Wenn frau ihr Heim mal für sich hat ... diese Ruhe ... Stille ... kein Geräusch, nur das leise Brummen des Kühlschranks ... ab und zu das Knurspeln von Trockenfutter ... herrlich 🍸📚🐾
Wieviel Geräusch, Unruhe und Hektik ein einzelner dauerüberspannter Mensch machen kann. Essensgeräusche, Atemgeräusche, Fernsehguckgeräusche, Denkgeräusche

#Geräusche #Krach #Stille #Ruhe

Ins Offene fühlen

Die amerikanische Philosophin Mary Townsend hat vor einiger Zeit in der «New York Times» darüber geschrieben, was sie an leeren Kirchen schätzt: «What I Am Looking for in Empty Churches». Sie versucht es als «eine Art Nebenbeschäftigung» zu bewahren, in Kirchen zu gehen, um allein zu sein – und «ihre Gedanken einfach an der Decke schweifen zu lassen».

Als vielbeschäftigte Professorin und Mutter sind das für sie kostbare Momente.

Was mich an diesen Räumen anzieht, ist ebenfalls die Erfahrung des Herausgenommenwerdens. Man tritt ein, setzt sich, und nach ein paar Minuten – manchmal auch nach einer halben Stunde – ist etwas anders. Man ist nicht mehr ganz dieselbe Person, die hereingekommen ist. Es geschieht häufig eine kleine Verschiebung.

Sarah Burger, «Portal», Johanneskirche Zürich.

Unsere Leben sind wahrscheinlich mit mehr Dingen und Reizen angefüllt als die Leben der Generationen, die diese Räume erbauten. Vielleicht können offenstehende Kirchen deswegen wie Oasen wirken: Angebote, kurz loszulassen. Und man bemerkt, wenn man diese Form von Meditation für sich entdeckt hat:

Jede Kirche hat ihre eigene Atmosphäre, ihr eigenes Klima, einen eigenen Geruch und Klang.

Jede Kirche, ein eigenes Klima

In Zürich in der Predigerkirche tauche ich in erhabene Leere ein. Die Reformatoren haben hier ganze Arbeit geleistet. Kein Bilderschmuck, kühles Weiss der Wände – aber nicht einfach Leere. Das Licht auf dem alten Stein wechselt je nach Tages- und Jahreszeit, und man hört die gedämpften Stimmen des belebten Platzes draussen, das Treiben einer europäischen Innenstadt, gedämpft im Hintergrund.

Das Grossmünster – gerade eingerüstet, was ihm eine gewisse Verwundbarkeit gibt, die auf ihre Art wieder schön ist – empfinde ich als warm und erhaben. Die in Ocker, Braun, Rot und Blau verfliessenden Achatschnitte von Sigmar Polke wirken wie Fenster in eine andere Zeit: geologische Zeiträume, in denen Mineralien kristallisieren.

Das Grossmünster in Zürich: ein komplexer Ort, voll kleiner Ecken und Möglichkeiten für Entdeckungen.

Während der Renovierungsarbeit strahlt auf dem Gerüst eine farbige Collage der Zürcher Künstlerin Shirana Shahbazi. Figuren scheinen wie losgelöst von der Schwerkraft: schwebend, fliegend, fallend. Fragmente von Bewegungen, flüchtig wie wir selbst. Eine flirrende Konstrastfolie zur Ruhe im Inneren des Sakralbaus. Heute Abend um 18 Uhr ist Vernissage.

Das eingerüstete Grossmünster in Zürich mit einer farbigen Collage der Zürcher Künstlerin Shirana Shahbazi.

Die Offenheit von St. Jakob beginnt schon im Namen. Der warme Holzboden fängt die Schritte sanft auf – auf ihm wird – untypisch für die reformierte Tradition – sogar getanzt, bei Ecstatic-Dance-Abenden. Das Fraumünster: romanisch-gotische Strenge und das Licht der Chagall-Fenster, das das Kirchenschiff in mystisches Blau taucht.

Kunst ist hier Anziehungspunkt – aber auch Barriere.

Als ich mich einmal einfach nur hineinsetzen wollte, stand ich vor einer Zahlschranke. Was man wissen sollte: Wer zum Beten, zur stillen Einkehr oder einfach zum Innehalten kommt, darf gratis eintreten.

Die Wasserkirche, ein besonderer Ort für Kunst unten am Fluss, der Altes und Zeitgenössisches in Berührung bringt. Und dann die Johanneskirche: reformierte Klarheit und Strenge wird darin gemildert durch die Freundlichkeit der Holzelemente und Rundbogenfenster, die den Blick auf Häuser und Stadtgrün freigeben.

Der zentrale Blickpunkt ist die Orgelempore. Darunter eine breite, leere Wand: wie eine Projektionsfläche – oder eine Kinoleinwand.

Leere Projektionsfläche

Die Johanneskirche überlässt diese Wand zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern für jeweils mehrere Monate. Kunstschaffende werden eingeladen zu «Interventionen»: ein schönes Wort, weil es sowohl Eingriff als auch Unterbrechung bedeutet. Tatsächlich ist beides gemeint:

Die leere Stirnwand wird zur Projektionsfläche: Künstlerinnen bringen ihre Welt in den Raum, spielen mit seinen Proportionen, seiner Stille, seiner Geschichte.

Gerade ist es Sarah Burger, deren Intervention «Portal» die Wand füllt – oder vielmehr öffnet. Das Kunstwerk macht das Eintauchen in eine andere Sphäre selbst zum Thema. Die Arbeit bietet eine Reduktion der Reize und ein Angebot, ins Offene zu fühlen.

Johanneskriche, Zürich

Was sich darbietet, ist eine rätselhafte Felsenlandschaft. Ein Blick in einen anderen Raum. Es bleibt offen, ob es ein vergangener oder ein zukünftiger Ort ist. Kristalline Formen schweben in diesem Raum im Raum. Sie haben scheinbar die Schwerkraft überwunden, balancieren auf einer Spitze oder fliegen.

Die Künstlerin spricht von «Wesen». Tatsächlich ist eine rätselhafte Präsenz zu spüren, etwas, das in der Stille lebt.

Raum geben

Diese Landschaft könnte auf einem anderen Planeten sein. Oder in der Wüste – die Wüste, die biblisch ein Raum des Umherstreifens ist, der Latenz von Möglichkeiten.

Ein Ort, an dem die Zeit anders verläuft, weil die Zeichen fehlen, die uns sonst Orientierung bieten.

Der Titel «Portal» verbindet sich mit der Kirchenarchitektur, aber auch mit Science-Fiction und mit der digitalen Gegenwart, in der Portale allgegenwärtig sind: Übergänge, gesichert durch Codes und Schlüssel, die man besitzt oder nicht. Portale oder Schwellen begegnen auch in Träumen – wenn eine Szene in einer andere wechselt.

Als Künstlerin und Philosophin blickt Sarah Burger auf Zeit als Phänomen der Schichtungen und Verschiebungen und auf Portale als Öffnungen in Zeit und Raum.

Schwellen und Übergange

Kirchen sind, für viele Menschen, verbunden mit Übergängen und Schwellensituationen des Lebens: Taufen, Trauer, Hochzeiten. Zeiten, in denen man sich an einer Schwelle befindet und spürt, das Kirchen diese Übergänge und die damit verbundenen Emotionen über Generationen und Jahrhunderte hinweg begleitet haben.

Ich sitze im Kunstwerk und im Kirchenraum gleichzeitig und denke: Die Kirche kommt aus der Vergangenheit und geht in die Zukunft, deren Umrisse noch unklar sind.

Später sitze ich im Büro der Pfarrerin Tania Oldenhage, die das Kunstprogramm mitverantwortet. Sie sagt: «Kirche als Ort bedeutet vielen Leuten sehr viel – wenn es gelöst ist von alten Geschichten.» Über die Kunst in der Kirche sagt sie, die Kunst helfe ihr, sich «unterbrechen zu lassen» – und sich auf eine neue Art des Betrachtens und Sprechens einzulassen.

Die Bereitschaft, sich unterbrechen zu lassen, ist vielleicht die kostbarste Form von Offenheit.

Portale ins Offene sind immer und überall da. Manchmal braucht es nur den Mut, über die Schwelle zu treten.

Setzt auch du dich manchmal in leere Kirchen, um durchzuatmen und kleine Unterbrechungen zu erfahren?

Finissage «Portal» von Sarah Burger: Mittwoch, 10. Juni, 18–20 Uhr in der Johanneskirche. Workshop «Reframing the Sacred: Art, Church, and Untold Stories» am Zurich Art Weekend: Sonntag, 14. Juni, 11 Uhr. Die nächste Intervention im Rahmen von «Kunst in der Johanneskirche» bereitet die Künstlergruppe Mickry3 vor, ein Künstlerinnentrio, das mit Stofftieren arbeitet.

Beiträge aus unserem Archiv zu Citykirchen:

Erfahrungsbericht: «Jesus is back, als DJ»: Ein Abend mit Ecstatic Dance im Offenen St. Jakob in Zürich.

Blogbeitrag: «Kirche und Rausch, echt jetzt?» 

«Himmel & Erdung» mit Pilgerpfarrerin Franziska Bark-Hagen: «Pilger dich glücklich»

«Geist.Zeit» mit der Theologin Tania Oldenhage.

#Kirche #Kunst #Meditation #Stille
Manche Wege beginnen nicht auf offenen Meeren, sondern dort, wo kleine Boote still am Ufer warten. Zwischen Fels und Buschwerk erinnert die Stille daran, dass Aufbruch oft leise beginnt.

#thereisaplacetobe #sehnsucht #stille
Wenn der Blick weit über das Gerstefeld bis zum Horizont reicht und den Kopf freimacht

When the view extends far beyond the barley field to the horizon, it clears the mind

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Wenn es einen Ort gibt , an dem du Ruhe findest . Ein Ort der voller Stille und Frieden ist . Ein Ort , an dem du mit der Natur im Einklang bist , dann sei einfach dankbar . Denn das ist fast wie Magie

If there is a place where you can find peace and quiet. A place filled with silence and tranquillity. A place where you are at one with nature, then simply be grateful. Because it’s almost like magic

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#peace
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#SaveTheDate :

Einladung zum Themen-Nachmittag der #Quäker in Krefeld – 27.6.2026

Am 27. Juni laden wir zu einem besonderen Nachmittag ein, der #Stille, #Spiritualität und gesellschaftliches Engagement verbindet.

Start ist um 16:00 Uhr mit einer 45‑minütigen offenen Quäker-Andacht – ohne Liturgie, ohne Gesang, ohne Predigt, mit Raum für innere Erfahrung.

Danach folgen Kurzvorträge: • Albert Koolen – Christlicher #Anarchismus • Susan Crane – Gemeinschaft, Glaube und #gewaltfreierWiderstand

Ab 18:00 Uhr: Podiumsgespräch über Orientierung im #Glauben, Kraftquellen für Engagement und Wege, auf Hass und Gewalt zu antworten, ohne selbst in ihre Logik zu geraten.

📍 Salon Goethe, Goethestraße 62 47799 #Krefeld 🕒 Einlass ab 15:30 Uhr 💬 Teilnahme kostenlos 📧 Anmeldung: [email protected]

https://quaker-kr.de/post/2026/06-27-friedensaktivismus/

Andacht mit Gästen am 27.6.2026 - Quaker-Andacht Krefeld