Was #Westalgie übersieht: 40 Jahre musste #Kapitalismus in der #BRD und sonst im globalen Westen als "Soziale Marktwirtschaft" aufgeführt werden, der Staat entsprechend als #Sozialstaat.

Nicht zuletzt wegen der #Systemkonkurrenz und der puren, oft ja durchaus schlichten Existenz vom #Ostblock samt #DDR.

@steve

„Die eigentliche Sprengkraft des Begriffes #Westalgie liegt aber in der Umkehr der Diagnoserichtung.“

Ja, auch Teil des Problem, das man als Ossi hat: Man möchte nicht diagnostiziert werden.

Aus "Die Weltbühne - Magazin für Politik, Kunst, Wirtschaft"

Von Johannes Schirrmeister

Westalgie (Einleitung)

"Die 'Ostalgie, jene vermeintliche Sehnsucht nach der untergegangenen DDR, war lange in Diskursschlager. Dass es auch ein paralleles Phänomen im Westen gab, blieb dagegen unbenannt. Bis jetzt. Gerade bricht nämlich die 'Westalgie' mit voller Wucht ins öffentliche Bewusstsein: die Wehmut, die Verunsicherung und die Wut einer Gesellschaft, die spürt, wie ihr Weltbild und ihr ökonomisch-politisches Erfolgsmodell unwiederruflich vergehen. Man könnte diese Gefühlslage geradezu als Emotion der Stunde bezeichnen. Und wenn esnach mir geht, wird 'Westalgie' sogar das Wort des Jahres 2026.

Das Ende der Siegererzählung

Die Westalgie ist kein simpler Retro-Trip in die Bonner Republik oder die Zeit des 'Wirtschaftswunders'. Sie reagiert vielmehr auf den Bruch eines fundamentalen Versprechens. Dass der westdeutsche Weg, verankert in der liberalen Demokratie, dem transatlantischen Bündnis udn einer exportstarken, sozial abgefederten Marktwirtschaft, ein quasi naturgegebenes, ewiges Erfolgsmodell sei: Diese Gewissheit war die Grundlage der politischen Kultur und des Selbstverständnisses Westdeutschlands, das sich nach 1990 oft genug als Lehrmeister des Ostens aufgespielt hat.
Jetzt bröckeln diese Pfeiler alle gleichzeitig. Die wirtschaftliche Dauerkrise der Schlüsselindustrien, die Erschütterung der Sicherheitsarchitektur durch einen unberechenbar gewordenen US-Partner, die geopolitischen Machtverschiebungen, die inneren Zerreißproben um Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt - alls das führt zu einer beispiellosen Verunsicherung. (...)"

Leider ist der Text auf den sieben Seiten zu lang, um ihn vollständig zu zitieren, und ich sehe mich gerade auch außerstande, den Text zusammenzufassen.
Vielleicht liest ein AltBot den Text aus den Bildern vor, der sehr lesenswert ist.

via @steve

https://dresden.network/@steve/116091195230996199

#Westalgie #JohannesSchirrmeister #Demokratie #Gesellschaft
steve (@[email protected])

Attached: 4 images @[email protected] Vielleicht interessant für Deine Beschäftigung mit dem Ost-Thema. Nach #Ostalgie der Begriff #Westalgie. Die Konklusion ist für meinen Geschmack etwas zu typisch utopisch und realitätsfern, ich glaube ja eher an Tadzio's Theorie der Verdrängung bis nach dem bitteren Ende, aber die Analyse ist interessant. Wir Flugverweigerer finden das Heft derzeit auf natürliche Weise im Bahnhofsbuchhandel. 1/ @[email protected]

Dresden.Network

@stefanmuelller
Vielleicht interessant für Deine Beschäftigung mit dem Ost-Thema.

Nach #Ostalgie der Begriff #Westalgie.

Die Konklusion ist für meinen Geschmack etwas zu typisch utopisch und realitätsfern, ich glaube ja eher an Tadzio's Theorie der Verdrängung bis nach dem bitteren Ende, aber die Analyse ist interessant.

Wir Flugverweigerer finden das Heft derzeit auf natürliche Weise im Bahnhofsbuchhandel.

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@OCRbot deu

Eine Frage des Gewichts: Clemens Meyer, Buchpreise und das literarische Ungleichgewicht - Aktuelles

Der Artikel der Berliner Zeitung von Immo v. Fallois ist mehr als eine Würdigung Clemens Meyers – er ist ein kulturpolitisches Statement. Mit deutlich erkennbarem Unmut analysiert er die Nicht-Auszeichnung von Meyers monumentalem Roman Die Projektoren auf der Frankfurter Buchmesse 2024. Der Text ist dabei keine bloße Ehrenrettung für einen enttäuschten Autor, sondern eine scharfsinnige Skizze über die Machtverhältnisse im deutschen Literaturbetrieb – ein Appell gegen das selbstzufriedene ...

Lesering.de
#Westalgie Kennt jemand noch das (West-)Berlin der 1980er Jahre. Es hatte etwas von einer Insel, war räumlich begrenzt, überall stieß man auf das Ende des Territoriums, es war nichts Ganzes, sondern nur ein Teil, der Untergang schien jederzeit möglich, man gelangte dort über Land nur hin, wenn man sich den Kontrollen der DDR aussetzte, die manchmal seltsam waren, zartbitter waren die Tage, die Musik, die Zigaretten, die Drinks, hatten alle etwas vergängliches im Geschmack, ein Atompilz schien...