https://zeitschrift-luxemburg.de/artikel/herausforderungen-linke-im-osten/
"... beweisen, dass sie anders ist in einem politischen System, in dem viele Menschen sich weder gesehen noch ernsthaft vertreten fĂŒhlen. CDU und SPD haben in unterschiedlichen Regierungskonstellationen (und phasenweise auch mit UnterstĂŒtzung der PDS) den #AusverkaufdesOstens zu verantworten. Die #MenschenimOsten haben zurecht kein #Vertrauen, dass ausgerechnet diese Parteien diese Entwicklungen rĂŒckgĂ€ngig machen werden. Wenn Die Linke sich â wie die bĂŒrgerlichen Parteien â den SachzwĂ€ngen einer #neoliberaleKĂŒrzungspolitik unterordnet, macht sie sich unglaubwĂŒrdig als eine Kraft, die wirkliche VerĂ€nderung vorantreiben will.
Mehr noch: Im Osten ist eine rudimentĂ€re Kritik am #Kapitalismus und die Idee eines demokratischeren #Sozialismus lange Zeit breiter im Alltagsbewusstsein verankert gewesen (als in #Westdeutschland) â aber #dieLinke hat es bisher nicht geschafft, diese Idee neu zu beleben und der nationalistischen Entwendung durch Teile der #extremeRechten (ânational sozialâ) etwas entgegenzusetzen. Die System- und Demokratiefrage sind ein SchlĂŒssel zur #antifaschistischePolitik, besonders in Ostdeutschland. #Antifaschistische #Klassenpolitik dreht sich im Kern um eine radiale Demokratisierung von unten, die konkret erfahrbar gemacht werden muss.
»Die Linke muss das Vertrauen der Menschen zurĂŒckgewinnen, indem sie glaubhaft vermittelt, dass #einestarkeLinke die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse tatsĂ€chlich verĂ€ndern kann.«
Zweitens muss Die Linke sich in die Lage versetzen, gesellschaftliche Bewegung und KĂ€mpfe von unten mitzuorganisieren. SchlieĂlich verfolgt sie als sozialistische Partei den Anspruch, #Wirtschaft und #Gesellschaft grundlegend anders zu organisieren, um eine lebenswerte Zukunft fĂŒr alle zu ermöglichen. Meint sie es ernst mit diesem Anspruch, ist massiver gesellschaftlicher Druck der einzige Machtfaktor, mit dem sie dieses Ziel â auch in Zwischenschritten â verfolgen und verhandeln kann.
Die #Landtagswahlen in #Sachsen-Anhalt und âŹMecklenburg-Vorpommern 2026 werden Momente sein, in denen Die Linke beides unter Beweis stellen muss: Dass sie einen Bruch mit der #Politik vollzieht, die den Osten systematisch geschwĂ€cht hat, und dass sie in der Lage ist, KĂ€mpfe zu organisieren â und sie auch zu gewinnen.
Antifaschistische Klassenpolitik: #gegendieAfD und gegen den #neoliberalerStatusquo
Hinzu kommt jedoch, dass es sich nicht um gewöhnliche #Wahlen handelt: In beiden LĂ€ndern steht die reale Gefahr einer faschistischen Regierungsbeteiligung im Raum. Die Linke muss daher einer doppelten Herausforderung begegnen, die AfD wirksam von der Macht fernzuhalten, ohne das Projekt, eine glaubwĂŒrdige, verĂ€nderungsfĂ€hige Kraft im Osten zu werden, zu gefĂ€hrden. Misslingt dieser Balanceakt, droht auf beiden Seiten Schlimmes.
Die aktuellen Umfragewerte lassen erwarten, dass die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stĂ€rkste Kraft wird. Sollten sich diese Zahlen nicht grundsĂ€tzlich verĂ€ndern, bleiben nur wenige Möglichkeiten, Landesregierungen ohne die AfD zu bilden. Dadurch rĂŒckt Die Linke in eine #SchlĂŒsselrolle: Sie mĂŒsste gegebenenfalls eine Minderheitsregierung von CDU oder SPD tolerieren, um eine Beteiligung der AfD zu verhindern. Dieses Szenario eröffnet ein Dilemma: Die AfD darf nicht in #Regierungsverantwortung gelangen â aber dies darf nicht zu dem Preis geschehen, dass die Linke eine #neoliberaleRegierungspolitik toleriert oder gar mittrĂ€gt. In den Ost-LandesverbĂ€nden der #Union, die sich teilweise offen zur AfD hinwenden, und in der #Merz-Union gibt es aber keine Anzeichen fĂŒr ein AbrĂŒcken vom Ziel einer neoliberalen Offensive 2.0. Im Gegenteil.
Die Risiken einer AfD-Regierung sind offensichtlich: In LĂ€ndern wie den #USA oder Argentinien lĂ€sst sich beobachten, wie schnell soziale und #staatlicheStrukturen #autoritĂ€r transformiert werden, wie leicht Menschen der #politischeWillkĂŒr ausgesetzt und #politischeGegner*innen kaltgestellt werden. Sind die Faschist*innen einmal an der Macht, wird ihr ZurĂŒckdrĂ€ngen zu einer #Jahrhundertaufgabe, denn was einmal zerstört wurde, lĂ€sst sich nur unter immensen Kraftaufwand wieder aufbauen.
»Die Angst vor einer AfD-Regierung darf nicht dazu fĂŒhren, dass Die Linke sich in den #Regierungsverhandlungen zu einer #ErfĂŒllungsgehilfin von #CDU oder #SPD macht.«
Eine Regierungsbeteiligung der AfD auf #Landesebene wĂŒrde eine neue QualitĂ€t #autoritĂ€rePolitik einleiten: eine radikalisierte #KĂŒrzungspolitik und die Umstrukturierung der öffentlichen und sozialen #Infrastruktur; massive Angriffe auf #Gewerkschaften sowie auf antifaschistische, antirassistische, feministische und #queereKultur-, #Bildungs- und #Jugendarbeit; eine weitere Eskalation von #Polizeigewalt und Repression bis hin zu âFreibriefenâ fĂŒr #Hetzjagden auf Andersdenkende, von #Rassismus Betroffene und #Antifaschist*innen. Hinzu kĂ€me
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