Er berichtet von meiner Lesung im Rahmen des Festivals »Zok – Roarr – Wumm!« auf dem Kulturgut Haus Nottbeck, wo ich aus meinem damals noch unveröffentlichten Romanmanuskript »Verführung der Unschuldigen« gelesen habe. Mit unter anderem Bianca Boer, Patrick Bahners, Stefan Höppner, Dirk Bogdanski und der Gans Gerda, Dank an Muff Potter und Thorsten Nagelschmidt und Grüße an den Vier-Jahreszeit-Park Oelde. #longread

Facebook ersetzt Journalismus durch Kitsch

Vermutlich meint sie nicht ihren Milchkaffee.

Ist das ein echtes Problem?

Die Frage stellt sich beim heutigen Thema, weil auf der Meta-Plattform Threads solche Posts wie derjenige von Emily veröffentlicht werden und Tausende von Likes absahnen. Frau Owen posiert mit einem Coffee to go und der Aussage, sie sei stolz, weiss zu sein. Und obwohl ich nichts mit Emily zu tun habe und nicht die geringste Lust verspüre, mit ihr in eine Diskussion über stumpfsinnige Rassismusäusserungen einzutreten, präsentiert mir Mark Zuckerbergs Algorithmus diesen Post ungefragt in meiner Zeitleiste. Also: ein echtes, drängendes Problem.

Demgegenüber geht es in diesem Blogpost um eine Sache, die im Vergleich harmlos wirkt. Mark Zuckerberg reibt mir auf einer seiner anderen Plattformen (Facebook) automatisch Posts unter meine Nase, bei denen man annehmen könnte, sie seien ein Grund zur Freude. Es handelt sich um positive Meldungen aus einer immer schwierigeren, beängstigenderen Welt. Hier sind Leute am Werk, die den Glauben ans Gute anfachen. Oder?

Fünf herausragende Beispiele dieser Machart:

1) Auf Santorini dürfen dicke Touristen nicht mehr auf Eseln reiten

Wer hat kein Herz für Esel?

Klingt sinnvoll: Wer über hundert Kilogramm wiegt, sollte sich nicht auf einen armen Esel setzen und sich den Hang hochschleppen lassen dürfen.

Diese Geschichte, die das Herz aller Tierfreunde erwärmt, wurde von einer Facebook-Seite mit dem irritierend nichtssagenden Namen Typisch Bugra – FaxxenTV in Umlauf gebracht. Der Urheber präsentiert ein verwirrendes Durcheinander an Inhalten und hat aus mir völlig uneinsichtigen Gründen 1,3 Millionen Follower. Zum Vergleich: SRF hat nur einen Zehntel (133’800 Leute).

2) Ausgemusterte Busse werden zu mobilen Lebensmittelläden

Eine bessere Welt dank alten Bussen und Containern.

«My Hobby» schreibt, in Deutschland würden aus Schiffscontainern modulare Unterkünfte für obdachlose Menschen. Der Bildpost schneidet ein anderes, ähnlich gelagertes Thema an und berichtet, in Dänemark würden ausgemusterte Busse zu mobilen Lebensmittelläden umgebaut.

Hierzulande mag man sich an die Migros-Verkaufswagen erinnern, die vor mehr als hundert Jahren durch die Schweiz fuhren und in den 1970er-Jahren auch in meinem Dorf für eine willkommene Einkaufsgelegenheit sorgten.

3) Der treue Hund Hachikō an der Shibuya-Station

Kein Tag, an dem dieser Hund nicht auf Facebook anzutreffen ist.

Ein Hund wartete auch nach dem Tod seines Herrchens für Jahre an einer Bahnstation und wurde so zu einem Symbol für Treue. Diese Begebenheit ist auf Wikipedia dokumentiert.

Auf Facebook wird sie andauernd von allen möglichen und unmöglichen Accounts aufgewärmt. Hier von Video Trends oder hier bei PawLove mit einer besonders widersinnigen Betextung:

Kennst du diese Geschichten, die man nie vergisst, egal wie oft man sie hört 🐕

4) Der bekehrte Matador

Hier stimmt nichts – weder der Text noch das Bild.

Auch das ein Wiedergänger, der intensiven Facebook-Nutzern etwa dreimal am Tag begegnet: Álvaro Múnera Builes sei ein bekehrter Matador. Bei «Momente der Inspiration» liest sich das wie folgt:

Während eines angespannten Stierkampfes tat der Matador Álvaro Múnera das Unvorstellbare. Während die Menge vor Aufregung tobte und das nächste dramatische Manöver erwartete, trat er plötzlich vom Stier zurück, ging an den Rand der Arena und setzte sich hin. Stille legte sich über das Publikum.

Múnera habe dem Stierkampf den Rücken gekehrt und sei ein engagierter Tierschutzaktivist geworden, erfahren wir: ein Mensch, der von einer Sekunde auf die nächste sein Leben umkrempelte, vor den Augen des staunenden Publikums.

5) Die stillende Polizistin

Die Polizistin, die schnell mal ein hungriges Baby stillt.

Dieses Posting stammt von einem Facebook-User namens Hichäääm, von dem wir nichts weiter erfahren, als dass er eine «Person des öffentlichen Lebens» sei und 1,1 Millionen Follower habe. Er postet alte und neue Meldungen aus dem In- und Ausland, ohne dass ein Muster erkennbar wäre. Mal geht es um die AfD, mal um den nicht mehr finanzierbaren Sozialstaat, mal um Elon Musk, der seine Definition, was eine Frau sein sollte, zum Besten gibt.

Im fraglichen Beitrag ist eine argentinische Polizistin die Heldin, die ein unterernährtes Baby selbst gestillt habe:

Die Polizistin Celeste Ayala zeigte damit, dass Mitgefühl und Verantwortung manchmal wichtiger sind als Dienstvorschriften.

Rührseliger Kitsch

Leider habe ich es nicht geschafft, euch diese Meldungen so neutral zu präsentieren, wie ich es mir vorgenommen hatte. Darum ahnt ihr vermutlich schon, in welche Richtung meine Kritik zielt.

Diese Geschichten haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen wahren Kern, werden aber zu undifferenziert, rührselig und verkitscht dargestellt. Sie lassen alle Aspekte weg, die die angestrebte Wirkung beeinträchtigen würden. Konkret:

  • Die Esel:
    Es gibt die Regel zu ihrem Schutz, doch die wurde nicht auf Santorini eingeführt, sondern stammt von der griechischen Regierung. Und die Massnahme zum Tierwohl wird weder ausreichend kontrolliert noch konsequent durchgesetzt. Den Eseln geht es noch immer oft mies.
  • Die Container:
    Über diese Form der Notunterkünfte wird ernsthaft berichtet, hier von der deutschen Tagesschau. Auf den Fotos der ARD wirken die nicht, wie im Text behauptet, wie ein «würdevoller Zufluchtsraum». Von den angeblichen «Pflanzen und Lichterketten» ist nichts zu sehen. Ausserdem erfahren wir nicht, in welcher Stadt diese Container stehen, wer sie initiiert hat und welche Gruppen sie nutzen dürfen.
  • Hachikō:
    Der Hund mag wirklich als Hoffnungsträger dienen, aber die Vermenschlichung mit Begriffen wie «geduldig» und «stille Treue» ist unnötig. Die Lebenslektion zur «bedingungslosen Liebe» würde höchstens in die Sonntagspredigt passen.
  • Álvaro Múnera Builes:
    Der Matador gab seine Karriere nicht aus Mitgefühl für den Stier auf, sondern weil er schwer verletzt wurde und im Rollstuhl sitzt. Diese geschönte Kolportage wurde mehrfach widerlegt (hier und hier).
  • Celeste Ayala:
    Die Fakten werden korrekt wiedergegeben, doch die Moral – Mitgefühl sei wichtiger als Dienstvorschriften – impliziert, die Polizistin habe sich mit ihrer Tat Ärger eingehandelt. Das ist nicht der Fall, sie wurde im Gegenteil befördert. Das wahre Problem ist freilich, dass die eigentliche Ursache, die erschreckende Kinderarmut in Argentinien, komplett unter den Teppich gekehrt wird.
  • Ich möchte das grundsätzliche Problem anhand des zweitletzten Beispiels, Matador, weiter ausführen.

    Diese Erzählung wurde früher oft mit einem Bild in Umlauf gebracht, das einen anderen Stierkämpfer zeigt. Heute verwendet man, natürlich, einen KI-Deepfake.

    Wer hätte es gedacht?

    «Alles kann auf Facebook monetarisiert werden»

    Bei der Verbreitung von derlei Informationsmüll gibt es eine finanzielle Komponente. Das fragliche Posting wurde über 8800-mal geteilt und hat 56’700 Likes eingeheimst. Wie oft der Beitrag gesehen wurde, lässt sich daraus nicht direkt ableiten, aber immerhin schätzen: Die Zahl dürfte sich im Millionenbereich bewegen. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass selbst die grossen Schweizer Newssites eine solche Reichweite kaum je mit einem einzelnen Beitrag erzielen. Bekanntlich lässt sich solcher Content bei Facebook zu Geld machen. Hier heisst es:

    Jedes Content-Format kann monetarisiert werden, nicht nur Videos, sondern auch Fotos, Textbeiträge und Stories. (…)

    Die Content-Monetarisierung auf Facebook verfügt über ein «performancebasiertes Auszahlungsmodell», bei dem deine Auszahlungen auf den Interaktionen deiner Zielgruppe basieren. Je besser deine Inhalte abschneiden, desto mehr Geld kannst du verdienen.

    Stellt sich also die Frage: Hat der Betreiber der Seite «Momente der Inspiration» für diesen Beitrag – der inhaltlich keinerlei Eigenleistung beinhaltet – Geld bekommen? Die ehrliche Antwort ist, dass ich das nicht weiss. Falls es so sein sollte, würde ein Mindestmass an Transparenz gebieten, dass Facebook diesen Aspekt öffentlich macht.

    Jedenfalls durchschaue ich trotz Studiums dieser Seite hier nicht, wie man die Einnahmen abschätzen könnte. Mein Experte für dieses Thema (Claude) meint, bei einer «guten Monetarisierungsstrategie» würden um die 2000 Euro drin liegen.

    Wir kommen zum Schluss, dass Information, Berichterstattung und Faktenvermittlung nicht das Ziel solcher Wandersagen sind. Die Botschaft ist bloss Mittel zum Zweck. Es geht um die Emotionalisierung des Publikums – mutmasslich wegen der Umsatzbeteiligung –, und dafür wird alles weggelassen, was nicht ins Bild passt.

    Damit zurück zur Ausgangsthese: Obwohl wir es nicht mit Hass zu tun haben, wie bei Emilys White Supremacy-Bekundung, ist in diesen Fällen die performative Zurschaustellung von Liebe zu Mensch und Tier nicht positiv zu werten.

    Auch «positive» Fake News sind verheerend

    Es hilft nicht, dass wir es nicht mit «harten» Fake News zu tun haben, mit denen die öffentliche Meinung gelenkt und manipuliert werden soll. Denn die «soften Fake News» wirken auf Dauer ebenfalls verheerend – vielleicht nicht so schnell, wie politische Lügen, aber dennoch so stark, dass wir sie auf keinen Fall unterschätzen dürfen:

    • Pseudo-News-Beiträge relativieren die Realität. Sie bieten verkitschtes Storytelling im Gewand einer seriösen Berichterstattung.
    • Sie erzeugen ein Hintergrundrauschen, in dem Wichtiges und Echtes untergeht und die Grenzen zwischen ernsthafter und regelbasierter Berichterstattung und publizistischem Jekami vermischt: Ich spreche von einer Aufmerksamkeitsverzerrung.
    • Sie führen zu einer Überforderung: Selbst kritische, engagierte Nutzerinnen kommen mit Überprüfen und Widersprechen nicht mehr hinterher und kapitulieren.
    • Leute, die ambivalente, uneindeutige und differenzierte Positionen vermitteln wollen, stehen auf verlorenem Posten.

    Letztens und Schlimmstens: Die Politik hat kapituliert. Man prüft Alterslimits für soziale Medien, die dummerweise bei diesem Problem hier nicht im Geringsten etwas bewirken würden. Aber niemand hält es für diskussionswürdig, dass sich Meta mit der Monetarisierung hier direkt als Verleger betätigt, aber sich gleichzeitig mit der alten Ausrede, auf einer Plattform mit User Generated Content nur als Vermittler zu agieren, aus jeder Verantwortung stiehlt.

    Aber gut, mit einem Medienminister, der auch nach der deutlichen Ablehnung der SRG-Initiative noch immer überzeugt ist, der Markt würde auch die Sache mit den Medien regeln,  haben wir es in der Schweiz nicht besser verdient.

    Beitragsbild: Bei ihr hat es jedenfalls gewirkt (RobinHiggins, Pixabay-Lizenz).

    #DerOnlineShitDerWoche #Facebook #FakenewsDeepfakes #Longread #Politik #SozialeMedien
    Sunday mornings are my favorite time for reading and writing. This morning, I spent a few hours organizing a large volume of notes I've accumulated over the years so that I may finally publish them. I'm not ready to publish anything today, so instead I'll share this quote by Walter Kaufmann. #longread #philosophy #nietzsche #systemsthinking #agenticai #neuralengineering #substack

    Ik had een mooi gesprek met de dominee van een kleine dorpskerk op het platteland.

    Het is een verhaal over inclusiviteit én eenzaamheid geworden.

    #Drenthe #Alteveer #religie #longread

    Zonder betaalmuur, maar een digitale koffie is welkom ❤️☕️

    https://reportersonline.nl/de-bandbreedte-van-nabijheid/

    De bandbreedte van nabijheid - Reporters Online

    Over een dorpskerk, sociale warmte en de vraag hoe ver inclusiviteit reikt Voor de kerk in Alteveer staat een monument […]

    Reporters Online

    What if #AI bullishness is actually the ultimate macro bear case? 📉 Thought-provoking must read:

    The 2028 global intelligence crisis - A thought exercise in financial history, from the future https://www.citriniresearch.com/p/2028gic #report📄 #longread

    THE 2028 GLOBAL INTELLIGENCE CRISIS

    A Thought Exercise in Financial History, from the Future

    Citrini Research

    Von Markdown nach Word und zurück

    Neulich schrieb ich darüber, was mir an Markdown gefällt und was mich stört. Die Reaktionen auf diese Auslegeordnung waren vielfältig und differenziert. Und es gab Anregungen aus der Leserschaft: Roman empfahl mir Writage: «ein fantastisches Plug-in, mit dem man Markdown problemlos in und aus MS Word bringt».

    Ich verstehe das als Auftrag, diesen Tipp an euch weiterzugeben. Denn es gibt triftige Gründe, sich von Word zu lösen. Nicht nur die digitale Souveränität, sondern auch die Tatsache, dass Word nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Doch um diese Trennung zu vollziehen, muss sichergestellt sein, dass wir wichtige Dokumente zu einer neuen Software umziehen können. Denn während Google für Docs einen Export und Import bereithält, hat man bei Microsoft anscheinend noch nie von dieser Auszeichnungssprache gehört. (Fairerweise sei gesagt, dass der Windows-Editor alias Notepad eine rudimentäre Markdown-Unterstützung bekommen hat.)

    Also: Wie bekommen wir den Datenaustausch zwischen Word und einem Markdown-Editor unserer Wahl hin? Bevor ich mich Writage zuwende, erkläre ich euch die Methode, die ich gern anwende.

    1) Datenaustausch via Zwischenablage

    Das ist die Copy-Paste-Methode: Mit meinem Markdown-Editor Typora lassen sich Inhalte via Zwischenablage austauschen. Dieser Weg funktioniert mässig gut: Simple Formatierungen, also kursiv und fett formatierte Passagen, werden übernommen, ebenso Durchstreichungen, horizontale Trennlinien, Bilder, Aufzählungen und Listen.

    Aber vieles bleibt auf der Strecke:

    • Das gravierendste Problem sind die Absatzformate für die Titel. Die hierarchischen Gliederungen von Titelstufe 1 bis 6 erscheinen in Word allesamt als normale Absätze, die teils fett und teils unformatiert sind. Damit geht die Gliederung des Dokuments verloren; ein automatisches Inhaltsverzeichnis lässt sich nicht erstellen.
    • Word kann nicht mit eingerückten Texten, Code-Bausteinen und Syntax-Highlighting anfangen. Zitate (Blockquotes) kommen abhanden.
    • Tabellen sind vorhanden, aber die Befehle zur Ausrichtung des Texts innerhalb der Tabelle werden ignoriert.
    • Das gilt auch für Fussnoten und – eine von mir gern und oft benutzte Formatierung – die Hervorhebung.

    Das heisst: Ein, zwei Absätze lassen sich so transferieren. Aber für Dokumente, die nicht bloss aus Fliesstext bestehen, ist diese Methode ungeeignet.

    Übrigens: Hier findet sich ein Demo-Dokument, das alle wesentlichen Syntaxelemente der Markdown-Auszeichnungssprache umfasst. Es ist nicht nur praktisch, um die Möglichkeiten und Grenzen bestimmter Konvertierungsverfahren auszuloten. Es hilft auch bei der Evaluation von Markdown-Editoren. Bei Typora sehen wir beispielsweise, dass standardmässig einige Auszeichungs-Elemente nicht aktiv sind; namentlich die Hervorhebung und die Hoch- und Tiefstellung. Über Datei > Einstellungen in der Rubrik Markdown werden sie eingeschaltet.

    2) Von Markdown nach Word mittels Writage

    Writage macht auch vor langen Buchmanuskripten keinen Halt.

    Die brennende Frage lautet jetzt natürlich: Macht es Writage besser?

    Es handelt sich um eine eigenständige Anwendung, in der wir Dokumente im Docx-Format von Word und als MD (Markdown) öffnen und in den jeweiligen Formaten speichern können. Es ist auch möglich, Inhalte via Zwischenablage einzufügen und zu speichern.

    Probehalber öffne ich das erwähnte Markdown-Demodokument und speichere es als Docx. Das Resultat in Word ist deutlich besser als bei Methode 1, jedoch nicht perfekt:

    • Die Titelstufen, und damit die Gliederung des Dokuments bleiben erhalten.
    • Das gilt auch für die Direktformatierungen (fett und kursiv).
    • Aber: Die Formatierung Durchgestrichen fehlt in Word. Stattdessen erscheint ~~Strikethrough~~.
    • Zitate sind eingerückt, jedoch nicht verschachtelt.
    • Listen und Aufzählungen sind richtig formatiert. Allerdings ignoriert Word den Startwert. D. h., eine Aufzählung, die mit einem Wert grösser als 1 beginnen sollte, tut das nicht.
    • Codeblöcke werden richtig dargestellt, das Syntax-Highlighting geht verloren.
    • Die Tabellen sind in Ordnung, doch die zentrierte oder rechtsbündige Ausrichtung in den Zellen wird ignoriert.
    • Hoch- und Tiefstellungen, markierter Text und Einfügungen werden in Docx falsch dargestellt.
    • Den gröbsten Ausreisser konstatieren wir bei den Bildern: Die überleben die Umwandlung nicht.

    Was halten wir davon?

    Eine gewisse Ernüchterung kann ich nicht leugnen: Meine Erwartung war ein einwandfreies Resultat. Aber es bleibt dabei, dass die Konvertierung von Dateiformaten eine heikle Angelegenheit ist – selbst bei einem vermeintlich so simplen Fall wie formatiertem Text. Falls es zwischen den Formaten bzw. Programmen Unterschiede im Funktionsumfang gibt, sind Verluste unvermeidlich. Was Writage angeht, liessen sich die meisten Mängel leicht ausbügeln; die Durchstreichungen, Hoch- und Tiefstellungen lassen sich per Regex (bzw. Platzhalter, respektive Mustervergleich, wie das bei Word heisst) nachträglich korrigieren.

    Die Bilder müssten von Hand eingefügt werden. Bei der Demodatei sind die Bilder über Weblinks eingebettet. Es funktioniert leider auch nicht mit einer lokal verlinkten Bilddatei.

    2) Von Markdown nach Word mittels Pandoc

    Pandoc ist eine freie Software zur Dateikonvertierung. Ich lernte sie vor Jahren schätzen, und hatte erst neulich dank ihr ein scheinbar unlösbares Problem geknackt. Und siehe da: Pandoc enttäuscht auch in dieser Situation nicht. Das Resultat ist deutlich besser als bei den ersten beiden Methoden:

    • Ob nummerierte Listen mit Startwert, Syntax-Highlighting, ausgerichtete Tabellenzellen, Hoch- und Tiefstellungen – fast alles kommt an.
    • Zu den Kollateralschäden zählen lediglich die Hervorhebungen, Markierungen (Highlighting) und die Bilder. Hier dürfte das Problem darin bestehen, dass die als Weblinks hinterlegt sind.

    Trotzdem: Ein Hoch auf Pandoc! Wer in Markdown schreibt, aber gelegentlich Worddoks abliefern muss, wird hier bestens bedient.

    Pandoc ist ein wahrer Konvertierungskünstler.

    3) Von Word nach Markdown mittels Writage

    Es kommt hinzu, dass wir typischerweise keine Markdown-Dateien in Word bearbeiten wollen. Denn wenn wir Word den Rücken kehren, dann würden wir den umgekehrten Weg beschreiten. Entscheidend ist daher, was mit Docx-Dateien passiert. Das ist schwieriger zu beurteilen, weil der Funktionsumfang in Word um Welten grösser ist als in Markdown. Es gibt eine Reihe von Eigenschaften, die sich in der einfachen Auszeichnungssprache nicht abbilden lassen. Das gilt für die Gestaltungsfunktionen, Einstellungen wie Spaltensatz, Textfelder, und so weiter. All diese Dinge lassen sich in Markdown nicht repräsentieren.

    Links Word, rechts Typora: Die Konvertierung des Buchmanuskrips fordert Opfer: das individuelle Format für die Frage fehlt in Markdown.

    Eine allgemeingültige Beurteilung ist nicht möglich. Welche Kompromisse gemacht werden müssen und ob die akzeptabel sind, muss von Fall zu Fall beurteilt werden. Das sind meine Eindrücke nach einigen Stichproben:

    • Ein langes Dokument («Gullivers Reisen» von Jonathan Swift mit 700’000 Zeichen) wird schnell konvertiert. Die Bilder im Word-Dokument bleiben in der Markdown-Datei enthalten. Sie werden separat lokal gespeichert und verknüpft. Allerdings wird das Markdown-Dokument in Typora falsch umbrochen. Das hat mit einer problematischen Eigenschaft von Markdown zu tun, die hier erklärt wird: Manche Engines ignorieren einzelne Zeilenschaltungen, andere zeigen sie an. Wenn das Programm so eingestellt wird, dass einfache Zeilenschaltungen ignoriert werden (falls keine zwei Leerzeichen am Ende der Zeile stehen), ist die Darstellung korrekt.
    • Eine meiner in Word verfassten Rechnungen sieht in Markdown unbrauchbar aus: Die Formatierung des Absenders, die Einrückungen der Adresse, die tabulatorisch ausgerichteten Beträge erscheinen als normaler Fliesstext. Für derlei Inhalte müssen wir ein anderes Format wählen, z.B. PDF.
    • Eine Bewerbung von 2009 sieht besser aus: Hier erfolgten die Einrückungen als Tabelle. Meine eingescannte Unterschrift erscheint zwar etwas gross, aber nichts Wesentliches kommt abhanden.
    • Ein Buchmanuskript von 2009, bei dem es auf die Titelhierarchien und einige Direktformatierungen ankommt, erscheint einwandfrei. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die individuellen Absatzformate verloren gingen (Leads, Legenden und Fragen). Hier wäre HTML die bessere Wahl.

    Fazit

    Wer sich von Word wegbewegt, wird allein mit Markdown nicht glücklich werden. Das ist unbefriedigend, liegt jedoch in der Natur der Sache.

    Den Unwägbarkeiten zum Trotz ist Writage für diesen Zweck eine gute Wahl. Da es eigentlich kein Plug-in, sondern eine eigenständige Anwendung ist, benötigen wir Word nicht, um unsere Dokumente zu konvertieren. Das heisst: Wir können unser Microsoft-365-Abo kündigen und unseren Dokumentenbestand nach Bedarf durch die Mangel drehen. Der Kaufpreis von 29 US-Dollar (plus Steuern) dafür ist fair. Was mir fehlt, ist ein Batch-Konvertierungs-Modus, mit dem sich eine grössere Anzahl Dokumente in einem Rutsch umwandeln lässt.

    Für sporadische Nutzung ist und bleibt meine Empfehlung Pandoc.

    Beitragsbild: Wenn Word der Überseekoffer ist, dann ist Markdown dieses Handtäschchen (Mart Production, Pexels-Lizenz).

    #Lesertipp #Longread #Markdown #Office

    Google programmiert schneller, aber weniger liebevoll als ich

    Seit ich vor einem Jahr zum ersten Mal über das AI Studio von Google schrieb, ist dort jede Menge passiert. Die wichtigste Neuerung ist der App-Bereich: Hier entsteht mit Geminis Hilfe Software, ohne dass wir selbst Programmcode fabrizieren müssten. Diese Methode nennt sich Vibe Coding, und wenn wir der New York Times glauben dürfen, machte sie in den letzten Monaten enorme Fortschritte.

    Stimmt das? Und wie gut ist Gemini als Softwareentwickler? Ein Test soll Klarheit schaffen!

    0) Die Ausgangslage

    Die zu lösende Aufgabe ist an dieser Stelle keine riesige Überraschung. Die KI soll auf den Spuren jenes Games wandeln, das dieser Website  hier den Namen gab. Sie muss eine «Clickomania»-Version herstellen, die nicht nur die simple Spielmechanik abbildet, sondern folgende Extras aufweist:

    • Gewonnen ist das Spiel nur dann, wenn das Spielfeld am Ende leer ist. Falls Steine übrig bleiben, ist es verloren.
    • In den Einstellungen wählen Nutzerinnen und Nutzer die Anzahl Farben (zwischen zwei und sechs).
    • Sie können mit oder ohne Spezialsteine spielen.
    • Zu den Spezialsteinen zählen die Rakete, die Bombe und der Felsbrocken.
    • Ausserdem soll die Bewegung der Kacheln auf dem Spielfeld animiert dargestellt werden.
    Aus zwei beschreibenden Abschnitten fabriziert Google ein lauffähiges Spiel. Das falsche Raketensymbol (Spalte links) ist Gemini in mehreren Anläufen nicht auszutreiben.

    1) Alpha-Version 0.1

    Google liefert prompt. Bei der Beurteilung dieses KI-Werks muss ich differenzieren:

    Erstens ist neidlos zu anerkennen, dass die grundlegenden Vorgaben erfüllt sind. Das von Gemini «Color Blast – Clickomania Reimagined» genannte Programm weist alle geforderten Funktionen auf: Google verdient sich eine genügende Note.

    Das ist fraglos eine beeindruckende Leistung. Selbst als Weltmeister in der Programmierkunst wäre ein menschlicher Entwickler nicht in der Lage, in dieser Geschwindigkeit einen Prototypen herzustellen.

    Zweitens erkennen wir auf den ersten Blick, dass ein lauffähiges Programm bloss die halbe Miete ist. Damit ein Game Spass macht, muss jedes Detail stimmig sein – und das ist nicht der Fall. Drei Ungereimtheiten stechen ins Auge:

    Die Felsbrocken können nicht direkt weggeklickt werden, sondern müssen mit einer Rakete oder Bombe weggesprengt werden. Doch Gemini platziert im Modus mit den Spezialsteinen so viele von den Felsbrocken, dass die Partien kaum je lösbar wären. Die einfache Lösung für dieses Problem wäre, die Zahl der Felsbrocken niedrig zu halten. Eine etwas ausgeklügeltere Methode könnte darin bestehen, dass das Feld beim Spielstart nicht nach einer reinen Zufallsmethode befüllt wird. Stattdessen soll der Algorithmus darauf achten, zu jedem Felsbrocken strategisch geschickt eine Rakete oder eine Bombe zu platzieren, sodass zumindest die Chance besteht, das Hindernis damit wegzuräumen.

    Die Animationen haben nicht nur dekorativen Charakter, sondern helfen dem Spieler oder der Spielerin, die Spielmechanik intuitiv zu erfassen. Dazu müssen sie die durch einen Spielzug ausgelösten Veränderungen auf dem Feld so darstellen, dass die verschwindenden, fallenden und rutschenden Elemente als solche erkennbar sind. Dies ist nicht gegeben. Die Animationen lenken eher ab, als dass sie helfen.

    An den ein- und ausblendbaren Spieloptionen ist nichts auszusetzen.

    Ohne eine Nachbesserung sind die Raketen nicht vernünftig einsetzbar. Sie fliegen von ihrem Ursprungspunkt entweder horizontal nach rechts oder links oder vertikal nach oben oder unten. Damit der Spieler oder die Spielerin sie gezielt einsetzen kann, muss er die Flugrichtung kennen. Das Raketensymbol auf den Steinen zeigt jedoch in einem 45°-Winkel in eine der vier Ecken der Kachel.

    2) Alpha-Version 0.2

    Die Anforderungen fürs Update lauten also:

  • Darauf achten, dass das Spiel potenziell lösbar ist und es pro Felsbrocken genügend Bomben oder Raketen gibt.
  • Die Animationen verbessern oder zumindest etwas verlangsamen.
  • Das Symbol auf den Raketen muss die Flugrichtung angeben.
  • Und ausserdem hätte ich gern einen Undo-Knopf.
  • Die erste Vorgabe erfüllt Google halbwegs; die Zahl der Felsbrocken wird gegenüber der Raketen und Bomben verringert und tauchen in der Nähe der Hindernisse auf, aber auf einen ausgeklügelten Algorithmus zur Spielfeldbefüllung hoffte ich vergeblich. Und die Icons auf den Spielsteinen sind genauso missverständlich wie vorher.

    Der Undo-Knopf ist ein Klacks, doch beim zweiten und dritten Punkt versagt Google: Die Animation ist zwar etwas langsamer, jedoch weiterhin nicht sonderlich hilfreich bei der Abbildung der Spielmechanik. Es ist offensichtlich, dass die KI von allein keine sinnvolle Verbesserung erzielt. Wir müssten die Anforderungen als explizit beschriebene Sequenz vorgeben: Animiere zuerst das Verschwinden der angeklickten Elemente, dann das Herabfallen der Elemente, die die Lücke füllen, und schliesslich ein allfälliges Nachrutschen der Spalten in einen frei werdenden Bereich.

    Doch ich priorisiere vorerst ein anderes Feature, nämlich die Kettenreaktion bei den Power-ups. Das sind die beiden Feature-Wünsche:

    • Für eindeutige Icons beschreibe ich alle vier Varianten der Raketen detailliert.
    • Und die Power-ups sollen kaskadieren. Das heisst: Falls Raketen in ihrem Flug auf Bomben oder andere Raketen treffen, lösen sie diese aus. Das gleiche gilt für Bomben, wenn ein anderes Power-up in ihrem Explosionsbereich zu finden ist.

    3) Alpha-Version 0.3

    Die Kettenreaktion der Bomben und Raketen funktioniert. Doch die Raketensymbole sind genauso missverständlich wie vorher. Damit ist Zeit für ein erstes Resümee.

    👉 Bevor ihr das lest, hier noch der Hinweis, dass mir natürlich klar ist, dass ihr euch selbst ein Bild machen wollt. Mein Projekt – das inzwischen «Clickomania 2026» heisst – ist inzwischen ungefähr bei der Version 0.5 angelangt, und sie steht euch für einen eigenen Augenschein hier zur Verfügung:
    clickomania.ch/c2026/

    Ein zwischenzeitliches Fazit

    An dieser Stelle kann ich konstatieren, dass Google einen schnellen ersten Anfangserfolg erzielt. Vergleichen wir das Resultat mit meinem ersten Versuch mit Claude von Mitte 2024, dann sehen wir einen gewaltigen Fortschritt.

    Doch bis dieses Spiel in den Details so stimmig wäre, bräuchte es noch diverse Verbesserungen. Ich zähle hier exemplarisch drei weitere Baustellen auf:

    • Der zähe Ablauf
      Das Spiel heisst «Clickomania», weil man wild drauflosklicken kann. Statt strategisch kann man gleichermassen spontan-rasant spielen. Dafür muss die Software flink reagieren. Ich habe viel Energie in die Animationen investiert. Sie sollen nett anzusehen sein, die Mechanik illustrieren, aber den Spielverlauf nicht über Gebühr bremsen. Das ist bei Googles Variante nicht gewährleistet; dieses Game fühlt sich zu träge an.
    • Die unausgereifte Zählweise
      Bei Googles Clickomania-Variante gibt es für eine gewonnene Partie – also bei einem leeren Spielfeld – genau 1200 Punkte. Damit wäre es sinnlos, eine Online-Rangliste anzubieten, weil Tausende von Leuten auf dem ersten Platz zu finden wären. Bei meinem Clickomania Next Generation steigt die Zahl der Punkte exponentiell anhand der Anzahl der Elemente an, die mit einem Zug entfernt werden. Ausserdem verringert sich die Punktzahl anhand der Zeit, die zum Lösen benötigt wird. Daraus ergibt sich ein aussagekräftiges Ranking.
    • Abwechslung
      Bei Clickomania Next Generation gibt es sechs Varianten mit verschiedenen Layouts und Looks für die Elemente. Heute würden wir stattdessen mit Levels arbeiten wollen.

    Es ist keine gewagte Prognose, dass diese Detailarbeit sich lange hinziehen würde. Der letzte Punkt allein ist komplex: Wir müssten entweder eine Methode einbauen, um handgefertigte Level zu hinterlegen. Oder es wäre eine Logik für einen Levelgenerator zu entwickeln, der diversen Kriterien Rechnung trägt: Lösbarkeit, zunehmende Schwierigkeitsgrade, Vielfalt bei der Ausgestaltung, etc.

    Ich bin überzeugt, dass wir relativ zügig an einem Punkt anlangen würden, an dem das Vibe-Code-Verfahren gegenüber der menschlichen Code-Entwicklung langsamer und frustrierender verlaufen würde. Und je nach Projekt und Komplexität ist nicht garantiert, dass in einem reinen Vibe-Coding-Verfahren überhaupt eine vorzeigbare Version entsteht.

    Im Terra incognita wird es beschwerlich

    Denn: Mit Clickomania setzen wir eine altbekannte Spielidee um. Im Internet findet sich ausgereifter, menschlich hergestellter Quellcode für diverse Programmiersprachen. Offensichtlich ist er ins Trainingsmaterial eingeflossen, denn wir müssen Gemini die Spielidee nicht im Detail beschreiben. Würden wir hingegen eine neue, undokumentierte Mechanik implementieren wollen, kämen wir nicht umhin, diese in allen Facetten zu beschreiben. Diese Vorgaben natürlichsprachlich zu machen, ist weniger effizient, als sie in Programmcode zu fassen.

    Wer hier selbst Hand anlegen kann, ist im Vorteil.

    Besonders schwer sprachlich zu kontrollieren sind jene Aspekte, die die Spielwirkung prägen. Ich denke an Animationen, an Effekte und das Timing des Programms. Derlei Parameter lassen sich nicht am Reissbrett festlegen. Stattdessen finden wir sie durch Tüfteln und Ausprobieren. Wenn wir selbst programmieren, ist es ein Leichtes, die entsprechenden Konstanten im Programmcode so lange zu verändern, bis sie passen. Wenn wir die KI jedes Mal eine neue Variante erzeugen lassen, sind wir am Sankt-Nimmerleins-Tag nicht fertig. Natürlich können wir einen Prototypen bauen lassen, bei dem wir die Parameter über entsprechende Entwicklereinstellungen steuern. Aber das macht die Entwicklung nicht eben effizienter.

    Fazit: Vibe Coding ist toll für simple Apps oder Prototypen. Und es ist richtiggehend grossartig für Leute, die genug von der Syntax verstehen, um die oben dargestellten Grenzen zu überwinden, indem sie selbst Hand anlegen.

    Die wichtigste Erkenntnis zum Schluss: Sollten Unternehmen heute das Gefühl haben, sie könnten sich dank Werkzeugen wie dem AI Studio von Google teure Entwickler sparen, dann unterliegen sie einem fatalen Irrtum, der sich brutal rächen wird.

    Beitragsbild: Der Vorteil eines menschlichen Entwicklers besteht darin, dass sich seine Leistung durch ein koffeinhaltiges Süssgetränk positiv beeinflussen lässt (Mohammad Rahmani, Unsplash-Lizenz).

    #Clickomania #KI #Longread #Programmieren #VibeCoding

    Passend zum heutigen #DigitalIndependenceDay:

    Dieser etwas längere, aber dafür inhaltlich umso reichhaltigere Artikel aus #Noema zieht Parallelen von Plantagen, #Massentierhaltung und der autogerechten top-down #Stadtplanung zur monopolistischen Struktur des Internets und schlägt analog zum #Rewilding von Naturgebieten ein Rewilding des Internets vor.

    "The story of German scientific forestry transmits a timeless truth: When we simplify complex systems, we destroy them, and the devastating consequences sometimes aren’t obvious until it’s too late. …

    Internet infrastructure is a degraded ecosystem, but it’s also a built environment, like a city. Its unpredictability makes it generative, worthwhile and deeply human. In 1961, #JaneJacobs, an American-Canadian activist and author of “The Death and Life of Great American Cities,” argued that mixed-use neighborhoods were safer, happier, more prosperous, and more livable than the sterile, highly controlling designs of urban planners like New York’s #RobertMoses."

    "Technologists are great at incremental fixes, but to regenerate entire habitats, we need to learn from ecologists who take a whole-systems view. Ecologists also know how to keep going when others first ignore you and then say it’s too late, how to mobilize and work collectively, and how to build pockets of diversity and resilience that will outlast them, creating possibilities for an abundant future they can imagine but never control. We don’t need to repair the internet’s infrastructure. We need to rewild it."

    https://www.noemamag.com/we-need-to-rewild-the-internet/

    #DIDay #DigitalIndependence #RewildTheInternet #systemsthinking #systemdynamics #complexsystems #Decentralisation #Interoperability #Portability #OpenSource #Resilience #Longread #Enshittification #Broligarchy #NoOligarchy #NoKings #StopTheBillionaireTakeover

    We Need To Rewild The Internet 

    The internet has become an extractive and fragile monoculture. But we can revitalize it using lessons learned by ecologists.

    NOEMA

    ‘I clicked on a button – and everything changed’: how a DNA test turned my life upside-down.

    When I found out my father had been adopted, I was curious to know more about his side of the family.

    Nothing could have prepared me for what I would discover…

    https://mediafaro.org/article/20260228-i-clicked-on-a-button-and-everything-changed-how-a-dna-test-turned-my-life-upside-down?mf_channel=mastodon&action=forward

    #Genealogy #Family #IVF #Parents #Genetics #DNATest #Longread

    ‘I clicked on a button – and everything changed’: how a DNA test turned my life upside-down.

    When I found out my father had been adopted, I was curious to know more about his side of the family. Nothing could have prepared me for what I would …

    The Guardian