"During a 1969 #poetry reading in #Israel, #PaulCelan’s audience requested “#Deathfugue,” his most famous #poem. With its hypnotic images of death as “a master from #Deutschland,” prisoners drinking the “black milk of dawn” and smoke rising to “a grave in the clouds,” it remains one of the most powerful artifacts of the #Holocaust.

But like a rock star weary of endlessly repeating his greatest hits, #Celan declined. Instead, he offered other #poems, scorned by some commentators as “hermetic, esoteric, divorced from reality.”

So we learn from #AnnaArno’s intelligent, intricate #biography, Paul Celan: A Life, ably #translated from the #Polish by #SorenGauger. Interweaving #literarycriticism with Celan’s life story, #Arno quotes liberally from #PierreJoris’ English #translations. Even so, she can’t quite do the work justice."

https://forward.com/culture/books/830060/paul-celan-anna-arno-poet-jewish-holocaust-biography-review/

The visionary Jewish poet who survived the Holocaust but not its aftermath

Anna Arno's intelligent and intricate biography tells the tragic story of Paul Celan

The Forward

UND WER SICH NICHT HAT,
hat sein Daland,

und hat sich
erst recht,

Anatexis, ein Nu,
der Ölfunke, dein
geimmerter Stolz.

Aus: #Die_Gedichte_aus_dem_Nachlaß (1997)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

EIN BLATT, baumlos
für Bertolt Brecht:

Was sind das für Zeiten,
wo ein Gespräch
beinah ein Verbrechen ist,
weil es soviel Gesagtes
mit einschließt?

Aus: #Schneepart (1971)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

BAKEN-
sammler, nächtlings,
die Hucke voll,
am Fingerende den Leitstrahl,
für ihn, den einen an-
fliegenden
Wortstier.

Baken-
meister.

Aus: #Lichtzwang (1970)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

DIE GAUKLERTROMMEL,
von meinem Herzgroschen laut.

Die Sprossen der Leiter, über
die Odysseus, mein Affe, nach Ithaka klettert,
rue de Longchamp, eine Stunde
nach dem verschütteten Wein:

tu das zum Bild,
das uns heimwürfelt in
den Becher, in dem ich bei dir lieg,
unausspielbar.

Aus: #Atemwende (1967)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

SCHAUFÄDEN, SINNFÄDEN, aus
Nachtgalle geknüpft
hinter der Zeit:

wer
ist unsichtbar genug,
euch zu sehn?

Mantelaug, Mandelaug, kamst
durch alle die Wände,
erklimmst
dieses Pult,
rollst, was dort liegt, wieder auf –

Zehn Blindenstäbe,
feurig, gerade, frei,
entschweben dem eben
geborenen Zeichen,

stehn
über ihrn.

Wir sind es noch immer.

Aus: #Atemwende (1967)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

ZWÖLF JAHRE

Die wahr-
gebliebene, wahr-
gewordene Zeile: ... _dein_
_Haus in Paris – zur_
_Opferstatt deiner Hände._

Dreimal durchgeatmet,
dreimal durchglänzt.

. . . . . . . . . . .

Es wird stumm, es wird taub
hinter den Augen.
Ich sehe das Gift blühn.
In jederlei Wort und Gestalt.

Geh. Komm.
Die Liebe löscht ihren Namen: sie
schreibt sich die zu.

Aus: #Die_Niemandsrose (1963)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

WER PFLÜGT NICHTS UM?
Er. Diesmal.
Unverackert
steht sein Land in den Sinn seiner Sonnen-
nächte.
Er nennt uns.

Ja, er kätnert.
Ja, er heißt gut, er belehmigt,
was du verhüttest
vor Ort,
hinter Ort,
über Ort, brach,
gegen die Erze,
zuunterst,
lebendig.

Aus: #Schneepart (1971)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

ÜBERMEISTER,
du unterst
nach oben:

du schaust an
das Unschaubare,

dein Gesetz
gesteht, daß es höher
hinaufhört
als Blindmund und Blindohr,

und, heia,
ich wache
gegen die Schlaffarbe So.

Aus: #Die_Gedichte_aus_dem_Nachlaß (1997)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

VOR DEIN SPÄTES GESICHT,
allein-
gängerisch zwischen
auch mich verwandelnden Nächten,
kam etwas zu stehn,
das schon einmal bei uns war, un-
berührt von Gedanken.

Aus: #Atemwende (1967)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry