@stefanmuelller
Ein Mitschüler auf der EOS hat sich auch deshalb für 4 Jahre NVA entschieden, weil es dann im Studium 33% bzw. 100% (!) mehr Stipedium gab (400 Mark für 4 Jahre statt 300 M für 3 Jahre, sonst 200 M). Wie gesagt "auch". Das war also nicht der alleinige Grund, 3 Jahre hätte er sowieso gemacht, machen "müssen". Aber das zusätzliche Geld hatte er bereits viele Jahre bevor es relevant wurde, in seine Überlegungen mit einbezogen. Der höhere Verdienst während der 4 Jahre kommt einerseits on top noch hinzu, dieser geht aber auf Kosten der späteren Berufsjahre, in denen es dann ordentlich Kohle gibt...
Er hatte auch schon als EOS-Schüler "Probleme" mit dem Zug 2. Klasse zu fahren und ist deshalb lieber 1. Klasse gefahren: höherer Komfort, geringere Wahrscheinlichkeit schreiender Babys, rücksichtsloser Zeitgenossen usw. Sicher auch eine Frage des Status.
Natürlich konnte man Lebensmittel und Kleidung in "normalen" Läden kaufen. Aber die Bedürfnisse der Menschen (Ausnahmen bestätigen hier eher die Regel *)) haben sich ja nicht nur einerseits nach dem "Nötigsten" gerichtet und ein paar "Luxusgütern" on top. Sondern für manche war das, was man nur im Delikat, Exquisit, von Privat oder auch im Intershop kaufen konnte, kein Luxus, sondern bereits Teil des "Notwendigen" (plus Luxusgütern).
siehe dazu auch https://www.youtube.com/watch?v=HIzCrklpbbE
Und sicherlich wäre Sparen in machen Fällen eine zielführende Methode, aber wieder nicht für alle. Der genannte Mitschüler hat quasi immer über seinen Verhältnissen gelebt, genauer seine zukünftigen Einnahmen bereits Jahre vorher bei den Ausgaben antizipiert. Zu Westzeiten war er dann immer 5tellig im Dispo, was sich dann erst geändert hat, als sein Gehalt 6stellig wurde. Es gab zwischendurch Phasen, wo das zum echten Problem/Fiasko hätte werden können, wenn die weitere Entwicklung nich so verlaufen wäre, wie es geplant war. Dannach sah es manchmal aus.
Für mich spielte Geld zu Ostzeiten vor allem deshalb auch keine Rolle, weil es einfach da war, wenn ich es brauchte (ich brauchte aber nicht viel *), heute auch nicht). Als ich (ca. 15 J., 1982) in einer Zeitungsanzeige einen TI-58 (programmierbarer Taschenrechner von Texas Instruments) gefunden hatte, habe ich meine Mutter angerufen, um sie von der Arbeit abzuholen, das Sparbuch mitzubringen, 1.700 Mark abzuholen und dann zum Verkäufer zu fahren...
*) für Kinder/Jugendliche wird sich die Situation bzw. das Empfinden sicherlich ganz anders darstellen als für Erwachsene