Baumstamm und Astwerk brennen gerade oder: über Hoffnung und Albträume, weil ich anscheinend nur darüber schreiben kann
Meine Freunde und ich haben in letzter Zeit alle Albträume.
Wir träumen von Faschismus und Hungersnot, so wie wir früher vielleicht davon geträumt haben, nackt in die Highschool zurückzukehren. Wir träumen von Sturmtruppen, die nicht aus Star Wars stammen, und wir träumen von Tränengas und Waffen.
Um ehrlich zu sein, träume ich schon seit Jahrzehnten von der Apokalypse, und manchmal sind diese Träume sogar halbwegs angenehm.
Aber im Moment? Sind meine Träume düsterer.
Ich habe ein paar Freunde, die mir ihre Träume anvertrauen, und ich fühle mich dadurch geehrt. Das Teilen von Träumen hat etwas Intimes und Verletzliches, und das nicht nur, weil sie das Werk unseres Unterbewusstseins sind. Träume sind das, was unser wacher Verstand zu verdrängen, zu zerstören versucht. Träume sind eine Bedrohung für die Realität, deshalb arbeitet unser Gehirn hart daran, sie in Schach zu halten. Wenn wir einander unsere Träume anvertrauen, bitten wir andere, etwas Wertvolles zu bewahren, etwas, das wir selbst wahrscheinlich bald vergessen werden.
Ein paar Freunde erzählen mir also ihre Träume, und ich kann euch sagen, dass diese Träume immer schlimmer werden.
Ich bin aus #Minneapolis zurückgekommen und war nervöser als sonst. Ich fühle mich aktiviert, nicht im Sinne von „jetzt bin ich noch mehr Aktivist”, sondern im Sinne von „Therapiesprache”, womit ich meine, dass mein Nervensystem total durcheinander ist. Um ehrlich zu sein, bin ich beides, aber ich werde mich auf Letzteres konzentrieren.
Ich hab viel Erfahrung mit diesem Aktivismus und bin es nicht gewohnt, mich so roh, so verletzlich zu fühlen. Ich bin es nicht gewohnt zu weinen, wenn Leute beschreiben, was sie gerade durchgemacht haben – zum Guten oder zum Schlechten, ich war immer gut darin, meine Gefühle beiseite zu schieben, um sie später zu sortieren.
Seit ich nach Hause gekommen bin, schlafe ich weniger und ich schlafe mehr, ich bin müde und gereizt, und erst vor ein oder zwei Tagen habe ich es geschafft, meinen überquellenden Posteingang zu durchforsten, um den Leuten zu sagen: „Tut mir leid, dass ihr seit Wochen nichts von mir gehört habt.“
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "Bole and Bough are Burning Now or: on hope and nightmare because apparently that's all I know how to write about" von Margaret Killjoy / @margaret , vom 11.02.2026
#Anarchismus #Faschismus #Antifaschismus #Nordamerika