Der Mann, der Ihr Smartphone erdacht hat
Tippen Sie gerade auf einem Smartphone? Wischen Sie durch ein MenĂŒ mit Icons? Nutzen Sie eine Maus? Dann arbeiten Sie mit Ideen, die ein Mann vor ĂŒber 50 Jahren skizziert hat. Damals noch auf Papier â fĂŒr einen Computer, den es noch gar nicht gab.
Alan Kay wird 86 â ein VisionĂ€r, dessen Ideen unseren Alltag prĂ€gen
Am 17. Mai 2026 feiert Alan Curtis Kay seinen 86. Geburtstag. Der US-amerikanische Informatiker gilt als einer der einflussreichsten Vordenker der Computergeschichte â und ist dennoch dem breiten Publikum weit weniger bekannt als seine Ideen. Ein guter Anlass, ihn und sein Werk zu entdecken.
Wer ist Alan Kay?
Alan Curtis Kay wurde am 17. Mai 1940 in Springfield, Massachusetts, geboren als Sohn eines australischen Prothesenbauers und einer US-amerikanischen Musikerin. Diese ungewöhnliche Mischung aus Naturwissenschaft und Kunst sollte sein gesamtes Denken prĂ€gen. Kay war nicht nur Informatiker: Im Laufe seines Lebens arbeitete er als professioneller Jazzgitarrist, Komponist, Theatergestalter und klassischer Organist â ein Denker mit KĂŒnstlerseele.
Er studierte Mathematik, Molekularbiologie und schlieĂlich Informatik an der University of Utah, wo er mit Ivan Sutherland â dem Pionier der Computergrafik â zusammenarbeitete. 1969 promovierte er mit einer Dissertation ĂŒber ein von ihm entwickeltes Konzept/System namens FLEX, ein frĂŒher VorlĂ€ufer dessen, was spĂ€ter als Personal Computer die Welt verĂ€ndern sollte.[1]
Das Dynabook â das Tablet, das seiner Zeit 40 Jahre voraus war
1968 hatte Kay eine Vision, die ihn nicht mehr loslieĂ: ein flacher, tragbarer Computer, leicht genug fĂŒr ein Kind, mit dem man lesen, schreiben, rechnen und programmieren konnte. Er nannte es das Dynabook. Gebaut wurde es nie, aber Jahrzehnte spĂ€ter hielt die Welt sein Konzept in HĂ€nden: als iPad, als Kindle, als Laptop.
Kay lieĂ sich dabei von Seymour Papert inspirieren, dem Pionier des Lernens mit Computern am MIT, Massachusetts Institute of Technology. Seine Ăberzeugung: Computer sollten keine Rechenmaschinen fĂŒr Experten sein, sondern Werkzeuge des Denkens fĂŒr alle â besonders fĂŒr Kinder.[2]
Xerox PARC â die Werkstatt der Zukunft
Ab 1971 arbeitete Kay ein Jahrzehnt lang im legendÀren Palo Alto Research Center (PARC) [3] des Xerox-Konzerns in Kalifornien. Dort entwickelte er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zwei Erfindungen, die die Computerwelt bis heute prÀgen:
Kay drehte in dieser Zeit Filme, in denen Kinder mit Computern spielten und eigene Programme schrieben â in einer Ăra, in der Computer noch riesige, unzugĂ€ngliche Maschinen fĂŒr Spezialisten waren.
Der Turing Award
2003 erhielt Kay den ACM Turing Award â den höchsten Preis der Informatik, oft als âNobelpreis der Informatikâ bezeichnet. Die BegrĂŒndung: â⊠fĂŒr viele der Ideen, die den heutigen objektorientierten Programmiersprachen zugrunde liegen, fĂŒr die Leitung des Teams, das Smalltalk entwickelt hat, und fĂŒr grundlegende BeitrĂ€ge zum Personal Computing.â
Werke von und ĂŒber Alan Kay
Wer tiefer in Kays Denken eintauchen möchte, findet in unserem Bestand sowie Fachdatenbanken wie zum Beispiel der âACM Digital Libraryâ hervorragendes Material:
Authorâs Profile: Alan Curtis Kay via ACM DLSchriften von Alan Kay
Unterschiedliche Medien ĂŒber Kay und seine Epoche (Bibliotheksbestand)
âDie Computer-Revolution hat noch nicht begonnen
Was bleibt von Alan Kay? Eine scheinbar paradoxe Aussage: 1997 erklĂ€rte er, die Computer-Revolution habe noch gar nicht stattgefunden â und steht bis heute zu dieser EinschĂ€tzung. FĂŒr Kay sind Computer noch immer zu sehr Werkzeuge der Routine und zu wenig Instrumente des tiefen Denkens. Seine Vision war stets eine andere: Computer, die Menschen helfen, Ideen zu entwickeln, die Welt wirklich zu verstehen und Probleme grundlegend neu zu durchdenken.
In Zeiten KĂŒnstlicher Intelligenz, in denen Maschinen immer mehr Aufgaben ĂŒbernehmen, klingt Kays Frage aktueller denn je: Nutzen wir Technologie wirklich, um klĂŒger zu werden â oder nur, um schneller zu sein? Am 17. Mai feiert er seinen 86. Geburtstag. Ein guter Anlass, sein Denken (wieder) zu entdecken â in unserer Bibliothek und online.
Weitere Quellen & Nachweise
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Kay
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dynabook
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Xerox_PARC
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Smalltalk_(Programmiersprache)
Zum Abschluss heute Nachmittag noch ein Highlight: Werden Computer denken? TrinitÀt in der Informatik.
Gerade fĂŒr mich als Informatiker und Theologe spannend, die Bereiche zusammen zu betrachten.
Ich denke, dass ich das nochmal weiterdenken muss.
Ein paar frisch prĂ€mierte Lese- und Hörtipps des Journalismuspreis #Informatik fĂŒr das Wochenende gefĂ€llig?
Alle PreistrĂ€ger*innen, ihre prĂ€mierten Artikel und die BegrĂŒndung der Jury findet ihr hier: https://gi.de/meldung/journalismuspreis-informatik-verliehen

Der Journalismuspreis Informatik wurde am 12. Mai vom saarlĂ€ndischen Wirtschaftsministerium und dem Saarland Informatics Campus in SaarbrĂŒcken verliehen. Aus 84 Einreichungen zu Themen der Informatik wurden die besten BeitrĂ€ge der Kategorien "Text", "Audio" und "Video & Multimedia" ausgezeichnet. ZusĂ€tzlich wurde ein Sonderpreis verliehen.
Abiturkorrektur Informatik. Eine Abgabe beginnt mit "Hello Adventurer! Welcome to the jungle of perils and horror, which is called Abikorrektur. May these funny and thoughtfull notes guide you on this treacherous path! Good Luck!"
Die haben echt zu viel Zeit. :-)
@jela Das und qualifiziertes IT Personal sind sehr wichtig um die Sicherheit hoch zu halten.
Meine Arbeitgeberin macht da gerade vieles falsch und verprellt die IT Kollegen đ
Dabei ist die Situation bekannt:
https://www.kgst.de/strategien-gegen-den-engpass
Und Hilfestellung gibt es auch:
IT FachkrÀfte finden, fördern, binden
#itsecurity #itsec #Kommunalverwaltung #öffentlicherdienst #öd #verwaltung #bsi #nis2 #itgrundschutz #informatik #infrastruktur #digitalisierung #ozg #privacy
Falls mal wieder jemand ein schönes Beispiel fĂŒr "AI-QualitĂ€t" braucht...
Habe da angeregt durch einen YouTuber gerade ein besonderes "Schmankerl" erlebt.
(Video bis zum Ende gucken.)
Im neuen Bildungsplan #eduBW soll ja im Fach #NIT und auch #ium #Informatik & #Medienbildung programmiert werden.
Wo sollen denn die Kinder eigentlich die fertigen Produkte testen und online laufen lassen können?
Ich habe heute fĂŒr unsere Schule eine zusĂ€tzliches Webhosting bestellt. Wieder ein weiteres System, das ich ânebenher" verwalten und betreuen darf. (1/2)