Wo steht #Hamburg beim #Klimaschutz?

Die Initiative #StadtLandKlima hat einen Katalog von 35 Kernmaßnahmen erarbeitet, die – mit unterschiedlicher Gewichtung – als Indikatoren für den Stand der #Klimaschutzpolitik einer Kommune dienen.

Hamburg erreicht in der Gesamtbewertung 42,1 von 100 Punkten und erhält damit ein eher mittelmäßiges Ergebnis:

https://www.stadt-land-klima.de/municipalities/hamburg

Vor allem in den Sektoren Verkehr, Gebäude & Wärme sowie sektorübergreifend bei Klimaschutzmanagement & Verwaltung gibt es Aufholbedarf für Hamburg.

Die Sektoren #Industrie, Wirtschaft & Konsum, #Energie sowie #Landwirtschaft, Natur & Ernährung erreichen eine etwas bessere, aber immer noch unzureichende Bewertung.

Einige Beispiele aus den fünf bewerteten Sektoren:

1. ⚡ ​#Energie

✅ hoher Ökostromanteil des Angebots des stadteigenen Anbieters Hamburg Energie

❌ zu wenig lokal erzeugte Windenergie
❌ Keine Förderung und Bewerbung von #Balkonkraftwerke​n

2. 🏭 #Industrie, 📈 #Wirtschaft & ♻️ ​#Konsum

✅ stadteigene Kläranlagen sollen bis 2030 mit 100% autarker, regenerativer Energie betrieben werden

❌ keine #ZeroWaste-Strategie

3. 👩‍🌾 #Landwirtschaft, 🌳 #Natur & 🍽️ #Ernährung

✅ Stadt fördert und vermittelt Beratungsangebote zur Umstellung auf ökologische Landwirtschaft
✅ Ausbau des vegetarischen Angebots aus ökologischem Landbau in öffentlichen Kantinen

❌ Bis dato weder ein Neuversiegelungsstopp noch ein #Entsiegelungsprogramm vorhanden

4. 🚗🚋🚲 #Verkehr

#Mobilitätskonzept des Senats mit Fokus auf den #Umweltverbund
✅ relativ großes Carsharing-Angebot

❌ keine vollständig verkehrsberuhigte Innenstadt, dort gilt nicht einmal flächendeckend #Tempo30
❌ kein Ziel für eine großflächige #Parkraumumwidmung in Grünflächen

5. 🏘️ #Gebäude & ♨️ #Wärme

✅ Energiemanagement öffentlicher Gebäude inkl. Monitoring

❌ kein konkreter #Sanierungsplan inkl. Zeitvorgaben und Monitoring für stadteigene Gebäude

§🏛️ Die sektorübergreifende Bewertung für ​#Klimaschutzmanagement & #Verwaltung:

#Klimafonds der Stadt unterstützt #Klimaschutzprojekte

❌ keine bindende #Bürgerbeteiligung, #Klimabeirat kann nur Empfehlungen aussprechen
#Klimaneutralität wird erst für 2045 angestrebt, klarer Zeitplan fehlt
❌ kein #Monitoring der beschlossenen Maßnahmen, keine verbindliche Nachsteuerung bei Zielverfehlung

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Hamburg - Stadt.Land.Klima!

Stadt.Land.Klima! Description

@SheDrivesMobility @correctiv_org

Das wirft kein gutes Licht auf den #HamburgerSenat.

Dabei hatten SPD und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag vom 2.6.2020 ein #Entsiegelungsprogramm angekündigt [1], welches bis heute – mehr als vier Jahre später – noch nicht vorliegt. Laut Bericht des Abendblatts wartet der Senat der rot-grünen Koaliton auf die fehlenden Vorarbeiten aus der Umweltbehörde #BUKEA [2].

Auch die Entwicklung des Baumbestandes ist in Hamburg zwischen 2015 und 2022 deutlich negativer ausgefallen, als von der Hamburger Umweltbehörde #BUKEA angegeben [3], wie der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe ermittelt hat: In diesem Zeitraum wurden fast 30.000 Bäume in Hamburg mehr gefällt als nachgepflanzt, davon etwa 10.000 auf öffentlichen Flächen [4].
Dazu kommt, dass Bäume nicht beliebig gefällt und an anderer Stelle neu gepflanzt werden können, Einher mit der Zerstörung eines gewachsenen lokalen Ökosystems geht ein Verlust von #Ökosystemdienstleistungen: Damit Bäume effektiv CO₂ binden, Schatten spenden und durch Verdunstung kühlen, ist ein Kronenvolumen erforderlich, das erst im Alter von 50-60 Jahren erreicht wird [5, Abb. 5] [6].

#Versiegelungsstopp und #Entsiegelung, #Baumschutz und #Begrünung stehen bei Umfragen und Online-Beteiligungen regelmäßig ganz oben auf der Wunschliste der Hamburger:innen [7].

Der Klima-, Umwelt- und Artenschutz sowie der Schutz der Bevölkerung vor Klimafolgen wie HItzewellen und Starkregen erfordern es und die Hamburger:innen wollen es: Es spricht also alles dafür, dass der Hamburger Senat schleunigst das angekündigte Entsiegelungsprogramm erarbeitet und auch in der Praxis eine deutliche Trendumkehr vollzieht.