21/ Eine Sache ist in #Stern111 schlimm falsch. Der ich-Erzähler hatte ja gesagt, dass er im Gebäude der Germanistik nur Schnecken gesucht hat. Er war nicht wirklich drin und hat nichts gelernt. Also hätte der #Suhrkamp-Verlag den Fehler finden müssen. Der Plural von Wort ist Wörter, wenn man sich auf die einzelnen Wörter im Gedicht oder in einem Text bezieht. Ich habe es den Student*innen leicht scherzhaft immer so erklärt: Wir benutzen nur Wörter, aber wenn Goethe was schreibt sind es Worte. (Seine letzten Worte waren „Mehr Licht!“ Natürlich auch seine letzten Wörter.)

Ich sehe ein, dass diese Erklärung nicht so geeignet ist, denn Seiler hätte, obwohl er Schriftsteller ist, Wörter schreiben sollen. =:-)

Also hier ist eine Erklärung vom Duden:

https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/worte-oder-woerter

Duden | Kurz erklärt: „Worte“ oder „Wörter“?

Manche Ausdrücke können mehrere Pluralformen haben, die sich jedoch nicht in der Bedeutung unterscheiden, wie wir in diesem Artikel zeigen. Die beiden Pluralformen von Wort hingegen beziehen sich auf unterschiedliche Dinge.

Duden

20/ „Wo man eigentlich herkommt, warum man nicht dort ist – das sind Hinterhalte, wie im Krieg, hat Jonny gesagt.“

Jonny war der Freund von der US-Army. Dr Talib war ein Syrer, der Inge aufgenommen hatte. Schöner Name auch für so eine Figur.

#Stern111

19/ Diese Stelle ist der Hammer. Ich weiß nicht, ob es jemand mitbekommen hat, aber vorher war Inge irgendwo im Westen gewesen und im Sportverein hatte die kranke Vorturnerin vorgeschlagen, dass Inge vorturnen sollte, was von den anderen Frauen empört abgelehnt wurde. Der Kontrast ist diese schweizer Wandergruppe.

Und so ist es im ganzen Buch. Die Ossis sind Ausländer und kommen am besten mit anderen Ausländer*innen klar. Amis zum Beispiel.

Übrigens, zum Ausland: Bis einige Jahre nach der Wende half es im Ausland, wenn man gesagt hat, dass man aus dem #Osten kam. Die Gesprächspartner*innen haben sich dann entspannt. Ach so, Ostdeutschland. Westdeutschland und seine Bewohner*innen schienen in Europa nicht so'n guten Ruf zu haben. Sorry. =:-)

#Ossis #Wessis #DDR #Stern111

18/ Über 30 Jahre später versteht man sein Leben dann so langsam. Ich hatte in der Schönhauser eine Wohnung besetzt und eines Tages, als ich nach hause kam, war die Tür aufgebrochen. Ich dachte damals, das wäre die KWV gewesen (Kommunale Wohungsverwaltung), aber vielleicht war es ja ein anderer Besetzer. Hätte ich mal die Fenster geputzt!

Aber vielleicht war es ja doch die KWV, denn ich hatte die Wohnung als leer gemeldet und wollte sie haben, aber die haben mir nach 24 gemeldeten Wohnungen die Wohnungen zwei Stockwerke tiefer gegeben, weil meine angeblich bewohnt war. Blöderweise war die unten ein finsteres Loch. 1. OG, zweiter Hinterhof. Irgendwann, ein paar Monate später kam mein Kumpel an, der bei seiner Freundin rausgeflogen war und fragte, ob er bei mir wohnen könnte. Ich meinte, nee, aber oben die Bude steht immer noch leer. Er besetzte dann meine besetzte Wohnung und hatte letztendlich die bessere Wohnung.

#Stern111

15/ So schön! Habe mich über eine doofe, gedankenlose, unwissende Bemerkung im Podcast zu #Stern111 geärgert und dann meine Mutter zu Computern gefragt. Sie hat mir vom #Zeiss-Rechenautomat #ZRA1 erzählt, auf dem sie 1964/1965 in ihrem #Astrophysik-Studium programmieren gelernt hat. 1964! Da wart Ihr noch nicht geboren. Ich auch nicht. Während der Mütterkur (1968) hat sie dann #Cobol gelernt.

Und? Was für Superkräfte haben Eure Mütter so?

https://de.wikipedia.org/wiki/ZRA_1https://de.wikipedia.org/wiki/ZRA_1

Blog-Post folgt. #Ossis #Wessis #Arroganz #Computer

12/ Hab das Buch jetzt ausgelesen. Menschen haben mir gesagt, dass nicht alles in Romanen der Realität entsprechen muss. Aber bei diesem ist alles wahr. Ich habe viele so ähnliche Dinge erlebt und kann für die Authentizität bürgen. Auch fliegende Ziegen gab es im Osten. Wirklich! Trotz technologischer Überlegenheit konnte der Westen das nicht nachzüchten. Die waren so neidisch, dass sie die fliegenden Tiere dann später aus Kunststoff nachgebaut haben. Manche Bauern nehmen ihre Kunsttofftiere auch mit auf Demos, da kann man das dann sehen. Aber sprechen können die nicht. Die Tiere. Vielleicht kommt das ja demnächst noch. Mit #KünstlicheIntelligenz.

Also alles echt im Buch. Bis auf eine Sache. Ich glaube, es stimmt nicht, dass Lutz Seiler die Kalaschnikow zurückgegeben hat bzw. dass die Russen sie mitgenommen haben.

PS: Eigentlich wollte ich diesen Post mit einem Bild einer fliegenden West-Kuh bebildern, aber ich habe keins. Ich fotografiere allen mögliche Tod und Teufel, aber die fliegenden Kühe habe ich nie fotografiert. Wer braucht schon Bilder von fake fliegenden Kühen aus Kunststoff??? So ein Quatsch.

Fliegende Bienen sind natürlich viel interessanter. Das ist Kunst! Stellt Euch mal vor, wie die Welt wäre, wenn Bienen fliegen könnten! Fliegende Bienen gab es auch im Osten nur hypothetisch in den Liedern von #ForyerDesArts. Eine Band aus dem Westen. Ja, die kannten wir auch. Konnte man hören. Zum Beispiel mit einem #Stern111.

PPS: Bild ist bei #WirHabenEsSatt im letzten Jahr entstanden. Ist bald wieder. Dann mit den lieben Bauern.

11/ Am Tag nach der Entlassung aus der Armee zog ich meine besten Sachen an und fuhr zur #Ostseestraße. Ein Kumpel hatte mir eine Adresse einer Wohnung eines Kumpels gegeben, der in den Westen gegangen war. Er hatte versprochen, die Wohnung nicht abzuschließen. Ich hatte von der Armee noch einen Dietrich und war bereit für meinen ersten Bruch. Ich fuhr extra früh am Morgen. Um 8:00 war ich an der Wohnung. Ich wusste auch damals schon, dass es gut ist, sich antizyklisch zu verhalten. Rechtschaffene Menschen waren zu dieser Zeit arbeiten. Enttäuscht musste ich jedoch feststellen, dass die Tür gut verschlossen war. Ich versuchte, sie mit einem Tritt zu öffnen. Es krachte mörderisch, aber die Tür gab nicht nach. Ein Sprung. Ein neuer Rums. Dann kam jemand die Treppe herunter. Eine Frau mit ihrem Mülleimer. Mein Herz raste und ich versteckte mich hinter einer Tür. Ich wusste: Einbrecher ist kein Beruf für mich.

Lustigerweise lerne ich jetzt erst über 30 Jahre später, wie ich die Dinge richtig hätte anstellen können. Aus der Diskussion mit @peer, der mir die Wikipediaartikel zur #Hausbesetzung in der #DDR zeigt und von Lutz Seiler in #Stern111.

Statt mich wie ein Einbrecher zu verstecken, hätte ich der Frau mit dem Mülleimer einfach guten Tag sagen sollen und ihr erklären sollen, was ich da mache.

10/ Das ist es, was ich auch neulich geschrieben hatte. Geld spielte keine Rolle. Essen konnte man sich kaufen. Zu den Preisen von vor dem Krieg. Wohnungen hatten auch Vorkriegsmieten. Theater, Kino, Konzerte waren billig. Mit ein bisschen sparen konnte man auch „Luxusgüter“ wie ein Radio, plattenspieler und einen Fernseher erstehen. Mehr gab es nicht, mehr brauchte man nicht. Statusdenken gab es auch nicht so.

#DDR #Stern111

9/ Hi, hi. #Schwarztaxi #DDR

Ja, so einen Stadtplan hatte ich auch. Auf der anderen Seite der Mauer war es einfach weiß. Wozu hätte man da auch etwas hindrucken sollen. Niemand, der diese Karte in den Händen hielt, würde je auf die andere Seite gelangen. Die Information war einfach irrelevant. Aus Sicht derjenigen, die für den Druck dieser Karten verantwortlich waren. #Stern111

1/ Lese gerade #Stern111. Großartig. Hausbesetzer im Osten nach der Wende. Und die Geschichte von zwei Eltern, die nach der Maueröffnung noch abgehauen sind. Sie tun mir so leid. Es klingt alles schrecklich und man fragt sich, warum sie gegangen sind, wo sie doch n Haus hatten und die Mauer ja letztendlich auf war. Nun ja. Mal weiterlesen.

https://www.suhrkamp.de/buch/lutz-seiler-stern-111-t-9783518429259

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