Erneuerbare Friedensenergien wie Solar- und Windenergie sind durch sieben Vorteile definiert:

• Erneuerbar.
• Dezentral (Lokal produziert)
• Sparsam (Wertschöpfung vor Ort).
• Verfügbar.
• Nachhaltig.
• Mitweltschonend.
• Demokratisch bzw. demokratie-stärkend

Dagegen gehen fossile Gewaltenergien wie Kohle, Erdöl, Erdgas & Atomkraft mit sieben Nachteilen einher:

• Werden verbraucht.
• Zentralistisch (Konzern-produziert).
• Teuer (Mittel fließen ab.)
• Von Kartellen abhängig.
• Verbrauchsgüter.
• Mitweltbelastend.
• Autoritäre Rentiers-Regime fördernd.

Aus all diesen Gründen lassen sich #Erneuerbare auch als Freiheits-, Wohlstands- und Heimatenergien bezeichnen.

#Solarstrom #Windstrom #Batteriespeicher #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Freiheitsenergien #Heimatenergien #Solarpunk #Mitwelt #Energiedemokratie #Fossilismus #Gewaltenergien #Rentierstaat #Politikwissenschaft #Wirtschaft #Deutschland #Russland #USA #Iran #Israel #Australien https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/

Solarpunk - Wärmepumpe - Memes und Lob dem SPD-Ökosozialen Hermann Scheer (1944 - 2010) » Natur des Glaubens » SciLogs - Wissenschaftsblogs

Immer wieder fragen mich Menschen, wie ich es angesichts rechtslibertärer und fossiler Engführung der Bundespolitik in „meiner“ CDU aushielte. Die Antwort liegt in meiner Jugend als Orts- und Kreisvorsitzender der Jungen Union, in der sich meine christlich-ökologischen Grundüberzeugungen herausbildeten. Die Union war damals noch eine breit aufgestellte Volkspartei, in der sich auf der Basis des christlichen Menschenbildes soziale und liberale, konservative und ökologische Strömungen verbanden. Zu meinen frühen, christlich-demokratischen Vorbildern, denen ich auch begegnen durfte, gehörten Rita Süßmuth (1937 – 2026), Heiner Geißler (1930 – 2017) und Klaus Töpfer (1938 – 2024). Erinnerung an die große Rita Süßmuth beim CDU-Bundesparteitag …

Natur des Glaubens

@BlumeEvolution
Hast Du gar keine Sorge, dass national-völkische Menschen bei Energiemangel (gefühlt oder tatsächlich) daraus ganz schnell machen könnten: Wir brauchen mehr Boden oder Küste oder sonnige Gebiete?

Oder „Deutscher Strom nur für Deutsche!“

Ich hab die ganze Zeit Viktor Klemperer im Ohr und dessen Analyse, wie Sprache verschoben wird und Dinge normalisiert werden, die besser unsagbar geblieben wären.

(Bezogen auf die Abbildung)

@Chaotica

Genau das.
Ich halte auch dieses Framing von Friedensenergie für komplett irreführend.
Eben genau aus den von Dir genannten Aspekten.

Und: dieses Frieden oder Gewalt Ding... Da schüttelt es mich jedes Mal wenn ich solche Ausdrücke lese.
Du kannst auch Öl als Friedensenergie bezeichnen, wenn man den Sinn dem Wort anpasst. Warum sagt man nicht einfach: Energie und definiert dann nach umweltfödernd bzw klimazerstörend.

Dann hat man auch endlich dieses Krieg und Frieden Framing endgültig vom Tisch.

@BlumeEvolution
@nocci Aber Fakt ist nunmal, dass etliche Kriege um dieses Öl kreisen. Das 'schwarze Gold' ist leider immer noch so begehrt als Rohstoff, dass z.B. der gierige Trump & MAGA nicht die Finger von lassen kann. Siehe Venezuela, siehe jetzt Iran. Diesen bisher immer noch zu wertvollen (da Marktnachfrage hoch) Rohstoff zu ersetzen mit dezentraler erneuerbarer Energie wird den Grund für Invasionskriege schrumpfen. Es wird aber Kriege um andere Rohstoffe nicht verhindern. @Chaotica @BlumeEvolution

@energisch_
Da hast Du völlig Recht.

Aber ich möchte halt nicht in eine Zukunft stolpern, in der wieder Kriege geführt werden um „Boden“ bzw. Gegenden in denen die Generierung erneuerbarer Energien leichter ist als in anderen.
Das ist ja nun mal Fakt, dass es auch hierzu Gunsträume gibt.
@nocci @BlumeEvolution

@Chaotica
Das ist ein echter blinder Fleck im Friedensenergie-Framing – und ein wichtiger.

Zwei Gegenargumente, keine Entwarnung:

Die Technologie ist transferierbar. Öl ist wo es ist. Panels und Turbinen kann man bauen und liefern.

Dezentralität verteilt Macht breiter als jedes Öl- oder Gasfeld es je konnte.

Das nimmt deinen Einwand nicht vom Tisch. Er gehört in jede ehrliche Debatte über Energiegeopolitik.

@energisch_ @nocci @BlumeEvolution

@Sylviaborin
Genau so meinte ich es.

Natürlich ich eine dezentrale Energieversorgung für #BigOil und alle zentralistischen Gedanken eine echte Gefahr.
Aber Begriffe wie „Heimatenergie“ oder „Deutscher Boden“ können halt trotzdem missbraucht werden.
Zusätzlich normalisieren sie eine Gedankenwelt, die ich überwunden hoffte.
@energisch_ @nocci @BlumeEvolution

P.S.: Ich selbst bin schon lange #Solarpunk

@Chaotica

@energisch_ @nocci @BlumeEvolution

Richtig, der Missbrauch ist real „Heimatenergie" und „Deutscher Boden" haben eine giftige Konnotation, die ich nicht kleinrede.
Aber „Friedensenergie" ist kein Heimat-Begriff. Er ist ein geopolitischer. Der Gegner ist Abhängigkeit und nicht der Fremde.
Den Unterschied klar zu benennen ist die Antwort auf den Missbrauch, nicht der Verzicht auf das Framing.
🖖
#BigOil #Solarpunk

@Sylviaborin
das ist m.E. n gefährlicher aber nötiger Spagat. ein 'patriotisches' Erzählmuster, das Leute von fossiler Energie wegbringt, ist mir ganz utilitaristisch erst mal recht. Nur hast du Recht, dass das nicht zu Expansionsbestrebungen fuhren darf.

Das Framing als 'Friedensenergie' sehe ich dahingehend als unproblematisch.
@Chaotica @energisch_ @nocci @BlumeEvolution

@jakob_thoboell
Und wenn die „patriotische Energie“ dann nur noch von „echten Deutschen“ benutzt werden darf?
Dieser Gedankenschritt ist doch nun echt nicht sooo riesig, oder?

@Sylviaborin @energisch_ @nocci @BlumeEvolution

@Chaotica

Ich habe es nun mehrfach freundlich erklärt & empfinde das Insistieren hier auf „echte Deutsche“ auch als Teil einer deutsch-türkischen & christlich-muslimischen Familie als übergriffig. Wollen mir hier manche pseudonyme Accounts sagen, meine Familie wäre nicht „echt deutsch“? Was soll denn das?

Auch umgedrehter (antideutscher) #Rassismus bleibt rassistisch. Taugt für mich nicht. Danke.

#Mastodon #Fediverse #Dualismus #deutsch #antideutsch

@jakob_thoboell @Sylviaborin @energisch_ @nocci

https://chrismon.de/artikel/2019/42709/christlich-muslimische-familie

Christlich-muslimische Familie

Zehra und Michael Blume - die Geschichte ihrer Liebe

@BlumeEvolution
Ich möchte nicht, dass irgendein Mensch auf Grund seiner Nationalität ausgegrenzt wird. Weder als „anti-deutsch“ noch als „deutsch“ (was immer das jeweils sein mag), noch als sonst was!

Und ich möchte auch nicht, dass irgendeine Ressource mit einer Nationalität verknüpft wird. Egal welche. Weil das in meinen Ohren den Keim des „wem gehört es und wer darf es nutzen“ schon in sich trägt.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116356299929408024@[email protected] @energisch_ @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @energisch_ @nocci ich kann das verstehen, nur wer sollte denn sonst darüber entscheiden, wenn nicht eine demokratische Einheit, auf welche Ebene auch immer?
@Chaotica @BlumeEvolution @energisch_ @nocci die Nation ist eine demokratische Verantwortungsgemeinschaft, wenn du sie ablehnst was ist deine Alternative?

@Lykanthrop_
Ich lehne nicht die Nation ab. Schon gar nicht als Verwaltungseinheit.

Aber ich sehe wirklich keinen sinnvollen Grund, natürlichen Ressourcen wie Wind, Boden oder Sonne eine „Nationalität“ anzuhängen.

Dagegen sehe ich in solch einem Vorgehen mehrere Gefahren, die ich ich versucht habe aufzuzeigen.
@BlumeEvolution @energisch_ @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @energisch_ @nocci Nationalität hängt mit demokratischer Legitimation zusammen, irgendwer wird darüber bestimmen, eine demokratische Gemeinschaft ist für mich die beste Alternative.

Ganz nach Winston Churchill

Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – ausgenommen all jene anderen Formen, die man von Zeit zu Zeit ausprobiert hat

@Lykanthrop_
Schon.

Aber warum muss man Boden „deutsch“ nennen?
Erschließt sich mir einfach nicht, was daran der Vorteil sein soll.
Insbesondere nicht in Abwägung der von mir genannten möglichen Entwicklungen, die daraus entstehen können.

Magst Du darauf eingehen?

@BlumeEvolution @energisch_ @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @nocci
Weil nationale Identitäten nicht willkürlich sind, wenn man versucht sie willkürlich herzustellen, wie nach dem Kolonialismus in Afrika endet das meistens nicht gut.

Ich glaube linke sind in der Schuld extrem national, rechte in ihrem Stolz, ich wünschte es gäbe mehr als diese beiden Pole.

Deutsche sind in ihrem verkrampften Verhältnis zu sich selbst international extrem national.

@Lykanthrop_
Lass mich versuchen zu verstehen.

Du meinst, es gibt so etwas wie eine nationale Identität, die aus sich selbst heraus entstehen?

Das kommt mir komisch vor. In NRW sozialisiert bin ich den meisten Niederländern, Belgiern und Franzosen kulturell gefühlt näher als zum Beispiel Bayern oder Schleswig-Holsteinern.

Mit Schuld hat das mMn gar nichts zu tun. Mehr mit einem weiteren Blickwinkel.
@BlumeEvolution @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @nocci das ist was ich meine, damit bist du sehr deutsch, kaum ein Franzose, Holländer etc.. würde das von sich behaupten.

@Lykanthrop_
Na und?

Was hat das damit zu tun, ob man Wind, Boden oder Sonne „deutsch“ nennen sollte?

Ich bin gerade von Spanien über Frankreich und Luxemburg zurück nach Hause gefahren.
Ich hätte die Staatsgrenzen nirgendwo erkannt, wenn da nicht ein Schild gestanden hätte.

„Nationale Identität“ finde ich ein absurdes Konstrukt.
@BlumeEvolution @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @nocci die Franzosen wären mir ja eher zu national, dafür braucht es keine Schlagbäume. Ich fürchte mit dem nächsten französischen Präsidenten werden wir das noch spüren.

Die Nation ist die Grundlage der Demokratie, die Demokratie ist für mich die beste aller Herrschaftsformen. Da waren wir ja aber schon.

@Lykanthrop_
Ja. Fehlt noch die Erklärung, warum Ressourcen eine Nationalität haben sollten.

Man kann ganz problemlos demokratisch darüber entscheiden, ob man ein Windrad aufstellt oder Geothermie nutzen möchte, ohne dass dafür Boden oder Wind „deutsch“ sein müssen.
@BlumeEvolution @nocci

@Chaotica @BlumeEvolution @nocci man kann Eigentum demokratisch anders definieren, absolut, wenn man Eigentumsverhältnisse ändern will braucht man eine demokratische Mehrheit.

@Lykanthrop_

Meine Position ist zwischen Euch: Ein föderaler (!) Nationalstaat wirkt einem Zentralismus am Besten entgegen, wie er sich in Preußen auf Basis von Kohle & Öl, in Frankreich auf Basis von Kohle & Atomkraft entwickelte. Erneuerbare #Heimatenergien sind dezentral, konkret regional & also föderal. Eben #Friedensenergien

@Chaotica @nocci

https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-aus-dem-ehemaligen-preussen-warum-deutscher-energieglauben-auch-regional-gepraegt-ist/

Der Fossilismus aus dem ehemaligen Preußen. Warum deutscher Energieglauben auch regional geprägt ist » Natur des Glaubens » SciLogs - Wissenschaftsblogs

Deutsche Energiegeschichte in einem Satz: Wasser fließt aus den Bergen des Südens nach Norden, Kohle, Erdöl und Erdgas aus Schächten, Häfen und Pipelines von Norden nach Süden. Das ist selbstverständlich verkürzt – die Donau fließt …

Natur des Glaubens

@BlumeEvolution
Die Argumentation leuchtet mir ein.

Folgt ihr mir auf diesen Gedanken: was, wenn wir die Einheiten vergrößern?
Es könnte ja auch ein föderales Europa sein.

Oder - ganz wild - eine föderale Welt.
@Lykanthrop_ @nocci

@Chaotica
ein Europa der Bundesländer? Wär ein guter Anfang. Im kleinen regeln, was den Ort betrifft, und im großen, was alle betrifft. Die Ebene der Nationalstaaten ist da eher störend als Verwaltungseinheit.
@BlumeEvolution @Lykanthrop_ @nocci
@jakob_thoboell @Chaotica @BlumeEvolution @Lykanthrop_ @nocci
_,das_ wäre mal cool!
Ich bin bei einem föderalen Europäischen Bund auch dabei, zumal es ja in den jetzigen Grenzgebieten schon immer durchmischt war, was Sprache und so angeht. Und solange es nicht wieder zur Kleinstaaterei führt.
Die Entstehung des Nationalstaates liegt nur in D zusammen mit der Demokratisierung - getrieben von den Burschenschaften, die schon immer zutiefst national waren.
@jakob_thoboell
Ein "Europa der Bundesländer"?

Hoffentlich nicht nach "deutschem Vorbild":
- Deutschland hat 16 Bundesländer, jedes eigenem Parlament, was uns in Summe *extrem* viel Geld kostet!

- 400 Gesundheitsämter, deren verwendete Programme untereinander mitunter nicht kompatibel sind, weil jede:r Landesfürst:in meint, ihr eigenes Süppchen kochen zu müssen - wiederum extrem teuer.

Um nur mal zwei kleine Beispiele anzuführen.

Wenn ein "Europa der Bundesländer", dann müsste da *sehr* viel, sehr grundlegend anders organisiert sein.

Bezogen auf ganz Europa:
Wie viele Bundesländer ergäben sich dadurch, 1000?
Und ist das wiederum nur eine "deutsche" Idee, oder wie sehen die Menschen in den anderen europäischen Ländern das?

Abschließend:
Buchempfehlung "Verbannung nach Helgoland - Reich und glücklich ohne Politiker, eine Satireschrift", aber als solche sehr gut, umfassend und detailreich beschrieben, was am Ende genau zu der Idee "lokal first" führt.

@Chaotica @BlumeEvolution @Lykanthrop_ @nocci
@fasnix
die sinnvolle Größe sei mal dahin gestellt.
Aber ich sehe beim gemeinsamen Wirtschaftsraum weniger Sinn in der Nationalen ebene. Küstenschutz, Klimawandel in den Bergen, uvm. sind Themen der Regionen. Aber welche Themen machen in einem gemeinsamen Europa Sinn auf Nationaler Ebene ausgehandelt zu werden?
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Vielleicht Steuern/Finanzen?
Weil die Bundesländer/Regionen sich vermutlich nicht selbst autark finanzieren könn(t)en?

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
warum die nicht direkt europaweit einheitlich machrn? macht Arbeitnehmer-Wanderung und internationale Konzerne einfacher...
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Jep, aber müssten dazu die Länder/Regionen nicht auch in etwa wirtschaftlich gleich "stark" sein?

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
warum? budget auf EU-Ebene einnehmen und dann nach Bedarf, Fläche oder Einwohnerzahl verteilen auf die Regionen.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
ser vieles anders zu organisieren wäre in jedem Fall schlau.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci ich bin nicht gegen Föderalismus, aber der hat auch Nachteile, es sind ja gerade die reichen Regionen die dafür sind und das nicht ohne Grund. Wären wir föderaler würden die reichen Regionen reicher und die armen ärmer.
@Chaotica @Lykanthrop_ @BlumeEvolution @nocci Letzterem kann und konnte ich mich immer während des größten Teils meines Lebens anschließen. Aber ich fürchte, ich gehöre darin nicht zum „Mainstream“. Die rechte -und vor allem der rechtsextreme Teil der - Mehrheit hat leider gerade eine Obsession mit „Identität“, von vielen dort gern mit Herkunft verbunden (von mir sowieso nicht!). Dem Trend muss man sich nicht einmal im Sinne von Ironie anschließen (viele erkennen die Ironie auch gar nicht).

@Lykanthrop_
und dann gehst du nach Schleswig Holstein, in die Lausitz oder ins Elsass und stellst fest: in den Grenzgebieten wird dieser Ansatz scheitern.

Und nebenbei bemerkt: als Norddeutscher fühle ich mich Friesen, Dänen und Niederländern mehr verbunden als Bayern.
Welcher Stand der Willkürlichen Grenzziehungen ist dann identitätsstiftend?
@Chaotica @BlumeEvolution @nocci

@jakob_thoboell
Was mich wieder mal zu der Frage führt:
Was verbindet, in Bezug auf Europa oder ein "Europa der Bundesländer", zB eine Dänin mit einem Spanier?
Oder einen Slowenier mit einer Lettin?

Generell, nicht auf jeweilige Einzelschicksale bezogen, versteht sich.

@Lykanthrop_ @Chaotica @BlumeEvolution @nocci
@fasnix
einfache Antwort: nahezu genau so viel, wie mich mit einem Bayern: die gleiche Währung (na gut, Dänemark jetzt nicht). Gemeinsame Geschichte? hab ich persönlich erheblich mehr mit Dänemark als mit Bayern.
Thematische Schnittmenge hab ich mit einem Norweger, einem Bretonen und einem Italiener, die alle an der Küste wohnen, mehr, als mit einem Brandenburger.
Hansestädte seien noch erwähnt, Völkerwanderung und Minderheiten in den Grenzgebieten.
@fasnix
Der gleiche Planet. Das gleiche Wasser. Die gleiche Atmosphäre.
@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_
@Chaotica
Das stimmt zwar, meinte ich aber nicht (wie dir sicherlich bewusst ist).

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
Ich meine das aber.
Und zwar, weil ich das für realer und beachtenswerter halte als andere Dinge, wie Sprache oder Kultur, die man sich aneignen kann.
@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_
@Chaotica
Und Sprache, Kultur und Co. kann man halt auch schlecht an Grenzen festmachen.
@fasnix @BlumeEvolution @nocci @Lykanthrop_
@Chaotica
Ok, dann mache ich es etwas konkreter und konstruiere mal ein Beispiel:

Nehmen wir an, ein "europäisches Bundesland" / eine Region hat ein Modellprojekt - sagen wir, aus dem Bereich Bildung - erfolgreich in ein dauerhaftes Projekt überführt und flächendeckend ausgerollt.
Nehmen wir dafür beispielhaft mal das derzeitige Bundesland Schleswig-Holstein.

Nun erfährt eine lokale Poltiker:in, zB in Bulgarien, von diesem erfolgreichen Projekt und möchte es in ihrer Region einführen, wo es bislang keinerlei vergleichbare Erfahrungen oder Strukturen gibt.

"Hei, im europäischen Bundesland Schleswig-Holstein wurde 'Projekt xy' erfolgreich eingeführt, wie können wir das hier bei uns gestalten und ebenso erfolgreich einführen?"

Meine Frage ist also:
Was *verbindet* hier die jeweils lokale Politik, in diesen zwei völlig verschiedenen Regionen, bzw. eben die Menschen, die die jeweilige Politik gestalten?

Häshtäg: Miteinander / Identifikation

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
In deinem Beispiel: Dass alle Menschen auf der Welt ziemlich ähnlich lernen bzw ziemlich ähnliche Faktoren haben, die Lernen begünstigen oder behindern.

Meinst Du das?

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@Chaotica
Jein, auch.

Ich meine das *voneinander Lernen*, eben im *gemeinsamen* Austausch.
Nicht nur "kopieren", sondern *miteinander* (also im Beispiel die Lokalpolitiker:innen *mit* denen aus S-H).

Nicht jede:r im "stillen Kämmerlein" für sich.
Dadurch (u.a.) nämlich entstehen 400 inkompatible Gesundheitsämter, wie beschrieben ...

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
Ja, im besten Fall natürlich das. Aber dann kann ja die Bulgarin zum Holsteiner fahren - oder umgekehrt.
Die gemeinsame Basis ist doch dann immer noch, dass überall auf der Welt Kinder gewisse Umgebungsbedingungen brauchen um optimal lernen zu können.

Mir ist nicht ganz klar, worauf Du hinaus willst.

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@Chaotica
"Was verbindet ..." war eine offene Frage.
Ich wollte damit nicht auf etwas Konkretes hinaus, sondern lediglich schauen, wie ihr das betrachtet und was für Antworten dazu kommen.

"..., dass überall auf der Welt Kinder gewisse Umgebungsbedingungen brauchen um optimal lernen zu können."

DAS stelle ich ja auch überhaupt nicht in Abrede (außer, dass "Bildung" mehr umfasst als "Lernen in der Kindheit").

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
Okay.
Also solche Dinge verbinden mMn global. Alle Menschen haben die gleichen/ähnliche Bedürfnisse nach sozialem Eingebundensein, Bildung, Kultur, Stabilität,…

Ich finde das ist eine sehr stabile Basis um sich miteinander verbunden zu fühlen und sich darüber auszutauschen.
Eine gemeinsame Sprache, Kultur, Religion braucht es dafür nicht.

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@Chaotica
Naja, es wäre schon hilfreich, wenn die Menschen eine gemeinsame Sprache sprechen, die sie verstehen, sei es nun Englisch oder Esperanto, oder ...
Sonst wird das mit dem Austausch ggf. schwierig.

Wichtig dabei: nicht *nur* diese eine Sprache, selbstverständlich!

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
Hilfreich, ja.
Schwierig, auch ja.

Unmöglich, ganz entschieden nein! Ich hab mich schon häufiger im Leben mit Menschen ausgetauscht, mit denen ich keine gemeinsame Sprache hatte.

Und moderne Technik reduziert da die Hindernisse noch ganz erheblich.

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@Chaotica
Von "unmöglich" habe ich ja auch gar nicht geschrieben und auch nicht gemeint.

Und ja, moderne Technik kann da assistieren.

Wenn es aber um fachliche Details geht, wie zB in meinem Beispiel, ist es schon besser, wenn die Beteiligten die nötigen Begriffe auch *kennen* und sich nicht ausschließlich auf Technik verlassen wird oder "mit Hand und Fuß" kommuniziert wird (Gebärdensprache mal außen vor gelassen).

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
Eine Fachsprache zwischen den Akteuren braucht es. stimmt. Die muss aber auch ein Muttersprachler sich im Rahmrn der Ausbildung aneignen. Aber setzt das voraus, dass auch die Kinder, die am Ende mit den Methoden lernen, in beiden Orten die gleiche Sprache sprechen?
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Nicht unbedingt, nein, aber vielleicht würde es das Miteinander fördern.

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
warum? Ob ich als Lehrkraft jetzt die in schleswig Holstein gelernte Methode ins bayrische oder ins bulgarische adaptiere, macht für den Lernerfolg wenig Unterschied.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
und was ist an deinem Beispiel anders, wenn man Bulgarien durch Bayern ersetzen würde?
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Wenn es um ein "Europa der Regionen" gehen soll, dann genügt es mE nicht, nur auf BY und SH - also "innerdeutsch" - zu vergleichen, oder?

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
um dein Argument zu verstehen brauche ich diesen Vergleich: Inwiefern ware der Fall anders gelagert, ob jetzt eine bulgarische oder eine Bayrische Schulbehörde den Holsteiner Plan adaptieren will?
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Das kann ganz verschiedene Aspekte betreffen:
Sprache: Bayern und Schleswig-Holstein = beide deutsch, keine Verständigungsprobleme (von regionalen Dialekten mal abgesehen und sofern beide die selben Fachtermini kennen)

Finanzen: Wie sind die Budgets in beiden Regionen augestattet?

Kultur: Ist das, was in einem Bundesland / einer Region erfolgreich umgesetzt wurde, in einer anderen überhaupt sinnvoll anwendbar (nicht nur auf mein Beispiel Bildung bezogen, sondern allgemein)?

Usw. usf.

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
Sprache: Dein Ansatz setzt Kulturelle und soziodemographiscje Homogenität innerhalb des Landes voraus.
Finanzen:
Der Ansatz eines Europa der Regionen wurde ja gerade nationale Budgetunterschiede verringern.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Sprache: Können wir uns darauf einigen, dass Deutschland *eine* offizielle Sprache hat? Deutsch.
Nicht, wie zB in Uganda oder Indien Dutzende.
Innerhalb des Deutschen gibt es dann verschiedene Dialekte.
Dennoch wird sich ein Bayer und ein Berliner in "verständlichem Deutsch" (zB Hochdeutsch) unterhalten können, ohne dass es eines Dolmetschers bedarf.

Soziodemographische Homogenität? Inwiefern?

Finanzen: "verringern" ja, aber auch 1:1 flächendeckend die gleiche finanzielle Ausstattung erreichen?
(Vergleich: Wie viele "iPad-Klassen" gibt es derzeit in Deutschland ggü. zB Bulgarien, oder "Smarte Tafeln"? Wie hoch wäre der Finanzbedarf Bulgariens, um 1:1 identische technische Ausstattung an allen Schulen zu erreichen, wie das in deutschen Schulen der Fall ist?)

Die Fragen sind mE so vielschichtig und verschieden, dass wir die hier nicht ausklamüsern oder gar lösen werden.

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@fasnix
deine Annahmen zu den Finanzen setzen voraus, dass die Strukturen weiter nationalstaatlich sind. Das wäre ja gerade anders bei einem föderalen Europa.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell
Verständlich, dennoch muss es nachvollziehbare Kriterien geben, wie eine möglichst homogene wirtschaftliche Verhältnisse in den vielfältigen Regionen hergestellt werden kann, um Konkurrenzdenken gar nicht erst aufkommen zu lassen.

"Warum bekommen die Regionen dort so viel mehr Geld, als wir hier? Wir fühlen uns abgehängt!"
würde die Idee eines nicht nur föderalen, sondern tatsächlich vereinten Europas ganz schnell wieder beerdigen.

@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
Nö, ich glaube nicht, dass es Homogenität bedarf.
„Nur“ nicht zu große Unterschiede.
Oder zumindest nicht als unfair wahr genommene Unterschiede.

@BlumeEvolution @jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
im vereinten Europa wäre dieses Beispiel sogar noch angenehmer: Die Ideen ließen sich erheblich einfacher migrieren, weil die Antragslandschaft für Fördergelder konsistent wäre und der Austausch erleichtert, als wenn die Zwischenstufe verschiedener Nationalstaaten dazwischen steht.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_
@jakob_thoboell @fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci ich halte eine weitere europäische Integration für wünschenswert, leicht utopisch, aber aus einer europäischen Öffentlichkeit heraus, nicht als deutsche Übersprunghandlung um der deutschen Identität zu entkommen. Das finde ich sehr deutsch zentriert, ohne sich dafür zu interessieren was außerhalb passiert.

@Lykanthrop_
Du interpretierst da was rein, was einfach nicht vorhanden ist.

Ich muss einer deutschen Identität (was immer das sein mag) nicht entkommen, weil ich sie gar nicht fühle.

@jakob_thoboell @fasnix @BlumeEvolution @nocci

@Lykanthrop_
was ist 'deutsche Identität'?
Gibt es die überhaupt?

Mein Familienname kommt aus Dänemark. Den dies betreffenden Teil meiner Familie verbindet die Seefahrt über 100 Jahre. Von Esbjerg über die Halligen bis zur Flensburger Förde. Die Insel-Friesen und die dänische Insel Ærø haben diesbezüglich sehr ähnliche Historien in einigen Aspekten.

(1/2)
@fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci

@Lykanthrop_
ich habe auf Finkenwerder Kutterewern, dänischen Marstalschonern, deutschen Heringsloggern und holländischen Plattbodenschiffen die Traditionsschifffahrt gelernt und bin privat auf dänischen Motorseglern und bretonischen Schwertkreuzern in den dänischen Inseln gesegelt.
Was sagt, dass ich zum Bayern oder zum Kohlekumpel mehr Schnittmenge habe, als zum dänischen Fischer?
@fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci

@Lykanthrop_
was ich auf diesen Schiffen gelernt habe, ist, dass Geschichten und Erfahrungen die beispielsweise die Industrialisierung der Schifffahrt mitbrachte, sich zwischen Marstal und Fedderwardersiel nur begrenzt unterscheiden.

Ein gutes Beispiel ist ein Schiff dänischer Bauart, das unter deutscher Flagge fuhr und keins der Länder wollte den Erhalt des historischen Schiffes unterstützen, weil sich keine Seite für zuständig hielt.
@fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci

@jakob_thoboell @fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci frag die dänischen Fischer ob sie dich für deutsch halten, ich vermute schon. Spätestens im Ausland werden wir zu Deutschen, damit müssen wir schon irgendwie klar kommen.

@Lykanthrop_
Dann spinnen wir das weiter und gehen mit einem.Engländer, einem Dänen und einem Deutschen in einer Hafenstadt am südlichen Mittelmeer in eine Lokalität. Man wird uns alle gemeinsam als 'Europäer' definieren.

Was nutzt jetzt dein Ansatz? er beschreibt kein vernünftiges gemeinsames.
@fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci

@jakob_thoboell @fasnix @BlumeEvolution @Chaotica @nocci deutsch und europäisch zu sein ist doch kein Widerspruch. Geh mal nach Israel, du wirst, du kannst deiner deutschen Identität nicht entkommen, so sehr du dich auch bemühst..
@Lykanthrop_
Nicht nur "gehen", sondern "leben".

Einfach mal zB ein oder zwei Jahre nach Island, nach Uganda oder Singapur ziehen und sich als Deutsche:r in die jeweilige Kultur (!) einleben.
Das umfasst auch, die lokale Sprache zu erlernen.
Die kann eben auch unterschiedlich schwierig sein.
Swahili vielleicht eher schwierig, Finnisch auch.
Asiatische Sprachen, die ganz andere Schriftsysteme nutzen, wohl auch.

Esperanto hingegen, relativ einfach (auch wenn nirgendwo eine offizielle Landessprache).

Selbstverständlich sind die meisten Deutschen da eben auch "deutsch geprägt".

Die Unterschiede berichten auch unisono viele "Digitalnomad:innen", die sich zB auf Bali niederlassen, um dann festzustellen, dass sie "als Deutsche" keinen Anschluss an die lokale Bevölkerung finden, weil eben der kulturellen Unterschiede wegen, usw.

@jakob_thoboell @BlumeEvolution @Chaotica @nocci

@fasnix
@Lykanthrop_
Aber es ist doch ein Unterschied, ob eine deutsche Identität mir von *anderen* zugeschrieben wird - auch in dem sehr menschlichen Bedürfnis zu kategorisieren.

Oder ob ich dies selbst als wesentlichen Aspekt zur Beschreibung meiner Identität betrachte.
@jakob_thoboell @nocci

@Chaotica
Klar, aber nur weil du dich selbst nicht als "deutsch" wahrnimmst, bedeutet es nicht, dass auch du "typisch deutsche Eigenschaften" - ob bewusst oder unbewusst - verkörperst.

Behaupte ich jetzt einfach mal.

@Lykanthrop_ @jakob_thoboell @nocci

@fasnix
Bestimmt.

Nur die Ausgangsfrage war ja nicht, ob irgendwer typisch deutsche Eigenschaften verkörpert, sondern ob die Tatsache, dass man für sich selbst "deutsch" nicht als relevante Eigenschaft der eigenen Identität betrachtet, als "antideutsch" bezeichnet werden kann oder muss.
@jakob_thoboell @nocci @Lykanthrop_

@fasnix
wäre es für die Digitalnomaden auf Bali groß anders, wenn sie statt aus Deutschland aus den Niederlanden kommen? Identität bestwht aus vielen Teilen und welcher Teil relevant ist, ist Kontextabhängig. Und das kann von 'Nachbardorf' bis 'globaler Norden' sein, was mich vom gegenüber trennt oder verbindet.
@BlumeEvolution @Chaotica @nocci @Lykanthrop_