#LINKSDERWOCHE | 16/2026: Produktivität, Lean und Agile
PRODUKTIVITÄT
Aufgabenmanagement | Drei einfache Regeln
Das Aufgabenmanagement ist ein Thema, zu dem sicherlich mehrere Kilometer Regalfläche mit entsprechender Ratgeberliteratur gefüllt werden können. Zumindest habe ich mich in all den Jahren durch Berge von Büchern gequält. Im Nachhinein betrachtet war das vollkommen unnötig. Es ist relativ einfach. Man braucht nicht viel. Welches Werkzeug man nutzt, um es abzubilden, spielt meines Erachtens eine nachgeordnete Rolle, solange man ein einfaches und durchdachtes System verwendet. Ähnlich wie Thomas Mathoi es mit Obsidian macht. Übrigens geht das Ganze auch für Fans von Personal Kanban mit Obsidian (ich bin ein Personal Kanban-Fan, weil ich den „Überblick” für mich brauche und die Workflow-Darstellung mir dabei hilft, ihn zu behalten).
https://www.mathoi.at/2026/04/13/drei-regeln-fuer-drei-aufgabenlisten/
Gewohnheiten | Die vergessene 8. Gewohnheit oder weshalb wir immer auf neue Weise von vorne beginnen sollen
Wer sich mit Produktivität beschäftigt, stolpert zwangsläufig irgendwann über Stephen R. Covey und seine „7 Gewohnheiten”. Dan Rockwell fügt der Liste eine achte Gewohnheit hinzu: Fang auf neue Weise von vorne an. Mit anderen Worten: Immer wieder neue Wege beginnen, dazulernen und Neues versuchen. Auf Basis der Erkenntnisse, die man gewonnen hat. Als Freund von Kaizen und kontinuierlichem Lernen springt mich das natürlich sofort an.
https://leadershipfreak.blog/2026/04/17/the-forgotten-habit/
Proaktiv statt reaktiv | Fokus auf die Dinge, die wir beeinflussen können
Schon die alten Stoiker wussten: „Fokussiere dich auf die Dinge, die du aktiv beeinflussen kannst, und nicht auf die, die außerhalb deiner Macht liegen.” Wie Lars Bobach verdeutlicht, ist das heute immer noch ein sehr praktikabler Tipp. Wenn wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können, sind wir weniger im reaktiven und mehr im proaktiven Modus unterwegs. Zugegeben, es ist nicht immer ganz einfach. Und doch ist es hilfreich – gerade in turbulenten Zeiten wie diesen. Gerade in den turbulenten Zeiten, in denen wir derzeit leben.
https://larsbobach.de/proaktiv-statt-reaktiv/
LEAN
Nicht-wertschöpfende Arbeit | Die 8 Arten der unnötigen Arbeit nach Taiichi Ohno
Dank einer japanischen Muttersprachlerin habe ich irgendwann gelernt, dass der Begriff Muda nicht „Verschwendung” bedeutet, sondern eher mit „für die Katz” oder „unnötig” übersetzt werden kann. Daher spreche ich nicht von den acht Arten der Verschwendung, sondern von den acht Arten der nicht wertschöpfenden Arbeit (nach Taiichi Ohno). Ich nutze die Aufstellung übrigens auch gerne im agilen Kontext in Retrospektiven, um Verbesserungspotenziale zu entdecken, und bin immer wieder begeistert von den Aha-Effekten, die sie erzielen kann. Mark Graban stellt die acht Arten der nicht wertschöpfenden Arbeit hier recht ausführlich dar und erklärt auch, wie sie als Indikator für Verbesserungspotenziale im System wirken.
https://www.leanblog.org/2026/04/8-wastes-of-lean/
Kein Tag ohne Verbesserung | Das Streben zum Besseren mit Leben füllen
Ich bin ein großer Freund von Kaizen. Kaizen steht für ein beständiges Streben nach besseren Wegen und Lösungen. Es ist eine Art „Denk- und Arbeitshaltung“, bei der wir beständig danach streben, bessere Lösungen zu entwickeln. Kaizen ist in diesem Sinne kein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, sondern geht darüber hinaus. Und, auch dies ist wichtig, es ist nichts, was nur bestimmte Personen in bestimmten Rollen tun. Es ist etwas, das uns alle angeht. Egal, in welcher Rolle wir tätig sind und unabhängig davon, auf welcher Hierarchiestufe wir uns befinden. Hierzu passt der Beitrag von Alen Ganic, der betont, wie wichtig dabei eine unterstützende und befähigende Führung ist. Denn nur so gelingt das tägliche Streben zum Besseren im Arbeitsalltag.
https://blog.gembaacademy.com/2026/04/14/everyone-improving-every-day/
AGILE
Sprint Events mit KI | Wie die KI bei Refinement, Planning und der Retrospektive helfen kann
Was den „übermäßigen“ Einsatz der KI betrifft, bin und bleibe ich vorsichtig. Wie schon öfter ausgeführt, teile ich die euphorische Erwartungshaltung mancher Mitmenschen nicht. Wenn man sie reflektiert nutzt, kann die KI vieles einfacher machen. Die Betonung liegt auf „kann”. Sie muss nicht. Daher sollten die Ergebnisse niemals unreflektiert und unkritisch übernommen werden. Dennoch denke ich, dass sich mit KI-Unterstützung (die Betonung liegt auf „Unterstützung”) manches vereinfachen lässt, indem man sie als Reflexions- und Inspirationshilfe nutzt, ähnlich wie Simon Flossmann es in seinem Blogartikel für das Refinement, die Planung und die Retrospektiven vorschlägt. Aber Achtung: Nicht alles, was man tut, möchte man auch im „Netz” wiederfinden. Auch hier gilt daher: Bei einem reflektierten Umgang mit der KI gehen kritische Informationen nicht verloren.
https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-mit-ki-so-lost-du-typische-probleme-im-handumdrehen-refinement-sprint-planning-und-retrospektiven
Veränderungsinitativen | Spannungen erkennen und lösen
Jan Fischbach nutzt eine äußerst einleuchtende Metapher, um zu verdeutlichen, wie Veränderungsinitiativen in komplexen Gebilden wie Organisationen funktionieren. Er greift dabei auf Tensegrity-Strukturen als Bild zurück. Ich finde diese Metapher sehr treffend, da Veränderungen immer auch „Spannungen” erzeugen, die wir als Widerstand wahrnehmen. Im nächsten Schritt greift er auf bewährte Werkzeuge wie Ursache-Wirkungs-Diagramme, Empathiemaps, gewaltfreie Kommunikation und Liberating Structures zurück, um die durch Veränderungsinitiativen entstehenden Spannungen aufzulösen.
https://www.teamworkblog.de/2026/04/warum-veranderungsinitiativen-scheitern.html
Grüne und rote Flaggen | Interviewaussagen auf die wir achten sollten
Seit 2008 beschäftige ich mich mit Scrum, Kanban und Agilität im Allgemeinen. Schon viel länger beschäftigt mich die Frage, welches Arbeitsumfeld wirksam ist. 2018 habe ich mich schließlich entschieden, die Branche zu wechseln und bin in die Beratung gewechselt. Ich erhoffte mir, von dort aus auch anderen Menschen und Organisationen dabei zu helfen, ihren Weg in die Lean-Agile-Welt zu finden. Und ich habe einiges gelernt. Es gibt Sätze und Aussagen, bei denen bei mir Alarmglocken schrillen, während mich andere motiviert haben, zu unterstützen. Einige dieser Aussagen finde ich fast identisch im Text von Maria Iqbal über grüne und rote „Flaggen” bei der Auftragsklärung als Scrum Master wieder. Ja, die roten und grünen Flaggen sind eindeutige Indizien.
https://www.scrum.org/resources/blog/interview-red-flags-scrum-master
Verzögerungskosten | Den Preis der Zeit klar benennen, um Mehrwert zu erkennen
Wie Ralph Jocham gut herausarbeitet, verbirgt sich hinter dem Konzept der Verzögerungskosten ziemliche Sprengkraft. Bedauerlicherweise kenne ich kaum ein Team, das in der Lage wäre, die Verzögerungskosten tatsächlich zu benennen. Dabei wäre das der wohl effektivste Priorisierungsansatz. Die Herausforderung besteht in der Quantifizierung der Verzögerungskosten, dessen bin ich mir bewusst. Auch, dass sie in manchen Kontexten nicht so einfach fassbar sind. Wenn man sich allerdings von einer engen betriebswirtschaftlichen Begriffsdeutung löst und sich stärker auf die Auswirkungen bezieht, bekommt man relativ schnell ein gutes Gefühl dafür, welche Folgen eine „Verzögerung” hat, und kann so eine gute priorisierung hinbekommen, die auf Mehrwert basiert. Letztendlich stellt sich die Frage: Wenn wir A zuerst machen, welche Auswirkungen hat es, dass B und C warten? Sind die Auswirkungen schwerwiegender, wenn wir A hinten anstellen und C umsetzen?
https://www.scrum.org/resources/blog/price-your-time-cost-delay-discipline-most-product-teams-skip
Visualisierung des Arbeitssystems | Wie die Visualisierung hilft, das Arbeitssystem weiterzuentwickeln
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Visualisierung des „Arbeitssystems” und seiner Elemente zu einer besseren Zusammenarbeit und einem deutlich höheren Mehrwert für alle Beteiligten führt. Aus diesem Grund bin ich zunächst ein großer Freund von Kanban und inzwischen von Obeya geworden. Wie Jim Benson verdeutlicht, trägt die Visualisierung im Wesentlichen dazu bei, dass wir schneller erkennen, was die Beteiligten benötigen, um Entscheidungen treffen, Hindernisse auflösen und Wirkzusammenhänge verstehen zu können. Dafür ist die Visualisierung der richtige Weg.
https://humanework.substack.com/p/we-are-all-in-transformation
Engpass des Kunden erkennen | Engpass erkennen, verstehen und lösen – das ist die Aufgabe
Was ist mein Job als Scrum Master, Kanban Coach, Agile Coach, Obeya Coach oder in einer sonstigen Rolle, in der man mich in eine Organisation holt? Ich löse Engpässe, damit sich die Organisation und das Team positiv weiterentwickeln können. Dazu müssen wir zunächst das Problem verstehen. Das gilt auch für Teams, die etwas für Kunden entwickeln, sowie für Berater, die ihren Job ernst nehmen. (Pardon, diesen kleinen Seitenhieb, liebe „Standesgenossen”, müsst ihr mir verzeihen.) In diesem Sinne fand ich den Blogartikel von Lars Richter (Scamper) sehr inspirierend, wenngleich er stark von der Produktentwicklung geprägt ist. Am Ende des Tages haben wir nur dann wirklich einen Mehrwert erzeugt, wenn wir für die Menschen, für die wir tätig sind, ein Problem gelöst haben.
https://scamper.blog/schnellere-pferde/
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