Kalenderwoche 14

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Kalenderwoche 14 – Kümmerles Weblog

Beitragsfoto: ICE | © Bettina Kümmerle

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Auf den zweiten Blick

Das obige Bild ist meiner besseren Hälfte sehr gut gelungen und wir alle hoffen, dass Heilbronn bald wieder an das europäische Schienennetz angebunden, zumindest aber einmal an die Stuttgarter S-Bahn angeschlossen wird — die Badener haben uns da schon etwas schneller einverleibt.

Wenn man das Bild etwas genauer betrachtet, erkennt man im Hintergrund Deutschlands größte Privatschule, die übrigens wie sämtliche Schulen in Deutschland mit Steuermitteln betrieben wird. Denke man nun an die vielen Helikoptereltern, die künftig mit dem SUV (Hubschrauberlandeplatz gibt es im Neckarbogen noch nicht) ihre Kinder zur Schule begleiten, dann steht zu befürchten, dass bald der Schienenverkehr eingeschränkt wird, um die Lernerfolge dieser besseren Kinder nicht zu gefährden. Zumindest aber wird während der Abiturzeit der Deutschlandtakt ausgesetzt werden — da lässt sich Dieter Schwarz nicht lumpen.

Vermischtes

Die Neckarhalde zeigte sich gestern von ihrer besten Seite. Wäre ich noch fit, hätte ich es voll und ganz nutzen können — ein Ansporn wieder etwas mehr zu tun.

Ach, wenn man sich tatsächlich einmal über Polizeiarbeit beklagen möchte, dann kann man sich vielleicht fragen, warum alleine in Baden-Württemberg über 25 000 Haftbefehle offen sind (Heilbronner Stimme, 28.8.2024: 5). Dies könnte auch mit der jahrzehntelang mangelnden Qualifizierung des Polizeiapparates unter zeitgleicher Reduzierung des Personalbestandes zu tun haben. Beides hat etwas mit fehlendem politischen Willen zu tun — oder einfach nur mit dem Unverstand unserer Regierungsvertreter.

Und auch in Heilbronn schlagen unsere Gemeinderäte wieder zu. Erst lassen sie die Stadt verkommen und dann lassen sie sich feiern, weil sie mehr Sauberkeit fordern. Ich will aber nicht meckern, die CDU nimmt sich wieder einmal einer meiner Forderungen an. Vor gut vier Jahren forderte ich für Heilbronn bereits Müll-Sheriffs. Nach jahrelanger Untätigkeit möchten die CDU-Gemeinderäte nun eine Müll-Spezialeinheit. Das freut mich, genau wie sie inzwischen auch Hausboote und eine Markthalle fordern.

Mich würde es schon freuen, wenn unsere Gemeinderäte wenigstens das bekannte Nazi-Porträt aus dem Rathaus entfernen und vielleicht sogar einmal für Transparenz im Rathaus sorgen — das kostet nicht einmal etwas!

Großes Kino

Normalerweise lassen bei uns verdeckte Ermittler Verdächtige nur gegen Hauswände pinkeln während Polizisten dem Ärger in der Fußgängerzone gekonnt im Auto ausweichen und ab und zu noch Polizistinnen mit ihren Ponys den Neckar entlang reiten. Eigentlich ist die Welt in Heilbronn voll in Ordnung.

Gestern aber durfte ich ganz plötzlich und dies fast hollywoodreif eine Polizeiaktion in der Urbanstraße miterleben; wären da nicht die Blaulichter gewesen, hätte ich auf russische Mafia getippt. Ok, am Ende war es dann ein Ausreisepflichtiger, der wohl zur Strecke gebracht wurde.

Zuvor noch hat die Stadt Heilbronn eine Sicherheitsfirma entlassen, weil sie großstädtische Verhältnisse in Heilbronn erkannt haben wollte — was der Heilbronner Vogel-Strauß-Politik im Rathaus sichtlich missfiel.

Und nun verhängt man eine Waffenverbotszone nach der anderen, immer mehr Heilbronner sehen bereits an jeder Ecke gleich mehrere Messerstecher stehen — wobei es bisher nur ein russischer Rentner war, der auf Flüchtlinge einstach. Selbst das Weindorf läuft inzwischen Gefahr zur Kriegszone ausgerufen zu werden.

Da passt es ganz gut, dass die Heilbronner Stimme (28.8.2024: 1) unsere Stadt nun auch noch zur Drogenhochburg kürt — ganz selbstverständlich haben dies alle Gemeinderäte schon immer gewusst haben wollen.

Getoppt wurde das Ganze aber von der Tatsache, dass mein Jüngster mit einem ICE aus Brüssel kommend in Heilbronn ankam.

Bei so viel Kino habe ich sogleich noch einen Tim Burton-Abend drangehängt.

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#Brüssel #CDU #Hollywood #Humor #ICE #Infrastruktur #Neckarbogen #Neckarhalde #Stuttgart #Urbanstraße #Weindorf

Beitragsfoto: Neckar

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Vermischtes

Erst Deutschland an die Wand fahren und ausverkaufen, dabei Polizei und Bundeswehr völlig herunterwirtschaften und nun in der Opposition bei jeder Gelegenheit den Nationalismus heraushängen — Politik müsste besser gehen!

Da war dann nach dem kurz in die aktuellen Nachrichten schauen die Übungsstunde Paso doble doch um einiges angenehmer. Und so nahm das Wochenende noch ein sehr angenehmes Ende.

Am Samstag habe ich mich bei Erich Kästner festgelesen. Seine Gedichte sind weiterhin meine Favoriten, den kleinen Grenzverkehr habe ich mir nun aber wirklich zum letzten Mal gegeben.

„Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.“

Mit der letzten Strophe aus der August (1955) beende ich meinen Rückblick für heute.

Spaziergang

Ein wunderschöner und entspannter Spaziergang führte erst an den Neckar, dort entlang bis zum BUGA-Stegende, dann in den Bildungscampus und wieder zurück durch die Fußgängerzone.

Überraschend wenige Fußgänger waren unterwegs, und so konnte ich die vielen Neubauten auf der Strecke ganz ungestört bewundern. Überraschend auch, dass die Fauna am Neckar sehr dürftig war — sind wohl alle noch im Urlaub. Ach ja, die Teiche im Neckarbogen fangen zu stinken an, könnte am Müll liegen, der sich dort so langsam aber sicher sammelt; deswegen wohl auch die Schaumentwicklung am Abfluss hin zum Neckar.

Dafür war die Fußgängerzone in einem besseren Zustand, man kann einfach nicht alles haben. Und da ich schon immer gerne Flaggen gucke und zähle, gleich noch der heutige Stand: Europa 0, Russische Kriegsflagge 1. Wir holen uns nicht nur einfach die falschen Menschen ins Land, sondern unser Gemeinderat setzt dazu noch die völlig falschen Anreize!

Über Ecke

Als „Splitterbrötchenleser“ wurde ich von Chris Kurbjuhn darauf aufmerksam gemacht, dass Jan Fleischhauer wieder einmal etwas Nettes geschrieben hätte.

Da musste ich selbstverständlich mal auf den Focus rauf, ein Magazin, das bereits mit seiner ersten Ausgabe seine völlige Überflüssigkeit nachwies und sich spätestens seitdem der Spiegel auch nicht mehr das ist, was er einmal war, noch überflüssiger gemacht hat.

Aber wieder zurück zu Jan Fleischhauer, der bei beiden Magazinen sein Geld verdiente. Er fragt sich in seiner Kolumne: „Was ist schöner als eine ordentliche Beleidigung?“ (Samstag, 24.8.2024, 11:40 Uhr) und führt weiter an, dass eine Beleidigung den Blick fürs Detail schärfe.

Ich halte seine Argumentation für stimmig und würde mich freuen, wenn man sich auch einmal in unserem Gemeinderat ein paar vernünftige Gedanken macht. Bisher führte das Denken im Gemeinderat nur dazu, dass man ein Nazi-Porträt aufhängte und mit Wladimir Putin ewige Freundschaft (aka Städtepartnerschaft) schloss.

Vielleicht ist es deshalb ganz gut, dass so manche Gremien, die man einfach haben muss, dann halt nur so da sind — was ich zudem einmal näher betrachten könnte, wenn ich wieder einmal über Opportunitätskosten referiere.

„You don’t need to be a prisoner of dead old men who stopped learning two thousand years ago.“

The Daily Stoic (2016: 254)

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#ADTV #Bildungscampus #BUGA #Bundeswehr #Gedicht #Neckarbogen #Partnerstädte

Beitragsfoto: Neckarbogen|© Shutterstock

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Zweiklassengesellschaft

Schon länger baut der SPD-geführte Heilbronner Gemeinderat Heilbronn zu einer Zweiklassengesellschaft um. Mit der Fertigstellung der neuen Privatschule im Neckarbogen wird es noch offensichtlicher, nämlich, dass es in Heilbronn Bürger gibt, die einfach gleicher als die anderen sind. Obwohl Kinder von Gemeinderäten oder anderen wichtigen Heilbronnern schon lange nicht mehr in den Dammschulen zu finden sind, denn dafür gibt es schon länger „bessere“ Schulen — und das mit der Zuordnung von Wohnort und Schule gilt eh nur für jene, die sich tatsächlich noch an Regeln halten.

Und so bin ich gespannt darauf, ob es dem Gemeinderat tatsächlich gelingen wird, den Neckarbogen zu einer Gated Community auszubauen.

Schlemmen

Freunde entführten uns ganz spontan in ein nettes Restaurant bei Heilbronn; dieses befindet sich bereits auf meiner entsprechenden Liste. Ich habe mir dort einen exzellenten Zwiebelrostbraten gegönnt und dies nicht bereut.

Erfreulich, dass dabei auch die 8. Hertensteiner Gespräche thematisiert wurden, denn diese liegen aktuell ganz in meinem Fokus; interessant, für wie viele Übernachtungen diese Gespräche inzwischen sorgen. Auch die Geschehnisse in den USA wurden analysiert und zum Schluss brachten wir uns noch auf den aktuellen Stand bezüglich der eigenen Familien, gemeinsame Freunde und Bekannte.

Es sind immer wieder diese spontanen Zusammentreffen, die unser Leben so richtig lebenswert machen.

Zweiter Tag

Laut New York Times nehmen auch republikanische Berufspolitiker, welche die MAGA-Bewegung selber nicht überlebt haben, an der Democratic National Convention teil.

Bevor Barack Obama die Bühne betrat, gab seine bessere Hälfte Michelle Obama eine ganz passable Rede. Eins zieht sich schon jetzt wie ein roter Faden durch die Convention, alle Polit-VIP treten mit ihren jeweiligen Partnern auf und versichern sich dabei ihre gegenseitige — ok, bei den Clintons wird es wohl niemand erwarten — Liebe, was ein klarer Hieb gegen Donald Trump und seine aktuelle, eher gekaufte Partnerin ist.

https://youtu.be/AxxVM_Vfcck?si=NbXzM1h0AA8hYXwa

So wunderbar die Rede von Barack Obama ist, unsere Welt wäre weit besser, wenn Politiker auch heute noch das, was sie sagen, selber denken und schreiben könnten. So bleibt bei aller Integrität, die ich ganz besonders Barack Obama zuschreibe, der bittere Beigeschmack, dass es eigentlich doch nur gute Verkäufer sind.

Schön, dass Bernie Sanders heute mit an Bord war. Auch wenn er es wohl aufgrund seiner extremen Vorstellungen nie an die Spitze der Demokraten geschafft hat, seine Integrität steht außer Frage und seine Unterstützung von Kamala Harris sowie den US-Demokraten insgesamt gerade zu diesen Zeiten ist besonders wichtig. Aber typisch Bernie Sanders bleibt er sich dennoch treu.

https://youtu.be/ncXs_L2rbsU?si=JAXSsQReEwz_FWg3

Dafür brachte Georgia Lil Jon mit, und für jeden Crunk-Fan war der Abend sicherlich wieder gerettet.

https://youtu.be/N2wnfhoU6Ec?si=oizYeMh-gmE2offb

Wahrscheinlich aber wird es nur der Delegation von Georgia klar sein, warum sie gerade auf diesen Song kommen: „Turn Down for What“ (2013) — der Debut-Single des französischen DJ Snake (William Sami Étienne Grigahcine) zusammen mit dem US-Rapper Lil Jon.

Vielleicht aber ziert sich Taylor Swift nur noch ein wenig.

„I am a Trump. We don’t do true.“

Melania Trump in The Late Show with Stephen Colbert (21.8.2024)

https://kuemmerle.name/21-8-02024

#Bildung #Chicago #Dammschulen #GOP #Musik #Neckarbogen #SPD

Der #Neckarbogen ist ein neuer Stadtteil in #Heilbronn mit neuer Schule, die nach den Sommerferien 2024 eröffnet. Weil sie eine Privatschule ist, gibt es keinen Automatismus, dass Grundschüler aus der Nachbarschaft hingehen dürfen. https://www.stimme.de/4956806
Kein Recht auf Platz an der Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn

Kinder im Grundschulalter aus dem Heilbronner Neckarbogen können  bis zu einem gewissen Einkommen der Eltern die Josef-Schwarz-Schule kostenlos besuchen. Einen Automatismus, dass die Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft im Neubau unterrichtet werden, gibt es aber nicht. Kritik kommt von der Lehrergewerkschaft.

Heilbronner Stimme

Beitragsfoto: Schulschreibtisch

Seit 2015 bin ich wieder verstärkt in Heilbronner Schulen unterwegs, nicht nur im Zuge des Europäischen Wettbewerbs, sondern auch als Lesepate, Nachhilfegeber und zuletzt sogar als Kommunalpolitiker.

Das Fazit meiner bessern Hälfte und mir ist, dass wir Glück hatten, unsere Kinder keiner Heilbronner Schule anvertrauen zu müssen. Nicht aber wegen der Lehrer, denn die sind zumindest meines Erachtens heute viel besser, umgänglicher und erstaunlicher Weise auch motivierter, als sie es noch zu meiner eigenen Schulzeit waren.

Jüngst war ich im Mönchsee-Gymnasium unterwegs und bestaunte dort die Klassenzimmer, die noch im selben Zustand waren, als ich das letzte Mal dort zur Schule ging, das war, bevor wir als Schüler nach der Sanierung des Robert-Mayer-Gymnasiums dorthin übersiedeln durften — ok, die Zimmer dürften inzwischen ein oder zweimal gestrichen worden sein.

Meine alte Grundschule ist inzwischen, nachdem die Schüler dort jahrelang in Containern weggesperrt waren, saniert und dies kann als kleine Verbesserung angesehen werden, besonders in den Augen jener Heilbronner, die noch von der Kaiserzeit schwärmen und alles gut finden, was völlig antiquiert ist.

Wie es besser geht, zeigt Dieter Schwarz mit seiner Schule für die „wichtigeren“ Menschen unter uns im Neckarbogen, und nicht nur die Angehörigen der Stadtverwaltung, auch unsere Gemeinderäte bauen darauf, dass sie ihre Kinder zumindest in einer der Heilbronner Privatschulen unterbringen können. Andere „wichtige“ Heilbronner schaffen es derweil, ihre Kinder in die Schulen des Heilbronner Umlands zu verfrachten.

Meine erste Anregung geht an unsere etwas reicheren Mitbürger. Diese könnten, anstatt sich Mausoleen zu errichten oder gar eigene Schulen zu etablieren, dafür sorgen, dass sämtliche öffentlichen Heilbronner Schulen in einen Zustand versetzt werden, damit unser ehemals gutes Schulsystem zumindest von den baulichen Voraussetzungen her wieder zum Funktionieren gebracht werden kann.

Meine zweite Anregung ist, dass wir als Gesellschaft wieder verstärkt auf unser öffentliches Schulsystem bauen und damit einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung entgegentreten.

Meine dritte Anregung ist, dass unsere Gemeinderäte nicht darauf hören, was ihnen die zuständige Bürgermeisterin oder der OB erzählen, denn diese sind zumindest diesbezüglich so unwissend und damit überflüssig wie ein Sack Reis in der Ecke, sondern sich einmal selbst einen Eindruck von unseren Schulen verschaffen, anstatt sich in Amsterdam oder anderen schönen Orten die dortigen Lokale anzuschauen.

Heute haben wir einen entsprechenden Anfang gemacht und uns zusammen mit den Stadträten Herbert Burkhardt und Eugen Gall die Wilhelm-Hauff-Werkrealschule näher angeschaut. Herbert Burkhardt hat sich vorab bei Agnes Christner erkundigt und diese hat ihm mitgeteilt, dass es dort keinen Handlungsbedarf gäbe. Eine Bürgermeisterin, die den Sozialverbänden gerne erklärt, dass es in Heilbronn auch keine Armut gibt.

Die Wilhelm-Hauff-Werkrealschule ist eine Heilbronner Sportschule (!) und platzt inzwischen aus allen Nähten. Deswegen hat der Heilbronner Gemeinderat bereits vor Jahren einen Ausbau abgelehnt und notgedrungen ein paar Container in die Ecke stellen lassen. Nach zehn Jahren Provisorium bekam die Schule nun erneut weitere Container, die man direkt auf den Schulsportplatz stellte, da Sport an einer Heilbronner Sportschule völlig unüblich ist — was auch erklären könnte, warum unsere Gemeinderäte einen Schulneubau an anderer Stelle ebenfalls auf einen Sportplatz platzieren möchten. Der Rest des Sportplatzes ist in einem so jämmerlichen Zustand, dass man die Firma Gotthilf Benz beauftragt hat, zumindest zwei neue kleine Fußballtore zu liefern. Da man aber deren Einbau nicht mit bezahlt hat und die Firma Benz (schämen Sie sich!) wenig kulant ist, werden diese Tore wohl erst in ein paar Jahren aufgestellt werden. Was aber auch nichts mehr macht, da man gleich neben einem der alten Tore eine neue Nottreppe für die Container aufgestellt hat, die zumindest jedem Fußballspieler gefährlich werden wird. Ich rede schon gar nicht von den Bällen, welche das Tor verfehlen und notgedrungen an die Containerwand prallen. Da wir mit dem OB einen regional bedeutenden ehemaligen Fußballspieler und ausgebildeten Berufschullehrer haben, könnte dieser den Sportlehrern und Schülern doch einmal zeigen, wie „Profis“ dieses Problem lösen würden — was mich wieder an einen Sack Reis denken lässt.

Die Schulsporthalle ist ebenfalls ein richtiger Klassiker, denn wenn die Sonne die jungen Sportler nicht blendet, regnet es in die Halle. Da die Halle auch als weiterer Schul- und Veranstaltungsraum genutzt wird, schleppen die Schüler mehrmals im Monat Stühle durch die gesamte Schule, da der entsprechende Lagerraum sich in einem Keller am anderen Ende der Schule befindet.

Noch trauriger ist der Gymnastikraum im Keller der Schule, wobei dort Erstickungsgefahr droht, sobald sich die Schüler etwas schneller bewegen. Das Ganze wird noch von der Unisex-Umkleide übertroffen, wobei den Lehrern eine etwas kleinere Besenkammer mit riesigem Loch in der Decke — man versucht seit Monaten verschiedene Leitungen zu reparieren — als Umkleide zur Verfügung steht.

Ein umgerüstetes Klassenzimmer fungiert zusätzlich als Mensa, wobei die gut 140 bis 150 Grundschüler dort in vier Schichten à 20 Minuten essen — das könnte schon als paramilitärische Ausbildung durchgehen. Die Schulküche ist Klassenzimmer, Mensa und Hauswirtschaftsraum zugleich: kochen und bügeln sind im Parallelunterricht möglich.

Die Schultoiletten könnten durchaus etwas zahlreicher sein, deren Zustand ist sicherlich hausgemacht, dennoch sollten sie einmal instandgesetzt werden. Zwei Waschbecken für gut 150 Grundschüler dürfte ebenfalls nicht mehr zeitgemäß sein. Was auf alle Fälle überhaupt nicht geht, dass die Toiletten für die gut 100 Werkrealschüler Außentoiletten sind, wobei der Zugang nicht überwacht werden kann.

Das betrifft auch das gesamte Schulgelände, welches für alle offen steht und den Berichten nach gerne von Jugendlichen — keine öffentlichen Jugendeinrichtungen in der Nähe (!) — sowie der Trinker- und Drogenszene gerne genutzt wird.

Die Klassenräume sind, wie sonst in Heilbronn auch aus der Zeit gefallen. Für die Schüler sowie deren Schulsachen und Kleidung zu beengt — deshalb muss man sich über eine mangelhafte Ordnung auch keine weiteren Gedanken machen.

Was selbst mich überraschte, ist, dass Lehrer der Schule inzwischen selber Schulmöbel kaufen, da es davon zu wenige gibt. Ein weiteres Problem ist, dass aufgrund des Brandschutzes viel zu wenige Stellmöglichkeiten zur Verfügung stehen und Umbau- wie auch Umräumaktionen an der Tagesordnung sind.

Abschließend haben wir noch die Heizungsanlage bestaunt, die dafür sorgt, dass es in den Klassenräumen oder -containern gerne einmal 10 bis 12 Grad Celsius oder auch schon einmal 37 Grad Celsius hat. Die zuständige Bürgermeisterin wird dies sicherlich im Jahresmittel betrachten und von Wohlfühltemperaturen an unseren Schulen sprechen.

Herbert Burkhardt und Eugen Gall kamen von uns motiviert an eine Heilbronner Schule, in der gemäß der zuständigen Bürgermeisterin keine Probleme existieren. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie sehr die beiden staunen werden, wenn wir an eine Schule gehen, die von der Stadt anerkannte Probleme hat.

Die angeblich doch so sozialen Gemeinderäte sonnen sich derweil beim Stehempfang an einer Privatschule oder dem letzten Schulneubau der Stadt und sind stolz darauf, was sie für unsere Stadt leisten — da es ihnen der OB immer wieder einbläut, muss es doch stimmen.

Zum Schluss unseres Besuches wurde sogar ich etwas nostalgisch, nämlich als ich einen Schulschreibtisch entdeckte, der aus der Zeit stammt als ich noch selber die Schulbank der Dammgrundschule gedrückt habe.

Nachtrag 17.10.2023

Hier finden Sie den Bericht zur regionalen Schulentwicklung für das Stadtgebiet Heilbronn (Fortschreibungsprozess 2019/20). Darin sind alle öffentlichen Heilbronner Schulen aufgeführt.

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#Amsterdam #Bildung #Dammgrundschule #Fußball #Neckarbogen #WilhelmHauffSchule