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Kein Anti-Merz-Protest: Dieses Video zeigt eine Pro-PalÀstina-Demo von 2023
Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln
Tausende Menschen ziehen mit Schildern und Transparenten eine StraĂe entlang. Einzelne PalĂ€stina-Flaggen und der Berliner Dom sind sichtbar. Diese Szene ist in einem Video zu sehen, das ein Tiktok-Profil am 26. Juli 2025 veröffentlichte. Damit erreichte es mehr als 200.000 Aufrufe und fast 19.000 Likes. Im Video steht der eingeblendete Text âHerr Merz abschaffenâ, ergĂ€nzt durch die Behauptung âBerlin heuteâ. Damit wird suggeriert, die gezeigte Demonstration richte sich gegen Bundeskanzler Friedrich Merz â so verstehen es auch Nutzende in den Kommentaren.
Nur zwei Tage spĂ€ter â am 28. Juli 2025 â veröffentlichte dasselbe Tiktok-Profil das Video noch einmal. Hier klingt es so, als rufe die Menschenmenge wiederholt âDeutschlandâ.
Die Videos wurden am 26. und 28. Juli 2025 auf Tiktok veröffentlicht. Im Demonstrationszug sind eindeutig PalÀstina-Flaggen zu erkennen. (Quelle: Tiktok; Screenshot und SchwÀrzung: CORRECTIV.Faktencheck)Doch die Aufnahmen sind weder aktuell, noch haben sie mit Friedrich Merz zu tun. TatsÀchlich stammen sie von einer Pro-PalÀstina-Demonstration, die bereits im Jahr 2023 in Berlin stattfand.
Video zeigt Pro-PalÀstina-Demo in Berlin am 4. November 2023
In dem Video mit der Behauptung ist ein weiterer Nutzername erkennbar. Auf dessen Tiktok-Profil findet sich dasselbe Video, es wurde bereits am 4. November 2023 veröffentlicht. Der einzige Unterschied: Dieser Clip enthĂ€lt keine âMerzâ-BezĂŒge. In der Videobeschreibung heiĂt es: âTausend SolidaritĂ€t mit PalĂ€stina in Berlinâ.
Eine Bilder-RĂŒckwĂ€rtssuche mit einem Standbild aus dem Video fĂŒhrt zu weiteren Treffern â ein Tiktok-Video und ein X-Beitrag zeigen dieselbe Szene aus einem anderen Blickwinkel. Auch diese BeitrĂ€ge stammen vom 4. November 2023; in beiden heiĂt es, die Demonstration habe in Berlin stattgefunden. Anders als im zweiten Video des Tiktok-Profils sind in diesen Aufnahmen keine âDeutschlandâ-Rufe zu hören, sondern Sprechchöre mit âViva, Viva PalĂ€stinaâ. Der Nutzer hat die Tonspur â die laut Beschreibung vermutlich aus einem FuĂballstadion stammt â nachtrĂ€glich ĂŒber das Video gelegt. Wir haben bereits mehrfach berichtet, wie Videos so verfremdet werden.
Ăber eine Bilder-RĂŒckwĂ€rtssuche finden sich ein X-Beitrag (links) und ein Tiktok-Beitrag (rechts). Die BeitrĂ€ge zeigen dieselbe Pro-PalĂ€stina-Demo in Berlin am 4. November 2023. (Quelle: X / Tiktok; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)Keine Medienberichte zu angeblichem Anti-Merz-Protest in Berlin im Juli 2025
Am 4. November 2023 fanden laut Berichten von Tagesschau und Deutscher Welle in mehreren deutschen StĂ€dten Pro-PalĂ€stina-Demonstrationen mit tausenden Teilnehmenden statt â auch in Berlin. Die Teilnehmenden forderten stĂ€rkere SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern und protestierten gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen in Folge des Terrorangriffs der Hamas am 7. Oktober 2023.
Auf den Aufnahmen ist der Berliner Dom zu sehen. Dieser liegt auf der Route des Pro-PalĂ€stina-Demonstrationszuges vom 4. November 2023 (Quelle: Tiktok/RBB24; Screenshot, Collage und Markierungen: CORRECTIV.Faktencheck)Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veröffentlichte am selben Tag die genehmigte Route der Berliner Demonstration. Sie verlief durch das Stadtzentrum â unter anderem vorbei am Berliner Dom. Genau dieser ist im Tiktok-Video deutlich im Hintergrund zu erkennen. Zwei Archivbilder zeigen Demonstrierende direkt vor dem Dom, ein weiteres Bild dokumentiert den Streckenverlauf auf der StraĂe âUnter den Lindenâ â mit Blick auf die Humboldt-UniversitĂ€t. Auch dieses GebĂ€ude ist im Tiktok-Video klar zu sehen.
Medienberichte ĂŒber eine Demonstration gegen Friedrich Merz am 26. Juli 2025 finden sich dagegen keine. Auch auf der Webseite der Stadt Berlin ist keine solche angemeldete Demonstration zu finden. Auf Nachfrage schreibt uns der Tiktok-Nutzer, das Video sollte nur zeigen, dass wir als Deutsche genauso viele werden können, âum den Merz abzuschaffenâ. Ob in dem Video eine deutsche oder palĂ€stinensische Demonstration zu sehen sei, sei fĂŒr ihn kein Problem.
Immer wieder werden Proteste und Demonstrationen online in einen falschen Kontext gesetzt. In der Vergangenheit berichteten wir etwa ĂŒber eine Demonstration gegen Rechtsextremismus, die fĂ€lschlich als Demo fĂŒr die AfD ausgegeben wurde, oder Proteste der âBlack Lives Matterâ-Bewegung, die als Pro-PalĂ€stina-Demonstration verbreitet wurden.
Redigatur: Matthias Bau, Paulina Thom
Die wichtigsten, öffentlichen Quellen fĂŒr diesen Faktencheck:
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Author: Paulina Thom
(taz) US-Trans-Aktivist:in ĂŒber neue Gesetze: âWegen dieses Urteils werden Menschen sterbenâ
US-Bundesstaaten dĂŒrfen laut Gerichtsurteil Geschlechtsangleichung bei Jugendlichen verbieten. FĂŒr einen Elternteil eines trans Sohnes, eine Katastrophe.Israelische Truppen drangen in syrisches Gebiet â dieses Video zeigt jedoch Panzer im Westjordanland
Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln
Israelische Truppen drangen in syrisches Gebiet â dieses Video zeigt jedoch Panzer im Westjordanland
Nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien drangen israelische Truppen in syrisches Gebiet vor. Ein Video, das dort israelische Panzer zeigen soll, stammt jedoch aus dem Westjordanland.
von Max Bernhard
26. MĂ€rz 2025
Israelische Truppen befinden sich laut Medienberichten aktuell im SĂŒden Syriens, doch ein Video, das dort israelische Panzer zeigen soll, stammt aus dem Westjordanland (Quelle: X; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)Ein Video zeige israelische Panzer in Syrien.
Aufgestellt von: X-BeitrÀgen Datum:Falsch
Ăber diese Bewertung
Falsch. Die Aufnahme zeigt israelische Panzer am 23. Februar 2025 im Westjordanland.
Nach dem Regierungsumsturz in Syrien im Dezember 2024 drangen israelische Truppen in eine Pufferzone auf syrischem Gebiet vor, die an die von Israel besetzten Golanhöhen angrenzt. Das israelische MilitÀr hat seitdem hunderte Luftangriffe auf syrische Truppen getÀtigt. Die Vereinten Nationen kritisieren das Vorgehen Israels als Verstoà gegen das Waffenstillstandsabkommen von 1974.
Auch aktuell sollen israelische Truppen weiter vordringen, wie Medien berichteten. Ein Video, das Anfang MĂ€rz 2025 international in Sozialen Netzwerken verbreitet wird und israelische Panzer im SĂŒden Syriens zeigen soll, entstand jedoch im Westjordanland.
Anders als behauptet, zeigt diese Aufnahme israelische Panzer am 23. Februar 2025 im Westjordanland, nicht in Syrien (Quelle: X; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)Israelische Truppen befinden sich aktuell im SĂŒden Syriens, doch das Video zeigt Panzer im Westjordanland
Ăber eine Bilder-RĂŒckwĂ€rtssuche findet sich ein Medienbericht von CNN, der fahrende Panzer mit israelischer Flagge in derselben Anfangsszene wie im online geteilten Video zeigt. Das lĂ€sst sich unter anderem an den StraĂenlaternen und Strommasten und den Menschen im Hintergrund erkennen.
Als Quelle gibt CNN die Nachrichtenagentur Reuters an. Demnach stammt die Aufnahme vom 23. Februar 2025 und zeigt israelische Panzer in Dschenin, im von Israel besetzten Westjordanland. Laut Medienberichten drangen an diesem Tag zum ersten Mal seit 20 Jahren israelische Panzer in das Gebiet vor. Israel besetzte demnach mehrere Lager fĂŒr GeflĂŒchtete.
Ein Vergleich des Videos (links) mit einem Beitrag von CNN (rechts) zeigt, dass beide Aufnahmen dieselbe Szene in Dschenin, Westjordanland, am 23. Februar 2025 zeigen. Das lĂ€sst sich unter anderem an den Menschen (blau) und dem Haus (grĂŒn) im Hintergrund, sowie an dem Laternenmast (orange) erkennen. (Quelle: X / CNN; Screenshots, Markierungen und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)Eine Aufnahme des Fotografen Majdi Mohammed fĂŒr die Nachrichtenagentur Associated Press zeigt dieselbe Szene aus einem anderen Blickwinkel. Das Foto bestĂ€tigt den Aufnahmeort Dschenin und das Aufnahmedatum 23. Februar 2025. Zuvor berichteten auch andere Faktencheck-Redaktionen, dass das Video aktuell im falschen Kontext verbreitet wird.
Redigatur: Sophie Timmermann, Kimberly Nicolaus
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Author: Max Bernhard
#dieses #drangen #gebiet #israelische #syrisches #truppen #video
Enten zÀhlen und Gutscheine bekommen? Dieses Gewinnspiel von Action ist ein Fake
Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln
âEs gibt noch keinen Gewinner, das @ACTION-Team verlost einen 500-Euro-Gutschein fĂŒr die ersten 350 Personenâ, heiĂt es in einem Facebook-Beitrag einer Seite namens âAction fans.â. Mit dem EinzelhĂ€ndler Action haben das Facebook-Profil und die Verlosung von Anfang Januar 2025 nichts zu tun.
Wie wir immer wieder berichtet haben, wird mit solchen Betrugsmaschen auf Facebook versucht, Daten von Nutzerinnen und Nutzern abzugreifen. Zu gewinnen gibt es nichts.
Diese Seite, die das vermeintliche Action-Gewinnspiel verbreitet, ist gefÀlscht (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Weder Verifizierung noch Impressum: An diesen Details lÀsst sich die FÀlschung erkennen
Die Facebook-Seite hat nur 40 âGefĂ€llt mirâ-Angaben und 39 Follower (Stand: 20. Januar) und existiert erst seit wenigen Wochen. Auch ein Impressum ist auf der Seite nicht zu finden. Das ist bei Gewinnspielen eigentlich gesetzlich vorgegeben.
AuĂerdem fehlt der blaue Verifizierungshaken â damit zeigt Facebook an, dass es sich um die offizielle Seite eines Unternehmens oder einer bekannten Persönlichkeit handelt. Zum Vergleich: Actions offizielle Facebook-Seite hat einen blauen Haken, ĂŒber drei Millionen Follower und ein Impressum. Zudem gibt es die Seite schon seit August 2012.
Auf der offiziellen Seite der Supermarktkette Action sind verschiedene Kontaktinformationen angegeben und sie existiert schon seit Jahren. Zudem hat die Seite Millionen Follower und einen blauen Haken. (Quelle: Facebook; Screenshot und Markierungen: CORRECTIV.Faktencheck)Die angebliche Verlosung findet sich weder auf dem Facebook-Profil noch auf der offiziellen Webseite von Action. Dort warnt das Unternehmen hingegen seit Jahren in einem Artikel vor Phishing und Spam. Darin heiĂt es: âImmer öfter sehen wir Aktionen auf Facebook, per SMS und ĂŒber Whatsapp, bei denen Action-Geschenkgutscheine in Höhe von 100, 250 oder 500 Euro angeboten werden. Nimm nicht daran teil, da es sich hier um gefĂ€lschte Aktionen und somit um Betrug handelt.â
Daran kann man unseriöse Facebook-Seiten erkennen:
Redigatur: Matthias Bau, Sarah Thust
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Author: Max Bernhard
#action #bekommen #dieses #enten #gewinnspiel #gutscheine #zahlen
Dieses Video von angeblich berauschtem Selenskyj ist KI-generiert
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Dieses Video von angeblich berauschtem Selenskyj ist KI-generiert
Ein Video, das angeblich den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj zeigt, wie er im Rausch aus einem Wagen steigt, hat online Millionen Aufrufe. Doch die Aufnahme ist nicht echt, sondern mit KI erstellt. Sie stammt ursprĂŒnglich von einem russischen Tiktok-Account.
von Paulina Thom
16. Januar 2025
Auf X kursiert dieses Video, das offenbar den ukrainischen PrĂ€sidenten Selenskyj zeigt â ohne den Hinweis, dass es mit KI erstellt wurde (Quelle: Telegram; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)Ein Video zeige den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj, der scheinbar im Rausch aus einem Wagen steigt und von einem Bodyguard gestĂŒtzt werden muss.
Aufgestellt von: X-BeitrÀgen Datum:Manipuliert
Ăber diese Bewertung
Manipuliert. Das Video ist KI-generiert, wie an Fehlern in der Aufnahme erkennbar ist. Es stammt ursprĂŒnglich von einem russischen Tiktok-Nutzer, der es auch als KI-generiert kenntlich machte.
Auf X kursiert ein Video, das scheinbar einen berauschten Wolodymyr Selenskyj zeigt. Der ukrainische PrĂ€sident steigt offenbar wankend aus einem Wagen, verzieht das Gesicht und muss anschlieĂend von einem Bodyguard beim Laufen gestĂŒtzt werden.
âDa hat er etwas Zuviel geschnupftâ, schreibt ein X-Nutzer â eine Anspielung auf eine angebliche Kokainsucht des ukrainischen PrĂ€sidenten, ein beliebtes Narrativ pro-russischer Propaganda. Deutsche X-BeitrĂ€ge mit dem Video erreichten zusammen mehr als 400.000 Aufrufe. Laut einem Medienbericht kursierte das Video mit mehr als einer Million Aufrufe auch in der Slowakei.
In deutschen BeitrĂ€gen auf X wird dieses Video von einem scheinbar berauschten Selenskyj verbreitet. Nutzerinnen und Nutzer haben den Kontext hinzugefĂŒgt, dass es KI-generiert ist. (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Video von angeblich berauschtem Selenkskyj ist nicht echt, sondern KI-generiert
Unter den X-BeitrĂ€gen haben Nutzerinnen und Nutzer in einer sogenannten Community Note den Kontext hinzugefĂŒgt, dass das Video nicht echt sei. Zu erkennen ist das etwa daran, dass Selenkyjs rechte Hand bei Sekunde 6 des Videos in einer Bewegung nach hinten teilweise verschwimmt, sich schwarz verfĂ€rbt und dann ganz verschwindet.
Anders als in dem Video hat Selenskyj zudem keine Tattoos an den HĂ€nden, wie mehrere aktuelle Fotos belegen. Auch sonst sehen die HĂ€nde des Mannes im Video merkwĂŒrdig verformt aus. Das sind typische Hinweise auf KI-generierte Inhalte.
Bei Sekunde 6 des Videos verschwindet plötzlich Selenskyjs rechte Hand, obwohl sie normalerweise noch zu sehen sein mĂŒsste (Quelle: X; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)Eine Bilder-RĂŒckwĂ€rtssuche fĂŒhrt zudem zu keinen Belegen fĂŒr die Echtheit des Videos oder seriösen Quellen, wie Bildagenturen oder Medien. Stattdessen fĂŒhrt ein Nutzername im Video zu einem Tiktok-Nutzer, der Inhalte auf Russisch verbreitet. Hier finden sich gleich mehrere Videos von Selenskyj mit teilweise millionenfachen Aufrufen. Auch das Video, das aktuell auf X kursiert, hat dort knapp 15 Millionen Aufrufe. In der Videobeschreibung steht der Hinweis: âVon Creator*in als KI-generiert gekennzeichnetâ. Bei manchen Videos ist das auch offensichtlich: In ihnen fliegt Selenskyj etwa oder verwandelt sich in ein Holzfass.
Die Kommentare unter dem Beitrag zeigen aber: Viele Nutzerinnen und Nutzer ĂŒbersehen im Fall des angeblich berauschten Selenskyj den KI-Hinweis und fragen, ob das Video echt ist.
Einen Ăberblick mit allen Faktenchecks von uns zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.
Redigatur: Viktor Marinov, Gabriele Scherndl
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Author: Paulina Thom
#angeblich #berauschtem #dieses #generiert #selenskyj #video
Keine Anti-Terror-Demo in Magdeburg: Dieses Video zeigt FuĂballfans in Dortmund
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âDemo gegen den Terrorâ in der Stadt zeigen. Zu sehen ist eine Menschenmenge, die in Polizei-Begleitung eine StraĂe entlang lĂ€uft. Zu hören sind âWir sind das Volkâ-Rufe â eine Parole, die zunehmend auch von rechten und fremdenfeindlichen Gruppen bei Demonstrationen verwendet wird. Einer der BeitrĂ€ge mit dem Video hat ĂŒber zehntausend Likes und wurde mehr als eine halbe Million Mal angezeigt.
Nach dem Anschlag in Magdeburg gab es zwar Demonstrationen, diese sind in der Aufnahme aber nicht zu sehen. Wie wir bereits in einem anderen Faktencheck berichteten, zeigt das Video einen Fanmarsch des österreichischen FuĂballvereins Sturm Graz in Dortmund Anfang November 2024. Auch der Ton ist ein anderer.
Dieses Video zeigt FuĂballfans des österreichischen Vereins Sturm Graz in Dortmund und keine Anti-Terror-Demonstration in Magdeburg (Quelle: Instagram; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Video zeigt FuĂballfans â âWir sind das Volkâ-Rufe nachtrĂ€glich hinzugefĂŒgt
Das Original-Video findet sich auf dem Tiktok-Kanal des österreichischen Vereins, wo es schon am 5. November veröffentlicht wurde. Ein Tiktok-Profil der Wiener Boulevard-Zeitung Krone teilte am 5. November auĂerdem eine lĂ€ngere Version des Videos. An dem Tag fand ein Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund statt.
Das Video mit originalem Audio wurde schon am 5. November auf dem Tiktok-Kanal des FuĂballvereins Sturm Graz geteilt. Darin ist ein Fangesang zu hören. (Quelle: Tiktok, Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Medienberichte und Videos bestĂ€tigen, dass es sich bei der Szene aus dem Video um einen Fanmarsch der Grazer Fans handelt. Zu erkennen ist das etwa auch an der Kleidung der Personen und den getragenen Fanschals des Vereins.
Im Original-Audio sind keine âWir sind das Volkâ-Rufe zu hören, sondern ein Fangesang des Vereins. Der Verein und seine Fans haben sich in der Vergangenheit mehrfach gegen Rassismus und Diskriminierung ausgesprochen.
Redigatur: Sarah Thust, Uschi Jonas
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Author: Max Bernhard
Nein, dieses Video zeigt nicht, wie Annalena Baerbock in China aus dem Saal geworfen wird
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Nein, dieses Video zeigt nicht, wie Annalena Baerbock in China aus dem Saal geworfen wird
Nach dem China-Besuch von AuĂenministerin Annalena Baerbock im Dezember 2024 kursieren Bilder, die angeblich ihren Rauswurf bei einer Pressekonferenz zeigen sollen. Doch die Aufnahme ist alt und zeigt etwas anderes.
von Sarah Thust
16. Dezember 2024
Am 14. April 2023 gaben die deutsche AuĂenministerin Annalena Baerbock und der damalige chinesische AuĂenminister Qin Gang eine Pressekonferenz in China. Bilder davon werden nach Baerbocks erneutem Besuch im Dezember 2024 in falschem Zusammenhang in Sozialen Netzwerken verbreitet. (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck) BehauptungEin Video zeige wie Annalena Baerbock wĂ€hrend ihres Besuchs in China im Dezember 2024 rausgeschmissen wird beziehungsweise wie die GesprĂ€che abgebrochen wurden.
Aufgestellt von: BeitrÀgen in Sozialen Netzwerken Datum:Falsch
Ăber diese Bewertung
Falsch. Das Video ist nicht aktuell und zeigt auch keinen Rauswurf. Es zeigt, wie der ehemalige chinesische AuĂenminister Qin Gang am 14. April 2023 BundesauĂenministerin Annalena Baerbock nach einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Ausgang bittet und beide gemeinsam den Saal verlassen. Im Dezember 2024 lieĂ sich der neue AuĂenminister Wang Yi nicht auf eine gemeinsame Pressekonferenz ein, Baerbock trat allein vor die Kameras.
In Sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das angeblich BundesauĂenministerin Annalena Baerbock bei ihrem Besuch in China am 2. Dezember 2024 zeigt. Behauptet wird dazu in unterschiedlichen BeitrĂ€gen, China habe die GesprĂ€che mit der deutschen Ministerin abgebrochen oder sie ohne Pressekonferenz ârausgeschmissenâ. Im Video sieht man einen Mann, der die Ministerin mit erhobenem Zeigefinger aus dem Raum begleitet und den hineinmontierten Text âDort ist die TĂŒrâ.
In diesen zwei Varianten verbreitet sich die Behauptung in Sozialen Netzwerken â die BeitrĂ€ge zeigen ein altes Video, das mit Baerbocks Besuch in China im Dezember 2024 nichts zu tun hat. (Quellen: Instagram; Screenshots: CORRECTIV.Faktencheck)Was dahintersteckt, zeigt eine BilderrĂŒckwĂ€rtssuche: Sie fĂŒhrt unter anderem zu einem Video des Rundfunksenders Deutsche Welle vom 14. April 2023. Darin ist ab Minute 2:57 zu sehen, dass die Szene das Ende einer gemeinsamen Pressekonferenz ist â der ehemalige chinesische AuĂenminister Qin Gang, der Mann aus dem Video, bittet Baerbock mit erhobenem Zeigefinger zum Ausgang und sie verlassen gemeinsam den Saal. In der Aufnahme ist also kein âRauswurfâ oder ein vorzeitiges Ende der Veranstaltung zu sehen.
Zu diesem Ergebnis kamen auch die und Euronews.
Im Dezember 2024 gab es keine gemeinsame Pressekonferenz mit Chinas AuĂenminister Wang Yi
Das VerhĂ€ltnis zwischen China und Deutschland war nach Baerbocks Besuch im April 2023 angespannt. Baerbock hatte bei der Pressekonferenz 2023 starke Kritik an der Regierung Chinas geĂ€uĂert, die Qin Gang zurĂŒckwies. Wenige Monate danach verschwand der Minister, die GrĂŒnde sind laut Medienberichten unklar.
Der aktuelle chinesische AuĂenminister Wang Yi lieĂ sich bei Baerbocks Besuch in China im Dezember 2024 laut Medienberichten nicht auf eine gemeinsame Pressekonferenz ein. Baerbock sprach stattdessen allein zu Journalistinnen und Journalisten.
Annalena Baerbock traf sich am 2. Dezember 2024 in China mit AuĂenminister Wang Yi â es gab einen Fototermin, aber keine gemeinsame Pressekonferenz (Quelle: Yin Bogu / Associated Press / Picture Alliance)Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes spricht bei Regierungspressekonferenz von einer âFehlinformationâ
Obwohl das Video alt ist und die Behauptungen dazu falsch sind, sammelte es insbesondere auf Instagram mehr als 10.000 GefÀllt mir-Angaben ein. Auch auf Facebook, Telegram, Tiktok und X wurde es geteilt. Unter anderem verbreitete es ein Ortsverband der AfD auf Facebook.
Daneben teilten prorussische KanÀle die Falschbehauptung, etwa auf Spanisch oder Serbisch. Aus einem geht hervor, dass auch der Russland-nahe Journalist Florian Warweg das Video in einer Frage wÀhrend der Regierungspressekonferenz am 4. Dezember 2024 erwÀhnte.
Der Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes, Sebastian Fischer, bezeichnete die Behauptungen zum kursierenden Video als âFehlinformationâ. Es habe âschon vor Beginn der Reiseâ festgestanden, âdass es keine Pressekonferenz gibt und dass die Ministerin die Dinge, die sie zu sagen hat, sozusagen in einer eigenen Pressekonferenz ohne ihren chinesischen Amtskollegen Ă€uĂern wĂŒrdeâ.
Redigatur: Matthias Bau, Max Bernhard
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Author: Sarah Thust
Syrien: Dieses Foto zeigt keinen Gefangenen aus dem Sednaya-GefÀngnis
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Syrien: Dieses Foto zeigt keinen Gefangenen aus dem Sednaya-GefÀngnis
Nach der Entmachtung des Assad-Regimes in Syrien konnten Menschen aus dem Folter-GefÀngnis Sednaya befreit werden. Bilder davon gehen um die Welt, darunter mischt sich allerdings eine Fake-Aufnahme.
12. Dezember 2024
Zum Sturz des Assad-Regimes in Syrien kursiert dieses Foto in Sozialen Netzwerken. Anders als behauptet, zeigt es keinen Gefangenen aus dem Sednaya-GefÀngnis bei Damaskus. (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck) BehauptungEin Foto zeige einen Gefangenen, der aus dem Sednaya-GefÀngnis in Syrien befreit wird.
Aufgestellt von: BeitrÀgen in Sozialen Netzwerken Datum:Manipuliert
Ăber diese Bewertung
Manipuliert. Das Foto ist ein Standbild aus einem mit KĂŒnstlicher Intelligenz generierten Video.
WÀhrend der Diktatur des Assad-Regimes verschwanden Zehntausende im Folter-GefÀngnis Sednaya in Syrien, darunter auch Frauen und Kinder. Mit dem Sturz des Regimes am 8. Dezember 2024 konnten Tausende von ihnen befreit werden. Berichte von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen belegen, dass es in Sednaya laut Fotos und Aussagen ehemaliger HÀftlinge sadistische Folter und Massenhinrichtungen gab.
Medien wie der Guardian oder die New York Times konnten Videoaufnahmen und Fotos von der Befreiung der Gefangenen verifizieren. Die Aufnahmen sind von schlechter QualitÀt.
Diese Aufnahmen aus dem GefĂ€ngnis Sednaya sind vom Guardian verifiziert (Quellen: X; Screenshots: CORRECTIV.Faktencheck)In Sozialen Netzwerken kursiert ein Bild mit besserer Auflösung: Das zeigt angeblich einen Gefangenen, der aus einem Tunnel unter der Erde aus Sednaya entkommt. Das Foto mit der Behauptung verbreitet sich in mehreren Sprachen auf X, Facebook, Instagram, Telegram und Tiktok. Vereinzelt findet es sich auch in Medienberichten, zum Beispiel in Ăsterreich oder Albanien. Doch eine Suche nach dessen Ursprung zeigt: Das Foto ist fake.
Kein Bezug zu Syrien: Hinter dem Bild steckt ein Video, das auf Tiktok als KI-generiert gekennzeichnet ist
Wie die Faktencheck-Redaktionen Teyit und Misbar berichteten, stammt das Bild des angeblichen Gefangenen aus einem Video auf Tiktok. Die Szene zeigt einen Mann, der aus einem Tunnel steigt. Er hĂ€lt ein schwarz-braunes, kĂŒnstlich wirkendes Insekt, das gröĂer als seine Hand ist. Seine ZĂ€hne sehen aus wie VampirzĂ€hne.
Das Video ist als KI-generiert gekennzeichnet. In der Beschreibung des Tiktok-Profils, auf dem das Video ursprĂŒnglich veröffentlicht wurde, heiĂt es zudem auf Englisch: âAlles hier ist KĂŒnstliche Intelligenz.â
Ein Standbild aus diesem KI-generierten Video auf Tiktok wird in anderen Sozialen Netzwerken in falschem Kontext verbreitet â es hat mit Syrien nichts zu tun (Quelle: Tiktok; Screenshot und SchwĂ€rzung: CORRECTIV.Faktencheck)An VampirzĂ€hnen und unnatĂŒrlichen Fingern ist erkennbar, dass das Video KI-generiert ist
Auch Fachleute halten das Video fĂŒr KI-generiert. Siwei Lyu, Direktor des Media Forensic Lab an der US-UniversitĂ€t Buffalo in New York, schreibt uns: âDurch Verlangsamung des Videos werden Ungereimtheiten sichtbar.â Darauf verweist auch Martin Steinebach, Abteilungsleiter fĂŒr Media Security und IT Forensic am Fraunhofer-Institut fĂŒr Sichere Informationstechnologie in Darmstadt. Laut ihm sei ein Problem kĂŒnstlich erstellter Videos derzeit noch die KontinuitĂ€t. HĂ€ufig verĂ€nderten sich eigentlich unverĂ€nderliche Details. Das sei in diesem Fall gut an den ZĂ€hnen des Mannes erkennbar. Im Verlauf des Videos verformen sich die anfangs normalen ZĂ€hne zu VampirzĂ€hnen:
An der VerĂ€nderung der ZĂ€hne des Mannes ist das Video als KI-generiert erkennbar. (Quelle: Tiktok; Collage und Bearbeitung: CORRECTIV.Faktencheck)Ein genauer Blick auf die Hand des Mannes zeigt auch: Seine Finger werden im Video unnatĂŒrlich dargestellt. Das ist ein typisches Merkmal KI-generierter Inhalte, das wir auch in anderen FĂ€llen beobachtet haben.
âAuch Schatten und Beleuchtung verhalten sich unrealistischâ, schreibt Steinebach weiter. Hinter der Person entsteht eine Lichtquelle:
In dem Video entsteht hinter dem Mann eine Lichtquelle, die laut EinschĂ€tzung von Martin Steinebach, Abteilungsleiter fĂŒr Media Security und IT Forensic am Fraunhofer-Institut fĂŒr Sichere Informationstechnologie, unrealistisch ist. Ein Hinweis darauf, dass das Video KI-generiert ist. (Quelle: Tiktok; Screenshot, Bearbeitung und Markierung: CORRECTIV.Faktencheck)Auch Lyu schreibt, dass das Verhalten von Schatten, Spiegelung oder die Interaktion zwischen Objekten bei KI-generierten Inhalten manchmal nicht mit der physischen RealitĂ€t ĂŒbereinstimmen wĂŒrde.
Wie sich manipulierte Bilder enttarnen lassen:
Redigatur: Sarah Thust, Uschi Jonas
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Author: Kimberly Nicolaus
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