Unstatistik-Check zur Darmkrebs-Vorsorge: Wie hoch ist der Nutzen wirklich?

Simulationen versprechen eine enorme Senkung der Sterblichkeit durch Darmkrebs-Screenings von über 80 Prozent. Doch ein Blick auf klinische Studien mit echten Patienten zeigt: Die Zahlen aus dem Computer halten der Realität nicht stand. Wir erklären, warum die wichtigste Kennzahl für Patienten oft fehlt.

Zum Jahresabschluss haben die Unstatistiker vom RWI-Essen noch mal einen – wie ich finde, sehr amüsanten – Artikel für uns verfasst.
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#Unstatistik des Monats: Wenn der Weihnachtsmann evidenzbasiert entscheiden müsste

https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/unstatistik/detail/unstatistik-des-monats-wenn-der-weihnachtsmann-evidenzbasiert-entscheiden-muesste

Unstatistik des Monats: Wenn der Weihnachtsmann evidenzbasiert entscheiden müsste

Was, wenn der Weihnachtsmann evidenzbasiert entscheiden müsste? Von widersprüchlichen Online-Shopping-Zahlen über dramatisierte Insekten-Statistiken bis hin zu fragwürdigen Stress-Messungen – die weihnachtliche Datenlage würde selbst ihm Kopfzerbrechen bereiten.

Die gefährlichsten Straßen Deutschlands? Eine Versicherung veröffentlicht eine totale Quatschstatistik, und Medien verbreiten den Unsinn besinnungslos weiter: www.rwi-essen.de/presse/wisse... #unstatistik

Die „gefährlichsten Straßen De...
Die „gefährlichsten Straßen Deutschlands“

Medien verkünden: NRW und Bayern haben die gefährlichsten Straßen. Eine Allianz-Studie soll das belegen. Tatsächlich verwechselt sie Verkehrsaufkommen mit Unfallrisiko – und macht aus harmlosen Häufigkeiten Schein-Gefahren.

@RMa

Schon 2002 wies Professoren Dr. Gigerenzer nach, wie irreführend die Empfehlungen zur Massenuntersuchung der Frauen auf Brustkrebs sind:

In seinem Buch „Das Einmaleins der Skepsis“ schrieb Gigerenzer, immerhin Direktor am Max Planck-Institut für Bildungsforschung, im Jahr 2002: „Es wird betont, wie viele Frauen einen möglichen Nutzen haben. Es wird ... nicht darüber informiert, wie viele Frauen keinen Nutzen haben ... Von 1 000 Frauen mit Mammographie-Screening während 10 Jahren haben 999 Frauen keinen Nutzen, da sie auch ohne Mammographie-Screening nicht an Brustkrebs gestorben wären (996 Frauen) oder weil sie trotzdem an Brustkrebs sterben (3 Frauen).“

Quelle: https://www.test.de/Brustkrebs-Viele-falsche-Diagnosen-1694803-2694803/

Was das Thema irreführende Statistiken angeht, es gibt eine schöne Seite der Uni Essen, die jeden Monat eine "Unstatistik des Monats" publiziert.

https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/unstatistik

#statistik #unstatistik #Gigerenzer #krebs #brustkrebs #Mammographie

Brustkrebs: Viele falsche Diagnosen

Brustkrebs ist der häufigste Krebs bei Frauen. Statistisch gesehen ist jede zehnte Frau bis zum 85. Lebensjahr davon betroffen. Die meisten Frauen erkranken...

Wenn Statistik zum Politikum wird: Wie unbegründete Manipulationsvorwürfe der Demokratie schaden

Statistiken sind die Grundlage wichtiger Entscheidungen in Politik und Wirtschaft. Wenn ihnen ohne Beweise Manipulation vorgeworfen wird, gerät mehr ins Wanken als nur Zahlenreihen. Zwei aktuelle Fälle zeigen, wie leichtfertig in Deutschland mit Vorwürfen gegen das Statistische Bundesamt umgegangen wird – und warum Sachlichkeit jetzt wichtiger ist denn je.

#Demokratie #Medien #Statistik - Wenn Statistik zum Politikum wird: Wie unbegründete Manipulationsvorwürfe der Demokratie schaden - "Vertrauen in Statistik ist die Grundlage einer funktionierenden Demokratie. Uns beunruhigt zutiefst, wie schnell, leichtfertig, und teilweise wider besseres Wissen inzwischen auch in Deutschland von 'Manipulation' und 'politischer Einflussnahme' geschrieben wird, wenn einigen Personen oder Institutionen eine von Statistischen Bundesamt veröffentlichte Zahl nicht passt. Noch bedenklicher: Einige Medien übernehmen diese vermeintlichen Skandale dankbar und oft unkritisch, ohne die politischen oder wirtschaftlichen Absichten der Urheber zu hinterfragen. Dadurch untergraben sie das Vertrauen in eine bedeutende demokratische Institution." - #Unstatistik des Monats - Gerd Gigerenzer, Walter Krämer, Katharina Schüller und Thomas K. Bauer https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/unstatistik/detail/wenn-statistik-zum-politikum-wird-wie-unbegruendete-manipulationsvorwuerfe-der-demokratie-schaden
Wenn Statistik zum Politikum wird: Wie unbegründete Manipulationsvorwürfe der Demokratie schaden

Statistiken sind die Grundlage wichtiger Entscheidungen in Politik und Wirtschaft. Wenn ihnen ohne Beweise Manipulation vorgeworfen wird, gerät mehr ins Wanken als nur Zahlenreihen. Zwei aktuelle Fälle zeigen, wie leichtfertig in Deutschland mit Vorwürfen gegen das Statistische Bundesamt umgegangen wird – und warum Sachlichkeit jetzt wichtiger ist denn je.

Unstatistik des monats

Oh, ist das lecker! 🤮️

Habt ihr das auch gehört, dass bei frauen die brustkrebstodesfälle um zwanzig bis dreißig prozent zurückgehen, wenn sie an der früherkennung teilnehmen. Das ist ja fast noch wirksamer als die so genannte „coronaimpfung“! Das ist allerdings eine lüge, also eine vorsätzlich ausgesprochene unwahrheit [sicherheitshalber eine archivversjon]:

Die Realität sieht anders aus: Seit Einführung des Mammographie-Screenings sind Frauen über Nutzen und Schaden systematisch in die Irre geführt worden – denn nicht zuletzt ist es eine milliardenschwere Einnahmequelle für Radiologen, Kliniken und Gerätehersteller. Die 20 bis 30 Prozent sind das jüngste Beispiel

[…] Diese beiden entscheidenden Informationen – dass es keinen Nachweis gibt, dass Screening die Lebenserwartung verlängert oder auch die Wahrscheinlichkeit senkt, an Krebs zu sterben – werden Frauen in Deutschland so gut wie nie mitgeteilt. Auch die Medienberichte zur aktuellen Münsteraner Studie klärten darüber nicht auf

[…] Der statistische Trick ist ebenfalls nicht neu: Man berichtet nur die Reduktion der Brustkrebssterblichkeit. Unterschlagen wird, dass sich die Sterblichkeit von 5 auf 4 in je 1.000 Frauen reduziert, also um 1 in 1.000, oder um 0,1 Prozentpunkte (siehe Punkt 3). Stattdessen präsentiert man diesen Effekt als relative Reduktion von 20 Prozent (von 5 auf 4), oft aufgerundet auf 30 Prozent. Diese Darstellungsweise überhöht den winzigen Effekt dramatisch.

Die kommunizierten „20 bis 30 Prozent“ in den Pressemeldungen der Universität Münster, des Bundesamts für Strahlenschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit sind damit nicht nur irreführend, sondern stellen einen klaren Verstoß gegen die seit langem etablierten Standards der evidenzbasierten Gesundheitskommunikation dar, die von vielen anderen Akteuren im Gesundheitssystem und kritischen Journalistinnen und Journalisten regulär eingehalten werden

[…] selbst die besten Informationsmaterialien überzeichnen den Nutzen des Screenings weiterhin, wie etwa die aktuelle Broschüre des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigt, die bundesweit an Frauen verschickt wird […] Man rechnete anscheinend den Effekt, der für einen Zeitraum von etwa elf Jahren nachgewiesen ist, linear auf 25 Jahre hoch – ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Die einzige Studie, die den Effekt über 25 Jahre verfolgte (mit 100.000 Frauen), fand dagegen keinerlei Rückgang der Brustkrebssterblichkeit durch Screening-Programme

Na, da könnten die feministys doch mal übernehmen — denn hier werden frauen systematisch fehlinformiert und vorsätzlich mit krebs-, verstümmelungs- und todesangst verängstigt, einfach nur, um umsatz für das gesundheitswesen zu produzieren, der dann wieder die krankenkassenkosten erhöht. Das ist schon eine ziemlich widerliche arschlochnummer. Oder genauer gesagt: eine ziemlich widerliche ärztenummer.

Grüße auch an die tagesschaum-redakzjon, die solche fäjhknjuhs weiterträgt.

#Arschlich #BRD #contentindustrie #FakeNews #Frauen #Gesundheit #Hirnfick #Journaille #Lüge #Link #Mammographie #Mathematikmissbrauch #Statistik #Unstatistik #Zahlenspiel

Relative Risiken, absolute Verwirrung: Warum das Mammographie-Screening nicht hält, was es verspricht

Die „Unstatistik des Monats" Juli ist die systematische Fehlinformation zum Mammographie-Screening. Ein prominentes Beispiel zeigt, wie vermeintliche Erfolge überzeichnet und potenzielle Schäden verschwiegen werden – zum Nachteil informierter Patientenentscheidungen.

Der Mythos von den faulen Deutschen – ein Remake

Die „Unstatistik des Monats“ Mai ist die verzerrte Darstellung deutscher Arbeitszeiten, die der Kanzler als Aufruf zur „gewaltigen Kraftanstrengung“ heranzieht. Die OECD warnt ausdrücklich vor solchen Ländervergleichen. Daten zur Arbeitsproduktivität zeichnen hingegen ein differenzierteres Bild: Nicht Faulheit, sondern strukturelle Hürden bremsen unsere Produktivität.

Der Pfingstmontag ist 8,6 Milliarden Euro wert – ja wirklich?

Immer wieder wird diskutiert, ob weniger Feiertage dem deutschen Bruttoinlandsprodukt einen Schub geben könnten – zuletzt am Beispiel des Pfingstmontags. Manche Schätzungen gehen von bis zu 8,6 Milliarden Euro aus. Die neue "Unstatistik des Monats" Juni fragt: Was ist wirklich dran an solchen Berechnungen? Und wie belastbar sind die Zahlen?

„Die wahre "gewaltige Kraftanstrengung" besteht also nicht darin, den Deutschen einzureden, sie seien zu faul - sondern darin, endlich die seit Jahrzehnten bekannten strukturellen Probleme anzugehen."

Kommentar von mir:
Aber mit Müttern und dem Lösen echter Probleme lässt sich halt so schwer Politik machen. Denn dafür müsste man ja richtig *hüstel* arbeiten.

Die gesamte #Unstatistik des #Merz 2025 hinter diesem Link: https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/unstatistik/detail/der-mythos-von-den-faulen-deutschen-ein-remake

Der Mythos von den faulen Deutschen – ein Remake

Die „Unstatistik des Monats“ Mai ist die verzerrte Darstellung deutscher Arbeitszeiten, die der Kanzler als Aufruf zur „gewaltigen Kraftanstrengung“ heranzieht. Die OECD warnt ausdrücklich vor solchen Ländervergleichen. Daten zur Arbeitsproduktivität zeichnen hingegen ein differenzierteres Bild: Nicht Faulheit, sondern strukturelle Hürden bremsen unsere Produktivität.