MIT MEERISCHEM TROSS, auch
unter diesem
Himmel, übst du
Landnahme, draußen,

das Fahnentuch, dem
dein stärkster Gesang galt,
flattert dich zu,

du
winkst.

Aus: #Späte_Gedichtsammlung

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

DAS WIRKLICHE

Vom Kreuz, davon blieb, als Luft,
nur der eine, der Quer-
balken bestehn: er legt sich,
unsichtbar legt er sich vor
die tiefere Herzkammer: du
erinnerst dich an dich selber, du
hebst dich hinaus aus der Lüge –:
frei
vor lauter Beklemmung
atmest du jetzt
und du

sprichst.

Aus: #Die_Gedichte_aus_dem_Nachlaß (1997)

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VON DUNKEL ZU DUNKEL

Du schlugst die Augen auf – ich seh mein Dunkel leben.
Ich seh ihm auf den Grund:
auch da ists mein und lebt.

Setzt solches über? Und erwacht dabei?
Wes Licht folgt auf dem Fuß mir,
daß sich ein Ferge fand?

Aus: #Von_Schwelle_zu_Schwelle (1955)

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WAS GESCHAH? Der Stein trat aus dem Berge.
Wer erwachte? Du und ich.
Sprache, Sprache. Mit-Stern. Neben-Erde.
Ärmer. Offen. Heimatlich.

Wohin gings? Gen Unverklungen.
Mit dem Stein gings, mit uns zwein.
Herz und Herz. Zu schwer befunden.
Schwerer werden. Leichter sein.

Aus: #Die_Niemandsrose (1963)

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SCHWANENGEFAHR,
Lappentaucher-
Bedrohung,

der Eisbewimperte mit
Kraken-
armen,

du, bekrallter
Jakuten-
Puschkin:

Hei, Chebeldei, Chebeldei.

Aus: #Lichtzwang (1970)

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ES WIRD etwas sein, später,
das füllt sich mit dir
und hebt sich
an einen Mund

Aus dem zerscherbten
Wahn
steh ich auf
und seh meiner Hand zu,
wie sie den einen
einzigen
Kreis zieht

Aus: #Zeitgehöft (1976)

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hier der #Philosoph, der sich für den #Nationalsozialismus engagierte, dort der #Dichter, dessen Eltern im #Holocaust umkamen. Der Essay macht sich auf die Suche in den #Archiven, er schaut in die #Bibliotheken von #Celan und #Heidegger, die sich im Deutschen #Literaturarchiv in #Marbach befinden, 👇

ICH WEISS

Und du, auch du –:
verpuppt.
Wie alles Nachtgewiegte.

Dies Flattern, Flügeln rings:
ich hörs – ich seh es nicht!

Und du,
wie alles Tagenthobene:
verpuppt.

Und Augen, die dich suchen.
Und mein Aug darunter.

Ein Blick:
ein Faden mehr, der dich umspinnt.

Dies späte, späte Licht.
Ich weiß: die Fäden glänzen.

Aus: #Von_Schwelle_zu_Schwelle (1955)

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MERKBLÄTTER-SCHMERZ,
beschneit, überschneit:

in der Kalenderlücke
wiegt ihn, wiegt ihn
das neugeborene
Nichts.

Aus: #Lichtzwang (1970)

#PaulCelan #Celan #Lyrik #poetry

STILLE, Fergenvettel, fahr mich durch die Schnellen.
Wimpernfeuer, leucht voraus.

Aus: #Fadensonnen (1968)

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