Plädoyer für mehr Konflikt – Der Philosoph Armen Avanessian
Ich schlage vor, von ‚Konflikten‘ nur dann zu sprechen, wenn sie – im Gegensatz zu irgendwelchen Idiosynkrasien oder persönlichen Streitereien – wirklich ein notwendiger Teil eines Individuums, einer Gesellschaft sind und deswegen nicht so einfach aufgelöst werden können, ohne dass ich mich komplett verändere, ohne dass sich die Gesellschaft, in der der Konflikt auftritt, komplett verändert. – Armen Avanessian
Wer gegen wen? Die Frage scheint gerade fast immer und überall zu passen. Konflikte begegnen uns, wohin wir auch schauen. Ukrainekrieg und Klimakrise, Protest gegen das Regime im Iran, Streit um Corona-Schutzmaßnahmen, Debatten über Rassismus, Identität und Geschlechtergerechtigkeit – so unterschiedlich all diese Ereignisse gelagert sind, alarmieren und involvieren sie uns und fordern uns heraus, Position zu beziehen.
Gegenseitige Vorwürfe der Konfliktscheu
Ist der Konfliktfall zum Normalfall geworden? Klagen über die gesellschaftliche Polarisierung scheinen das ebenso zu bestätigen wie eine gleichzeitig um sich greifende Konfliktscheu. Sie wird mit Vorliebe jeweils dem politischen Gegenüber attestiert: Sei es eine „Linke woke Bubble“, der unterstellt wird, sie ertrüge Widerspruch nicht mehr, oder seien es Konservative, denen vorgeworfen wird, sich in der Pose eines Cancel-Culture-Opfers gegen Kritik zu immunisieren.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosoph-armen-avanessian-plaedoyer-konflikt-100.html
#ArmenAvanessian #DLFKultur #Gespräch #Hören #Radio #SeinUndStreit
Philosoph Armen Avanessian - Plädoyer für mehr Konflikt
Krieg, Klimaprotest oder Corona: Konfrontation und Streit scheinen das Weltgeschehen zu beherrschen. Doch das täuscht, sagt der Philosoph Armen Avanessian. Die tiefer liegenden Konflikte entgehen uns meist und damit die Chance auf Veränderung.

