@stefanmuelller
Nee, Sabotage trifft es nicht.
Erst dachte ich kurz, das mit den taz-FlugReisen ist nur ein "Unfall" im Sinne eines versehentlichen Überbleibsels aus alten, vergangenen Zeiten. Dass nur jemand vergessen hat, alte Routinen umzustellen.
Die taz-Reisen sind das Baby von taz-Urgestein Thomas Hartmann (1. taz-Chefredakteur) und vermutlich ein wichtiger Teil seines Lebenswerks/Lebensinhalts und nicht nur von ihm. Aber den gesamten Rest der taz hätte ich eigentlich auf deiner Seite bzw. pro für dein Anliegen vermutet. Und das Vehikel mit der extern initiierten Abstimmung als willkommene Gelegenheit, die taz-Flugreisen abzuschaffen, ohne sich taz-intern auf die Füße zu treten.
Aber das ganze Drumherum um die Behandlung deines Anliegens, das sich nach außen bzw. mir vermittelt hat, spricht eigentlich dagegen.
Z.B., dass man dir vermittelt hat, du hättest nur 3 min Redezeit. Der Redner, der gegen die Einstellung der Print-Ausgabe war, hat ca. 12 1/2 Minuten gesprochen. Nach den ersten 11 Minuten wurde er angezählt. Nach einer weiteren Minute wurde er gefragt, ob es einen letzten Satz gibt, den er sagen möchte. Dann kamen nochmal 30 Sekunden.
Nicht, dass viel mehr als 3 min Redezeit gleichbedeutend mit mehr Stimmen gewesen wären, aber so restriktive Vorgaben, ein so restriktives "Coaching" würde ich bei Sympathie für die Sache nicht erwarten.
Abgesehen davon war das "Gestammel" von Hermann-Josef Tenhagen zum Antrag einer Satzungsänderung auch merkwürdig: Dass eine Satzungsänderung unzulässig wäre, die ins operative Geschäft eingreift, ist klar. Muss man dann so formulieren, dass dies nicht der Fall ist.
Wenn die beantragte Satzungsänderung aber nicht ins operative Geschäft eingreift, gibt es keinen Grund, über den Antrag nicht auch abzustimmen.
Dass man für eine Satzungsänderung ein größeres Quorum herstellen müsste, ist Quatsch. In § 16 Genossenschaftsgesetz sowie in der taz-Satzung ist geregelt, dass 3/4 der abgegebenen Stimmen ausreichend sind. Die Beschlussfähigkeit hatte er am Beginn der Versammlung festgestellt.
Auf die schnelle eine Satzungsänderung der taz aus dem Jahr 2021, an der auch Teenhagen teilnahm, und die auch nur mit 322 Ja-Stimmen angenommen wurde.
(Dass die notwendige 3/4-Mehrheit eher nicht zusammengekommen wäre, steht auf einem anderen Blatt und kann man schlecht vorher wissen, insbesondere ohne Kenntnis des konkreten Antrages.)
Wenn das Ziel auch mit der knappen Mehrheit umgesetzt werden würde, um so besser. Ich glaube es aber erst, wenn es tatsächlich passiert.