ÖPNV in Essen: Diese Betrugsmasche steckt hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro
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ÖPNV in Essen: Diese Betrugsmasche steckt hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro
Eine Fahrkarte für sechs Monate, die nur 2,35 Euro kosten soll: Dafür wirbt ein Facebook-Beitrag der Seite „ÖPNV Essen“. Hinter dem angeblichen Angebot steckt eine internationale Betrugsmasche, bei der es um Datendiebstahl geht.
von Sara Pichireddu
24. Juli 2025
Mit diesem Ticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr kann man nicht sechs Monate fahren – hinter dem Angebot steckt Phishing. Damit sollen persönliche Daten abgegriffen werden. (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck) BehauptungZum Jubiläum des Verkehrsverbandes Rhein-Ruhr (VRR) würden 500 Karten für nur je 2,35 Euro verkauft, mit denen man sechs Monate den öffentlichen Nahverkehr nutzen könne.
Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook Datum:Falsch
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Falsch. Das angebliche Angebot des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist erfunden, eine Fahrkarte für 2,35 Euro für sechs Monate gibt es nicht. Hinter den Beiträgen steckt eine internationale Betrugsmasche, durch die Daten gestohlen werden sollen.
„VRR feiert sein Jubiläum mit einer besonderen Chipkarte“: Sechs Monate sollen 500 „Einwohner von Essen und Umgebung“ den Nahverkehr kostenlos nutzen können. Das behauptet eine Facebook-Beitrag, der Nutzerinnen und Nutzer in eine Falle locken soll: Angeblich feiert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Jubiläum und bietet dafür eine Nahverkehrs-Fahrkarte für nur 2,35 Euro an. Der Facebook-Beitrag selbst ist zwar nicht viral, doch er wurde mehrfach als Werbeanzeige verbreitet und erreichte auf diesem Weg mehr als 4.400 Ansichten.
In dem Beitrag sind Fotos von Bussen und Bahnen der Essener Ruhrbahn zu sehen, sowie ein grün-weißes „Chipticket“ mit dem VRR-Logo und der Aufschrift „6 Monate kostenlos“. Eine Nutzerin kommentiert: „Alles offiziell, die Website ist seriös, Chipkarte erhalten“ und veröffentlicht selbst nochmal ein Foto der Fahrkarte. Doch das macht so einen Beitrag nicht automatisch glaubwürdig.
Das Bild der Karte geht auf ein sechs Jahre altes Design des VRR zurück. Eine solche Karte ist nicht in Umlauf. (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Mehrere Details wecken Zweifel: Das Profil, von dem der Kommentar stammt, enthält neben einem Beschreibungstext auf Französisch keine Informationen, folgt aber hunderten Seiten, zum Großteil Verkehrsunternehmen – es ist also wahrscheinlich gefälscht.
Die Anzeigen selbst verlinken nicht auf die Ruhrbahn oder den VRR, sondern auf eine Webseite mit völlig anderem Namen und anderer Adresse (URL). Auch die Facebook-Seite „ÖPNV Essen“, von der die Anzeige stammt, wirkt unseriös: Sie hat nur drei Follower, wurde am selben Tag erstellt wie der Beitrag, und hat keine anderen Beiträge veröffentlicht. Zudem haben weder die E-Mail-Adresse noch die Telefonnummer etwas mit der Essener Ruhrbahn oder dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zu tun. Die Telefon-Vorwahl gehört zu einem Ort in Ostfriesland (Niedersachsen).
Ähnliche Anzeigen wurden auch in Berlin, Chemnitz und Düsseldorf geschaltet. Sie gleichen sich im Wortlaut und greifen auf dieselbe IT-Infrastruktur zurück.
Dahinter steckt eine internationale Betrugsmasche, die regionale Verkehrsbetriebe imitiert
Das Muster hinter den Fakes ist bekannt: Die spanische Faktencheck-Organisation Maldita berichtete darüber bereits. Sie deckte mehr als 1.000 Facebook-Seiten auf, die örtliche Verkehrsdienstleister in mehr als 60 Ländern weltweit imitierten. Die Phishing-Masche, also Betrug mit dem Ziel, Zahlungsdaten zu erbeuten, geht immer nach einem ähnlichen Prinzip vor. Das geht so:
Ein weiteres Detail ist auffällig: Wie auch viele der Fake-Webseiten, über die Maldita berichtete, läuft die Webseite mit dem Fake-Angebot aus Essen über den russischen Hosting-Anbieter JSC Selectel.
Die Webseite läuft über einen Hosting-Dienstleister in Russland (Quelle: Domaintools; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Fake-Verkehrsseiten schicken Zahlungsaufforderungen
So gehen die Betrüger vor: Betroffene berichten laut Maldita, dass sie, nachdem sie die ersten 2,35 Euro gezahlt haben, weitere und immer größere Zahlungsaufforderungen erhielten. Ein Ticket bekamen sie nie. Sie werden aber von den Webseiten dazu aufgefordert, persönliche Daten wie Name, Adresse und Kreditkartennummer zu hinterlegen. Wer diese Daten schließlich erhält, ist unklar.
Bei Phishing versuchen Betrüger Geld oder Identität von Nutzern zu stehlen, indem sie sie dazu bewegen, persönliche Informationen wie Kontodaten oder Kennwörter auf Webseiten einzugeben, die sich als seriös ausgeben. Phishing ist in Deutschland strafbar.
Wie uns ein Sprecher der Ruhrbahn bestätigte, sind die Seiten und Angebote nicht echt. „Wir haben die Seiten seinerzeit bei Facebook gemeldet und unsere Kunden via Facebook auf die Betrugsmasche aufmerksam gemacht“, so ein Sprecher. Bereits im Januar 2025 sei dem Verkehrsbetrieb eine Masche dieser Art aufgefallen. Ein entsprechendes Angebot zum Jubiläum habe es nicht gegeben.
Die Facebook-Seite sowie das Angebot sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 23. Juli noch online. Aktuell hat die Seite aber laut der Werbebibliothek von Meta keine aktiven Anzeigen geschaltet.
Transparenzhinweis: CORRECTIV ist seit 2017 in einer Kooperation mit dem Facebook-Konzern Meta, um Desinformation auf dem Sozialen Netzwerk zu bekämpfen. Mehr Informationen zu der Kooperation erhalten Sie hier.
Mitarbeit: Johannes Gille
Redigatur: Steffen Kutzner, Sarah Thust
Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:
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Author: Sara Pichireddu
CORRECTIV auf der re:publica 2025: Sechs Programmbeiträge zu Medienbildung, Journalismus und Desinformation
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In diesem Jahr steht die re:publica (26.–28. Mai 2025 in Berlin) unter dem Motto „Generation XYZ“. Mit sechs Programmbeiträgen sind die Redaktion, das Team von CORRECTIV.Faktencheck und unsere Jugendredaktion Salon5 vertreten. In Panels, Workshops und interaktiven Formaten soll gemeinsam über die drängenden gesellschaftlichen Fragen, wie Künstliche Intelligenz und Desinformation, Medienbildung, Journalismus, Partizipation, Klima und Lobbyismus gesprochen werden. Außerdem können Jugendliche an zwei Konferenztagen in einem mobilen Podcast-Studio gemeinsam mit unserer Jugendredaktion Salon5 journalistische Formate wie Interviews, Reels oder Podcasts produzieren.
Die CORRECTIV-Programmbeiträge
Podcast- und Greenscreen-Station, 27. und 28. Mai, 9–15 Uhr, Media Space
Unsere Jugendredaktion Salon5 ist mit ihrem mobilen Podcast-Studio auf der TINCON. In Live-Gesprächen können sich Jugendliche selbst zu Wort melden und berichten, was los war, ihren eigenen Podcast aufnehmen oder einfach zuhören.
Das Podcast-Studio wird von Max Hillenberg, Volontär Salon5, betreut.
Vertrauen in die Medien? Mit der Community geht’s, 27. Mai, 10:30–11 Uhr, Atrium 2
CORRECTIV Redaktion und CORRECTIV.Faketencheck geben in einem Gespräch Einblicke in Formate zur Partizipation von Communitys im Journalismus.
Es diskutieren: Justus von Daniels, Chefredakteur CORRECTIV und Sophie Timmermann, Chefredakteurin CORRECTIV.Faktencheck
Interviews führen: Die Kunst des Fragens und Zuhörens, 28. Mai, 12–13:30 Uhr, Workshop 1
Wie bringt man Leute zum Reden? Wie hört man wirklich zu? Und wie wird aus einem Gespräch ein richtig gutes Interview? Genau darum geht es in einem Interview-Workshop von Salon5, der Jugendredaktion von CORRECTIV. Der Workshop richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren.
Es diskutieren: Josephine Herwaldt, Redakteurin Salon5 und Max Hillenberg, Volontär Salon5
Die erfolgreichsten Lobbyisten – wie wir alle an Öl, Kohle und Gas hängen bleiben, 28. Mai, 16:15–16:45 Uhr, Stage 1
In dieser Paneldiskussion geht es um Klima und Lobbyismus und die Frage, wer uns in der Abhängigkeit von Energieimporten aus politisch unzuverlässigen Länder hält und welche Alternativen existieren.
Paneldiskussion mit: Annika Joeres, Reporterin CORRECTIV und Susanne Götze, Autorin und Journalistin
Wie Hunderttausende Deepfake-Pornos straffrei bleiben – und was sich ändern müsste, 28. Mai, 16:45–17:15 Uhr, Stage 4
CORRECTIV-Reporterin Marie Bröckling spricht über die Pläne der neuen Bundesregierung zur besseren Schutz vor Deepfake Pornos. Wie kann so eine Regelung aussehen? Woran scheitert es aktuell?
Publikum gegen KI: Wer entlarvt die Fakes?, 28. Mai, 17:30–18:30 Uhr, Rede mit!
In einer interaktiven Quiz-Show diskutieren das Publikum, Redakteurinnen von CORRECTIV.Faktencheck und Wissenschaftler über Künstliche Intelligenz und Desinformation. Das Publikum stimmt dabei live darüber ab, was Fakt und was Fake ist.
Interaktive Diskussion mit: Caroline Lindekamp, Head of Product CORRECTIV.Faktencheck, Viktor Marinov, Redaktionsleiter CORRECTIV.Faktenforum und Jonas Fegert, Abteilungsleiter Forschungszentrum Informatik
Die re:publica Berlin ist mit knapp 30.000 Besuchenden über drei Festivaltage das größte Festival für die digitale Gesellschaft. Auf der re:publica kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Chancen und Herausforderungen, die in der Digitalisierung der Gesellschaft liegen, zu diskutieren.
Das gesamte Programm der re:publica 2025 gibt es hier.
Einige Programmbeiträge werden live auf re-publica.com gestreamt.
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Author: Nadine Winter
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In diesem Jahr steht die re:publica (26.–28. Mai 2025 in Berlin) unter dem Motto „Generation XYZ“. Mit sechs Programmbeiträgen sind die Redaktion, das Team von CORRECTIV.Faktencheck und unsere Jugendredaktion Salon5 vertreten. In Panels, Workshops und interaktiven Formaten soll gemeinsam über die drängenden gesellschaftlichen Fragen, wie Künstliche Intelligenz und Desinformation, Medienbildung, Journalismus, Partizipation, Klima und Lobbyismus […]
Mit CORRECTIVs Reporterfabrik: Sechs Jugendfeuerwehren nehmen Desinformation ins Visier
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Mit CORRECTIVs Reporterfabrik: Sechs Jugendfeuerwehren nehmen Desinformation ins Visier
Im Projekt „Brandherd Desinformation“ unterstützt CORRECTIV gemeinsam mit der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) junge Menschen dabei, Desinformation zu erkennen und dem etwas entgegenzusetzen – und macht zugleich das Ehrenamt sichtbarer.
06. Mai 2025
Mit ihren 350.000 Mitgliedern ist die Deutsche Jugendfeuerwehr eine der größten Jugendorganisationen Deutschlands. Sie bietet jungen Menschen nicht nur einen Ort für Freizeit, Austausch und Engagement, sondern auch die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt wird sie auch im Kampf gegen Falschinformationen im Netz aktiv: Im Projekt „Brandherd Desinformation“ unterstützt CORRECTIV gemeinsam mit der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) junge Menschen dabei, Desinformation zu erkennen und dem etwas entgegenzusetzen – und macht zugleich das Ehrenamt sichtbarer.
An sechs Standorten in ganz Deutschland finden dazu ab Sommer Workshops der Reporterfabrik von CORRECTIV für Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehr statt. Nach der Bewerbungsphase stehen die Projektstandorte nun fest: Mit dabei sind die Jugendfeuerwehren Magdeburg-Olvenstedt (Sachsen-Anhalt), Griesheim und Schauenburg Hoof (beide Hessen), Frankenholz (Saarland), Schöneiche & Woltersdorf (Brandenburg) sowie Hamburg-Lohbrügge.
Jeweils drei Workshops werden vor Ort durchgeführt – zwei davon zwischen Juli und November 2025, der dritte folgt im Frühjahr 2026. Die Workshops, geleitet von Journalistinnen der Reporterfabrik von CORRECTIV, vermitteln den Jugendlichen auf Augenhöhe und mit Spaß, wie TikTok & Co. funktionieren, wie sich Desinformation verbreitet und wie man ihr entgegentreten kann. Sie lernen, selbst zu recherchieren, seriöse Quellen zu erkennen und eigene Beiträge zu gestalten – und können dabei auch Einblicke in ihre Arbeit bei der Jugendfeuerwehr geben.
Hintergrund des Projekts: Rettungskräfte sehen sich zunehmend körperlichen und verbalen Angriffen ausgesetzt – oft befeuert durch gezielte Desinformationskampagnen im Netz. Dem will das Projekt „Brandherd Desinformation“ der Reporterfabrik von CORRECTIV etwas entgegensetzen und so die Resilienz junger Menschen und das Vertrauen in demokratische Institutionen stärken. Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
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Author: Anna-Maria Wagner
#correctivs #desinformation #jugendfeuerwehren #nehmen #reporterfabrik #sechs #visier
Im Projekt „Brandherd Desinformation“ unterstützt CORRECTIV gemeinsam mit der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) junge Menschen dabei, Desinformation zu erkennen und dem etwas entgegenzusetzen – und macht zugleich das Ehrenamt sichtbarer.
#Melder: #Sechs-Flüsse-Wanderung und #Verbandswandertag am 23. und 24. Mai
https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2025/05/sechs-fluesse-wanderung-und-verbandswandertag-am-23-und-24-mai-623460
#Leipzig #Wanderungen #Wandertag
watson: Chappell Roan ist seit sechs Monaten in einer Beziehung
Chappell Roan gilt als queere Ikone. Jetzt verrät sie Details zu ihrem Liebesleben.