Der #Sozialismus ist im 20. Jahrhundert gescheitert, aber der #Libertarismus war schon im 19. Jahrhundert in Verelendung der Massen gescheitert und hat den Sozialismus als Gegenentwurf überhaupt erst nötig gemacht.
Der Ökonom Patrick Kaczmarczyk über #Argentinien unter #Milei:
„Arbeitgeber dürfen Löhne künftig in Sachleistungen zahlen, also auch in Waren und Verpflegung. Das Acht-Stunden-Modell weicht einer »Stundenbank«, die Zwölfstundentage ohne Überstundenzuschlag erlaubt. Abfindungen werden gekürzt. Zusammenhängender Urlaub wird zur Ausnahme: Arbeitgeber dürfen ihn in Sieben-Tage-Blöcke zerteilen und vorschreiben, dass er zumindest alle drei Jahre nur in die Sommermonate fällt. Unternehmen dürfen Branchentarifverträge umgehen, das Streikrecht wurde in weiten Teilen der Wirtschaft neutralisiert.
Selbst die argentinische Industrievereinigung, die die Reform begrüßte, räumte ein: Sie werde »kurzfristig keine Arbeitsplätze schaffen«, dafür fehle es an industriellem Wachstum. Und es stimmt: In einer Wirtschaft, in der die Hälfte der Maschinen stillsteht, stellt niemand neues Personal ein, nur weil Entlassungen billiger werden. Die Reform drückt lediglich die Löhne und damit den Binnenkonsum weiter nach unten – genau jene Nachfrage, die eine Erholung überhaupt erst tragen müsste.
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Die Arbeitslosenquote stieg Ende 2025 auf 7,5 Prozent– den höchsten Wert seit der Pandemie. Über 200.000 sozialversicherungspflichtige Stellen sind seit Mileis Amtsantritt verloren gegangen.
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Liberale Ökonomen und wirtschaftsnahe Lobbygruppen versprechen, Deregulierung werde Investitionen entfesseln, Bürokratieabbau werde Wachstum schaffen, flexiblere Arbeitsmärkte würden Beschäftigung bringen. In Argentinien ist das Gegenteil eingetreten: Die Investitionen schrumpfen, die Industrie bricht ein, die Arbeitslosigkeit steigt.
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was dort als Modernisierung verkauft wird, läuft im Kern auf eine Umverteilung von unten nach oben hinaus, während die gesamtwirtschaftliche Basis erodiert.“
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-04/argentinien-javier-milei-wirtschaftspolitik-buerokratieabbau-deregulierung