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Über Weltverbesserer
„Ich möchte also zum Schluss noch ein gutes Wort für die nicht besonders fleißigen Armen einlegen. Zumindest tun sie niemandem weh. Insofern die Zeit, die sie sich von der Arbeit freinehmen, mit Freunden und der Familie verbracht wird, indem sie die Menschen, die sie lieben, genießen und für sie sorgen, verbessern sie die Welt wahrscheinlich mehr, als wir anerkennen.“ David Graeber, 1961–2020Via trueten.de
Der Tod der Eigenverantwortung oder: Vielleicht war diese ganze „Präsidenten“- Sache doch eine schlechte Idee
Diese Woche hat der Präsident der Vereinigten Staaten Völkermord versprochen, und alle (mich eingeschlossen) warten darauf, dass andere sich darum kümmern. „Wo sind die Revolutionäre?“, posten die Leute. „Warum sind die Straßen nicht voller Anti-Kriegs-Demonstranten?“, posten die Leute. „Warum wurde der 25. Verfassungszusatz nicht angewendet, um Trump aus dem Amt zu entfernen?“, posten die Leute.
Hier bin ich und poste. Vor ein paar Jahrzehnten nahm ich die Fähre von Finnland nach Schweden, dank der Freundlichkeit einiger Fremder, die beschlossen hatten, mir in einer Schwulenbar in Helsinki Geld zu geben. Nun ja, eigentlich lag ich draußen bewusstlos in der Gosse, aber diese Geschichte müssen wir nicht erzählen. Wichtig war, dass ich auf einer Nachtfähre war und diejenigen von uns, die kein Geld für Privatzimmer hatten, alle auf Sitzen oder auf dem Teppichboden im Hauptdeck schliefen.
Kurz bevor wir Stockholm erreichten, fing ein Mann an, seine Frau auf Schwedisch anzuschreien, und wir alle, etwa dreißig Leute, starrten entsetzt hin, und lange Zeit tat keiner von uns etwas. Ich dachte mir: „Alle anderen um mich herum wissen, was gesagt wird, also liegt es an ihnen, etwas zu tun.“ Ich weiß nicht, welche Ausrede sich alle anderen um mich herum ausgedacht haben, aber sie haben sich jedenfalls aus dem Staub gemacht. Vielleicht dachten sie, das sei eine Sache für die Polizei.
Schließlich hob der Mann die Faust. Ich und ein junger Mann standen auf und gingen auf den Angreifer zu. Ich glaube, ich habe „Was zum Teufel!“ geschrien, aber ich bin mir nicht sicher. Der Mann senkte die Faust, eingeschüchtert und verstummt.
Ich bezweifle, dass ich viel dazu beigetragen habe, das Problem langfristig zu lösen, aber ich bin gleichermaßen stolz auf mich, dass ich mich gewehrt habe, und beschämt, dass es so lange gedauert hat.
Seitdem habe ich über den Bystander-Effekt nachgedacht. Wie es in einer Menschenmenge leicht ist zu glauben, dass die Lösung eines Problems in der Verantwortung von jemand anderem liegt.
Hier sind wir nun, im Jahr 2026. Die USA werden von einem verrückten König regiert, und keiner von uns weiß, was zu tun ist.
Wir befinden uns gerade in einer seltsamen Zwickmühle, in der niemand das Gefühl hat, viel Einfluss zu haben.
Die demokratischen Politiker im Kongress (diejenigen, die tatsächlich versuchen, die Welt zu verbessern) fühlen sich machtlos, weil sie nicht die Mehrheit haben und auf die Wahlen warten. Es mag stimmen, dass sie machtlos sind, aber es wirkt wie Karrierismus, wenn sie zahnlose Erklärungen über eine Abstimmung zum Amtsenthebungsverfahren veröffentlichen.
Unterdessen wirken die blauen Staaten machtlos, weil sie nicht diejenigen sein wollen, die einen Streit mit der Bundesregierung anzetteln und einen Bürgerkrieg auslösen. Das ist eine berechtigte Sorge: Es gibt keinen konkreten Grund zu der Annahme, dass die antifaschistische Seite einen offenen Krieg zwischen Blau und Rot gewinnen würde. Doch jeder Bürgermeister und Gouverneur, der seine Polizei nicht damit beauftragt, ICE-Beamte festzunehmen, gibt zu, dass das Gesetz (und die Moral) für ihn weniger wichtig sind als die Machtstrukturen. Sie geben zu, dass Gesetze nur existieren, um die Handlungen der Machtlosen zu kontrollieren.
Die Angst vor einem Bürgerkrieg erklärt nicht, warum die blauen Staaten ihr politisches Kapital darauf verwenden, ihre eigene Bevölkerung durch Gesetze gegen den zweiten Verfassungszusatz zu entwaffnen. Wenn es jemals einen Moment gab, in dem wir wollen, dass Liberale und Progressive Zugang zu Schusswaffen haben, dann ist es genau jetzt, am Rande eines groß angelegten Konflikts. Es erklärt auch nicht, warum die blauen Staaten sich beeilen, Gesetze zu verabschieden, die in die Privatsphäre eingreifen, wie die Altersüberprüfungssysteme, die versprechen, die Anonymität im Internet zu zerstören, oder Gesetze gegen 3D-Druck, die den Menschen das Recht nehmen, zu forschen und zu erschaffen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "The Death of Agency or: maybe this whole "president" thing was a bad idea" von Margaret Killjoy / @margaret vom 08. April 2026
#Anarchismus #Revolution #Stellvertreterdenken #NoKings #Reformismus #DonaldTrump
Immer noch viel zu viele Menschys die denken unser Staat wäre nicht autoritär, nur weil es noch autoritärere Staaten gibt.
Synthetischer Anarchismus ist alternativlos.
RAT - Rotzfreches Anarcha Treffen in Mainz
Haus Mainusch, Mainz, Sonntag, 12. April um 15:00 MESZ
Das RAT ist diesen Monat ausnahmsweise am zweiten Sonntag im Monat (12.04.26)!! Die Uhrzeit und der Ort bleiben gleich. Das Rotzfreches Anarcha Treffen ist im April am 12.04.26 um 15 Uhr im Haus Mainusch in Mainz (Staudingerweg 23). Wir freuen uns auf euch <3
-> Wir wollen einen Raum öffnen, um miteinander in Kontakt und Austausch zu kommen.
-> Wir wollen Ressourcen teilen und bei einem Tee/Kaffee und leckeren Keksen über anarchistischen Aktivismus in Mainz und Umgebung sprechen
Ob in einer Gruppe, auf Gruppensuche oder alleine, wir freuen uns über alle Perspektiven!
All Gender, no Macker!
Wir bitten euch Handys wenn möglich zuhause zu lassen oder ein paar Stationen vorher den Flugmodus einzuschalten. Bitte beachtet das es sich dennoch um eine offene/öffentliche Veranstaltung handelt. Trotz Handyfreiem Raum, bitten wir um Vorsicht.
Die Berriereinformationen zum Veranstaltungsort können der Webseite entnommen werden.
https://haus-mainusch.de/info/awarenesskonzept/
Anarchistische Grüße
https://events.rheinmain.social/event/rat-rotzfreches-anarcha-treffen-in-mainz
Die künftige soziale Revolution muss dem Umstand Rechnung tragen, dass die von ihr vom Kapitalismus geerbte Industrie und Landwirtschaft in den Entwicklungsstufen ihrer verschiedenen Zweige nicht gleichförmig sein würden.
-- Gregori Maximoff
Happy Birthday Gustav Landauer!
🖤
„Der kombinierte Sinnenverstand des Menschen erfährt Erlebnisse, die er in Konstruktionen des Seins umwandelt. Gedächtnis und Sprache kommen dazu und arbeiten in derselben Richtung weiter: ein neues Stockwerk von Konstruktionen des Seins wird aufgesetzt. So haben wir feste, isolierte Dinge als Träger alles Geschehens, Wirkens und Änderns, und als Behältnisse für sie oder auch als neue Selbstständigkeiten Begriffe, Abstraktionen usw. Die Aufgabe der exakten Wissenschaft ist nun, dieses Sein, das um unsere Sinne und unserer Verständigung willen von uns geschaffen worden ist, wieder in Werden zurückzuverwandeln. Die Begriffe werden zertrümmert und flüssig gemacht, die Dinge schwirren unter dem Druck der Vergleichung und Besinnung auseinander wie Sonnenstäubchen: und siehe, es ist alles anders geworden, als Worte und Augen der Menschen gefabelt hatten.“ (Landauer 1907, "Die Revolution")
Warum werden eigentlich nie Kommunist*innen oder Anarchist*innen in Talkshows oder andere Gesprächsformate eingeladen?
Haben Demokrat*innen Angst vor einer Debatte oder was ist es?
Ist ja nicht gerade so, als dass sich die Demokratie sich als der heilige Gral erwiesen hätte.