Die Akte X: Bequemlichkeit statt Haltung
Es ist fast schon peinlich, wie lange wir uns noch mit X beschĂ€ftigen mĂŒssen. WĂ€hrend die meisten lĂ€ngst weg sind â oder zumindest behaupten, es zu sein â tummeln sich immer noch Politiker, Medien und Behörden auf der Plattform, als wĂ€re nichts passiert. Als wĂ€re es nicht lĂ€ngst eine Mischung aus Trash-TV, rechtsextremer Spielwiese und einem traurigen Relikt der Twitter-Ăra.
Noch schlimmer: Auf X hat der KI-Chatbot Grok wochenlang sexualisierte, teils kinderpornografische Deepfake-Bilder von Frauen und MinderjĂ€hrigen erzeugt und verbreitet, weshalb die EU nun ein Verfahren wegen illegaler Inhalte und möglicher FĂ€lle von Kindesmissbrauch eingeleitet hat. Lars und ich haben es bei #9vor9 auf den Punkt gebracht: X ist kein âglobaler Nachrichtenhubâ mehr, sondern ein Ort, an dem sich die letzten Getreuen eines MilliardĂ€rs mit fragwĂŒrdigen Visionen versammeln.
https://youtu.be/CyNqkTZQq0c
Dabei war die Plattform mal etwas anderes: ein Ort fĂŒr Echtzeit-Informationen, fĂŒr Debatten, fĂŒr den schnellen Austausch zwischen Journalisten, Politikern und der Ăffentlichkeit. Doch heute? Heute ist X vor allem eins: ein Ort, an dem Algorithmen Hasskommentare pushen, Bots die Diskussion dominieren und Elon Musk sich einen SpaĂ daraus macht, europĂ€ische Gesetze zu ignorieren. Dass ausgerechnet die Tagesschau, die FAZ oder gar der Bundeskanzler immer noch fleiĂig posten, wirkt wie eine Kapitulation vor der eigenen Bequemlichkeit. âEs ist halt automatisiertâ, als ob das eine Entschuldigung wĂ€re.
Die groĂe LĂŒge: âWir mĂŒssen dort sein, um zu informierenâ
âWenn wir gehen, ĂŒberlassen wir das Feld den Extremisten.â ist ein beliebtes Pseudoargument. Doch wer heute noch glaubt, auf X sinnvoll informieren zu können, hat entweder nicht mitbekommen, wie die Plattform funktioniert â oder lĂŒgt sich selbst etwas vor. Die Tagesschau postet dort und erntet Hass. Politiker werden mit Bots und Beleidigungen ĂŒberflutet. Und die âloyale Nutzerbasisâ? Sie besteht mittlerweile vor allem aus Leuten, die sich ĂŒber âwokeâ Medien aufregen, oder aus Accounts, die KI-generierte Hundevideos oder Nacktbilder teilen.
X ist kein Ort fĂŒr Dialog mehr. Es ist ein Ort fĂŒr Monologe
Dass UniversitĂ€ten, Forscher und selbst liberale US-Medien lĂ€ngst gegangen sind, spricht BĂ€nde. Sie haben erkannt: Wer auf X bleibt, stĂ€rkt eine Plattform, die aktiv gegen AufklĂ€rung, Fakten und demokratische Debatten arbeitet. Dass Elon Musk den Zugang fĂŒr wissenschaftliche Forschung gekappt hat, war nur ein letzter Nagel im Sarg.
Die Super-App? Ein schlechter Witz
Elon Musk trĂ€umt von einer âSuper-Appâ nach chinesischem Vorbild â ein Ort, an dem man alles machen kann, von Nachrichten lesen bis Bezahlen. Doch was bleibt, ist eine trashige Version des alten Twitters, angereichert mit Premium-Abos, die niemand braucht, und einem KI-Chatbot namens Grok, der eher wie ein schlechter Witz wirkt. FĂŒr 22 Euro im Monat darf man sich dann mit âSuper Grokâ unterhalten â ein Angebot, das so absurd ist, dass es fast schon wieder bewundernswert wĂ€re, wenn es nicht so traurig wĂ€re.
Dass Apple trotzdem noch Werbung auf X schaltet, zeigt nur: Geld stinkt nicht â selbst wenn es auf einer Plattform landet, die mit rechtsextremen Inhalten und Deepfake-Pornografie in Verbindung gebracht wird.
Warum also sind sie alle noch da?
Weil es bequem ist. Weil âman das schon immer so gemacht hatâ. Weil irgendwelche Social-Media-Berater in Behörden und Redaktionen immer noch glauben, man mĂŒsse dort prĂ€sent sein. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus: X ist irrelevant. Die meisten Nutzer sind lĂ€ngst auf anderen Plattformen â und die, die geblieben sind, sind oft genau die, mit denen man nicht diskutieren will.
Dass die EU und GroĂbritannien jetzt Ermittlungen gegen X einleiten, ist ein Schritt. Dass Strafen drohen, auch. Doch solange Politiker und Medien weiterhin brav ihre Pressemitteilungen dort posten, bleibt die Plattform am Leben â nicht weil sie gebraucht wird, sondern weil niemand den Mut hat, sie endlich sterben zu lassen.
Immerhin scheint auch die Geduld vieler Deutscher mit X am Ende zu sein: Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage fordern knapp 70 Prozent, dass die EU hĂ€rter gegen Elon Musks Plattform vorgehen soll â mehr als die HĂ€lfte spricht sich sogar fĂŒr ein Verbot aus, sollte X weiterhin gegen geltendes Recht verstoĂen, etwa durch die Verbreitung sexualisierter Deepfakes oder die systematische Bevorzugung rechter Inhalte durch seine Algorithmen. Das wĂ€re sicher nicht einfach umzusetzen, zeigt aber, wie die Stimmung inzwischen gekippt ist.
Fazit: Runter von X. Jetzt. Endlich.
Die Frage ist nicht mehr, ob X ein Problem ist, sondern ob die Politik den Willen hat, es zu lösen. Wer heute noch auf X postet, sollte sich fragen: Wem nĂŒtzt das eigentlich? Den BĂŒrgern? Der Demokratie? Oder nur einem MilliardĂ€r, der sich einen SpaĂ daraus macht, die Regeln zu brechen?
Die Antwort liegt auf der Hand. Es ist Zeit, den Stecker zu ziehen. Nicht nur fĂŒr sich selbst â sondern fĂŒr alle, die noch glauben, dass soziale Medien auch Orte des Austauschs sein können. X ist dieser Ort nicht mehr. Es ist ein Ort der Resignation, der Fake News und des Hasses. Und den sollten wir nicht befeuern.
https://9vor9.podigee.io/198-social-media-verbot-xDieser Text wurde in Teilen von Le Chat, dem Large Language Model und Chatbot des französischen Anbieters Mistral, aus dem Transkript unseres GesprÀchs erstellt und von mir verfeinert.
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