data with the search index for Research Software, Data and Terminologies with ReSoDaTe.

On this basis, work is currently underway on a central course catalog that brings together the courses offered by the partner institutions in one central location and makes them jointly searchable. In addition to specially developed search environments, other platforms such as Open Alex also play an important role, as they already have numerous integrations, particularly in the area of open access, and could potentially make up further components of the Knowledge Hub.

Other services developed at the TIB, such as the “Open Research Knowledge Graph (ORKG)” and the TIB AV-Portal, are also offered to the alliance.  For example, there was an introductory webinar in using the AV portal in April 2024 at the Universidad Rey Juan Carlos in Spain. Also in 2024, the TIB organized the one-week online workshop “How is a scientific journal created?” for EULiST students and doctoral candidates. Participants got hands-on experience with all the players, roles, and important topics in the scientific publication process through simulating the founding of an open access journal. All steps were played through and then discussed.

Openness in international university teaching

Openness in teaching is the TIB’s topic in Work Package 3 “Learning and Teaching”. With the “EULiST compatibility check”, a concrete pilot project is in the starting blocks that focuses on and supports teachers as central actors in EULiST teaching cooperation. The offer of the project is a consultation process largely controlled by the teachers, in which the TIB offers support in developing course syllabi according to the principle of openness.

This means, we check the rights of use of teaching materials, including course literature, research open alternatives to content that is currently not freely licensed or check secondary publication rights of materials such as the journal articles. According to the LUH Open Access Policy, LUH members are generally required to upload copies of their publications to the LUH Open Access repository. This therefore applies not only to literature used in courses. Advice on the creation and use of Open Educational Resources (OER) and the integration of Open Science training courses into seminars are also part of the portfolio.

Further plans include networking events for open access officers and counselors from the partner universities as part of a staff exchange to, for example, pool resources in the area of open access advice through training courses developed and offered in cooperation between universities. The first concrete steps in this direction have already been taken through participation in the working meeting of Work Packages 2 and 3 at TU Wien in February 2025.

We hope that these activities will strengthen Open Science in and with the participating institutions.

#AVPortal #EULiST #LizenzCCBY40INT #OERSI #ORKGl #UniversityLibrary

EULiST – Leibniz Universität Hannover

Leibniz Universität Hannover

@Some_Emo_Chick
Bitte um beachtung und kommunikation an #hrk etc. ..

@3sat
@neuSoM

TIB hat je schon ein portal #AVportal @TIB_AVPortal für wissenschaftliche vorträge . .. dieses könnte mehr genutzt, ausgebaut oder um ein zweites für allgemeine vorträge bei events o.ä. ergänzt werden.
Zudem bitte klares bekenntnis zu #OpenScience

Edit:
das portal läuft nicht auf peertube .
Implementierung per peertube wäre für weitere themen und einzelne nutzer ggf. Sinnvoll

#edri
@edri

Das TIB AV-Portal 2024: Fortschritte in Bereitstellung, mobiler Nutzung und Datensouveränität

read this article in English

Das TIB AV-Portal ist eine offene und kostenfreie Plattform für wissenschaftliche Videos, die eine Vielzahl von Services für den fachgerechten Einsatz audiovisueller Medien in der Wissenschaft bereitstellt. Dazu zählen etwa die dauerhafte Zitierbarkeit, die Langzeitarchivierung und eine zielgenaue Suche in den Videoinhalten. Das werbefreie Portal bietet ein sicheres und datenschutzkonformes Umfeld, das speziell auf die Anforderungen der akademischen Gemeinschaft zugeschnitten ist. Seit 2020 geben wir jährlich einen Überblick über die Weiterentwicklungen und neuen Funktionen des TIB AV-Portals. Hier folgt ein Rückblick auf die Innovationen und Highlights in 2024.

Adaptives Streaming und Hosting an der TIB

MPEG-DASH und HLS sind verbreitete Streaming-Protokolle, die eine effiziente Bereitstellung von Videoinhalten über das Internet ermöglichen. Beide Technologien zerlegen Videodateien in kleinere Segmente, die abhängig von der verfügbaren Bandbreite und der Leistung des Endgeräts in unterschiedlicher Qualität gestreamt werden. Dies sorgt für ein flüssiges Videoerlebnis und ist ein essenzieller Bestandteil moderner Videoportale.

Über das gesamte Jahr 2024 haben wir zunächst in der Entwicklungsumgebung MPEG-DASH- und HLS-Derivate erstellt und sowohl das Frontend als auch das Backend darauf vorbereitet. Am 8. Januar 2025 wurde das adaptive Streaming erfolgreich live geschaltet. Die Auslieferung der neuen Derivate erfolgt nicht mehr über das bisher genutzte externe Media Asset Management, sondern über TIB-eigene Server. Dieser Schritt stärkt unsere Datensouveränität und setzt die Strategie fort, die wir bereits in den Jahren 2019 und 2020 mit der Migration von Frontend und Backend in die TIB-Infrastruktur eingeleitet haben (siehe Blogartikel aus 2020).

Im Produktivsystem werden aktuell für die neu veröffentlichten Videos adaptive Derivate erzeugt.

Server-Side-Rendering

Wir haben für das AV-Portal Server-Side-Rendering (SSR) mit Nuxt.js eingeführt, einem auf Vue.js basierenden Framework, das die Entwicklung moderner Webanwendungen erheblich vereinfacht. Durch SSR wird der HTML-Inhalt der Seiten direkt auf dem Server gerendert und nicht erst im Browser der Nutzerin erstellt. Dies führt zu schnelleren Ladezeiten, verbessert die Suchmaschinenoptimierung und sorgt für ein insgesamt reibungsloseres Nutzererlebnis, insbesondere in Umgebungen mit eingeschränkter Bandbreite.

Wissenschaftliche Audios im TIB AV-Portal

Backend und Frontend des AV-Portals wurden erweitert, sodass auch reine Audiodateien wie MP3 und WAV unterstützt werden. Neben wissenschaftlichen Videos begrüßen wir nun auch wissenschaftliche Audios in unserem Bestand, von denen bereits rund 50 Titel verfügbar sind. Die Audiodateien können mit einem Standbild ergänzt werden, und wie bei den Videos werden zugehörige Untertitel angezeigt.

Im Zuge dieser Erweiterung haben wir unser Wording an vielen Stellen angepasst und entweder allgemeiner formuliert oder zwischen Audio und Video unterschieden.

Transkription und Übersetzung gesprochener Inhalte

Seit Juli 2023 nutzen wir die KI-gestützte Spracherkennungssoftware Whisper von OpenAI, um die Originalsprache der Videos zu transkribieren. Die Transkripte dienen sowohl der Untertitelung als auch der inhaltsbasierten Suche (siehe Blogartikel aus 2023). 2024 haben wir auch für ältere Videos im Bestand, die bislang nicht transkribiert waren, Sprachtranskripte erstellt.

Im März 2024 haben wir die Übersetzungsfunktion von Whisper integriert, mit der alle nicht-englisch- sprachigen Videos ins Englische übersetzt werden. Damit können englischsprachige Nutzer sämtliche Videos – ob auf Deutsch, Ukrainisch, Spanisch, Französisch, Japanisch oder in anderen Sprachen – dank Untertiteln verstehen und über die Transkripte gezielt durchsuchen.

Effizientere Spracherkennung

Anfang 2024 haben wir Faster-Whisper installiert, eine optimierte und beschleunigte Version von Whisper. Diese Version ist viermal schneller als Whisper, benötigt deutlich weniger Speicher und verfügt über einen automatischen Stillefilter. Dadurch können wir die Transkription unserer Videos erheblich effizienter gestalten. Der Stillefilter trägt außerdem dazu bei, einen Großteil der für KI typischen „Halluzinationen“ zu minimieren.

Automatische Abstract-Generierung

Ein erheblicher Teil der Videos im AV-Portal wurde ohne Abstract von den Anbietern bereitgestellt. Abstracts sind jedoch essenziell, da sie eine kompakte Inhaltszusammenfassung liefern und die Nutzerin dabei unterstützen, schnell relevante Inhalte zu identifizieren. Um diesen Bedarf zu decken, haben wir mit dem Large-Language-Modell (LLM) Llama experimentiert und Abstracts basierend auf den durch Whisper generierten Sprachtranskripten erstellt. Die ersten Ergebnisse waren qualitativ vielversprechend.

Allerdings zeigte sich, dass selbst kleinere LLM-Modelle so hohe Speicheranforderungen haben, dass unsere CPU an ihre Grenzen stößt. Langfristig spekulieren wir auf eine zentrale GPU-Dienstleistung, die von mehreren Teams an der TIB genutzt werden kann. Dadurch lassen sich rechenintensive Aufgaben wie die Abstract-Generierung effizienter bewältigen und die vorhandene Infrastruktur optimal auslasten.

Demonstrator des Scrum-Teams zur Abstract-Erzeugung

Stella: Evaluierung und Verbesserung der Videoempfehlungen

Wir sind Praxispartner in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt STELLA, einer Plattform für Living-Lab-Experimente mit Ranking- und Empfehlungssystemen. Das Scrum-Team des AV-Portals plant, das Recommender-System für Videoempfehlungen mithilfe von STELLA zu evaluieren und auf Basis von realem Nutzerfeedback zu verbessern.

Lokal haben wir das STELLA-System bereits erfolgreich implementiert und getestet. Der erste von GESIS trainierte Recommender-Algorithmus wird voraussichtlich im ersten Quartal 2025 bereitgestellt und dann von uns bewertet.

Optimierung der mobilen Nutzung

Die mobile Nutzung hat mit der Verbreitung von Smartphones und mobilem Internet in den letzten anderthalb Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen und ist heute ein fester Bestandteil des digitalen Alltags. Um unser Videoportal noch benutzerfreundlicher zu gestalten, nehmen wir kontinuierlich Anpassungen für die mobile Nutzung vor.

Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Überarbeitung des Players: Die Play-/Pause-Funktion lässt sich nun durch einfaches Antippen des Videos aktivieren. Um Irritationen zu vermeiden, wird die Kontrollleiste erst durch einen Touch auf das Video sichtbar, während ein weiterer Touch auf ein Element der Leiste die gewünschte Funktion ausführt. Zudem wurden die Zeitleisten-Vorschaubilder für eine bessere Darstellung angepasst.

Auf kleinen Geräten wirkte die Player-Kontrollleiste durch die Vielzahl an Elementen überladen. Daher haben wir die Anordnung und Bedienbarkeit der Kontrollelemente neu strukturiert, so dass die Kontrollleiste „aufgeräumter“ wirkt und in der mobilen Nutzung besser zu bedienen ist.

Mobile Ansicht eines Videos

Highlighting der Treffer in Transkript und Segmentleiste

Sprachtranskripte lassen sich gezielt nach Begriffen durchsuchen. Gefundene Treffer werden im Transkript hervorgehoben, und die exakten Fundstellen in der Segmentleiste rot markiert. So kann die Nutzerin direkt zu den relevanten Stellen navigieren, was die gezielte Suche erleichtert.

Highlighting der Treffer in Transkript und Segmentleiste

Optimierungen für das Teilen von Videos

Der iFrame des eingebetteten Players ermöglicht es, Videos des AV-Portals auf externen Webseiten einzubinden. Dieses Element findet sich im Teilen-Dialog auf der Detailseite des Videos. Wir haben den iFrame responsiver gemacht, damit sich der eingebettete Player dynamisch an die Größe des Browserfensters anpasst.

Dadurch bleibt die Darstellung des Videos sowohl auf Desktop-Geräten als auch auf mobilen Geräten einheitlich und benutzerfreundlich. Zusätzlich haben wir im Teilen-Dialog eine Vorschaufunktion integriert, mit der man sich den eingebetteten Player mit fester bzw. responsiver Größe vorab anschauen kann.

Teilen-Dialog mit Vorschau des eingebetteten Players

Ausblick auf 2025

2025 werden wir schrittweise adaptive Derivate für unseren gesamten Videobestand erstellen und diese auf Servern der TIB hosten. Gleichzeitig planen wir, ältere, qualitativ minderwertige automatische Transkripte im Bestand durch hochwertige Transkripte von Whisper zu ersetzen.

Darüber hinaus werden wir mit OpenClip Bild-Vektoren für alle Frames unserer Videos im Entwicklungssystem erzeugen und in einer Datenbank speichern. Dies eröffnet die Möglichkeit, Zero-Shot-Suchen im AV-Portal zu realisieren.

Dadurch könnte das Portal Suchanfragen in natürlicher Sprache verarbeiten und relevante Videoszenen direkt anhand ihrer visuellen Inhalte identifizieren, ohne dass eine manuelle Verschlagwortung oder ein zusätzliches Training des Modells erforderlich ist. Dies liegt daran, dass OpenClip bereits vortrainiert ist und generalisierte Zero-Shot-Fähigkeiten besitzt, die eine breite Palette an Konzepten abdecken. Wie und an welchen Stellen OpenClip im AV-Portal genutzt wird, befindet sich aber noch in der Planungs- und Abstimmungsphase.

#AVMedien #AVPortal #LizenzCCBY40INT #NichtTextuelleMaterialien #wissenschaftlicheVideos

Homepage - TIB AV-Portal

Scientific videos und audios: technology/engineering, architecture, chemistry, information technology, mathematics, and physics.