Pornoclanchef ist tot
Seine Milliarden haben ihn auch nicht gerettet. Der Krebs hat ihn besiegt Leonid Radvinsky. Kennen Sie nicht? Da sehen Sie mal, wie Sie noch an Ihrer Medienkompetenz arbeiten mĂŒssen. Vor knapp einem Jahr gab es schon GerĂŒchte, dass der feine junge Herr seine Plattform zu flĂŒssigem Kapital machen wolle. Dazu ist es offenbar bis zu seinem Ableben nicht gekommen.
Interessant wĂ€re nun zu erfahren, ob die damaligen Interessenten noch bereitstehen, um sich die Beute nun zu sichern. DarĂŒber in der verlinkten dpa-Meldung aber keine Silbe.
Sex&Crime ist immer ein sicherer Clickseller. Fragen Sie Frau Fernandes und Herrn Ulmen. Auch die weitgehend beschĂ€ftigungslosen deutschen Landesmedienanstalten â nicht zu verwechseln mit den ARD-Mitgliedssendern, aber aus der gleichen Haushaltsabgabe finanziert â bemĂŒhen sich im KĂ€mpfen gegen pornografische WindmĂŒhlenflĂŒgel im Internet um öffentliche Aufmerksamkeit. Kapital- und BesitzverhĂ€ltnisse dagegen sind fĂŒr das dumme Publikum viel zu âkomplexâ. Wer will denn wirklich wissen, wer tatsĂ€chliche Macht ausĂŒbt? WofĂŒr gibt es StrohmĂ€nner und -frauen? WofĂŒr Stiftungen, wohltĂ€tige Spendenquittungen, Steueroasen (nicht wenige innerhalb der EU) und Steueroptimierung?
Jahrelang fungierte der Aachener Fabian Thylmann als Strohmann der pornoökonomischen Interessen. Sein finanzieller Schaden wird es nicht gewesen sein. Und seine Eitelkeit wurde gewiss gestreichelt. Aber fĂŒr einen Vater zweier Kinder war es mutmasslich nicht die optimale Berufswahl und gewiss auch gelegentlich ungesund-stressig.
Nun also ist Mr. Radvinsky, wohnhaft im klimabedrohten Florida, mit 43 Lebensjahren dahingeschieden. Zeigen Sie mir das superduper-Investigativ-QualitÀts-Leitmedium, das seine Arbeit macht, und die Besitz- und ProfitverhÀltnisse an seinem Erbe veröffentlicht, statt sich an den weiblichen Angestellten und deren öffentlichen TÀtigkeiten zu delektieren. Ich finde keins.