Anett sitzt vertieft in ihre Arbeit, als sie den Anruf erhält, dass ihre Tochter Linn nach einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie holt ihr Kind zu sich, wo sie sich erstmal ausruhen kann. Doch aus einer Woche wird mehr Zeit und eine Zeit beginnt, in der beide Frauen sich mit ihrem Leben auseinandersetzen. Linn ist ausgebrannt von ihrem Einsatz gegen die Klimakrise und bei Anett setzt durch den Wiedereinzug von Linn ein Nachdenken über alles Bisherige ein. Die Mutter-Tochter-Beziehung bekommt Risse, unterschwellige Konflikte und Fragen von Linn kommen ans Tageslicht.
Kristine Bilkau verstärkt die Geschichte mit Hilfe der Landschaft - auch im Watt tauchen immer wieder Fragmente aus einer vergessenen Zeit auf und gleichzeitig tritt Neues ins Leben und bringt es durcheinander, wie die neuen Nachbarn. Auf den Punkt formulierte Sätze lassen die Lesenden teilhaben an der Gedankenwelt von Anett, die die Erzählerin des Buches ist. Die Ängste als alleinerziehende Mutter, der Verlust des Partners und das Auf-sich-gestellt-seins werden fühlbar, so man sich denn auf diese ruhigen, tiefgehenden Sätze einlässt. Ich war vom ersten Satz in der Geschichte und war wieder begeistert von der Wortkunst der Autorin, die mit wenigen Wörtern viel beschreiben kann. Sie erzählt nicht nur eine Mutter-Tochter-Geschichte, sondern versetzt sich auch gut in das Gefühl der Klimaaktivist*innen, die am Weiter-so der Mehrheit verzweifelt. Nicht nur Linn steht an einem Wendepunkt im Leben, sondern auch ihre Mutter Anett, die überlegt, wie sie die zweite Hälfte ihres Lebens verbringen möchte. Als dies kombiniert Kristine Bilkau in der für sie typischen Art zu schreiben zu einer dicht erzählten Geschichte. Mehr zum Buch gibt es hier:
https://das-buchzuhause.de/halbinsel-von-kristine-bilkau/
Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar!
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