15.5.02025

Auflösung | Vermischtes | Erklärungsversuch

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15.5.02025 – Kümmerles Weblog

Beitragsfoto: Kerzen | © Pexels auf Pixabay

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Vermischtes

Kevin Kühnert macht sich vom Acker und baut darauf, dass ihm die SPD fortan sein Luxusleben weiter sichert. Spätestens seit Helmut Kohl ist dies bei uns Staatsräson. Wenn es keine freie oder neue Bundesagentur mehr gibt und auch sämtliche „Staatsbetriebe“ schon vergeben sind, könnte doch zumindest ein CumEx-Aufsichtsrat (die Verbindungen der SPD dorthin sind bestens) oder der Botschafterposten im Vatikan (die CDU hilft sicherlich gerne) freiwerden.

Erfreulich, dass wir einen Nachfolger für mich als Vorsitzenden der Freien Wähler gefunden haben. Nun ist es an der Zeit, um zur Seite zu treten und der Jugend Platz zu machen. Ich bleibe noch auf Wunsch eine Weile beratend tätig, bin aber selbst davon überzeugt, dass man meine Expertise eigentlich nicht mehr benötigt — die „wesentliche eigene Leistung“ (Fachbegriff) ist erbracht und so wird es für den Verein weiter vorwärts gehen, mit mir aber auch ohne mich.

Ach ja, die SPD und andere wollen in Heilbronn nun die Neckarhalde überdachen, dabei haben sie meine jüngsten entsprechenden Vorschläge wohl nicht so ganz richtig verstanden. Für mich sind Bäder wichtige Infrastruktur, um den Bürgern das Schwimmenlernen wie auch den Schwimmsport zu ermöglichen. Nicht wie von der Stadtspitze seit Jahren gewollt und gefördert, auch noch im Wasser zu trinken, zu essen, zu rauchen und ansonsten dort nur dumm herumzustehen — ok, man tratscht dabei auch noch gerne mit seinesgleichen. Und so wird der Gemeinderat demnächst auch noch dafür sorgen, dass selbst die Neckarhalde nun zu einem reinen Planschbecken und „Wasserbesen“ (neue Wortschöpfung) wird. Apropos Leistungssport in Heilbronn, wohl nur dann, wenn Besenbesuche olympisch werden!

Gleich morgen gibt es ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern, danach geht jeder von uns in seine eigene Vorlesung bzw. Seminar, mittags sitzen wir erneut kurz zusammen bevor jeder wieder in seinem Seminar verschwindet. Ich bin schon jetzt gespannt darauf, ob die Seminaristen mit eigenen Ideen aufwarten können.

7. Oktober

Heute vor einem Jahr verantwortete die Hamas den brutalsten Völkermord an wehrlosen Israelis seit dem Yom Kippur Krieg. Hemmungslose Lustmörder schändeten dabei Frauen und Kinder, folterten Menschen zu Tode und verschleppten weitere unschuldige Opfer meist auf Nimmerwiedersehen.

Derweil tanzten Palästinenser und Muslime weltweit vor Begeisterung und feierten jedes einzelne Mordopfer. Mir klingen heute noch die Freudengesänge selbst von bei uns Asylsuchenden in den Ohren, welche nicht nur in Berlin und Heilbronn die Ausrottung Israels forderten.

Verantwortliche Religionsführer und die üblichen Verdächtigen unserer eigenen „Friedensbewegten“ schwiegen und schweigen noch heute — ihr abgrundtiefer Antisemitismus lässt alles Menschliche in ihnen verdorren.

Kurz darauf begannen sich die Israelis zu wehren, was leider unvermeidbar weitere unschuldige Leben kostete und auch noch kosten wird.

Seitdem müssen wir das erbärmliche Klagen und dem widerlichen Jammern von ertappten Massenmördern, deren Anstiftern und treuem Gefolge ertragen.

Und nun fordern viel zu viele erneut gebetsmühlenartig einen Frieden im Nahen Osten, dabei müsste jeder wissen, dass man mit Mördern keinen Frieden schließen kann. Wie zum Ende des Zweiten Weltkrieges auch, ist eine bedingungslose Kapitulation dieser Terrororganisationen der einzige gangbare Weg, für den Fall, dass man tatsächlich einen tragfähigen Frieden möchte.

Erschreckend wie gerade in genau dieser Sache der ÖRR (ZDF Spezial) Massenmördern und deren PR-Managern eine Bühne gaben — auch so kann man bei uns seinen eigenen Antisemitismus ganz gefahrlos ausleben.

Führerschein

Da ein Führerschein immer weniger ein Nachweis dafür ist, dass sein Besitzer auch Autofahren kann, sollte man schleunigst damit beginnen und ein wenig mehr Transparenz in die Sache bringen.

Mein Vorschlag: bei jedem Unfall oder schwereren Verkehrsdelikt wird zusätzlich mit angegeben bei wem der Fahrer seine Fahrstunden und -prüfung absolviert hat. Im Falle, dass eine Fahrschule überdurchschnittlich viele Unfallfahrer und Kriminelle hervorbringt, verliert diese ihre Lizenz.

Zudem sollte bei Todesfällen immer geprüft werden, ob man den Prüfer nicht mit in Haftung nehmen kann — ein Führerschein hat etwas mit Reife und Fahrvermögen zu tun und sollte nicht einfach nur so gekauft werden können.

Auch könnte man einmal prüfen, warum sich so viele Heilbronner Stadtbusfahrer bei jedem Zebrastreifen (ganz besonders jenen in der Wollhausstraße) immer öfters überlegen, ob sie bremsen sollen oder nicht — auch bei deren Schulung scheint es große Mängel zu geben.

„Wo auch immer du dich versteckst, menschliche Übel umtosen dich.“

Seneca, 10. Buch, 82. Brief (2018: 659)

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#Antisemitismus #Berlin #CDU #CumEx #FreieWähler #Neckarhalde #ÖRR #SPD #Terrorismus #Vatikanstadt #Wollhausstraße #ZDF

Beitragsfotos: Newport Beach | © Maximilian Kümmerle

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Gesundbrunnen

Zu seiner Eröffnung pilgerte ich noch mit einem Freund in den Gesundbrunnen. Später genossen wir so manchen Sommer den Wasserpilz. Als ich dann aber anfing, meine Bahnen zu ziehen, wechselte ich wieder in die Neckarhalde. Dort leistete ich auch den Großteil meiner Rettungswachen ab.

Heute können wir in der Heilbronner Stimme (2.9.2024: 28) lesen, dass das Bad am 8. September 2024 erneut unseren Hunden zur Verfügung gestellt wird. Ich gönne es den Vierbeinern und schlimmer als so manch anderer Badegast werden sie auch nicht sein, ganz im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass das Bad abends in einem besseren Zustand sein wird.

Für eine aufstrebende Großstadt hätte ich noch eine weitere Idee, man lässt die Neckarhalde ganzjährig für Schwimmer geöffnet. Man könnte die Anlage sogar renovieren und im ersten Obergeschoss z. B. Warmluftduschen einrichten.

Labor Day

Der findet seit 1882 in den USA am ersten Montag im September statt und ist seit 1894 ein gesetzlicher Feiertag. Dieses Mal war es mir nicht vergönnt, auch nur einen Feiertag in den Staaten zu verbringen, mein Ältester nutzt den Tag allerdings, um aus Kalifornien zurückzureisen.

Ich bin derweil immer noch dabei, die gestrigen Wahlergebnisse in Thüringen und Sachsen zu verdauen. Wenigstens sind die Sachsen dabei nicht ganz so wild abgeschmiert wie die Thüringer. Meiner Überzeugung nach ist es weiterhin keine gute Idee, wirklich jedem die Transferzahlungen einfach nur so „in den Hintern zu schieben“ — egal ob reich oder arm, dies verdirbt einzig und alleine den Charakter.

Schlimmer, es verhindert dazu auch noch, dass ungebildete Menschen sich wenigstens ein wenig zivilisieren. Sie haben überhaupt keine Anreize, um etwas bessere Menschen zu werden.

Neckarhalde

Gestern Abend wagte ich es dann doch noch ein paar Runden und dies kurz vor Badeschluss zu ziehen. Mindestens zwei Polizeistreifen und Menschen von einem Sicherheitsdienst waren schon vor Ort.

Und auch die Vertreter der „Müllkulturen“ hatten wieder ihre Spuren hinterlassen. Morgens ist das Schwimmbad stets in einem sehr guten Zustand, die Stadtverwaltung lässt sich da inzwischen nicht mehr lumpen. Abends dann gleicht das Bad jedes Mal einer Müllhalde, und als ich ins Wasser ging, war dieses bereits bräunlichgrau und mit den üblichen Schwebstoffen garniert. Wir konnten nur froh sein, dass das Gesundheitsamt keine Proben genommen hat — man hätte das Bad wohl schließen müssen.

Zu meiner Schwimmaufsichtszeit Anfang der 1980er-Jahre hatten wir ab 5 % Fäkalienanteil noch so viel Chlor hinzugeschüttet, dass einem die Augen tränten und gut war es wieder; so verfärbt wie heute war das Wasser da allerdings noch nicht.

Wie vermisse ich den Strand von Newport Beach, selbst wenn ich es schon lange nicht mehr schaffe, von Pier zu Pier zu schwimmen.

Und so langsam verstehe ich es, warum Dieter Schwarz ein eigenes Schwimmbad in Heilbronn errichten lassen möchte. So wie unsere städtischen Bäder bevölkert sind, zieht man keine Leistungsträger nach Heilbronn — die ekeln sich nicht nur, die nehmen gleich wieder reiß aus.

Und mit der Bahn einfach zur Arbeit nach Heilbronn ein- und wieder auszupendeln geht auch künftig nicht.

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#Gesundbrunnen #Idee #Neckarhalde #NewportBeach #Sauberkeit

Beitragsfoto: ICE | © Bettina Kümmerle

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Auf den zweiten Blick

Das obige Bild ist meiner besseren Hälfte sehr gut gelungen und wir alle hoffen, dass Heilbronn bald wieder an das europäische Schienennetz angebunden, zumindest aber einmal an die Stuttgarter S-Bahn angeschlossen wird — die Badener haben uns da schon etwas schneller einverleibt.

Wenn man das Bild etwas genauer betrachtet, erkennt man im Hintergrund Deutschlands größte Privatschule, die übrigens wie sämtliche Schulen in Deutschland mit Steuermitteln betrieben wird. Denke man nun an die vielen Helikoptereltern, die künftig mit dem SUV (Hubschrauberlandeplatz gibt es im Neckarbogen noch nicht) ihre Kinder zur Schule begleiten, dann steht zu befürchten, dass bald der Schienenverkehr eingeschränkt wird, um die Lernerfolge dieser besseren Kinder nicht zu gefährden. Zumindest aber wird während der Abiturzeit der Deutschlandtakt ausgesetzt werden — da lässt sich Dieter Schwarz nicht lumpen.

Vermischtes

Die Neckarhalde zeigte sich gestern von ihrer besten Seite. Wäre ich noch fit, hätte ich es voll und ganz nutzen können — ein Ansporn wieder etwas mehr zu tun.

Ach, wenn man sich tatsächlich einmal über Polizeiarbeit beklagen möchte, dann kann man sich vielleicht fragen, warum alleine in Baden-Württemberg über 25 000 Haftbefehle offen sind (Heilbronner Stimme, 28.8.2024: 5). Dies könnte auch mit der jahrzehntelang mangelnden Qualifizierung des Polizeiapparates unter zeitgleicher Reduzierung des Personalbestandes zu tun haben. Beides hat etwas mit fehlendem politischen Willen zu tun — oder einfach nur mit dem Unverstand unserer Regierungsvertreter.

Und auch in Heilbronn schlagen unsere Gemeinderäte wieder zu. Erst lassen sie die Stadt verkommen und dann lassen sie sich feiern, weil sie mehr Sauberkeit fordern. Ich will aber nicht meckern, die CDU nimmt sich wieder einmal einer meiner Forderungen an. Vor gut vier Jahren forderte ich für Heilbronn bereits Müll-Sheriffs. Nach jahrelanger Untätigkeit möchten die CDU-Gemeinderäte nun eine Müll-Spezialeinheit. Das freut mich, genau wie sie inzwischen auch Hausboote und eine Markthalle fordern.

Mich würde es schon freuen, wenn unsere Gemeinderäte wenigstens das bekannte Nazi-Porträt aus dem Rathaus entfernen und vielleicht sogar einmal für Transparenz im Rathaus sorgen — das kostet nicht einmal etwas!

Großes Kino

Normalerweise lassen bei uns verdeckte Ermittler Verdächtige nur gegen Hauswände pinkeln während Polizisten dem Ärger in der Fußgängerzone gekonnt im Auto ausweichen und ab und zu noch Polizistinnen mit ihren Ponys den Neckar entlang reiten. Eigentlich ist die Welt in Heilbronn voll in Ordnung.

Gestern aber durfte ich ganz plötzlich und dies fast hollywoodreif eine Polizeiaktion in der Urbanstraße miterleben; wären da nicht die Blaulichter gewesen, hätte ich auf russische Mafia getippt. Ok, am Ende war es dann ein Ausreisepflichtiger, der wohl zur Strecke gebracht wurde.

Zuvor noch hat die Stadt Heilbronn eine Sicherheitsfirma entlassen, weil sie großstädtische Verhältnisse in Heilbronn erkannt haben wollte — was der Heilbronner Vogel-Strauß-Politik im Rathaus sichtlich missfiel.

Und nun verhängt man eine Waffenverbotszone nach der anderen, immer mehr Heilbronner sehen bereits an jeder Ecke gleich mehrere Messerstecher stehen — wobei es bisher nur ein russischer Rentner war, der auf Flüchtlinge einstach. Selbst das Weindorf läuft inzwischen Gefahr zur Kriegszone ausgerufen zu werden.

Da passt es ganz gut, dass die Heilbronner Stimme (28.8.2024: 1) unsere Stadt nun auch noch zur Drogenhochburg kürt — ganz selbstverständlich haben dies alle Gemeinderäte schon immer gewusst haben wollen.

Getoppt wurde das Ganze aber von der Tatsache, dass mein Jüngster mit einem ICE aus Brüssel kommend in Heilbronn ankam.

Bei so viel Kino habe ich sogleich noch einen Tim Burton-Abend drangehängt.

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#Brüssel #CDU #Hollywood #Humor #ICE #Infrastruktur #Neckarbogen #Neckarhalde #Stuttgart #Urbanstraße #Weindorf

Beitragsfoto: Kunst

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Vermischtes

Wegen der Temperatur wurde der gestrige Tanzabend etwas kürzer als geplant, nichtsdestotrotz war es ein gelungener Abend und bis auf jene beim Paso doble und Tango Argentino konnten wir alle unsere Figuren üben.

Die Abkühlung erfolgt dann heute in der Neckarhalde; mal schauen, wie viele Bahnen ich ziehen kann.

Aktuell wird bei vielen Bloggern darüber nachgedacht, warum die US-Presse und andere Medien Donald Trumps oder die Aussagen von anderen GOP-Politikern so völlig ungefiltert wiedergeben. Jüngst verglich ein New York Times Journalist die Aussagen von Kamala Harris und Donald Trump miteinander und hat dabei selbst die abstrusesten Lügen Trumps einfach so im Artikel stehen lassen. Ich habe ihn nun mal angeschrieben und gefragt, was denn das Rational dahinter ist. Vielleicht gibt es eine plausible Begründung dafür, warum man selbst ganz bewusste und sofort feststellbare Lügen von Politikern einfach so weiterverbreitet.

Ich vermute, dass der Trumpismus einfach nur der aktuelle Höhepunkt politischer Aussagen ist und wirklich keiner mehr Aussagen von Politikern ernst zu nehmen scheint — frei nach, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Diesbezüglich war ein gestriges Interview von Donald Trump aber kaum noch zu übertreffen. Wenn er verliert, dann müssen US-Amerikaner damit rechnen, über 100 % Steuern zu zahlen, aber wenn er gewinnt, dann werden die Sprit- und Energiepreise sofort um mehr als 50 % reduziert — den Republikanern wird der Sieg wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Aber auch bei uns weiß man, wie man Wahlen gewinnt. Ich zitiere Stefan Pfeiffer (Gequirlter Murks, Porsches in der Innenstadt und mehr in der Wochenschau):

„Lindners Traum, so spottet man nun in Berlin, ist der: Einfach ins Auto steigen, schnell mal in die City fahren, dort gratis direkt vor dem Laden parken und Polierlack kaufen [saufen].“

Sollte es den einen oder andern AfD-Wähler nun zur FDP bewegen, könnte man fast noch mit einer solchen Politik leben.

Aus dem Leben

Damals — ist schon eine ganze Weile her — gab es bei uns auf dem Campus einen Laden. Schon an den Preisen konnte man feststellen, dass es der einzige war. Auch gab es die Eigenart, an die eigene Butzentür einen Hinweis zu heften, wo man gerade war. Einer meiner Kommilitonen wurde ganz zurecht für den Hinweis bestraft, dass er sich „beim Juden“ befindet. Man sage aber nicht, Menschen seien nicht lernfähig: der neue Hinweis lautete: „beim Ferengi“.

Jahre später war das Zusammenwachsen deutscher und französischer Einheiten nicht immer ganz so harmonisch wie es gerne kolportiert wurde. Flüche in beiden Sprachen waren an der Tagesordnung. Der Fluch „Scheiß Franzosen“ wurde allerdings von der Führung vehement bekämpft und so dauert es nicht sehr lange, dass sich Soldaten über die „Scheiß Japaner“ echauffierten. Für mich später ein Hoffnungsschimmer als ich die ersten französischen Soldaten „Baise japonaise“ oder gar „Scheiß Japaner“ fluchen hörte.

Spaziergang

Der gestrige Spaziergang war sehr erfreulich, denn wir konnten ein paar Ehrenamtliche bei einer Aufräumaktion im und am Neckar beobachten. Erstaunlich, was die drei alles in kurzer Zeit so aus dem Neckar zogen: ich sah einen Rollstuhl, einen E-Scooter des örtlichen Verleihers, mehrere Einkaufswägen, Gartenstühle, Fahrräder und viel sonstigen Schrott.

Was mich davon überzeugte, dass es wieder einmal an der Zeit ist, den Neckar im Stadtgebiet trockenzulegen und vollständig vom Müll zu befreien. Eine Aktion, die man bei uns in Heilbronn gut und gerne alle vier Jahre wiederholen könnte. Wenn man das Stadtgebiet und den Stadtwald noch mit einbezieht, wäre es sogar ein Müll-Triathlon. Und da alle vier Jahre veranstaltet, im wahrsten Sinne des Wortes olympiadisch. Aber noch besser, der OB könnte Heilbronn damit auch noch zur Olympia-Stadt küren!

Den gesamten Müll könnte man schließlich regelmäßig auf dem Gelände des ehemaligen Süddeutschen Eisenbahnmuseums auftürmen und damit über die Jahre hinweg ein Gesamtkunstwerk schaffen. Das Ganze noch in einem Plexiglaswürfel mit 75 Meter Kantenlänge, der dann sogar von der Autobahn oder vom Neckar aus beim Vorbeifahren gesehen würde.

Platte des Tages

Heute ist es das 22. Studioalbum von Miles Davis. Es wurde bereits am 2. März und am 22. April 1959 in New York eingespielt. Dieses Album liegt schon etwas länger auf meinem Server und ich habe mir auch noch die entsprechende LP gegönnt. Die Platte heißt übrigens „Kind of Blue“ und dürfte das erfolgreichste Jazz-Album aller Zeiten sein.

Abgemischt wurde das Album von Fred Plaut aus München. Neben Miles Davis spielen Cannonball Adderley, John Coltrane, Bill Evans, Paul Chambers, Jimmy Cobb und bei einem Stück („Freddie Freeloader“) sitzt Wynton Kelly am Klavier.

Das Album wurde übrigens am 17. August 1959 veröffentlicht, das ist nun auch schon 65 Jahre und einen ganzen Tag her. Meine Lieblingsplatte von Miles Davis ist aber weiterhin die etwas mehr dahinplätschernde „Sketches of Spain“, die am 18. Juli 1960 veröffentlicht wurde. 

„Für Chinesen gibt es … weder nur eine Wahrheit noch ewige Wahrheiten, sondern nur situative, relative Wahrheiten. Gesetze, Vorschriften, Richtlinien betrachten sie daher eher als unverbindliche Ratgeber. Ob sie diese befolgen, kommt auf die konkrete Situation an.“

Stefan Baron & Guangyan Yin-Baron (2018: 145)

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#ADTV #AfD #EScooter #FDP #GOP #München #Neckarhalde #NewYork #Sauberkeit #Spazieren

Beitragsfoto: Käthchen von Heilbronn|© Shutterstock

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Erfreulich

Neben all den aktuellen Herausforderungen, die mir heute u. a. das Käffchen mit Detlef Stern verwehren, gibt es immer wieder auch sehr erfreuliche Dinge, wie z. B. das Sommer-Tanzprogramm oder eine halbwegs freie Bahn in der Neckarhalde — man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Da ich heute auf ein stets anregendes Gespräch verzichten muss, erwähne ich einen schon etwas älteren Blog-Beitrag von Detlef Stern zum Thema Ethik aus 2015. Ethik, Moral und das Bohren dicker Bretter wären wohl Thema gewesen, neben den üblichen eher nerdigen Topics.

Erfreulich die jüngsten Zusagen zu den Hertensteiner Gesprächen, die diese Gespräche immer mehr zu einem überregional bedeutenden Forum für europäische Fragestellungen machen. Auch der SWR ist nun mit an Bord, und so hoffe ich einmal, dass die Heilbronner Stimme etwas umfangreicher von diesem Ereignis berichten wird.

Erfreulich auch, dass alle demokratischen Parteien Vertreter zu den Gesprächen entsenden, eine sehr gute Gelegenheit, um mit der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Und für die Bürger eine gute Gelegenheit, um ihre jeweiligen Volksvertreter aus nächster Nähe zu erleben und besser kennenzulernen.

Wollhaus

Und auch das Wollhaus soll — für alle Verantwortlichen ganz überraschend — eine unendliche Geschichte bleiben. Es wäre wohl besser gewesen, wenn sich Rathaus und Gemeinderat zuerst an einer Nummer kleiner versucht und für mehr öffentliche Toiletten und ein wenig mehr Sauberkeit in der Stadt gesorgt hätten.

Für eine Großstadt wie Heilbronn reicht ein Dieter Schwarz alleine bei weitem nicht aus. Wir müssen als Bürger bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden, dabei auch das eine oder andere Nazi-Porträt abhängen und vor allem dafür sorgen, dass Kompetenz und Verantwortung sowohl ins Rathaus als auch in den Gemeinderat einziehen.

Wer immer alles beim Alten belässt und dabei Veränderung wünscht, wird irgendwann von der Realität eingeholt werden. Dabei haben wir in Heilbronn nicht nur Probleme und Herausforderungen, wir haben auch Chancen, eine ganze Menge, um genau zu sein!

Und so ist es schon einmal ganz gut, dass wenigstens die 89 Mietwohnungen in der Happelstraße fertiggestellt werden; eine Bank und ein Investor haben eine Einigung und dies auch zum Wohle unserer Stadt gefunden und getroffen.

Käthchen

Kaum zu glauben, aber in der Causa Käthchen kommt nach all den Jahren doch noch etwas Bewegung ins Spiel. Laut dem in Sachen Rathausspitze bestens informierten Uwe Ralf Heer (Heilbronner Stimme, 16.8.2024: 21) denkt man nun darüber nach, wenigstens in dieser Sache in Heilbronn etwas mit der Zeit zu gehen. Man diskutiert schon einmal „heftig“, ob man die Wahl des Käthchens abschaffen soll. Man bringt sogar ein KI-Käthchen mit ins Spiel, was unsere Weindorf-, Hasenmahl- und NS-Bilderstadt (aka „Wissens- und KI-Stadt“) besser verkörpern soll — im Endeffekt liefe dies auf eine Beerdigung erster Klasse hinaus. Ich hoffe dabei nicht, dass das KI-Käthchen dann eher „ganz zufällig“ einer Eva Braun ähnelt.

„Wenn du einen Hund treten willst, dann vergewissere dich zuerst, wem er gehört.“

Yu Huas, Brüder (2009 [2005/2006]: 206
„Verdammt! Guck hin, wem der Hund gehört, den du schlägst.“)

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#ADTV #Happelstraße #Hasenmahl #Hertenstein #Käthchen #Neckarhalde #Schwimmen #SWR #Weindorf #Wollhaus

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

1980 ist schon eine ganze Weile her. Inzwischen wird dieses Video sogar im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. „Once in a Lifetime“ wurde auf der vierten Langspielplatte „Remain in Light“ der Talking Heads veröffentlicht. Die Gruppe gründete sich 1975 und spielte bis 1991 zusammen.

https://youtu.be/5IsSpAOD6K8?si=9KcrHqaPVm6oGbpg

„Letting the days go by (same as it ever was, same as it ever was)“

Heute noch etwas besser bekannt dürften sie wegen des nun folgenden Lieds sein.

https://youtu.be/LQiOA7euaYA?si=KV9lb4RiKgiE-4Su

„Road to Nowhere“ stammt übrigens vom Album „Little Creatures“ (1985). Fast vierzig Jahre später sind wir allesamt auch nicht sehr viel weiter und dies dürfte tatsächlich System sein.

„They can tell you what to do
But they’ll make a fool of you
And it’s alright, baby, it’s alright“

Mir persönlich gefiel aber schon immer „Psycho Killer“ am besten. Deswegen hänge ich diesen Song noch mit an. Dieses Lied findet sich übrigens auf dem Debütalbum „Talking Heads: [19]77“ und machte mir die Band von Anfang an sympathisch.

https://youtu.be/CKti7QixnJI?si=dh7wjZOdhs-ng44j

David ByrneChris Frantz, Tina Weymouth und Jerry Harrison waren die Talking Heads.

„You start a conversation, you can’t even finish it
You’re talking a lot, but you’re not saying anything
When I have nothing to say, my lips are sealed
Say something once, why say it again?“

Und wer sich nun fragt, warum ich gerade auf die Talking Heads komme, nun ja, das dürfte an den heutigen Runden in der Neckarhalde, am folgenden Spaziergang bei gut 33 Grad Celsius und den aktuellen Ereignissen liegen.

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#Musik #Neckarhalde #NewYork

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Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

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Vermischtes

Wie wir es jüngst erfahren durften, gibt es in der Stadtverwaltung erneut Ungereimtheiten. Dieses Mal im Umgang mit der sogenannten Antidiskriminierungsstelle. Dabei hat es inzwischen Tradition, dass man Stellen, die ganz offensichtlich nicht koscher sind, gerne in andere städtische Bereiche auslagert und somit ganz folgerichtig im Gemeinderat weiterhin seine Hände in Unschuld waschen kann. Und zum krönenden Schluss haben alle Gemeinderäte wieder einmal von überhaupt nichts gewusst — auch das hat bei uns Tradition. Übrigens, man kuschelt in der Heilbronner Stadtverwaltung weiterhin mit Wladimir Putin (die Treue zur Kriegsverbrecherstadt Novorossijsk wird gehalten, wohl bis zum Endsieg) und ehrt zudem im Rathaus einen Nazi, der als SS-Mann seine Treue bravourös bewies — Demokratie geht anders!

Gestern konnte ich am Morgen meine Runden in der Neckarhalde ziehen, einfach wunderbar. Und am Abend traf ich mich mit netten Menschen zum Europastammtisch (den entsprechenden Beitrag werde ich wohl heute noch auf der Website der EUROPA-UNION Heilbronn veröffentlichen). Spannend dabei, dass es dabei schwerpunktmäßig um Altgriechisch und Latein ging, zwei Sprachen, die für mich immer mehr an Bedeutung gewinnen — leider werde ich das Altgriechisch nicht mehr lernen können, aber ich werde mir das entsprechende Alphabet noch so beibringen, dass ich die Begriffe in den Büchern zumindest halbwegs entziffern kann. Noch spannender dabei die heutige Erkenntnis, dass wir Deutschen das Altgriechisch anders aussprechen als der Rest der Welt.

Erfreulich die Entwicklungen bei den 8. Hertensteiner Gesprächen. Diesbezüglich hatte ich gestern zwei sehr interessanten Telefonate. Die Hertensteiner Gespräche werden überregional immer mehr zur Kenntnis genommen. Das ist schon einmal ein sehr guter Einstieg, der dann seinen gelungenen Abschluss findet, wenn sich die Interessenten auch in Heilbronn einfinden — ich mache schon einmal mit dem Heilbronner ICE Werbung und hoffe darauf, dass es nicht nur der altbekannte und von allen gefürchtete Schienenersatzverkehr sein wird.

Ich habe selbst geboxt und diesem Sport auch bis gestern die Treue gehalten. Dies ist nun aber Geschichte, diese Olympischen Spiele sind der Grund dafür. Die Zeiten einer Regina Halmich sind nun endgültig vorbei.

Planung

Wenn ich es mir richtig überlege, dann komme ich nicht umhin daran zu glauben, dass den US-Demokraten ein wirklich guter Coup gelungen ist. Gestern konnte Kamala Harris mit Tim Walz einen sehr seriösen Vizekandidaten präsentieren. Und seit ihrer zumindest die US-Republikaner völlig überraschenden Nominierung läuft der Wahlkampf richtig gut. Zum ersten Mal seit langem liegen die Demokraten in den Umfragen in fast allen Bundesstaaten vorne; wobei die ersten lokalen US-Republikaner Kamala Harris anstatt Donald Trump als ihren Kandidaten nominieren.

Bis zur Wahl sind es keine 95 Tage mehr, wobei die GOP nun ihren gesamten Wahlkampf auf den Kopf stellen muss. Viel zu lange hat Donald Trump an seinem Wunschkandidaten festgehalten, und dieser hat ihn auch bis zuletzt in diesem Glauben gelassen.

Wenn ich es von der deutschen Politik nicht besser wüsste, dann könnte man durchaus davon überzeugt sein, dass dieses Vorgehen von Anfang an — zumindest seit gut drei Jahren — von den US-Demokraten im Weißen Haus auch so geplant wurde.

Und in ihrer völligen Verzweiflung behaupten immer mehr US-Republikaner, dass nicht nur die letzte Wahl gefälscht wurde, sondern seit ein paar Tagen auch sämtliche Umfragen gefälscht werden — von der nächsten Wahl ganz zu schweigen.

Wenn die US-Amerikaner ihr Land jetzt noch retten wollen, dann muss Kamala Harris so haushoch gewinnen, dass außer Donald Trump keiner mehr an dessen Wahlsieg glauben kann. Besser aber wäre es, wenn „Fucking Crazy“ in den kommenden 90 Tagen ganz überschnappt.

Verriss

Aus irgend einem mir heute nicht mehr bekannten Grund, hatte ich das Buch Milan Kunderas „Die Langsamkeit“ nicht bereits in den 1990er-Jahren in den Müll geworfen, sondern auf einen Bücherstapel gelegt. Und so habe ich das Buch vor Kurzem wiedergefunden und nun wohl zum zweiten Mal gelesen.

Zumindest aber haben Kundera und ich eine andere Auffassung von Langsamkeit; auch fast dreißig Jahre später, kann ich diesem Buch nichts abgewinnen. Man muss wirklich lange suchen, um wenigstens ein wenig Sinnführendes zu finden, wobei mir Kunderas „Philosophie“ noch heute verschlossen bleibt.

Milan Kundera schrieb den Roman 1995 und diesen als ersten seiner Romane auf französisch. Da mein Französisch damals noch nicht so sattelfest war, habe ich den Roman auf Deutsch — ich befürchte aber, dass er auf französisch auch nicht besser ist.

Sein Buch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ (1984) hielt ich schon damals für völlig überbewertet, so wie ich auch Pavel Kohouts „Die Henkerin“ (1993) als unerträglich empfand.

Mein Fazit ist, dass, wenn man schon literarisch in dieser Region bleiben möchte, man weiterhin an Franz Kafka festhält.

„If you know what you are doing and you know why and to what ultimate end, then you will cope better with adversity. … We need to re-plot and re-occupy the future.“

Christopher Clark (2021: 235, 237)

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#Buchhinweis #Europastammtisch #GOP #ICE #Neckarhalde #Novorossijsk #Prag

Beitragsfoto: Neckarhalde

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Rundschreiben

Gestern war es dann doch noch so weit und ich konnte mein Rundschreiben veröffentlichen. Von ehemals über 500 Abonnenten sind immer noch 204 übrig geblieben, da will ich nicht meckern. Bis dato haben 87 Leser das Rundschreiben zumindest zur Kenntnis genommen — dennoch könnte auch während der Urlaubszeit diese Rate etwas besser sein. Deshalb werde ich das Rundschreiben heute nochmals veröffentlichen, was manche wieder als „penetrant“ degoutieren werden.

Da es jedem frei steht, dieses Rundschreiben zu abonnieren, aber auch wieder abzubestellen, sei es mir derweil erlaubt, bei den Abonnenten um etwas mehr Aufmerksamkeit zu werben. Und sollte es dereinst keine Abonnenten mehr geben, habe ich wieder etwas mehr Zeit, um mich meinen Büchern zu widmen.

Was mich nun wieder zu den Social Media bringt. Jene von mir noch genutzten habe ich eigentlich nur noch deshalb, weil deren Logos auf dem Weblog schick aussehen, zumindest nach meinem Geschmack. Deshalb sollte sich kein Leser wundern, wenn demnächst auch diese Social Media-Links verschwunden sein werden. Ich habe meine Social Media-Konten schon so oft gelöscht und erneut angelegt, dass mich keine Wehmut befällt, wenn ich sie einmal endgültig lösche. Auch haben sich die Social Media — wie von mir bereits vor Jahren vermutet — inzwischen selbst überlebt, sodass es nicht einmal mehr als Verlust angesehen werden kann.

Schwimmen

Ein Regenguss sorgte dafür, dass das heutige Schwimmen in der Neckarhalde mehr als entspannt verlief. Dafür gab es aber in den Duschen Gedränge. Positiv dabei, dass die meisten tatsächlich auch duschten, so wie es in unserem Kulturkreis eigentlich üblich ist.

Während ich so meine Bahnen zog, habe ich mir überlegt, wie ich einen meiner Vereinsvorsitze am besten abgebe. Eigentlich ist alles gesagt und der Ball liegt im Feld der anderen. Sollte der Ball nicht gespielt werden, dann kann ich das Feld auch verlassen — noch leben wir in einer freien Gesellschaft.

ChatGPT

Heute habe ich mal wieder ein wenig mit diesem KI-Tool gespielt. Es wird tatsächlich besser. Zukünftig werde ich seine Ergebnisse wohl auch in Seminararbeiten bewundern dürfen, sollte ich diese allerdings nachbauen können, wird die Arbeit zumindest als nicht bestanden bewertet.

Zuvor gab es ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern, welches ich heute besonders genoss. Die Themen waren dabei eher hochschullastig, dennoch sehr spannend. Später schaffte ich es dann noch, mich ein wenig um meine eigene Literaturliste kümmern zu können, was dazu führte, dass ich mich in Büchern verlor — besser kann man seine Zeit aber kaum verbringen.

Und seit mein Büro halbwegs aufgeräumt ist, ist auch das Umfeld einladend.

„Heute in mich gegangen – auch nichts los.“

Karl Valentin, in Manfred Lütz, Bluff! (2012: 183)

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#ChatGPT #HHN #Neckarhalde #Rundschreiben #Schwimmen #SocialMedia

Beitragsfoto: Mann mit Hut | © Shutterstsock

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Verschiedenes

Es ist schon wieder so weit, ich drücke mich aktuell um die Erstellung eines Rundschreibens herum. Das zweite habe ich vor Kurzem eingestellt und werde mich bei diesen Adressaten nur noch wegen der Einladung zur obligatorischen Mitgliederversammlung melden.

Übrigens, zum Prokrastinieren lese ich Blog-Beiträge. Das Fernsehen bietet sich dank der Telekom dazu kaum noch an; sobald mehr als zwei Nachbarn Fußball gucken oder den Spielen folgen, schaltet sich mein Internet auf Notbetrieb.

Dafür guckt morgen der Schornsteinfeger vorbei, mein Anruf wurde entgegengenommen. Und später noch ein Techniker, weil die Waschmaschine im Keller ein Eigenleben entwickelt hat.

Bevor ich nun mit einem Rundschreiben wieder einmal die Welt — meine bisherigen Appelle blieben ungehört — zu retten versuche, zitiere ich besser noch aus einem spannenden Artikel in der heutigen FAZ (30.7.2024, 14:47) zum Thema „Am Abgrund einer alten Welt“. Ingolfur Blühdorn hat ihn geschrieben.

„Ist der einzige Weg vielleicht, möglichst nüchtern zu artikulieren, dass die Demokratie sich in der Spätmoderne überlebt hat, anachronistisch wird und sich auch nicht wiederherstellen lässt? Wer sich bisher als progressiv verstand und gestalten wollte, wird diesen Gedanken zutiefst reaktionär finden. Bestimmte Formen der Demokratie mögen sich überlebt haben, aber gilt das auch für die Demokratie insgesamt? Einen Rückweg zu den Glaubenssätzen, die bisher Orientierung gaben, gibt es jedenfalls nicht. Das bürgerliche Verteidigen der etablierten Demokratie gießt womöglich nur Öl ins Feuer derer, die von ihr enttäuscht sind, gegen ihre Institutionen rebellieren und damit endgültig den Weg für die Herrschaft der Stärksten frei machen.“

In Heilbronn dürften wir bereits einen Schritt weiter sein.

[https://iiics.org/h/20240730132100]

Tierwohl

Ich habe großen Respekt vor Menschen, die wegen des Tierwohls darauf verzichten, fleischliche Nahrung zu sich zu nehmen. Weniger aber vor Personen, die dies tun, alleine nur deshalb, weil sie sich dadurch mehr eigene Gesundheit versprechen.

Wenn ich aber militanten Vegetariern oder ähnlichen Gestalten begegne, die sich sehr offen für ihre persönliche Neigung aussprechen und dies dann auch noch mit vegetarischer „Wurst“ oder vegetarischem „Fleisch“ untermauern, muss ich mich doch einmal fragen, was das Ganze überhaupt soll.

Mir kommt das vor wie jemand, der öffentlich der Gewalt abschwört und zu Hause dann seine Zeit mit Ego-Shootern verbringt. Wer vegetarische „Fleischprodukte“ zu sich nimmt, der tötet die Tiere zwar nicht in echt, aber erniedrigt diese umso mehr, nämlich indem er sie als unechte Wurst oder unechtes Fleisch verspeist.

Diese Vegetarier keulen ihre Opfer weiterhin in ihren Gedankengängen.

Mann mit Hut

Sobald man glaubt, man hätte schon wirklich alles erlebt, dann wird man sofort eines Besseren belehrt. Dabei meine ich aber nicht die immer wiederkehrende Fotoserie Detlef Sterns und auch nicht meine bei wenigen Klassenkameraden legendäre „Bub mit Hut“-Reihe — „Mann mit Hut“ wäre selbst bei einem Abiturienten zu viel des Guten gewesen.

Etwas später wurde mir dann ein Stahlhut verpasst und noch ein wenig später sogar ein Kevlarhelm. Aber auch das ist nicht das Thema heute. Heute geht es um mein jüngstes Schwimmerlebnis, wobei schon lange nicht mehr das Schwimmen im Vordergrund steht, sondern meine Erlebnisse in und rund um die Becken. Obwohl heute das Schwimmen sehr entspannt vor sich ging — dabei hätte nur noch der Körper mitmachen müssen, was mich daran erinnert, dass ich diesem wieder ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen sollte.

Gleich beim Betreten der Neckarhalde durfte ich einer Diskussion zwischen Heilbronnern folgen, die offensichtlich jeweils falsch auf den jeweiligen Rad- und Fußwegen unterwegs waren. Dabei weiß doch jeder Heilbronner, dass wir für Radwege einfach noch nicht geschaffen sind — dafür benötigen wir noch zwei, drei Generationen. Nach fast 50 Jahren haben wir noch nicht einmal „Fußgängerzone“ so richtig verstanden, zumindest aber nicht unsere Gemeinderäte und die Stadtverwaltung. Ich hab’ mich dann doch noch mit eingemischt und nach einem „etwas Rücksichtnahme tut uns allen gut“, konnten alle Beteiligten sich dem Schwimmen, Duschen oder Baden widmen.

Schon etwas länger kenne ich Heilbronner, die gerne bekleidet in den Becken stehen. Deren Unterhaltungen sind auch für Schwerhörige wie mich nicht überhörbar. Hüte, Sonnenbrillen, Schmuck und (zu) viel Parfum gehören dabei zur Standardausrüstung. Ich habe mich daran gewöhnt und würde, wenn es anders wäre, bestimmt etwas vermissen — jede Stadt hat so ihre Eigenheiten.

Ich selbst stand schon des Öfteren mit Waffe und Uniform (manchmal noch zusammen mit einem Kasten Bier) unter der Dusche, bevorzuge Duschen dann aber doch für die ganz gewöhnlichen Reinigungszwecke. Aber auf alle Fälle hatte ich dabei immer Helm oder Hut abgenommen und noch heute ziehe ich es vor, unbekleidet unter der Dusche zu stehen.

Und so stand ich heute nach ein paar Bahnen unter der Dusche, als ein mir bereits bekannter Herr die Duschen betrat. Ok, man kann mit weit überdimensionierten Badehosen duschen, manche tragen darunter auch noch ihre Unterwäsche. Was mich dann aber doch erstaunte war, als dieser besagte Herr dann auch noch mit seinem Lederhut unter der Dusche stand. Noch immer rätsele ich über den Sinn und Zweck dieser Aktion, was mich spannender Weise wieder an den jüngst gelesenen Max Frisch denken lässt, denn sein von ihm später bestrittenes Alter Ego stand auch nur so mit Hut im Haus herum.

„Wenn das Alte sich weigert zu sterben, konnte das Neue nicht geboren werden.“

Salman Rushdie, Die Satanischen Verse (1989: 535)

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