@rpolenz Die Diskusssion verläuft zuweilen zugespitzt, wie emotionale Diskussionen das gerne tun. Ich denke aber, es ist wichtig, einen Punkt herauszuarbeiten:
Es gibt keinen grundsätzlichen Dissenz zwischen Konservativen und Progressiven. Darüber, ob neue Ideen und Möglichkeiten schneller oder langsame aufgenommen werden sollten, lassen sich immer Kompromisse finden, denn die rationale Einigkeit, dass Dinge sich verändern müssen, ist da.
Der Streit entzündet sich IMHO immer dort, wo die Intention, Veränderung zu verhinden oder zurückzudrehen, egoistische, popuplistisch oder gar niederträchtige Züge annimmt. Das geht Menschen, die in Chancen denken, diametral gegen den Strich.
Leider ist gerade die konservative Spitzenriege aktuell sehr auf der opportunistischen und populistischen Schiene unterwegs. Das macht's nicht einfacher.
Aber diverse erfolgreiche Schwarz-Grün-Koalitionen zeigen ja, dass es auch anders. geht. Sowas brauchen wir meiner Meinung nach auch im Bund.
@rpolenz ist ein Herr Merz, der die aktuell laufende vollständige Zerstörung des internationalen Rechts durch seinen angeblich konservativen Verbündeten Donald Trump feiert denn wirklich konservativ?
Und hat eine Politik, die uns begeistert direkt in die rechtlose Zeit vor dem Ende des zweiten Weltkriegs zurück führt, mit voraussichtlich allen damit zusammenhängenden Konsequenzen wirklich eine Existenzberechtigung?

Panta rhei – »alles fließt« hat Heraklit gesagt. Nichts ist beständiger als der Wandel. Konservative möchten ihn eher verlangsamen, um in Ruhe das Bewährte zu sichern. Progressiven geht es oft nicht schnell genug, weil sie mit den bestehenden Verhältnissen unzufrieden sind. Sie stoßen sich eher an Ungleichheiten
Mit Konservativismus gibt es keinen Fortschritt.
Weder bei Gerechtigkeit, Umweltschutz, Teilhabe, Bildung und v.a.m.
Wir haben keine Zeit mehr uns noch länger Konservatismus zu leisten.
Zitat:
"Konservative denken nicht in Freund-Feind-Schablonen. Aufstachelnde Demagogik oder Hetze ist nicht konservativ. Konservative bemühen sich um angemessenes, inklusives und wertschätzendes Sprechen, ohne dabei übertriebene Auswüchse der Political Correctness oder des Genderns mitzumachen."
Das hieße dann also, weder Merz noch Linnemann, weder Dobrindt noch Söder sind konservativ. Denn Aufstacheln und Hetzen sind deren täglich Brot.
Und ich fühle mich in meiner Selbstwahrnehmung als als "links-grün-versiffter Konservativer" bestärkt. Ich bin auch immer sehr vorsichtig mit Neuerungen und will da erst mal die möglichen Folgen ausgelotet sehen. Auch beim 2. Teil des Zitats bin ich mit dabei.
Aber um das Gute zu bewahren, braucht's halt heute Positionen, die gemeinhin als links-grün(-versifft) angesehen werden.
Ja ja, ich geh schon … 😁
Das hat polenz ernsthaft behauptet?
🤣 "Konservative sind pragmatisch und geben mehr auf Erfahrung."
Der Satz ist pure Propaganda, geradezu Desinformation vom Schlage Putin und Trump.
@proscience das war etwas aus dem Zusammenhang gerissen, lies am besten den ganzen Aufsatz von @rpolenz . hier der volle Absatz:
Progressive entwickeln Ideen von der Zukunft, während Konservative überlegen, wie der Beipackzettel mit Risiken und Nebenwirkungen aussehen müsste. Konservative sind pragmatisch und geben mehr auf Erfahrung. Progressive denken programmatischer und greifen eher auf gesellschaftspolitische Theorien zurück, um ihre Zukunftsideen zu entwickeln. Der Zeitgeist des Wandels ist Konservativen eher suspekt. Man soll sein Fähnchen nicht nach dem Wind hängen. Die Progressiven entgegnen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
Beide Denkweisen haben ihre Berechtigung, ohne Praxis ist jede Theorie nutzlos, und ohne Theorie ist Erfahrung nur Stochern im Dunkeln. Wenn man CDU und konservative Denkweise zunächst NICHT gleichsetzt, dann ist ersteres sinnvoll und dient dem Wohle des Staates.
@christophbegall @proscience @rpolenz das hört sich schon fast an wie Wissenschaft mit Theorie und Experiment.
Dann will ich mal einen Vergleich ziehen: Die heutigen Konservativen kommen mir vor wie die sog. Deutsche Physik der 1920er & 1930er Jahre, geprägt durch eine ideologische Ablehnung der neuen Theorien wie der Relativitätstheorie und der QM (zu theoretisch und "jüdisch" geprägt). https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik
@rpolenz Ist es nicht ein ziemliches Strohmann-Argument, dass „Progressive“ dem Konservatismus nach Ihrer Definition die Daseinsberechtigung absprächen?
Die Auseinandersetzungen, denen Sie und andere vermeintliche „bessere“ Mitglieder der Union hier ausgesetzt sind, drehen sich meinem Eindruck nach vornehmlich darum, wie weit jenseits jeder roten Linie die derzeitige Parteiführung und Bundesregierung, die mit Ihrem Bild eines ehrbaren Konservatismus ungefähr nichts zu tun haben, sind und wie fundamental die innerparteiliche Opposition gegen diese Auswüchse sein müsste, um wieder Glaubwürdigkeit herzustellen.
Ein Polenz und ein Blume, die wohlfeile Texte in die Welt setzen, machen die skandalöse Politik der Rassist*innen, Klimazerstörer*innen, … an der Spitze kein Mu besser.
@rpolenz
Für den Fall dass Sie #WilhoitsLaw nicht kennen:
Conservatism consists of exactly one proposition, to wit: There must be in-groups whom the law protects but does not bind, alongside out-groups whom the law binds but does not protect.
Konservatismus besteht aus genau einem Grundsatz, und zwar: Es muss In-Groups geben, die vom Recht geschützt werden, aber die das Recht nicht bindet. Sowie Out-Groups, die das Recht bindet, aber nicht schützt.
Die deutsche Gesellschaft ist in ihrer Gesamtheit konservativ. Sie zuckt nur, wenn sie wirklich muss. Der Unterschied zu progressivem politischem Verhalten ist allerdings, dass Konservative dem Progessivismus nicht den Hauch einer Chance geben, während sie selbst immer denken, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. NIEMAND mit "Erfahrung" würde aber AKW wieder zulassen oder die Abhängigkeit vom Gas noch verfestigen. Das ist nicht "Erfahrung", das ist Dummheit.
#Progressive, #Konservative, #Reaktionismus, #GrünePolitik, #Mitte
Diskussionen um Schlagworte bringen einfach nichts. Gerade "Konservativ vs. Progressiv" ist ein um mindestens hundert Jahre veraltetes Denken (Progressive Linke, konservative Kaiserreich-Anhänger).
Nur grad Isarblues versucht, da ein bisschen zu differenzieren. Aber es bringt m.E. nichts, Begriffe, die mal etwas wertvolles bedeutet haben, heute aber bis zur Unkenntlichkeit oder gar ins Gegenteil verzerrt sind, zu erörtern (in diese Kategorie gehören auch #Liberalismus, #Kommunismus
Redet doch besser über tatsächliche Inhalte. Was genau ist erhaltenswert (konservativ), was genau ist veraltet und sollte etwas neuem, besseren Platz machen (progressiv). Das würde viel mehr bringen, als sich über (veraltete) Begriffe zu streiten.
Einfaches Beispiel: Die Umstellung auf 100% erneuerbare Energien ist per se progressiv, aber in der Wirkung enorm konservativ (intakte Umwelt).
@SchattiJo @rpolenz @isf @pasci_lei
Genau, seh ich auch so. Das war ja der eigentliche Beitrag von rpolenz, so wie ich ihn verstanden habe. Er verteidigt mit diesem Beitrag explizit die Existenzberechtigung der CxU und ihre "konservativen" Politik, ohne zu differenzieren, was er darunter versteht. Und stellt sie einer "progressiven Politik" gegenüber, auch wieder ohne zu erläutern, was er darunter versteht.
@SchattiJo @rpolenz @isf @pasci_lei
Vielleicht muss ich diesen langen Artikel von ihm doch noch lesen, obwohl es mich eigentlich nicht sehr interessiert.
Schon der Titel "Die Welt ist nicht schwarz-weiss" im Gegensatz zu seinem Einleitungstext (der eben genau dieses schwarz-weiss bekräftigt), lässt mich nicht dran glauben, dass wirklich was wertvolles darin stehen kann.
Oder lohnt es sich?
@rpolenz noch mal gesondert zur Personalie Spahn: https://mastodon.social/@streetbump/116367795157356377
Wie halten Sie es mit solchen Leuten in der CDU aus? Wann kommt endlich ein Antrag innerhalb der CDU auf einen Untersuchungsausschuss?
RE: https://mastodon.social/@rpolenz/116357306839653887
@rpolenz
Der von Ihnen hier beschriebene Konservatismus hat aus meiner Sicht fraglos eine Existenzberechtigung. Mit dem real existierenden Konservatismus ist die Schnittmenge leider nicht sehr groß. Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld Menschen, die sich Konservative nennen, die aber keinen Hehl daraus machen, dass Sie die von Ihnen beschriebenen Grundsätze nicht teilen. Ich habe den Eindruck, dass Sie unter den Konservativen eine immer kleiner werdende Minderheit darstellen. Leider!
Es mag einige erstaunen, aber ich betrachte beide Spektren als wichtig für eine funktionierende Gesellschaft. Nun kommt das große Aber. Die These, dass Konservativismus z.B. kein Schwarz-Weiß Denken kennt, halte ich für gewagt und entspricht nicht meinen Erfahrungen in mittlerweile auch schon 56 Lebensjahren.
Ich finde den Artikel durchaus interessant, nur kommt er mir insgesamt dann eben doch wieder zu schablonenhaft rüber, sowohl Progressivität als auch Konservatismus betreffend.
Was meine ich mit unpassenden Schablonen. Auch wenn die Szene heute nicht mehr so relevant ist, machen wir es mal konkret. Punk-Szene. Deren Motto war und ist DIY (Do It Yourself). Wenn es keiner macht, dann machen wir es eben selbst.
Der These im Artikel nach (Pinsel & Leinwand) wäre das eine typisch konservative Sichtweise. Wäre mir allerdings neu, dass die Punk-Szene jemals als konservativ betrachtet wurde. Dann müssten ja alle Konservativen Punk-Fans sein. Schablone passt nicht.
Spannend die damalige Einordnung Ihres Rücktritts im Jahr 2000, so lange ist das schon her, eine halbe Ewigkeit.
Bettina Gaus spekulierte damals in der taz, dass Merkel Sie geopfert hat, nachdem der damalige Fraktionschef Friedrich Merz mit seinen konservativen Positionen zu Leitkultur
und Migrationspolitik starken Zuspruch erfahren hatte.
Da ist es wieder, das Wort. 'Konservativ'.
Erich Fromm hat den Konservativismus, insbesondere dessen autoritäre Variante, der nekrophilen Charakterorientierung zugewiesen.
Diese tief verankerte Orientierung auf das Tote, Starre, Mechanische. Eine Tendenz, Ordnung, Kontrolle, Vergangenheit und Unveränderlichkeit zu idealisieren, und damit das Lebendige zugunsten des Erstarrten zu unterdrücken.
Hinter alledem steht, nach Fromm, eine tiefe Unsicherheit gegenüber Offenheit und Autonomie; das „Tote“ (Regeln, Strukturen, Traditionen) bietet scheinbare Sicherheit gegenüber der Unberechenbarkeit des Lebendigen.
Dem stellt Erich Fromm die Biophilie gegenüber, als eine eine grundlegende Orientierung auf das Lebendige hin: Wachstum, Entwicklung, Spontaneität und Verbundenheit mit anderen.
Biophilie steht für eine bejahende Haltung zum Leben, die Kreativität, Freiheit und produktive Entfaltung fördert.
Quelle für den taz-Kommentar
https://taz.de/Ein-schoener-Tag-fuer-Edmund-Stoiber/!1205637/
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