Chatbots statt Seelsorge: KI krempelt Religion und Glauben um

Immer mehr Menschen suchen spirituellen Rat bei KI-Chatbots. Doch der Glaube 4.0 birgt auch unerwartete Risiken.

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Und so ist nicht in irgendeinem anderen Namen die Rettung da, es existiert nämlich auch kein anderweitiger bereits unter den Menschen verliehener Titel unter dem Himmel, durch den wir uns einmal retten lassen müssen." #Bibel
#Jehova
#FediKirche
#Bibelstudium
#Gott
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Und es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen

Elberfelder Bibel 1905 - Apg 4,12

Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können.« #Bibel
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Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so wird auch mein Herz sich freuen;
Elberfelder 1871 – Sprüche 23,15

Mein Sohn, wird dein Herz weise,
freut sich auch mein eigenes Herz.
Buber & Rosenzweig – Sprüche 23:15

Mein Sohn, wenn klug dein Herz geworden so wird auch mir mein Herz sich freun
Tur-Sinai – Spr 23,15

Mein Sohn, wenn dein Herz weise wird,
dann freue ich mich auch von ganzem Herzen!
das Buch – Spr 23:15

Dieser Appell an meinen Sohn (vgl. V. 19.26 ) veranschaulicht, daß ein weises Kind aus der elterlichen Zucht lernt (V. 13-14 ). Die Tatsache, daß ein weiser Sohn eher als ein törichter Sohn das Herz seines Vaters erfreut, wird auch in Sprüche 10,1;15,20;23,24;27,11 und Sprüche 29,3 festgehalten. Die Weisheit muß von einem Menschen in seinem Herzen (vgl. Sprüche 23,17.19.26; vgl. auch V. 12 ; Sprüche 22,17 ) verinnerlicht werden. Das Herz des Vaters und sein Innerstes beziehen sich auf sein geistiges und emotionales Ich. Ein weises Herz wird durch rechte Rede offenbar.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ein Vater freut sich, wenn sein Sohn ein Herz hat, das weise ist, und Lippen, die die Wahrheit reden. Der Lehrer erfährt dieselbe Freude, wenn sein Schüler Weisheit lernt und sie anderen mitteilen kann. In ähnlicher Weise sagte Paulus: »Denn jetzt leben wir, wenn ihr feststeht im Herrn« (1Thes 3,8). Und Johannes schrieb: »Eine größere Freude habe ich nicht als diese, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln« (3Jo 4).

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

V. 15f ist chiastisch aufgebaut, d.h. gedanklich entsprechen sich 15a und 16b, ebenso 15b und 16a. Welche »Herzlichkeit« schwingt in diesem Spruch bei der Anrede mein Sohn mit! Die Herzen von Vater und Sohn schwingen in tiefer Übereinstimmung mit gleicher Wellenlänge. Das wenn drückt aus, daß es nicht selbstverständlich ist, ein weises Herz zu haben. Mit viel Mühe mußte es erworben werden. Aber nicht nur Mühsal hat es dem Sohn bereitet, sondern auch Freude. Darauf weist das auch hin. Wenn die Weisheit die Torheit des Herzens verdrängt, breitet sich Freude aus. Nicht nur beim Sohn, sondern auch beim Vater. Er freut sich von ganzem Herzen mit über den Erfolg des Sohnes und über seine hoffnungsvolle Zukunft. So könnte ebenfalls die Freude des Apostels (1Thes 2,20) über seine Kinder beschrieben werden.

Dietrich – Wuppertaler Studienbibel

„Ein kluger Sohn ist eine Freude für seinen Vater“, sagt Salomo (15,20). Aber nicht alle Väter haben Freude an ihren Söhnen. Manche entschuldigen ihre schlechte Einstellung mit: „Mein Sohn (oder meine Tochter) ist nicht sehr weise“. Vielleicht würde die Weisheit in dem Kind wachsen, wenn die Haltung der Freude an dem Kind vorhanden wäre. Vielleicht hätte der Vater (oder die Mutter) dann die Freude, sich über die richtigen Dinge zu freuen, die das Kind tut (siehe 23,15-16).

Rabbi Derek Leman – Ein messinaischer Kommentar der Sprichwörter – Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand

Die Ausbildung der Kinder umfasst Bibelwissen, Moral und Werte, Lebenskompetenz und Beziehungsfähigkeit. Zu den biblischen Methoden gehören das Auswendiglernen der Heiligen Schrift (siehe Dtn 6,7-9; 11,18-20), , das Erzählen von Gottes mächtigen Taten (siehe Dtn 6,20-25) und das persönliche Vorbild und Mentoring (siehe Mishlei 23,26). Die Werte und Belohnungen dieses Prozesses werden in einem anderen Sprichwort zusammengefasst: „Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, dann freut sich auch mein Herz; mein Innerstes freut sich, wenn deine Lippen sagen, was richtig ist“ (23,15-16).

Rabbi Derek Leman – Ein messinaischer Kommentar der Sprichwörter – Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand

Die Anrede »mein Sohn« ist ein Ausdruck der Zuneigung des Vaters; er wünscht nichts so sehr, als dass sein Sohn ein Herz bekommt, das »weise ist«; denn dann »freut sich« das Herz des Vaters »auch«. »Auch« bedeutet hier, dass das Herz des Sohnes sich freut, wenn es weise ist. Ja, nur dann kann es sich wahrhaft freuen mit einer reinen Freude, mit einer Freude ohne Reue, einer Freude, die einst in die ewige Freude der Erlösten münden wird.
Wie sehr freut sich auch ein geistlicher Vater über geistliche Kinder, wenn sie weise sind. Paulus konnte von Timotheus, seinem »echten Kind im Glauben« (1Tim 1,2), sagen, dass er schon bei der Erinnerung an dessen Tränen mit Freude erfüllt wurde (2Tim 1,4), und die Thessalonicher nannte er »unsere Herrlichkeit und Freude« (1Thes 2,20). Und Johannes schreibt, dass er keine größere Freude kannte als die, dass seine Kinder in der Wahrheit wandeln (3Jo 4). Und wer beschreibt die Freude unseres himmlischen Vaters über seine Kinder, wenn sie ihn durch Glauben und Gehorsam ehren! Wenn Israel, sein erstgeborener Sohn (2Mo 4,22), zu einem gehorsamen Sohn geworden ist, wird geschehen, was er durch den Propheten Zephanja angekündigt hat: »Jahwe, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein rettender Held. Er freut sich über dich mit Wonne, er schweigt in seiner Liebe, frohlockt über dich mit Jubel« (Zeph 3,17). Und in Judas 24 lesen wir, dass Gott seine geliebten Kinder zu bewahren vermag und sie »vor seiner Herrlichkeit untadelig darzustellen vermag mit Frohlocken«.
Zu Vers 15 siehe auch die Auslegung zu 22,11. Ein weises »Herz« erweist sich darin, dass die »Lippen Geradheit reden« (siehe Mt 12,34; auch Spr 16,13). Das versteht der weise Vater, und darum »frohlocken« seine »Nieren«, wenn er beobachtet, wie der Sohn Wahrheit redet. Die Nieren stehen in der Bibel ganz allgemein für das Innere des Menschen, aber in besonderer Weise für den Verstand. Gott ist alles Reden »mit verstelltem Mund« (6,12), mit verdeckten Zeichen und Andeutungen, ein Gräuel (6,13.16–17). Der Sohn Gottes hat uns gelehrt, dass unser Ja stets ein Ja und unser Nein stets ein Nein bedeuten soll (Mt 5,37).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

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Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget; und wenn jemand gesündigt hat (O. sündigt) -wir haben einen Sachwalter (O. Fürsprecher, Vertreter) bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten.
Elberfelder 1871 – 1.Johannes 2,1

Meine lieben Kinder, ich schreibe euch diese Dinge, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand doch eine Sünde begeht, haben wir einen Anwalt, der beim Vater für uns eintritt: Jesus Christus, den Gerechten. Er, der nie etwas Unrechtes getan hat,
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Johannes 2:1

Meine lieben Kinder, ich schreibe euch das, damit ihr nicht sündigt. Wenn es aber doch geschieht, sollt ihr wissen: Wir haben Jesus Christus, der beim Vater für uns spricht. Er hat niemals Unrecht getan,
Neue evangelistische Übersetzung 2019 – 1.Joh 2,1

Meine lieben Kinder! Euch schreibe ich dies alles mit dem Ziel, dass ihr keine Schuld auf euch ladet. Wenn aber jemand Schuld auf sich lädt, dann haben wir einen persönlichen Fürsprecher beim Vater, Jesus, den Messias, ihn, der durch und durch gerecht ist
Das Buch – 2009 – 1.Joh 2:1

τεκνίον (Diminutiv v. τέκνον) Kind, im NT stets in liebevoll vertrauter Anrede an geistl. Kinder (vgl. B). ἁμάρτητε, ἁμάρτῃ Aor. Konj. ἁμαρτάνω. καί adversativ (A311,1) aber. παρά-κλητος (< παρακαλέω) Helfer (d. h. der zugunsten eines anderen handelt), bes. auch Anwalt bzw. Fürsprecher. πρός m. Akk. hier = παρά m. Dat. (A200). Ἰησοῦν Χριστὸν δίκαιον zwei App. (A70) zu παράκλητον: (nämlich) Jesus Christus, den Gerechten (zum „Fehlen“ des Art. vgl. A80).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Vielleicht fühlten sich manche von Johannes‘ Lesern durch sein Insistieren auf der Sündhaftigkeit der Christen in ihrem Bemühen um Heiligung entmutigt. Dabei geht es dem Apostel genau um das Gegenteil: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Er spricht sie mit väterlicher Sorge an (das griechische Wort für „Kinder“ an dieser Stelle ist teknia, wörtlich „Neugeborene“, ein Begriff, der in diesem Brief siebenmal vorkommt [V. 1.12.28; 1Joh 3,7.18;4,4;5,21 ] und einmal im Johannesevangelium [Joh 13,33]. Das ganz ähnliche Wort tekna, „Kleinkinder“, taucht in Joh 1,12;11,52; 1Joh 3,2.10 [zweimal]; 1Joh 5,2; 2Joh 1,1.4.13; 3Joh 1,4 auf. Dagegen wird das Wort paidia, „Kinder“, nur zweimal im 1. Johannesbrief verwendet: 1Joh 2,13.18).
Die Aussagen in 1Joh 1,8.10 über die Neigung der Gläubigen zur Sünde sind nicht dazu gedacht, die Sünde zu fördern, sondern die Wachsamkeit der Christen zu wecken. Wenn ein Gläubiger so selbstsichere Behauptungen aufstellt, wird er höchstwahrscheinlich nicht in der Lage sein, die Sünde zu erkennen und ihr zu widerstehen. Doch die Sünde bleibt eine Realität, wie sehr Johannes auch wünscht, daß seine Leser ihr nicht mehr verfallen sind. Deshalb versichert er ihnen: Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Der Apostel will nicht, daß seine Leser sündigen, aber er weiß genau, daß keiner von ihnen vollkommen ist und daß sie alle der Hilfe ihres Fürsprechers bedürfen.
Das Wort „Fürsprecher“ ist die Übersetzung des griechischen paraklEton. Johannes ist der einzige im Neuen Testament, der diesen Begriff für den Heiligen Geist verwendet (viermal im Johannesevangelium: Joh 14,16.26;15,26;16,7; im Luthertext steht an diesen Stellen jeweils das Wort „Tröster“). Im 1Joh 2,1 steht hinter diesem Begriff der Gedanke eines Verteidigers, der seinen Klienten vor Gericht vertritt. Die Art und Weise, wie Jesus seine sündigen Kinder vor Gott verteidigt, wird wunderbar deutlich an seinem Gebet für Petrus (Lk 22,31-32). Jesus wußte bereits um die bevorstehende Leugnung des Jüngers und bat den Vater darum, seinen Glauben zu bewahren. Er dachte dabei auch an das künftige Wirken des Petrus für seine christlichen Brüder. Es gibt keinen Anhaltspunkt für die Annahme, daß Christus Gott um Gnade für einen Sünder bitten muß, der wegen seiner Sünden verdammt wäre. Denjenigen, die Jesus vertrauen, ist das ewige Leben sicher ( Joh 3,16; 5,24 usw.). Doch die Folgen des Versagens eines Gläubigen, seine Wiederherstellung und seine künftige Brauchbarkeit sind Gegenstand der Verhandlungen zwischen Jesus und Gott, die geführt werden, wenn ein Mensch gesündigt hat. Jesu eigenes Gerechtsein (er ist „gerecht“; vgl. 1Joh 1,9 ,“Gott ist gerecht“) prädestiniert ihn in einzigartiger Weise für seine Rolle als „Fürsprecher“ für einen Christen, der gesündigt hat.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wo die Botschaft von Gottes freier Gnade, von der völligen Auslöschung aller Schuld verkündigt wird, da naht sich uns Gefahr von einer andern Seite her. Verliert dann nicht die Sünde ihren bedrohlichen Ernst? Können wir uns ihrer Ansteckung nicht ruhig aussetzen, weil ja doch das Heilmittel sofort bereit ist? Johannes weiß, es ist keine bloß theoretische Gefahr, daß Christen um der vollen, „gerechten“ Vergebung willen mit der Sünde leichtfertig umgehen. Darum versichert er es jetzt nachdrücklich: „Meine Kindlein, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.“ Johannes erklärt das nicht näher. Er erwartet offenbar, daß es „seine Kindlein“ selber verstehen. Wer das „gerechte Vergeben“ Gottes nur am Kreuz und im Blut des Sohnes Gottes findet, kann unmöglich denken: Also ist das Sündigen nicht so schlimm, ich kann ruhig weiter sündigen. Er hätte dann niemals begriffen, was die Vergebung seiner Sünde gekostet hat. Der Apostel will es jedenfalls ausdrücklich feststellen: Das Ziel seiner Botschaft ist das ernste und entschlossene Nein zur Sünde. Auch das Wort der Heilsgewißheit durch das vollbrachte Erlösungswerk am Kreuz soll der Gemeinde gerade dazu helfen, daß sie nicht sündigt, daß sie die Reinigung von jeder Ungerechtigkeit dazu benutzt, um der Sünde die ganze Absage zu geben.
Wird dann die Gemeinde „sündlos“? Ist diese „Sündlosigkeit“ für den Apostel nicht das notwendige Ziel? Wir werden bei den Aussagen in 3, 6. 9 noch einmal auf diese Frage stoßen. Umso wichtiger ist es, auf das Wort des Apostels zu hören, mit dem er gerade hier – nach seiner Art ohne jede nähere Erklärung – fortfährt: „Und wenn jemand sündigt …“ Das also kommt trotz des entschlossenen Nein zur Sünde offensichtlich vor. Ist nun alles zu Ende? Ist dieser „Jemand“ nun nach 3, 8 abzuurteilen: „Wer Sünde tut, der ist vom Teufel?“ Johannes sagt etwas ganz anderes: „Und wenn jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten.“ Es muß dann freilich nicht Jesus aufs neue für diese neuen Sünden gekreuzigt werden. Aber er tritt erneut und gegenwärtig bei dem Vater für uns ein als unser „Fürsprecher“ oder „Anwalt“. Er darf es, er hat Vollmacht dazu, weil er „der Gerechte“ ist. Er ist dabei kein „Diener der Sünde“ (Gal 2, 17). Seine Fürsprache hört der Vater. Wir aber müssen es schon bedenken, daß unsere Sünde die neue Fürsprache unseres Retters nötig macht. Wir können auch als Errettete und Glaubende unsere etwaigen neuen Sünden nicht uns selbst vergeben. Wir können sie nicht als unwichtig übergehen. Es muß aufs neue unsere Sünde bekannt und unser Fürsprecher beim Vater gesucht und angerufen werden. Allerdings ist bei Johannes nicht der geringste Zweifel da, daß dies Eintreten Jesu für uns tatsächlich geschieht. Von einer Möglichkeit, daß es uns verweigert werden könnte, sagt er kein Wort.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Die Vergebung der Sünden ist Gottes unverbrüchliche Zusage in Jesus Christus. »Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden« (Jes 1,18; vgl. auch 44,22; Ps 51,9; 103,8, 13). Die atl. Verheißungen sind in Jesus Christus erfüllt. Vergebung ist da in seinem Blut. Doch wie ist auch dieses herrliche Gottestun mißbrauchbar! Wenn die Vergebung da ist, kann man dann nicht beruhigt sündigen? Es ist ja Gottes »Geschäft«, zu vergeben – wie es ein Spötter ausdrückte. Vergebung ist kein Freibrief für weiteres Sündigen. Johannes macht das unmißverständlich klar: »Dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.« Auch Paulus mußte diesem Mißbrauch der Vergebungsgnade als »billige Gnade« deutlichst wehren. »Sollten wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade um so mächtiger werde« (Röm 6,1)? Das ist auch eine Anfrage an die Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnaden, eine Frage, ein Vorwurf, eine Mißdeutung bis heute. Wenn die Gnade Gottes – die Vergebungsgnade – alles und allein wirkt, wird dann unser Tun nicht belanglos – sowohl das Tun des Guten wie auch des Bösen? Die Alleinwirksamkeit der Gnade verführe geradezu zur ethischen Laxheit, formulieren die Gegner. »Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?« (Röm 6,2). So entgegnet Paulus. »Damit ihr nicht sündigt!« sagt Johannes. Die Gnade verändert doch den Menschen, seinen Willen und sein Tun. So wirksam ist die Gnade. Sie ist gerade kein Freibrief zum Sündigen, sondern Kraft, nicht mehr sündigen zu müssen. Wer in und aus Christi Gnade lebt, der handelt, bringt gute Früchte, die der Geist Gottes aus ihm wirkt. Das Tun ist gerade nicht belanglos, sondern von höchster Bedeutung, denn es ist nun Neubauarbeit für das Reich Gottes. Christen sind frei von der Herrschaft der Sünde, haben einen neuen Willen und können so widerstehen.
Trotzdem ist Johannes ganz realistisch: »Und wenn jemand sündigt«, schreibt er seinen »Kindern«. Die persönlichste Anrede zeigt auch die liebende Verbundenheit des Apostels mit den Gemeinden. Es könnte sein, daß diese Anrede »Kinder« auch den historischen Hintergrund hat, daß es Gemeinden sind, die durch die Missionstätigkeit des Apostels entstanden sind und er sich als »ihr Vater im Glauben« um sie müht.
Sünde geschieht auch im Leben des Glaubenden. Sie ist aber nicht mehr eine unentrinnbare Macht, als in mir wurzelnde Herrschaft, sondern ist Versuchung und Verlockung, der ich verfalle. Noch leben wir »im Fleisch«, tragen die versuchliche Art an uns und stolpern oft. Ist dann alles aus? »Nein«, sagt Johannes, »wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater.« »Fürsprecher« ist ein Wort aus der griech. Rechtssprache; »Fürsprecher« ist ursprünglich der zum Beistand vor dem Richter herbeigerufene Freund des Angeklagten, auch der rechtskundige Beistand, der Anwalt. Damit wird deutlich, wie ernst Gott auch die Sünde bei Christen nimmt. Ihnen droht das Gericht. Sündigen ist nicht harmlos. Sonst machen wir das Opfer Jesu Christi zunichte. Doch wir dürfen uns auf den auferstandenen Christus berufen. Er ist zwar einmal geopfert, aber er tritt für uns ein vor dem Vater. So sagt es der Herr selbst, daß er für uns vor dem Vater bittet und auch einen täglichen Beistand in unser Leben, seinen Heiligen Geist, geben will (vgl. Joh 14,16). Christus ist unser Fürsprecher, davon zeugt die Schrift (vgl. Röm 8,34; Hebr 4,14ff.; 7,25; 9,24; auch Lk 22,32; Joh 17,11, 15). Johannes bekennt darin die Erhöhung Jesu Christi, des Gottessohnes, der wieder beim Vater ist. Und doch läßt er die Seinen nicht. Er tritt für sie ein vor dem Vater. Der himmlische Christus ist der gleiche wie der irdische Jesus. Er ließ sein Leben für unsere Sünde, und jetzt setzt er seine göttliche Vollmacht (vgl. Mt 28,18) für die Seinen ein.
Dabei spricht nicht ein Sünder für Sünder, sondern »Jesus Christus, der gerecht ist«. Darum ist seine Fürsprache wirksam vor Gott, denn hier bittet der Gerechte, »der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde« (Hebr 4,15; vgl. auch 2,18; Mt 4,1–11; 2. Kor 5,21; 1. Petr 2,22; 1. Joh 3,5 auch Jes 53,9). Der Sündlose bittet für Sünder und so – allein durch die Fürsprache Christi – ist und bleibt Gott uns gnädig. Gerade als Sünder wissen wir deshalb um den Mittler Christus. Wir leben und glauben wegen seiner Fürsprache, nicht aus eigenem Können und eigener Kraft. Der Glaubende bleibt ganz und völlig von Jesus Christus abhängig.
»Fürsprecher«: – Das griech. Wort »Paraklet« ist besonders im JohEv die Bezeichnung für den Heiligen Geist (vgl. Joh 14,16, 26; 15,26; 16,7). Luther übersetzt sachgemäß mit »Tröster«, denn hier ist der Geist nicht im Amte der Fürbitte vor dem Vater gesehen – das ist das Christusamt –, sondern als der Beistand jeden Tag, der lehrt, ermahnt, leitet, tröstet und zurechtweist. Das ist kein Auseinanderreißen der Dreieinigkeit, sondern es gilt, wie Jesus sagt: »Ich und der Vater sind eins« (Joh 10,30; vgl. auch 17,11, 21ff.), und Paulus bekennt: »Der Herr ist der Geist« (2. Kor 3,17). Vater, Sohn und Geist sind untrennbar, aber der Geist wirkt in seiner Weise.

Edition C Bibelkommentar Neues Testament

« Meine lieben Kinder“ Johannes verwendet zwei griechische Wörter, die mit Kind übersetzt werden: (1) teknion (vgl. 1 Joh 2,1.12.28; 3,7.18; 4,4; 5,21) und (2) paidion (vgl. 1 Joh 2,14.18). Diese Worte der Zuneigung lassen sich wahrscheinlich durch Johannes‘ fortgeschrittenes Alter erklären, während er diesen Brief schrieb.

« Ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt“ Die Verben stehen im AKTIVEN AORISTEN des SUBJUNKTIVS. Johannes unterscheidet zwischen der PRESENT, einem kontinuierlichen Lebensstil der Sünde (vgl. 1 Joh 3,6.9), und der Sünde, die zeitweise im Kampf gegen die Versuchungen begangen wird. Er versucht, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den beiden Extremen (1) Sünde auf die leichte Schulter zu nehmen (vgl. Röm 6,1; 1. Joh 1,8-10; 3,6-9; 5,16); und (2) der Haltung einiger Christen, die sich selbst nicht vergeben und die Tatsache überwinden können, dass sie in Sünde gefallen sind. Diese beiden Positionen repräsentieren wahrscheinlich die beiden Tendenzen im Gnostizismus. Eine der beiden Gruppen glaubte, dass die Erlösung eine Sache des Intellekts sei und nicht davon abhänge, wie jemand lebt, da der Körper der Sünde verfallen ist. Die andere Gruppe glaubte, dass der Körper böse sei und man ihm deshalb Grenzen für seine Begierden setzen müsse.

« Wenn jemand gesündigt hat“ Dieser Satz steht im Konditional und dies impliziert eine potenzielle und wahrscheinliche Handlung. Auch Christen sündigen (vgl. Röm.7).

« Wir haben einen Fürsprecher beim Vater“ Das Verb steht im PRESENT DE L’INDICATIVE, was sich auf die ständige Fürsprache Jesu als unseren Fürsprecher (paracletos) bezieht. Paracletos war ein juristischer Begriff, der „den zum Beistand Erwählten“ bezeichnete. Er leitet sich von para, neben und kaleo, berufen, ab.) Er wird in dem Gespräch, das im Johannesevangelium berichtet wird, verwendet, um den Heiligen Geist, unseren irdischen Begleiter, zu bezeichnen (vgl. Joh 14,16.25; 15,26; 16,7). Dieser Begriff wird hier jedoch nur in Bezug auf Jesus verwendet (obwohl er in Johannes 14,16; Hebräer 7,25; 9,24 angedeutet wird). Paulus verwendet das gleiche Wort, wenn er über die Fürsprache Jesu für uns spricht Röm 8,34. Im selben Abschnitt spricht Paulus von der Fürsprache des Heiligen Geistes Röm.8:26. Wir haben einen Anwalt im Himmel (Jesus) und einen Anwalt in uns (Heiliger Geist); beide wurden vom Vater, der uns liebt, gesandt.

« Jesus Christus der Gerechte“ Dieser Titel wird dem Vater in 1:9 zugeschrieben. Er enthält die Idee der sündlosen Natur (Heiligkeit, Frömmigkeit) Christi (vgl. 3:5; II Kor. 5:21; Hebr. 2:18; 4:15; 7:26; I Petr. 2:22).

Kommentar zu 1., 2. und 3.Johannes

Johannes benutzt die erste Person Einzahl: “ Meine Kinder, ich schreibe euch …“. Er sagt nicht “ unsere“ und wir (wie in 1,1). Teknia (wörtlich „Geborene“) wird siebenmal in diesem Brief verwendet, doch nur hier mit „meine“. Johannes schreibt als alter Mann, älter als die meisten seiner Leser. Indem er sie von diesem Standpunkt aus anschaut, gebraucht er einen Ausdruck der Zuneigung, eine Anrede, die liebevolle Fürsorge erkennen läßt. Dieses Wort muß von paidia (Kinder; im Sinne von minderjährig) unterschieden werden, das zweimal gegen Ende dieses Kapitels benutzt wird, um den Unterschied zwischen Säuglingen in Christus und ihren reiferen Mitgeschwistern zu zeigen. Hier umfaßt teknia alle Kinder Gottes.
  „Ich schreibe euch dieses“ bezieht sich auf die vorangegangenen Aussagen in 1,5-10. Jetzt nimmt er die Spitzfindigkeiten der Gegner der Wahrheit vorweg, die durchaus sagen könnten: „Kein Christ ist ohne das, was man Sünde nennt, kein Christ kann sagen, daß er nicht sündigt. Da aber das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, von aller Sünde reinigt und es durch Bekennen so einfach ist, Vergebung zu erlangen, ist es dann überhaupt notwendig, gegen Sünde anzukämpfen, könnten wir uns nicht der Sünde hingeben? Wenn Vergebung so einfach ist, warum lassen wir Gott nicht noch ein paar Sünden mehr vergeben?“ (Siehe Röm 6,1.2: „Sollten wir in der Sünde verharren, auf daß die Gnade überströme? Das sei ferne!“).
  Johannes würde es nicht zulassen, daß seine Leser leichtfertig über Sünde hinwegsahen. Er gestattet nicht, daß sie Sündigen für unwichtig halten oder nachlässig leben. „Abscheu und Angst vor, Haß und Ablehnung gegenüber der Sünde durchziehen diesen ganzen Brief“ (Law). Johannes möchte nicht, daß sie durch die Gesetzlosigkeit der Gnostiker irregeführt werden; seine Worte sind klar und eindeutig: „auf daß ihr nicht sündiget“ oder „damit ihr nicht sündigt“ (Rev.Elberf). Seine Worte sollten sie vor dem Sündigen bewahren, sie waren sowohl Gebote als auch Verbote. Von Gläubigen erwartet man nicht, daß sie sündigen – es sollte die Ausnahme sein und selten vorkommen. Oh, möge das doch auf uns zutreffen! Hier finden wir eine sündlose Vollkommenheit, nach der wir streben und die wir erreichen sollten. Doch wie versagen wir leider!
  „… und wenn jemand sündigt“ (vgl. Anm. Elberf), wenn er tatsächlich in Sünde fällt, haben wir „einen Sachwalter bei dem Vater“. Der Hebräerbrief spricht ähnlich von Christus als unserem Hohenpriester: „Da wir nun einen großen Hohenpriester haben“ (Hebräer 4,14); „Wir haben einen solchen Hohenpriester“ (8,1); Er ist in den Himmel eingegangen, „um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen“ (9,24). Er hat sich beständig in die Gegenwart Gottes gesetzt, „indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden“ (7,25). In gleicher Weise gilt: „wir haben einen Sachwalter bei dem Vater“. (Beachten wir: Hoherpriester vor Gott, Fürsprecher – vgl. Anm. Elberf – vor dem Vater). Wir brauchen keinen zu suchen oder zu finden, nicht nach einem zu fragen oder einen zu bestimmen – wir haben Einen in bleibender Throngemeinschaft mit dem Vater; „bei dem Vater – von Angesicht zu Angesicht mit dem Vater, in dessen Gegenwart; Er tritt im Gericht unseres Vaters auf“ (Lenski). Sie stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Parakletos („der Herbeigerufene“) wird sonst nur im Johannesevangelium für den Geist Gottes benutzt, der zu unserer Hilfe bei der irdischen Pilgerschaft herbeigerufen wurde: 14,16 (hier mit „ein anderer Sachwalter“ übersetzt), 14,26; 15,26; 16,7. Dabei geht es um Trost, wobei Paulus in Röm 8,26 diesen Gedanken bestätigt: „Desgleichen aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an …“. Die Tatsache, daß der Heiland von „einem anderen Tröster“ (Luther) sprach, läßt erkennen, daß Er selbst ein Tröster war – an der Seite der Jünger, um ihnen zu helfen. Hier wird jedoch nicht der Eine auf Erden, sondern der Eine im Himmel erwähnt, der herbeigerufen wurde, um uns zu vertreten und den ständigen Auftrag hat, unseren Fall vor dem Vater aufzunehmen. Das Wort betont die Fähigkeit und Eignung, im Gerichtssaal Hilfe leisten zu können; es bezeichnet einen juristischen Assistenten, einen Strafverteidiger, einen Anwalt, jemanden, der einen anderen vertritt, einen Fürsprecher; „einen, der herbeigerufen wird, um Hilfe zu leisten, jemanden, der für einen anderen spricht“ (Lenski). „Bei dem Vater“ stellt ihn dar, wie er sozusagen an unserer Seite vor dem Vater steht. „Sünde unterbricht Gemeinschaft, die nur durch Fürsprache wiederhergestellt werden kann“ (Vine). Sicher vertritt der Herr Jesus uns gegen den Verkläger der Brüder ( Sach 3,1.2; Lk 22,31; Offb 12,10), doch hier geschieht es deshalb, weil Sünde die Freude an der Gemeinschaft raubt und beseitigt werden muß. Christus ist nicht ein Anwalt vor Gott als Richter, sondern beim Vater, der sich danach sehnt, vergeben zu können. „Gerechtigkeit setzt sich gemeinsam mit Liebe für unsere Befreiung ein“ (Findlay). „Wenn er (ein Gläubiger) sündigen sollte, braucht er keine weitere Rechtfertigung vor einem göttlichen Richter, denn er ist Kind Gottes; er braucht die Vergebung des Vaters“ (Stott). Der Fürsprecher für ihn ist Jesus (sein menschlicher Name) Christus (der Gesalbte Gottes), der Gerechte (Sein Wesen). Beachten wir die Verbindung der beiden Namen Jesus Christus, die der Gnosis entgegensteht. Sowohl der Vater (1,9) als auch der Fürsprecher sind gerecht und widmen sich gemeinsam der Sünde eines auf Abwege geratenen Christen. Der Sachwalter litt einmal anstelle der Irrenden: „Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führe“ (1 Petrus 3,18).
  Dieser Fürsprecher entschuldigt keine Sünde, versucht nicht, sie wegzuerklären, unser Handeln zu rechtfertigen oder für mildernde Umstände einzutreten. Er ist gerecht und handelt unparteiisch, wobei Er ein Opfer als gerechte Grundlage für Seine Fürsprache vorweist.
  Stimmt es nicht, daß in dem Augenblick, wenn ein Gläubiger sündigt, unser Sachwalter zum Vater sagt: „Vater, dieser Mann, diese Frau, hat gesündigt“? Er wartet nicht, bis wir uns der Sünde bewußt werden oder bereuen, gesündigt zu haben, oder bis wir über unserer Sünde Buße tun. Ganz uns selbst überlassen, würden wir vielleicht nie diesen Punkt erreichen; aber unmittelbar danach (oder sogar davor, siehe Lk 22,31) nimmt Er den Fall beim Vater auf, wodurch der „Mechanismus des Himmels“ in Bewegung gesetzt wird, um den Irrenden zurückzubringen. Er handelt unabhängig von uns, um vor dem Vater unseren Fall darzulegen und dafür zu plädieren – vor Ihm, der sich danach sehnt, uns um den Hals zu fallen und uns zu küssen.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

https://blog.thomas-pape.de/2026/04/18/weil-ich-moechte-dass-ihr-nicht-laenger-so-lebt-dass-irgendetwas-zwischen-euch-und-gott-kommen-kann/ #Bibel #Glaube #Glauben #Jesus

War #Jesus Rechts oder doch ein Linker ?

Der Sohn des Herrn, ein konservativer Rechter, oder doch ein progressiver Revolutionär?

Und wie nutzen eigentlich die #Kirche und Politische Akteure den #Glauben heutzutage?

00:00 Intro
01:02 Wie war Jesus eigentlich so drauf?
08:02 Kapita...Christen?!
17:27 Kirche = Jesus?
20:43 Conclusio
23:23 Gesegnet sei Bob [Werbung]
24:47 Danke & Outro

https://www.youtube.com/watch?v=fr6EjrNfCVc

#CDU
#CSU
#Merz

War Jesus Rechts?

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Singet Jehova ein neues Lied! Denn er hat Wunder getan; Rettung hat ihm verschafft seine Rechte und sein heiliger Arm.
Jehova hat kundgetan seine Rettung, vor den Augen der Nationen geoffenbart seine Gerechtigkeit.
Er hat seiner Güte und seiner Treue gedacht dem Hause Israel; alle Enden der Erde haben die Rettung unseres Gottes gesehen. #Bibel
#Jehova
#FediKirche
#Bibelstudium
#Gott
#Glauben

https://blog.thomas-pape.de/2020/04/18/seid-froehlich-und-lobt-ihn-laut-warum/

Ich bin nicht gekommen, solche Menschen in Gottes neue Welt einzuladen, bei denen alles in Ordnung ist, sondern solche, die Gott den Rücken gekehrt haben. Sie soll ich dazu aufrufen, ihr Leben zu ändern.« (- solche Menschen …: wörtlich Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr. #Bibel
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https://blog.thomas-pape.de/2023/11/27/gerecht-oder-ungerechte-ii/

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen nicht eines Arztes, sondern die Kranken;
ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.

Elberfelder Bibel 1905 - Lk 5,31–32

Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Nicht die Gesunden benötigen5 einen Arzt, sondern die Kranken! #Bibel
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https://blog.thomas-pape.de/2020/04/17/gerecht-oder-ungerechte/

Laßt euch von niemand auf irgend eine Weise verführen, denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall komme und geoffenbart worden sei der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens,
Elberfelder 1871 – 2.Thessalonicher 2,3

Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise irreführen! Denn ´vor dem Tag des Herrn` muss es zuerst noch zur großen Auflehnung gegen Gott kommen, und jener Mensch muss in Erscheinung treten, der alle Gesetzlosigkeit in sich vereinigt und der zum Verderben bestimmt ist (- der Verderben bringt. wörtlich und der Mensch der Gesetzlosigkeit wird offenbart werden, der Sohn des Verderbens. -).
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Thessalonicher 2:3

Es soll euch doch niemand in die Irre führen, in keiner Art und Weise! Denn dieser Tag kommt nicht, bevor nicht zuerst die allgemeine Abwendung von Gott kommt, und bevor nicht der Mensch, der die völlige Gesetzlosigkeit verkörpert, aus der Verborgenheit hervortritt. Er ist es, der das Verderben mit sich bringt, er,
Das Buch – neues Testament und Psalmen – 2009 – 2.Thess 2,3

ἐξ-απατήσῃ Aor. Konj. -απατάω betrügen, täuschen; prohibitiver Konj. (A256). τρόπος Art und Weise; μή τις … κατὰ μηδένα τρόπον niemand … auf irgendeine Weise (Neg. verstärken einander, A310). ὅτε denn; erg.: dies wird nicht geschehen. ἔλθῃ Aor. Konj. ἔρχομαι. ἀπο-στασία Abfall, Auflehnung (gegen Gott). ἀπο-καλυφθῇ Aor. Konj. Pass. -καλύπτω54 offenbaren, enthüllen. ἀνομία Gesetzlosigkeit (als Gesinnung); gesetzwidrige Tat; gen. qualitatis (A160): der Mensch der Gesetzlosigkeit (d. h. der Mensch, der alles Böse in sich vereint [GN]). ἀπ-ώλεια (< ἀπ-όλλυμι) Verderben; υἱὸς τῆς ἀπωλείας Sem. (A157) Sohn des Verderbens, d. h. der, dessen Untergang besiegelt ist.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

2, 3 A: Wenn nicht zuvor der Abfall gekommen.

Die Zeit unmittelbar vor den Tagen des Messias wird nach altsynagogaler Anschauung eine Zeit völliger Entartung sein, s. den Exkurs: Vorzeichen u. Berechnung der Tage des Messias. Ein Zeichen dieser Entartung wird unter andrem der Abfall von Gott u. seiner Tora sein.

Henoch 93, 9: Darnach wird sich in der siebenten (Welt-) Woche ein abtrünniges Geschlecht erheben; zahlreich werden seine Taten sein u. alle seine Taten werden Abfall sein. — Vgl. das. 90, 26: Man brachte jene verblendeten Schafe (die abtrünnigen Israeliten); alle wurden gerichtet, für schuldig befunden u. in jenen Feuerpfuhl geworfen. ‖ Jubil 23, 16 ff.: In diesem Geschlechte werden die Kinder ihre Eltern u. ihre alten Leute schelten, … weil sie den Bund verlassen, den Gott zwischen ihnen u. sich geschlossen hat … Denn sie haben Gebot u. Bund u. Fest u. Monat u. Sabbat u. Jubiläen u. alle Rechtsbestimmung vergessen … ‖ Philo, De execrat § 6 s. bei Röm 11, 17 S. 291 Anm. b. ‖ Schab 138b s. bei 1 Kor 1, 19 Nr. 2 S. 324; die Fortsetzung Schab 138b Bar s. bei Mt 5, 6 S. 202 unten. Vgl. auch Mekh Ex 12, 26 (16a).


2, 3 B: Und der Mensch der Ruchlosigkeit offenbar geworden ist.

Mit dem ἄνθρωπος τῆς ἀνομίας ist nach dem übereinstimmenden Urteil der Ausleger der „Antichrist“ gemeint. — ἀντίχριστος α. allgemein = „Gegner, Widersacher des Christus“; so der Plural ἀντίχριστοι 1 Joh 2, 18, ferner 1 Joh 2, 22 u. 2 Joh 7; β. speziell = „Gegenmessias“, also einer, der sich an Christi Stelle setzt; so der Singular 1 Joh 2, 18 u. 4, 3. Nach der Schilderung, die der Apostel an unsrer Stelle in Vers 4 u. 9 ff. gibt, hat auch er in dem „Menschen der Ruchlosigkeit“ eine Persönlichkeit gesehen, die mit dem Anspruch auftreten wird, der rechte Messias zu sein. — Die altjüdische Literatur hat keinen Ausdruck, der dem ἀντίχριστος entspricht;a auch in sachlicher Hinsicht bietet sie so gut wie keine Berührungspunkte mit der neutestamentlichen Vorstellung vom Antichrist. Das hängt damit zusammen, daß die Gegnerschaft gegen den Messias der Synagoge ausschließlich auf dem politischen Gebiet liegt — als sein Widersacher kommt in Betracht meist der letzte Regent Roms,b vielfach auch Gog u. Magogc —, während ein religiöser Gegenmessias, also der Antichrist im neutestamentlichen Sinn, der alten Synagoge überhaupt nicht bekannt ist.d Erst die nachtalmudische Zeit hat die zwiefache Vorstellung von dem letzten Tyrannen der Endzeit u. von dem antimessianischen Lügenpropheten in der Person des Armilos zusammengefaßt, der als letzter u. gefährlichster Gegner des jüdischen Volks u. seiner Messiasse am Ende der Tage hervortreten wird. Dieser Armilos,e von Leuten der Weltvölker, nach einer andren Tradition vom Satan selbst, aus der Marmorstatue einer schönen Jungfrau in Rom erzeugt, tritt mit der Behauptung auf, daß er der Christus der Weltvölker sei. Nachdem er als solcher allgemein anerkannt ist, verlangt er die gleiche Anerkennung von den Juden. Der Messias b. Joseph (s. bei Lk 24, 26 S. 292) versagt ihm dieselbe u. fällt im Kampf gegen ihn. Darauf zieht Armilos gegen Jerusalem, um Rache zu nehmen, findet aber hier sein Ende, indem der Messias b. David ihn mit dem Hauch seines Mundes tötet (Jes 11, 4).f — Der Christus der Christenheit also dereinst der unterliegende Antimessias des jüdischen Messias.

a. Der Ausdruck אַנְטִיקְרִישְׂטוֹ = ἀντίχριστος erst in der nachtalmudischen Literatur. Othoth ha-Maschiach (Beth ha-Midr 2, 60, 20): Dieser Widersacher השמן זה (Armilos), den die Völker „Antichrist“ nennen usw.
b. Apok Bar 39, 7; 40, 1 f. s. bei Mt 1, 1 S. 11 Anm. c.
c. Zu Gog u. Magog s. bei Apg 4, 25 B S. 633 u. bei Offb 20, 8 f. — Einigemal wird vom Tyrannen der Endzeit geredet, ohne daß des Messias Erwähnung geschieht. So Ass Mos 8, 1 ff.; 4 Esra 5, 6; pTaʿan 1, 1 (63d); die letzte Stelle s. bei Mt 4, 17 A Nr. 1 S. 162.
d. Die Stelle Orac Sib 3, 63 ff. rührt von christlicher Hand her (s. Schürer 34, 579): Von den Sebastenern (Sebaste = Samaria) wird nachher Beliar kommen u. wird hohe Berge erstehen machen, stillstehen machen das Meer, die feurige große Sonne u. den glänzenden Mond, u. auch die Toten wird er erstehen machen, u. viele Zeichen bei den Menschen tun. Aber nicht Vollendung wird in ihm sein, sondern (nur) Irreführung, u. so wird er viele Menschen irremachen, sowohl gläubige u. auserwählte Hebräer als auch andre gesetzlose Männer, die noch nie die Rede Gottes gehört haben. — Während hier Beliar (= Satan) selbst als der Lügenprophet der Endzeit erscheint, sieht der Apostel nach 2 Thess 2, 9 in dem ἄνθρωπος τῆς ἀνομίας ein Werkzeug des Satans; Beliar = Satan auch 2 Kor 6, 15. — Ebenso ist als christliche Interpolation anzusehen Sib 2, 165 ff.: Die Vernichtung ist nahe, wenn statt der Propheten lügenhafte Betrüger sich nahen, auf Erden redend. Und auch Beliar wird kommen u. den Menschen viele Wunder tun. Dann wird Unruhe sein den heiligen Männern u. auserwählten Gläubigen, u. geschehen wird ihre u. auch der Hebräer Ausplünderung.
e. אַרְמִילוֹס, auch ארמילאוס (Nistaroth RSchim b. Jochai in Beth ha-Midr 3, 80, 9), ist gedeutet worden α. aus ἐρημόω u. λαός = „Volksverderber“, worin einige zugleich eine Anspielung auf Bilʿam gefunden haben; β. = Ῥωμύλος (Romulus), so daß der erste König Roms als Typus aller römischen Regenten gedacht wäre; γ. = Ἀρειμάνης (Ahriman); δ. = Armillatus, als Anspielung auf den Kaiser Gaius Caligula, der zuweilen Frauenarmbänder (armillae) trug; ε. = Ἕρμιλος, griech. Eigenname, der syrisch Armilos lautet. An diese Deutung anknüpfend, sagt Dalman, Der leidende u. der sterbende Messias der Synagoge S. 14 Fußnote 1: „Ἕρμιλος … stellt den so benannten in Beziehung zu Hermes. Der Völkerfürst führt den Namen, weil von einer Bildsäule (Herme) geboren.“ Hierzu s. in Anm. f.
f. Die früheste Stelle, die den Armilos erwähnt, ist Targ Jes 11, 4: Er (der Messias) wird richten in Gerechtigkeit die Dürftigen (Armen) u. in Treue (Wahrhaftigkeit) zurechtweisen die, die Leute des Landes elend machen; er wird die Schuldbeladenen des Landes mit dem Wort seines Mundes schlagen, u. mit dem Reden seiner Lippen wird er Armilos, den Gottlosen, töten. — Doch ist אַרְמִילוֹס hier eine spätere in den Text eingedrungene Glosse, s. Dalman, Aram. Dialektproben, in Monatsschrift für Gesch. u. Wissensch. des Judentums 1897 S. 328. ‖ Targ Jerusch I Dt 34, 3: (Gott zeigte dem Mose vom Nebo aus die Ereignisse der Zukunft, die an die einzelnen Örtlichkeiten des Landes sich knüpfen werden; dabei auch) den König Roms, der sich mit dem König des Nordens verbünden wird, um die Bewohner des Landes (Israel) zu verderben, … u. die Bestrafung des gottlosen Armalgos (ארמלגוס = ארמילוס, s. Krauß, Lehnwörter 1, 243) u. die Schlachtreihen Gogs, u. zur Zeit dieser großen Not wird Mikhaël sich erheben mit seinem Arm als Erlöser. ‖ Midrasch Vajjoschaʿ (Beth ha-Midr 1, 56, 13): Nach ihm (Gog) wird ein andrer König aufkommen, ein gottloser u. frechen Angesichts (vgl. Dn 8, 23), u. er wird mit Israel drei Monate Krieg führen, u. sein Name ist Armilos ארמילוס. Und dies sind seine Kennzeichen: er wird kahlköpfig sein, u. von seinen Augen ist das eine klein u. das andre groß; sein rechter Arm ist eine Handbreite lang u. sein linker 2½ Ellen. Und er wird Aussatz auf seiner Stirn haben, u. sein rechtes Ohr ist taub (verschlossen) u. das andre geöffnet. Wenn jemand kommt, um ihm Gutes zu sagen, neigt er ihm sein geschlossenes Ohr zu, u. wenn ihm jemand Schlechtes sagen will, neigt er ihm sein offenes Ohr zu (er hat also nur an Bösem Wohlgefallen). Und er wird nach Jerusalem hinaufziehen u. den Messias b. Joseph töten, s. Sach 12, 10. Darauf wird der Messias b. David kommen, wie es heißt: Siehe, mit den Wolken des Himmels kam ein Menschenähnlicher Dn 7, 13, u. hinterher steht geschrieben: „Und ihm wird sein (so wird Dn 7, 14 zitiert) Macht u. Ehre u. Herrschaft“, u. er wird den Armilos, den Gottlosen, töten, wie es heißt: Und mit dem Hauch seiner Lippen wird er den Gottlosen (Bösewicht, רָשָׁע) töten Jes 11, 4. ‖ Ausführlich handeln von Armilos Sepher Zerubbabel (Beth ha-Midr 2, 55, 11), Othoth ha-Maschiach (das. 2, 60, 16), Nistaroth R. Schimʿon b. Jochai (das. 3, 80, 8) u. Tephillath R. Schimʿon b. Jochai (das. 4, 124, 25). Wir geben hier die letzte Stelle wieder: Man hat gesagt, daß es in Rom eine Marmorstatue אבן של שיש (wörtlich: Marmorstein) gibt, die das Aussehen einer schönen Jungfrau hat u. erschaffen ist seit den sechs Schöpfungstagen. Und es werden nichtsnutzige Menschen von den Völkern der Welt kommen u. sie beschlafen, u. sie wird schwanger werden u. am Ende von neun Monaten platzen, u. es wird hervorgehn ein Männliches in Menschengestalt; seine Länge beträgt 12 Ellen u. seine Breite 2 Ellen; seine Augen sind rot, tückisch עקומות (in Othoth ha-Maschiach [2, 60, 22] עמוקות = tiefliegend), das Haar seines Kopfes ist rot wie Gold u. die Schritte seiner Füße sind ירוקים (= grün oder gelb, sinnlos; vielleicht zu lesen רהוקים = weit), u. er wird zwei Scheitel haben, u. man wird ihn Armilos nennen. Dieser wird zu den Römern (eigentlich: zu Edom = Esau = Rom) gehn u. zu ihnen sagen: „Ich bin euer Messias, ich bin euer Gott“, u. er wird sie irreführen. Sofort glauben sie an ihn u. machen ihn zum König; u. alle Kinder Esaus (Kinder Roms = christliche Welt) verbünden sich mit ihm u. kommen zu ihm. Und er geht u. verkündet allen Ländern u. spricht zu den Kindern Esaus: Bringet mir meine Tora, die ich euch gegeben habe! Und während die Völker der Welt noch kommen, bringen diese das Buch (folgt in der Handschrift ein getilgtes Wort; nach Othoth ha-Maschiach wäre zu ergänzen: תפליתם = „ihrer Albernheit“, Bezeichnung des NT.s). Und er spricht zu ihnen: Das ist es, was ich euch gegeben habe! Und weiter sagt er zu ihnen: Ich bin euer Gott u. ich bin euer Messias u. euer Gott! In jener Stunde sendet er zu Nechemja (b. Chuschiël, Name des Messias b. Joseph) u. zu ganz Israel u. läßt ihnen sagen: Bringet mir eure Tora u. bezeuget mir, daß ich Gott bin! Und alsbald geraten alle Israeliten in Staunen u. in Furcht. Aufmachen aber wird sich in jener Stunde Nechemja u. drei Männer mit ihm von den Söhnen Ephraims, u. sie gehen mit ihm, indem sie das Buch der Tora bei sich führen; u. sie lesen vor ihm: „Ich bin Jahve dein Gott“, „Nicht sollst du einen andren Gott außer mir haben“ Ex 20, 2 f. Dann wird er zu ihnen sagen: In eurer Tora steht überhaupt nichts von diesem, u. ich lasse euch nicht eher los, als bis ihr glaubt, daß ich Gott bin, gleichwie die Völker der Welt an mich glauben. Sofort erhebt sich Nechemja gegen ihn u. sagt zu ihm: Du bist nicht Gott, sondern der Satan! Da wird er zu ihnen sagen: Warum belügt ihr mich? Ich werde befehlen euch zu töten. Und er spricht zu seinen Dienern: Ergreifet den Nechemja! Aber sofort wird sich dieser u. 30 000 Helden aus Israel erheben u. mit ihm kämpfen, u. er tötet vom Heere des Armilos 200 000. Da wird der Zorn des Armilos entbrennen, u. er versammelt alle Streitkräfte der Völker der Welt u. führt mit den Kindern Israel Krieg u. tötet von den Israeliten tausendmaltausend, u. auch den Nechemja wird er töten zur Mittagszeit, s. Am 8, 9. (Israel flieht darauf in die Wüste, Armilos zieht gegen Ägypten nach Dn 11, 42 u. wendet sich dann wiederum gegen Jerusalem, um es zu zerstören Dn 11, 45. Da offenbart sich der Messias b. David u. Gott selbst kämpft gegen Armilos u. seine Scharen. In diesem Kampf wird nach den Parallelen auch Armilos getötet.)

Strack & Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Zuerst wird es einen »Abfall« geben. Was bedeutet das? Wir können nur annehmen, dass es sich um ein völliges Aufgeben des christlichen Glaubens handelt und man ganz bewusst biblische Inhalte ablehnt.
Dann erhebt sich ein großartiger Weltpolitiker. Vom Charakter her ist er der »Mensch der Sünde« (Schl 2000) oder »der Gesetzlosigkeit«8, d. h. die Verkörperung der Sünde und der Auflehnung. Von der Bestimmung her ist er »der Sohn des Verderbens«, er ist auf ewig verurteilt.
In der Schrift finden wir viele Beschreibungen von wichtigen Persönlichkeiten, die sich während der Großen Trübsal erheben werden. Es ist schwer zu entscheiden, welche Namen sich auf dieselbe Person beziehen. Einige Exegeten glauben, dass der Mensch der Sünde ein jüdischer Antichrist sein wird. Andere lehren, dass er der heidnische Herrscher des wiedererstandenen Römischen Reiches sein wird. Hier folgen die Namen einiger der großen Herrscher der Endzeit:
… der Mensch der Sünde und Sohn des Verderbens (2. Thess 2,3)
… der Antichrist (1. Joh 2,18)
… das kleine Horn (Dan 7,8.24b–26)
… der König mit dem harten Gesicht (Dan 8,23–25)
… der kommende Fürst (Dan 9,26)
… der König, der nach seinem Belieben handelt (Dan 11,36)
… der nichtige Hirte (Sach 11,17)
… das Tier aus dem Meer (Offb 13,1–10)
… das Tier aus der Erde (Offb 13,11–17)
… das scharlachrote Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern (Offb 17,4.8–14)
… der König des Nordens (Dan 11,6)
… der König des Südens (Dan 11,40)
… der falsche Prophet (Offb 19,20; 20,10)
… Gog aus Magog (Hes 38,2–39,11) [nicht zu verwechseln mit dem in Offenbarung 20,8 vorkommenden Gog, der sich nach dem Tausendjährigen Reich erhebt]
… der in seinem eigenen Namen kommt (Joh 5,43)
»Der Mensch der Sünde« ist durch die Jahrhunderte schon auf viele historische Institutionen oder Menschen gedeutet worden. Er ist mit der katholischen Kirche, dem Papst, dem Römischen Reich und der endzeitlichen Form des abgefallenen Christentums gleichgesetzt worden. Infrage kamen auch der wiederauferstandene Judas, der wiederauferstandene Nero, der jüdische Staat, Mohammed, Luther, Napoleon, Mussolini, Hitler und der fleischgewordene Satan.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Irrlehre kann nicht nur Unruhe erzeugen; letztlich verführt sie, bringt vom rechten Weg ab und stürzt den Menschen ins Unheil. Daher spricht Paulus eine deutliche Warnung aus: »Keiner soll euch täuschen auf irgendeine Weise.« In ähnlicher Weise hatte Jesus von der irreführenden Behauptung gesprochen, der Messias sei bereits gekommen: Mk 13,5f. Hier wie dort ist davon die Rede, daß die Erwartung der Gemeinde durch eine verführerisches »Siehe hier! Siehe da!« angefochten wird. Daraus erwächst die Gefahr, den Betrüger für den Herrn der Gemeinde zu halten.
Vor dem Kommen Jesu ereignen sich gewisse Geschehnisse (vgl. erneut Mk 13,7f.). Der Satz in V. 3b und 4 bildet im Griechischen einen Anakoluth, d.h. einen Satz, der plötzlich abbricht und daher unvollständig bleibt. So wäre sinngemäß am Ende von V. 4 etwa zu ergänzen: »…, so kommt der Tag des Herrn noch nicht.«
Was der Wiederkunft vorauszugehen hat, wird in doppelter Weise beschrieben: »Wenn nicht zuerst der Abfall kommt, und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens, offenbart wird«.
Es ist möglich, hierin zwei getrennte Vorgänge zu sehen: das Kommen des Abfalls und die Offenbarung des Menschen der Gesetzlosigkeit. Näher liegt, den »Abfall« (griech. »apostasia«) im Zusammenhang mit dem Hervortreten dieser geheimnisvollen Figur zu sehen. »Zuerst« bezieht sich dann darauf, daß dieses Ereignis vor Jesu Kommen eintreten wird.
»Abfall« ist im säkularen Bereich die militärische Revolte. In der LXX wird damit die Rebellion gegen Gott ausgedrückt (Jos 22,22; 2. Chr 29,19; Jer 2,19), insbesondere die Mißachtung des göttlichen Gebots in der Zeit der Makkabäer (1. Makk 2,15). Im NT ist davon die Rede, daß am Ende der Zeiten die Feindschaft gegen Gott, wie auch die Ungerechtigkeit insgesamt zunehmen werden (Mt 24,12; 2. Tim 3,1–9).
Der »Mensch der Gesetzlosigkeit« (vgl. Ps 89,13 LXX: der Sohn der Gesetzlosigkeit) ist ein Ausdruck, der uns nur hier begegnet. Offenbar handelt es sich um einen menschlichen Gegenspieler Gottes, der von Satan zu unterscheiden ist (vgl. V. 9). Zu erinnern ist an den Antichristen (1. Joh 2,18.22; 4,3; 2. Joh 7), sowie an die Tiere von Offb 13.
»Gesetzlosigkeit« meint damit in diesem Zusammenhang nicht die Übertretung einzelner Gesetze, sondern wird zur umfassenden Bezeichnung für die Rebellion gegen Gott insgesamt. Die so charakterisierte Person stellt demnach den Inbegriff des Gegenspielers Gottes dar. Obwohl schon vorhanden, wird diese Figur am Ende der Zeiten »offenbart« werden.
Eine weitere Umschreibung kennzeichnet sie als den »Sohn des Verderbens«, der Verderben bringt und selbst dem Untergang geweiht ist (vgl. Jes 57,4; Joh 17,12).

Hahn – Edition C Bibelkommentar

Sie sollten sich von niemand verführen oder betrügen lassen, auf keinen Fall. Beachten wir die doppelte Verneinung als Ausdruck der Betonung. Der Herr Jesus kommentierte diese grundsätzlichen Ereignisse in Mt 24,4-6 mit ähnlichen Worten. Betrügen oder verführen, wie im Fall Evas in 1.Tim 2,14, steht oft in Verbindung mit Satan. »Auf irgendeine Weise« erweitert das Spektrum hinsichtlich der in V. 2 erwähnten Methoden. Paulus war sich ständig des möglichen Wirkens betrügerischer Arbeiter (2.Kor 4,2; 11,13) bewußt und derer, die viele »verführen« (2.Tim 3,13). 2.Joh 1,7 verbindet zutreffend Verführung mit dem Antichristen, in Übereinstimmung mit 2.Thess 2,10. »Dieser Tag kommt nicht« (obwohl nicht im Grundtext) ist hier zu Recht eingefügt worden (so auch bei Luther ’12 und ’56, Rev Elberf, Wilckens) um den Sinn der Stelle zu verdeutlichen. »Es sei denn, daß zuerst der Abfall komme« ist wörtlich »weil wenn nicht der Abfall zuerst kommt«. Die Majestät dieses Ausdrucks sollte uns deutlich werden: alle hier detailliert genannten Geschehnisse sind Gottes Zeitplan unterworfen.
Das Wort »denn« oder »weil« ( hoti ) ist bedeutsam für die Darlegung des Grundes für Paulus‘ Behauptung, daß »der Tag« noch nicht über sie gekommen sei, ja in der Tat überhaupt nicht über sie kommen könne. Beachten wir den bestimmten Artikel vor »Abfall«, der deutlich macht, daß es nicht nur ein den Thessalonichern bekanntes Ereignis war, aber auch weit mehr als eine einzelne Person, die vom Glauben abfiel wie in 1.Tim 4,1, ja viel mehr sogar als der teilweise Abfall im Zeitalter der Gemeinde. Es war das, was Paulus ihnen, als er noch unter ihnen war, über den schrecklichen letzten Akt der trotzigen Herausforderung des Menschen gegenüber Gott gesagt hatte; die Rebellion gegen jedes Wort, Werk, ja jeden Gedanken von und über Gott. Es ist ein Geschehnis, ebenso gekennzeichnet, spezifisch und einzigartig wie jenes andere große Geschehen, das noch kommen muß und ebenso den bestimmten Artikel zur besonderen Kennzeichnung trägt, nämlich »die Drangsal«. Es stellt ein Ereignis ohne jede Präzedenz und Beispiel dar. Im Griechischen wird das Wort »Abfall« ( apostasia ) im militärischen Sinn für die Fahnenflucht eines Soldaten von seiner Armee gebraucht; in der politischen Sphäre für Rebellion gegen die Autorität; in der Schrift spricht es vom Verlassen oder der Abkehr von einmal gekannter Wahrheit über Gott, einer totalen Absage an die Wahrheit. Dies ist der abschließende Akt des »Tages des Menschen«, der seinen Keim in der Versuchung in Eden hatte, sich deutlich in Babel zeigte (wo Nimrod der große Typus des Antichristen ist), dessen Bekenntnis: »Es gibt keinen Gott für mich!« (Ps 14,1) ist und dessen Kurs in Röm 1 beschrieben ist.
Einige vertreten die Auffasung, daß das griechische prôton (»zuerst«) das erste von zwei aufeinanderfolgenden Ereignissen andeute, und zitieren Apg 1,1 als Beispiel. Während dies im allgemeinen die Bedeutung des Wortes ist, so ist es doch nicht korrekt, daraus abzuleiten, wie es einige getan haben, daß »der Abfall« und »das Geoffenbartwerden des Menschen der Sünde« die beiden angedeuteten Ereignisse wären, denn es sind »der Abfall« und »der Tag des Herrn«.
Der Apostel zeigt nun das letztendliche und schreckliche Resultat der Abkehr von Gott, indem er es in einer einzigen Person gipfeln läßt. Der Mensch muß einen Gegenstand der Verehrung haben. Röm 1 macht dies klar, denn als er sich von der Verehrung Gottes abwandte, tauschte er die Herrlichkeit seines Schöpfers gegen ein in Gleichheit des Geschöpfs gemachtes Götzenbild ein, wenn er auch in gewissem Sinn mit diesem Götzenbild Gott gedanklich verband (2.Mo 32,5); daraus folgen zwangsläufig furchtbare moralische Konsequenzen. Aber einige mußten noch weitergehen; der Mensch gab seinem Unwillen Gott gegenüber Ausdruck, indem er die Wahrheit Gottes gegen »die Lüge« eintauschte (Röm 1,25). Gott war bis zu einem gewissen Grad beiseitegesetzt und ersetzt, die Sünde vertieft worden, und doch, das Herz des Menschen verlangte nach Anbetung, und Satan füllte das Vakuum aus, und lieferte dem Menschen ständig eine Alternative für sein Herz, bis zu dieser Zeit absoluten Niedergangs, wenn der Mensch sein tiefstes Tief der Schande erreicht, die Frucht seiner Abkehr von Gott und das Ziel allen Götzendienstes, das Auftauchen des Menschen der Sünde.
Der Ausdruck »der Mensch der Sünde« wird besser übersetzt mit »Mensch der Gesetzlosigkeit«, denn das Wort ist anomia, zusammengesetzt aus dem Wort für »Gesetz« und dem Alpha privativum (das Zeichen für »Abwesenheit, Nichtvorhandensein von«). Vgl. Einh. (»Gesetzwidrigkeit«) Interlinear (»Ungesetzlichkeit«), Jerusalemer, Konkordante, Menge, MNT, Rev Elberf (»Gesetzlosigkeit«), Zink (»gesetzlos«), Zürcher (»Gesetzesfeindschaft«).
Wer ist dieser »Mensch der Gesetzlosigkeit«? Wenn wir uns mit der Frage beschäftigen, müssen wir natürlich die vielen phantasievollen Auslegungen berücksichtigen, die im Lauf der Kirchengeschichte entstanden sind, besonders wenn die Heiligen es genauso wie die Thessalonicher gemacht haben, nämlich die Prophetie im Licht ihrer eigenen Erfahrung bestimmter Geschehnisse auszulegen. Darin liegt aber eine große Gefahr, die Schrift allein muß ihre eigene Auslegerin sein. Doch kamen selbst unter dieser Voraussetzung gottesfürchtige Gelehrte zu verschiedenen Ergebnissen, obgleich allgemeine Übereinstimmung darüber herrscht, daß der Apostel in den folgenden Versen ausreichende Hinweise liefert, aufgrund derer diese schreckliche Persönlichkeit identifiziert werden kann, obgleich die Antwort nicht direkt auf der Hand liegt. Es wird weithin akzeptiert, daß sich diese Stelle auf das in Offenbarung erwähnte »Tier« bezieht, aber dies kann keine vollständige Antwort sein, denn dort wird von zwei Tieren gesprochen, und man muß zugeben, daß die Züge und Eigenschaften von beiden in großem Maß zu der in unserem Kapitel gegebenen Beschreibung passen. Dies hat zu einiger Verwirrung geführt, aber es gibt unterscheidende Faktoren, die die Frage mit ausreichender Klarheit beantworten. Wenn wir Schriftwort mit Schriftwort vergleichen, scheint es klar, daß der »Mensch der Gesetzlosigkeit« das zweite Tier von Offb 13 ist, das Tier aus der Erde. Uns ist bewußt, daß viele das andere Tier in Entsprechung zu dieser furchtbaren Person sehen. Aber welche Ansicht man auch vertreten mag, muß es jedenfalls in dem Bewußtsein geschehen, daß in Fragen der Auslegung von Prophetie keiner ein besonderes Vorrecht genießt, und es deshalb auch keinen Platz für einen Parteigeist gibt. Wie in allen Fragen christlichen Wandels sind auch hier Takt und Langmut angebracht (siehe den Anhang hinsichtlich des »Menschen der Gesetzlosigkeit«),
Dieser Mensch der Gesetzlosigkeit, und wir wollen deutlich sagen, daß er ein Mensch ist und nicht ein System, ist die Inkarnation des Bösen, wie Christus die Fleischwerdung alles Heiligen, Guten und Wahren ist. Der Ausdruck »Gesetzlosigkeit« zeigt seinen Charakter. Anomia bedeutet ohne jegliches Gesetz, und dies wird auch in seiner Beschreibung durch Daniel als »nach seinem Gutdünken handelnd« (Dan 11,3.36) deutlich, was bewußte, arrogante Perversion und Eigenwillen andeutet. Der Mensch am Tiefpunkt seines Irrwegs, die Sünde ohne Begrenzung, das Fleisch ohne Schranken, die Bosheit wie ein tosender Strom ohne Ufer, keinerlei Zurückhaltung mehr, der Mensch, seinen Machenschaften überlassen, völlig ohne Gott, und Satan das Vakuum mit sich selbst ausfüllend.
»Geoffenbart« ( apokalyptô ) steht in diesem Satz an der Stelle der Betonung und bedeutet, wie bei Christus in 1,7 eine plötzliche Offenbarung von jemand, der bisher verborgen war; der Ausdruck vermittelt ganz und gar den Eindruck der Handlung einer übermenschlichen Macht. Ebenso wie Gottes Sohn geoffenbart werden wird, so wird auch Satan sein abscheuliches Gegenstück offenbaren (siehe V. 9). »Der Sohn des Verderbens« ( apôleia ) wird für Judas Iskariot in Joh 17,12 gebraucht; »Sohn« ist ein Hebraismus zur Bezeichnung von Charakter und Schicksal, hier des Verderbens (Zugrundegehens); er wird durch Aktivität charakterisiert, die ihn als für das Verderben bestimmt kennzeichnet (siehe V. 8).
Die Frage wurde gestellt, ob der »Mensch der Gesetzlosigkeit« identisch ist mit »dem Abfall«. Während wir dies verneinen müssen, denn jeder Ausdruck hat den bestimmten Artikel, ist es doch notwendig, das Geschehen und die Person als eng miteinander verknüpft zu sehen. Abfall zeigte sich bereits seit den frühesten Zeiten der Gemeinde (1.Joh 2,18), ebenso wie in Israel; doch in der Endzeit wird er sich beschleunigen und seinen furchtbaren Gipfelpunkt erreichen, wenn die Gemeinde heim in die Herrlichkeit gerufen worden ist. Die extreme Abscheulichkeit dieses Gott verwerfenden Zustands wird dann so reifen (wenn für solch schreckliche Umstände dieses Wort gebraucht werden darf), daß sie das Auftauchen des Mannes nötig macht, der sie personifiziert. So ist also »der Abfall« das Geschehen selbst, der »Mensch der Gesetzlosigkeit« das Ziel, das sein Anstifter, Satan, im Auge hatte bei der Verfolgung seiner Absicht, Gott zu entthronen und sich selbst weltweit verehren zu lassen (Jes 14,12-15). Der Geist des Antichristen verleugnet den Vater und den Sohn in jedem Zeitalter, aber zu jener Zeit wird dies einen derartigen Grad erreichen, daß diese Leugnung ihren Mittelpunkt in einer Person hat, die sie durch öffentliches Gesetz geschehen läßt. Dann wird einerseits Israel Jahwe Gott und Seinen Messias verleugnen, und andererseits die Hurenkirche Christus und den Vater, den Er geoffenbart hat. Auf diese Weise steht der Weg offen für das Tier und seinen Anspruch, Gott zu sein und für Juden und Nationen einheitlich einen falschen Christus zu proklamieren.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Unser zwanzigstes Jahrhundert hat den Höhepunkt dieses Verderbungsprozesses erreicht. Während der neunzehnhundert Jahre seit den Tagen der Apostel Christi gab es einen grossen Abfall von dem „Glauben, der ein für allemal den Heiligen überliefert worden ist“. (Judas 3, NW) Die treuen Apostel und die hebräischen Propheten vor ihnen, und in der Tat die Vorbildgeschichte der Nation Israel, sagten insgesamt voraus, dass es einen grossen „Abfall“ vom ursprünglichen reinen Glauben und seiner Ausübung geben werde. Um die Mitte des ersten Jahrhunderts erklärte der Apostel Paulus, dass das „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“ schon in seinen Tagen wirksam sei, und er warnte wiederholt vor dem zu Erwartenden. (2 Thessalonicher 2:3, 7) Die Prophezeiungen dieser Dinge haben sich als inspiriert erwiesen, denn sie haben sich bewahrheitet, wie alle geschichtlichen Tatsachen es zeigen.
10 Männer, welche die Verantwortlichkeit, die Christengemeinde zu lehren und zu führen, angenommen oder ergriffen hatten, missachteten die apostolischen Warnungen. Sie erlagen gerade dem, wovor gewarnt wurde: der Philosophie dieser Welt, besonders der Platonischen Philosophie der griechischen Kultur, die mit weltlicher Weisheit eine grosse Schaustellung machte, und ferner den religiösen Überlieferungen der Menschen, die den biblischen Lehren widersprechen, sie ungültig machen und verdrängen. Schlau führten sie diese religiösen Traditionen und weltlichen Philosophien in die Christengemeinden nach und nach ein und befleckten damit deren religiösen Glauben. Davor hatte der Apostel Paulus in seinem Abschiedsbrief gerade gewarnt: „Böse Männer und Betrüger werden vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten, indem sie irreführen und irregeführt werden.“ (2 Timotheus 3:13, NW) Nur eine kleine Minderheit folgte der Anweisung, ‚einen harten Kampf für den Glauben zu führen‘, der ursprünglich von Jesus Christus durch seine Apostel und Jünger übermittelt worden war, die unter der Inspiration des göttlichen Geistes der Wahrheit schrieben.

Wachtturm November 1950

DER Ausdruck Antichrist ist auf verschiedene Personen, Organisationen und Lehren angewandt worden. Einige bezeichneten den ausschweifenden, mörderischen römischen Kaiser Nero, der die Christen so grausam verfolgte und von dem angenommen wird, er habe den Tod des Apostels Paulus verursacht, als den Antichristen. Andere wandten die Bezeichnung auf Domitian an, der den Apostel Johannes auf die Insel Patmos verbannte. Einige bezeichneten Mohammed als den Antichristen, während viele der Reformatoren, wie die Waldenser, die Hussiten und Lollarden die Bezeichnung auf das Papsttum anwandten.
Höhere Kritik sät heute Zweifel am wirklichen Vorhandensein des Antichristen, den Gottes Wort erwähnt. So heißt es in Harpers Bible Dictionary (1952) unter dem Titel „Antichrist“: „Die Idee von einem Konflikt zwischen den Mächten des Guten und des Bösen erschien schon in einer sehr frühen babylonischen Mythe, wurde im persischen Denken vorherrschend und fand ihren Weg in jüdische Glaubensansichten und in die christliche Lehre über den Zweiten Advent.“ Doch führen jene, die an die Bibel als Gottes Wort glauben, den Antichristen nicht auf eine babylonische Mythe zurück, sondern auf den Garten Eden, wo Gott gesagt hatte, er werde Feindschaft setzen zwischen dem Samen seiner Organisation, „dem Weibe“, und dem Samen der Schlange, Satans, des Teufels. — 1 Mose 3:15.
Der Ausdruck „Antichrist(en)“ ist nur fünfmal in der Bibel zu finden, und dies nur in den Schriften des Apostels Johannes. Den Antichristen seiner Tage kennzeichnend, schrieb Johannes: „Viele Verführer [Irreführer] sind in die Welt ausgegangen, Personen, die nicht Jesus Christus als im Fleische kommend bekennen. Dies ist der Verführer und der Antichrist.“ Und den Antichristen noch weiter kennzeichnend: „Wer ist der Lügner, wenn nicht der, welcher leugnet, daß Jesus der Christus ist? Dieser ist der Antichrist.“ — 2 Johannes 7; 1 Johannes 2:22, 18, NW.
Jesus sagte das Kommen des Antichristen voraus: „Denn falsche Christusse und falsche Propheten werden aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.“ Auch der Apostel Paulus sagte es voraus: „Laßt euch von niemand auf irgendeine Weise verführen, denn [der Tag Jehovas] wird nicht kommen, es sei denn, daß zuerst der Abfall komme und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart werde, der Sohn des Verderbens.“ Gleichwie Johannes tat Paulus kund: „Das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit ist schon am Werk“, nämlich schon in seinen Tagen, und sagte, daß es „gemäß der Wirksamkeit Satans“ war. — Matthäus 24:24; 2 Thessalonicher 2:3, 7, 9, NW.

Wachtturm 15.August 1955

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