Ich habe meinen Geburtstag gestern (einen freien Tag) bei der IHK Nürnberg verbracht. Vierzig Grad draußen, ein kühler Saal, sieben Vorträge zur digitalen Souveränität. Klingt nach Selbstkasteiung, war aber das Beste, was ich mir hätte schenken können.
Die unbequemste Erkenntnis kam von Peer Heinlein: Souveränität ist überhaupt kein technisches Thema. Sie ist ein Preisschild, das wir der Sache nicht beimessen wollen. Bei Kinderarbeit, FCKW und Pestiziden hat die Gesellschaft den Aufpreis irgendwann akzeptiert. Bei der souveränen Cloud nicht, weil die geschlossene Variante der Uni "gratis" geschenkt wurde.
Dazu der Data Act als bestgemeinter Murks, deterministische Entscheidungsbäume statt würfelnder Sprachmodelle in der Verwaltung, und ein Fraunhofer-Modell, das auf einem ganz normalen Android-Handy läuft. Souveränität muss nicht heroisch sein. Sie muss laufen.
Eine Folie hat den ganzen Tag zusammengefasst:
"Digitale Souveränität heißt nicht: sofort perfekt. Sie heißt: eine bewusste Wahl haben, und diese Wahl aktiv gestalten."
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