Lindenthal: Metallische Gegenstände sollen sondiert werden – Uniklinik trifft Vorbereitungen – 9.600 Haushalte könnten betroffen sein
Köln braucht Report-K. Jetzt braucht Report-K Euch, die Kölner:innen.
Werde K-bonnent:in und leiste Deinen Beitrag zur Existenzsicherung von report-K und Medienvielfalt in Köln.
Du bist bereits K-bonnent:in?
Hast Du noch kein K-bo? Schließe ein K-bo für nur 4,85 /Monat ab.
Deine Vorteile:
• Zugriff auf über 115.000 Artikel
• Du unterstützt unabhängigen Journalismus in Köln!
• Nur 4,85 Euro im Monat
#gegenstande #lindenthal #metallische #sollen #sondiert #uniklinik #werden
Von 9 Lehrschwimmbädern in Köln sind 4 in Betrieb: Wo sollen die Pänz das Schwimmen lernen?
Köln braucht Report-K. Jetzt braucht Report-K Euch, die Kölner:innen.
Werde K-bonnent:in und leiste Deinen Beitrag zur Existenzsicherung von report-K und Medienvielfalt in Köln.
Du bist bereits K-bonnent:in?
Hast Du noch kein K-bo? Schließe ein K-bo für nur 4,85 /Monat ab.
Deine Vorteile:
• Zugriff auf über 115.000 Artikel
• Du unterstützt unabhängigen Journalismus in Köln!
• Nur 4,85 Euro im Monat
Köln-Chorweiler: Häuser am Höfenweg in Merkenich sollen abgerissen und neu gebaut werden
Köln-ChorweilerHäuser am Höfenweg in Merkenich sollen abgerissen und neu gebaut werden
Von Christopher Dröge17.04.2025, 10:54 Uhr
Lesezeit 3 MinutenDie Mietshäuser am Höfenweg sollen einem modernen Wohnquartier weichen.
Copyright: Christopher Dröge
ANZEIGE ANZEIGEDie fast ein Jahrhundert alten Mietshäuser sollen weichen. Dafür soll in dem neuen Merkenicher Wohnquartier auch eine Kita entstehen.
Wie viele andere Stadtteile im Bezirk Chorweiler soll auch Merkenich ein neues Wohnquartier erhalten – allerdings nicht auf einer bisherigen Brachfläche am Ortsrand, sondern im zentral gelegenen Höfenweg.
Nach einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, den die Kölner Wohnungsgenossenschaft eG beantragt hat, soll die bestehende Wohnbebauung des Abschnittes zwischen den Hausnummern 46 bis 76 erneuert und verdichtet werden – die bestehenden Gebäude müssen den Plänen weichen. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung in der Bezirksvertretung Chorweiler hervor, die diese in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen hatte.
Neues Wohnquartier mit Kita geplant
Die vier Mehrfamilienhäuser auf den betreffenden Grundstücken umfassen 34 Wohneinheiten und stammen aus den 1930er Jahren. Das hohe Alter ist den Häusern anzumerken – vor allem in Bezug auf die Wohnungsgrundrisse, den Schall- und Wärmeschutz, sowie der Barrierefreiheit entsprechen sie nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Eine Sanierung ist nach Einschätzung der Kölner Verwaltung nicht in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen durchführbar, das städtebauliche Konzept sieht daher den Abriss und Neubau der Gebäudezeile vor.
Ersetzt werden sollen sie durch neue Wohngebäude mit jeweils drei Stockwerken und einem Staffelgeschoss. Neu hinzukommen sollen zwei weitere, kleinere Wohnhäuser hinter der bestehenden Häuserzeile – insgesamt soll das neue Gebäude-Ensemble so 72 Wohneinheiten umfassen. Der weitläufige, asphaltierte Garagenhof soll einem begrünten Innenhof weichen, der Spielmöglichkeiten für Kinder und weitere Begegnungsflächen bieten soll.
Eine gute Nachricht für Merkenich aber ist vor allem das Vorhaben, im nordöstlichen Bereich des Areals eine neue Kindertagesstätte mit fünf Gruppen anzusiedeln – damit soll der eklatante Mangel an Kinderbetreuungsplätzen verbessert werden, unter dem der Stadtteil schon geraume Zeit leidet. Ein Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung ist ebenfalls vorgesehen.
Mieterschutz und Ersatzwohnungen nach Abriss geplant
Für die 34 Mietparteien, die die Häuser zurzeit noch bewohnen, ist dies möglicherweise nur ein geringer Trost, sie werden bis 2028 ausziehen müssen. „Manche der Mieter wohnen seit 50 oder 60 Jahren dort, das sollte nicht vergessen werden“, sagte Rainer Stuhlweißenburg, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung.
Laut Stuhlweißenburg hatte es im Vorfeld unter den Bewohnern Unmut gegeben, da es versäumt worden sei, sie frühzeitig zu informieren. Die CDU habe daraufhin mit der Wohnungsbaugesellschaft Gespräche geführt, „weil wir wissen wollten, wie mit den Mietern umgegangen werden wird“, so Stuhlweißenburg.
In den Gesprächen habe die Wohnungsgenossenschaft jedoch glaubhaft versichert, dass das Versäumnis bedauert werde und dass man die Mieter inzwischen über die Pläne in Kenntnis gesetzt habe. Jede Mietpartei werde einen eigenen Ansprechpartner bekommen, auch soll diesen in den neuen Gebäuden eine Ersatzwohnung angeboten werden, sodass sie wieder an ihren alten Wohnort zurückziehen können, sofern sie das wünschen.
Stuhlweißenburg begrüßte diese Bemühungen, die sozialen Nachteile für die angestammten Mieter abzufedern, „daher kann die CDU nach diesen Gesprächen dem Projekt auch zustimmen“, sagte er. Gerade die Pläne für eine Kita seien ein großer Pluspunkt, doch gab Stuhlweißenburg, zu bedenken, dass diese keine schnelle Linderung versprächen, denn bis diese in Betrieb gehe, würden fünf bis zehn Jahre ins Land gehen. „Wir brauchen früher eine neue Kita in Merkenich, das muss möglich sein. Die Stadt muss hier auch selbst aktiv werden“, sagte er.
Die Verwaltung hingegen sieht das Planungsverfahren am Höfenweg als schnellsten Weg, eine Kita in Merkenich anzusiedeln, so Marie Kötterheinrich, eine Vertreterin des Stadtplanungsamtes. „Für das Vollverfahren rechnen wir mit drei Jahren“, sagte sie. „Ein Satzungsbeschluss ist bis 2028 machbar, anschließend kann der Bauantrag gestellt werden“. Mit dessen Bearbeitung und der eigentlichen Bauphase werden weitere Jahre vergehen.
#abgerissen #chorweiler #gebaut #hauser #hofenweg #merkenich #sollen

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.
evangelisch.de: Wenn Homosexuelle “geheilt” werden sollen
Klemens Ketelhut hat mit Überlebenden von Konversionsbehandlungen Forschungsinterviews geführt und ausgewertet. Es ist ein in Deutschland einmaliges Forschungsprojekt. Aber die Fördermittel dazu sind letztes Jahr ausgelaufen. Ein Drama für die Ergebnissicherung! Konversionsbehandlungen bezeichnen Behandlungen, welche die sexuelle Orientierung oder die selbstempfundene geschlechtliche Identität einer Person gezielt verändern oder unterdrücken sollen.Klemens Ketelhut hat mit Überlebenden von Konversionsbehandlungen Forschungsinterviews geführt und ausgewertet. Es ist ein in Deutschland einmaliges Forschungsprojekt. Aber die Fördermittel dazu sind letztes Jahr ausgelaufen. Ein Drama für die Ergebnissicherung! Konversionsbehandlungen bezeichnen Behandlungen, welche die sexuelle Orientierung oder die selbstempfundene geschlechtliche Identität einer Person gezielt verändern oder unterdrücken sollen.
Gefälschtes Gewinnspiel von Lindt auf Facebook – wieder sollen Daten abgegriffen werden
Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln
Erneut kursiert ein gefälschtes Gewinnspiel mit dem Logo des Schokoladenherstellers Lindt auf Facebook. Hinter dem vermeintlichen Gewinnspiel verbirgt sich eine bekannte Masche, mit der oft Daten abgegriffen werden sollen, so auch in diesem Fall: Nutzerinnen und Nutzer sollen lediglich einen Kommentar unter dem Beitrag hinterlassen und sich dann registrieren, um ihren Gewinn zu erhalten. Die Seite, auf der man landet, hat jedoch mit Lindt nichts zu tun, sondern wird von einer Firma betrieben, die für Werbeanrufe bekannt ist.
Ein auf Facebook verbreitetes falsches Gewinnspiel, das angeblich von Lindt stammen soll, soll nur Daten abgreifen (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Lindt-Facebook-Seite mit Gewinnspiel ist Fälschung
Dass der Account „Lindt Fans“ nicht wirklich von Lindt stammt, lässt sich an mehreren Details erkennen. So fehlt etwa der blaue Haken, mit dem Facebook offizielle Accounts verifiziert. Der echte Account von Lindt hat so einen Haken. Von dem angeblichen Gewinnspiel steht dort nichts.
Weitere Hinweise auf die Fälschung sind darüber hinaus die geringe Follower-Zahl, die fehlenden Kontaktmöglichkeiten, die bei einem Gewinnspiel aber Pflicht sind, und der Umstand, dass die Seite erst seit dem 17. Dezember 2024 besteht. Die echte Seite von Lindt existiert bereits seit dem Jahr 2009; das lässt sich mit einem Klick auf „Info“ und dann auf „Seitentransparenz“ feststellen. Und noch etwas ist auffällig: Die gefälschte Facebook-Seite hat nur einen einzigen Beitrag veröffentlicht – das angebliche Gewinnspiel.
Vorsicht vor Datendiebstahl: User sollen sich für Preis auf dubioser Seite registrieren
Wer an dem gefälschten Lindt-Gewinnspiel teilnimmt, erhält eine automatische Nachricht über den Facebook-Messenger. Darin wird man aufgefordert, das Gewinnspiel zu teilen und abzuwarten, bis man wieder kontaktiert wird.
Nach einigen Stunden erhält man, auch ganz ohne das Gewinnspiel vorher geteilt zu haben, die Nachricht, dass man als Gewinner ausgewählt worden sei und der Registrierung folgen solle. Die führt jedoch zu einer Seite, die mit Lindt nichts zu tun hat. Im Impressum steht stattdessen die Bluereen Media Ltd., eine Firma, die Daten mit gefälschten Gewinnspielen abgreift und die Kontakte danach mit unerwünschter Werbung belästigt. Der Verbraucherschutz warnte schon vor Jahren vor der Firma.
So sieht das Formular aus, in dem Nutzerinnen und Nutzer ihre persönlichen Daten eingeben sollen. Im Kleingedruckten ist zu erkennen, dass dahinter die Bluereen Media Ltd. steckt (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Gefälschte Gewinnspiele tauchen seit Jahren immer wieder auf Facebook auf, auch unter dem Namen von Lindt. Im Namen von Ikea, Rossmann und Deichmann wurden in der Vergangenheit ebenfalls Gewinnspiele erstellt, die nicht von den Firmen stammten. Es ging dabei ausnahmslos um Phishing.
Tipps, um gefälschte Facebook-Seiten zu erkennen:
Redigatur: Matthias Bau, Max Bernhard
Zur Quelle wechseln
Author: Steffen Kutzner
#daten #facebook #gefalschtes #gewinnspiel #lindt #sollen #wieder
Mit “Schwachkopf” sollen wir vom Terror und der AfD abgelenkt werden
Walter Lübcke wurde ermordet, nachdem er das nächste Ziel des rechtsextremen Hass-Mobs in Social Media wurde. So wurde er zum Ziel markiert. Sein Mörder engagierte sich im Wahlkampf für die AfD. So viele Politiker und Engagierte ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück, weil sie Hass und Hetze erfahren. Ganz neu: CDU-Politiker Marco Wanderwitz, der seine Familie schützen muss. Währenddessen lassen wir uns von einer Diskussion ablenken, ob Grüne wie Habeck im Gegensatz zu anderen Beleidigungen anzeigen dürfen. Die rechte Inszenierung rund um “Schwachkopf” hat das Ziel, rechte Straftaten zu verharmlosen, die Opfer zu Tätern zu machen. Und vom Terror im Umfeld der AfD abzulenken.
Die AfD und der Terror
Eine viel wichtigere Meldung, die durch die Schwachkopf-Debatte wieder in den Hintergrund gerückt wurde, ist die Festnahme von Terrorverdächtigen. Terrorverdächtige, die unter anderem auch mit Ämtern in der AfD waren.
Die Bundesanwaltschaft ließ vor kurzem acht Neonazis festnehmen. Ihnen wird vorgeworfen, unter dem Namen „Sächsische Separatisten“ geplant zu haben, mit Waffengewalt Teile des Freistaats Sachsens zu erobern. Darauf sollten dann „ethnische Säuberungen“ folgen. Mehrere der mutmaßlichen Rechtsterroristen waren Mitglieder bei der AfD und/oder deren Nachwuchsverband. Es gibt ein Foto, auf welchem sie zusammen mit Faschisten Höcke zu sehen sind.
Terrorgruppe “Sächsische Separatisten” – was wusste die AfD?
Die vielen Terror-Einzelfälle in der AfD?
Die AfD hat die Beschuldigten schnell aus der Partei geworfen, aber das ist ja kein Einzelfall bei der AfD:
Die AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann wird 2022 als Teil einer Razzia gegen Umsturzpläne der „Reichsbürger“ verhaftet. Sie wird im Gefängnis offenbar von mehreren AfD-Abgeordneten besucht. Im Zuge der Ermittlungen kam heraus, dass Malsack-Winkemann einige der Verschwörer bereits im September 2022 unter Ausnutzung ihrer Rechte als AfD-Abgeordnete im Bundestag herumführte.
AfD-Politiker Maximilian Krah ist Juli 2023 im Podcast beim rechtsextremen Verleger Götz Kubitschek zu Gast. Darin unterstützt er unter anderem die islamistischen Taliban, da diese mit ihrem Einmarsch in die afghanische Hauptstadt Kabul die einzig „richtige Antwort“ auf den von der US-Botschaft ausgerufenen CSD in Afghanistan geliefert hätten.
Bei einem Geheimtreffen in Potsdam besprechen Rechtsextreme um den Identitären Martin Sellner letzten Herbst die massenhafte Vertreibung auch deutscher Staatsbürger. Mit dabei:
Auf Kleine Anfrage einer sächsischen Landtagsabgeordneten der Fraktion „Die Linke“ im Februar 2024 wird bekannt, dass mehrere sächsische AfD-Mitglieder und auch Funktionäre eng mit der Reichsbürger-Szene, der Identitären Bewegung, dem rechtsextremen „Compact“-Magazin und den rechtsextremen „Freien Sachsen“ vernetzt sind.
In Roßlau wird im Juni 2024 ein AfD-Politiker, der ebenfalls früher Mitglied bei der verbotenen HDJ war, zum Bürgermeister gewählt. Und die ganze sächsische AfD ist schließlich gesichert rechtsextrem – also jeder einzelne ist ein Rechtsextremist. Von dieser wichtigen Debatte lenken sie mit dem “Schwachkopf”-Diskurs ab.
Shitstorms, Terror und Mord
Im Juni 2019 wurde der CDU-Politiker Walter Lübcke von einem Rechtsextremisten erschossen. Er war seit Jahren Ziel von rechten Kampagnen. Der Mörder kam aus der Szene, die jahrelang Angriffe auf den CDU-Politiker betrieben hat. Verkürzte und verfälschte Ausschnitte aus einer Rede, die sich für Schutzsuchende aussprach, wurden in rechten Gruppen massiv geteilt. Mit Kommentaren wie “Typischer Volksverräter dieser senile Trottel, so ist die CDU verkommen, zur Helferpartei für Asylschmarotzer….” [sic]. Ein anderer: “Warum wurde der nicht geteert und gefedert. Wäre was Neues, ein Stück Scheisse mit Federn!” [sic], wie der SPIEGEL dokumentierte. Nur harmloser Spott?
Kurz vor seinem Mord, nachdem die später in die AfD eingetretene CDU-Politikerin Erika Steinbach den verkürzten Ausschnitt erneut gepostet hatte, wurde erneut ein Hass-Sturm entfacht. Der Lübcke wohl zum Ziel auserkor. Und auch nach seiner Ermordung wurde die Tat von Rechtsextremen gefeiert. Shitstorms und Hass im Netz sind nicht harmlos. Wie der Spiegel 2019 schrieb: “Bis sich einer fand, der Worten Taten folgen ließ.”
Grausam: So widerlich feiern Rechtsextreme den Mord an Lübcke
Egal, ob Walter Lübcke oder die rechtsextremen Anschläge wie Halle oder Hanau: Den Taten gehen die Worte, die Drohungen, die Feindmarkierungen voraus. Das nennt man stochastischer Terrorismus. Marina Weisband (Grüne) erklärte es nach Hanau so:
„Stochastischer Terrorismus funktioniert so: niemand wird ausgebildet. Niemand gibt einen Befehl. Es wird nur so lange alle radikalisiert, bis die WAHRSCHEINLICHKEIT, dass etwas passiert, wächst. Und dann schlägt jemand zu. Irgendwann. Irgendwo. Und wir haben keine Terrorzelle, keine Schuldigen, die einen Auftrag gegeben hätten. Wir sagen „Einzeltäter“. Aber das ist es nicht. Es ist systematischer Terror. Und jeder, der ihre Geschichten erzählt, hilft ihnen bei der Fortsetzung. Wisst ihr, was ihn aufhält? Die Menschlichkeit der Opfer zu verteidigen. Um sie angemessen zu trauern. Solidarisch mit denen sein, die Angst haben müssen. Wenn das Ziel von Terroristen Entmenschlichung ist, muss Menschlichkeit unsere Maxime sein.“
Die Rechte Cancel Culture und Meinungsdiktatur
Rechte standen mit Fackeln vor dem Wohnhaus einer sächsischen Ministerin (SPD), um sie einzuschüchtern, es gab einen rechten Fackelmarsch vor dem Privathaus des Oberbürgermeisters Daniel Szarata (CDU), auch vor dem Wohnhaus des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Der SPD-Politiker Karamba Diaby zieht sich wegen Hass und Rassismus zurück. Nach Anfeindungen gab der Landrat von Mittelsachsen Dirk Neubauer seinen Posten auf. Die grüne Politikerin Tessa Ganserer, ein Lieblingshass-Ziel der Rechten, zieht sich auch zurück. Und ganz neu CDU-Politiker Marco Wanderwitz.
Eine Studie zeigt, dass 36 Prozent der befragten Kommunalpolitiker in den sechs Monaten vor der jüngsten Erhebung Anfeindungen und Gewalt erlebten. 28 Prozent gaben an, bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr antreten zu wollen. Wenn Rechte Widerspruch bekommen, behaupten diese gerne, das sei “Cancel Culture” und eine “Meinungsdiktatur”. Offensichtlich sind sie jedoch diejenigen, die Andersdenkende aus dem Diskurs drängen. Oft mit Drohungen, Angriffen, Shitstorms, Beleidigungen. Aber auch mit Gewalt. Die folgt nach der Markierung im Netz. Das ist oft genug kein “Spott” gegenüber Mächtigen” – es ist der Versuch, Andersdenkende mundtot zu machen.
Zuerst der “Schwachkopf”, dann die Gewalt?
Jeder Zweite schränkt laut einer Umfrage seine Internetnutzung wegen Hass im Netz ein, sagt eine Studie. Seit Jahren ist allen klar, dass Hass und Hetze im Netz ein großes Problem ist. Menschen, die sich engagiert cancelt. Und die Plattformen und die Behörden zu wenig tun. Die Plattformen stehen in der Kritik, die Behörden hinken massiv hinterher. Wenn was getan wird, dann wie kürzlich in einem bundesweiten Einsatztag gegen Hasskriminalität und Antisemitismus.
“Insgesamt gab es den Angaben zufolge 127 polizeiliche Maßnahmen wie Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahmungen in Deutschland. In zwei Dritteln dieser Fälle ermittelte die Polizei im Bereich politisch motivierter Kriminalität von Tätern mit mutmaßlich rechter Gesinnung. Die häufigsten Straftaten waren demnach Volksverhetzung, Beleidigung von Personen des politischen Lebens und das Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen”, schreibt der SPIEGEL.
Darunter waren auch Posts, die den Terror der Hamas feierten oder zu queeren Menschen “ab nach Auschwitz” sagten. Die Gefahr vom Hass im Netz wird immer größer. Die Innenministerin ruft auf, den Hass nicht hinzunehmen und ruft auf, Anzeigen zu erstatten. Mir selbst haben einige Staatsanwälte bereits gesagt, dass mehr angezeigt werden müsste, sonst können sie nichts gegen diese Bedrohung tun. Wir müssen mehr dagegen tun.
Aber dieser Aktionstag wurde gezielt durch rechtsradikale Medien missbraucht, um jetzt so zu tun, als sei dieser Kampf gegen die Bedrohung für die Meinungsfreiheit ein Problem – und die Opfer Schuld daran, dass sie strafbare Dinge anzeigen.
Der Hintergrund der “Schwachkopf”-Empörung
Einer der Männer, der Ziel einer Hausdurchsuchung in Bayern wurde, wird jetzt zum Aufhänger für die rechten Spindoktoren. Der Mann hatte ein Bild verbreitet, „auf dem ein SS- oder SA-Mann mit dem Plakat und der Aufschrift ,Deutsche kauft nicht bei Juden‘ sowie u.a. dem Zusatztext ,Wahre Demokraten! Hatten wir alles schon mal!‘ zu sehen“ gewesen sei, wie die Polizei sagte. Er hatte aber auch einen Beitrag gepostet, in welchem er Habeck als “Schwachkopf” bezeichnet hatte.
„Natürlich“ sei „‚Schwachkopf‘ nicht die schlimmste Beleidigung, die jemals ausgesprochen wurde“, sagte der Kanzlerkandidat der Grünen im „Bericht aus Berlin“ der ARD. “Doch habe er zu Beginn der Legislaturperiode beschlossen, Beleidigungen ahnden zu lassen”, wie die FAZ schreibt. Richtig so. Strafbare Inhalte sind strafbar. Und ich muss das erklären, weil Rechtsradikale versuchen, die Täter als Opfer zu präsentieren.
Die Rechten wollen das Recht auf strafbare Inhalte umsetzen. Recht auf Beleidigen, auf Hass. Auf buchstäblich strafbare Inhalte, die Strafbefehle nach sich zogen. Die Leute, die teilweise Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft deportieren wollen, sobald sie straffällig werden, versuchen jetzt, die Täter hinter dem Hass im Netz in Schutz zu nehmen.
Walter Lübcke wurde nach Hass im Netz umgebracht. Und heute empört sich das rechtspopulistische NIUS, dass eine Karikatur, die offenbar einen Mord oder zumindest brutale, blutige Gewalt zeigt, keine Volksverhetzung sein sollte?
Während demokraten verlieren, jubeln die feinde der meinungsfreiheit
Natürlich kann man gerne diskutieren, ob “Schwachkopf” eine Hausdurchsuchung nötig macht. Aber ebenso unverhältnismäßig ist die ganze, künstliche Debatte von Rechts darüber. Man kann auch niemanden beleidigen. Auch hat Habeck nichts damit zu tun, der darf anzeigen, was er will. Ob etwas Konsequenzen hat, entscheidet die Justiz. Nicht Herr Habeck. In Bayern hat übrigens die CSU das Justizministerium. Hier wird perfiderweise so getan, als ob strafbare Inhalte – einige der Beiträge wurden ja schließlich buchstäblich schon mit Geldstrafen versehen – alle nur “harmlose” Beleidigungen wären wie “Schwachkopf”.
Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki verharmloste am prominentesten Hass und Hetze im Netz, als er unterstellte, Habeck würde nur Beleidigungen anzeigen – und als ob man sich gefälligst beleidigen lassen sollte. Ein Jurist, der die Existenz eines Strafbestands in Frage stellt?
Im letzten Monat sprach Herr Kubicki noch von “Hass und Hetze” – buchstäblich nach einem Zitat aus einer Satire-Sendung, die man treffender als “Spott gegen Mächtige” nicht beschreiben könnte.
Später tut er so, als sei der Sammelbegriff für Straftaten “Hass und Hetze” keine rechtlichen Kategorie. Und als sei das alles nur “harmloser Spott über die Mächtigen”.
Ich hoffe, Herr Kubicki hat den Holocaust-verharmlosenden Post, wegen dem die “Schwachkopf”-Hausdurchsuchung auch stattfand, nicht absichtlich verharmlost. Aber genau das passiert hier: Antisemitismus und strafbare Inhalte werden hier relativiert, im Versuch, den politischen Gegner als überzogen zu präsentieren. Ob gewollt oder nicht, das nimmt Herr Kubicki hier in Kauf.
lasst euch nicht ablenken
Die Rechten und Rechtsextremen haben hier etwas gefunden, mit dem sie glauben, die ganze Debatte auf den Kopf stellen zu können. Klar ist es überzogen, wegen “Schwachkopf” eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Aber diese eine Feststellung – der ich ja problemlos zu stimme – soll diese ganze Strategie vernünftig erscheinen lassen: Die Opfer zu Täter zu machen, den Hass zu verharmlosen und von der größten Bedrohung durch Rechtsterrorismus und AfD ablenken.
Die rechten Desinformationsmedien und diejenigen, die sie konsumieren, schlachten das Thema jetzt natürlich genüsslich aus. Es wäre ein Fehler, diese eine aus dem Kontext gerissene Sache mit ihnen zu diskutieren. Was strafbar ist oder nicht, entscheidet der Rechtsstaat. Ob ein Reichelt oder ein Kubicki einen Post gut oder schlecht findet, ist zweitrangig. Und auch Habeck hat damit nichts zu tun. Friedrich Merz zeigte vor kurzem auch eine Frau aus Haßbergen wegen Beleidigung an, die Merz und seine Partei “A*schlöcher” nannte. Sie erhielt einen Strafbefehl. Markus Söder hatte Strafantrag gegen den österreichischen Rechtspopulisten Gerald Grosz wegen der Beleidigung als “Trottel” gestellt. Grosz war schon einmal wegen Beleidigungen gegen Söder verurteilt worden.
Die Gefahr geht von der AfD aus
Es ist ganz normal, Beleidigungen können strafbar sein und man darf sie anzeigen. Nur wenn es ein Grüner macht, wird das zum Skandal hochgejazzt. Und wer diese gezielte Relativierungskampagne rechtfertigt, lässt die Rechten damit durchkommen. Sie wollen hier Täter und Opfer umkehren. Aus Worten folgen Taten. Die Hetzer im Netz sollten mehr Angst haben, unsere Politiker zu bedrohen, nicht weniger. Denn das zerstört unsere Demokratie. Und irgendwann greift wieder einer zur Waffe.
Diese sinnlose Debatte, die, wenn man zwei Schritte zurück geht, völlig absurd wirkt, lenkt uns von wirklich gefährlichen Entwicklungen ab. Von der wahren Bedrohung durch die AfD. Die im Übrigen Weltmeisterin ist, sich als Opfer zu inszenieren, bei jeder Beleidigung und Bedrohung – ob real oder nicht. Ein vermeintlicher Stich bei Chrupalla wurde von der AfD zum “Anschlag”, den es nie gab, aufgeblasen. Und jetzt sollen die Grünen wehleidig sein?
Fragt lieber: Warum befinden sich so viele gewaltsame Umsturzpläne im Umfeld der AfD? Warum ist der Weg zu dieser Partei nie weit, warum sind so oft Parteimitglieder involviert? Und warum wird das neue Gutachten des Verfassungsschutz über die AfD verschoben? Ist es nicht schon längst so weit, ernsthaft über das Parteiverbot nachzudenken? Und können wir uns weniger von inszenierten Empörungskampagnen ablenken lassen?
Artikelbild: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Anfang Juni wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen. Schon Jahre zuvor war er zum Opfer einer rechten Kampagne geworden - die kurz vor seinem Tod nochmals aufflammte. Chronologie einer Hetzjagd.
Basler Zeitung: So sollen Basler Lehrpersonen mit trans Jugendlichen umgehen
Checklisten zur Gesprächsführung und Anleitungen zu Anrede und Toilettennutzung sollen Lehrpersonen im Schulalltag helfen, wenn sich Jugendliche als trans outen.20 Minuten: An einem Halbtag sollen nur Frauen und Queere in die Sauna dürfen
Eine Gruppe aus St. Gallen reichte einen Vorstoss ein, in dem ein Zeitfenster in der Blumenwies-Sauna für Frauen und queere Personen gefordert wird.