»faul sein und Schokolade essen«
Christa Wolf (18.3.1929 - 1.12.2011)
»faul sein und Schokolade essen«
Christa Wolf (18.3.1929 - 1.12.2011)

Gerti Tetzners Karen W. ist ein Roman über innere Unruhe im äußeren Gehorsam, über leise Entfremdung und die Rückeroberung des eigenen Lebens. In einem stillen, präzisen Ton erzählt Tetzner vom Alltag in der DDR – jenseits der großen Parolen, aber tief im Gewebe gesellschaftlicher Wahrnehmung. Lesering zeichnet nach, wie dieser Roman über den Einzelnen spricht – und dabei ein Kollektiv erahnen lässt.
Frieden war im Westen Wohlstand, im Osten Parole – und in der Literatur beides Illusion. Von Böll bis Brasch, von Christa Wolf bis DeLillo zeigt dieser Essay, warum Sicherheit die schönste Lüge der Nachkriegszeit blieb – und Literatur ihr ehrlichster Widerspruch war.
Warum Literatur uns zu Weihnachten nicht tröstet: Ein Essay über das Friedensmotiv zwischen Krippe und Katastrophe, zwischen Stille und Sprachlosigkeit. Wie Romane von Tolstoi bis Camus zeigen, dass Frieden keine Idylle ist – sondern eine fragile, ethische Haltung.
Der Herbst ist die Jahreszeit der Ernüchterung. Die Welt verliert an Farbe, das Licht wird schärfer, die Tage werden kürzer. Zeit um die erste Bilanz über das schon gelaufene Jahr zu ziehen. Und man merkt, dass die großen Versprechen des Jahres sich längst in kleine Routinen verwandelt haben. Und vielleicht ist genau das das passende Klima, um über Utopien zu sprechen – und darüber, warum sie verschwunden sind.
Retrospektive – „100 Jahre Konrad Wolf“ (2025)
Konrad Wolf wäre in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden. Ein Regisseur, der aus der deutschen Geschichte kam und den sie nie losgelassen hat. Als Sohn des Schriftstellers Friedrich Wolf und jüdischer Kommunist, Emigrant, Rückkehrer mit der Roten Armee, war schon seine Biografie Stoff für mehr als einen Roman. Doch Konrad Wolf interessierte sich nicht für das Heldentum, sondern für das Zweifeln daran. Er war Regisseur im Auftrag eines Staates, der eine eigene Wahrheit verwalten wollte, und schuf dennoch ein Kino, das die Wirklichkeit freigelegt hat. (ARTE)
7/ Und hier die Wikipedia-Seite zum Film:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stolz_%26_Eigensinn
Der Film beginnt mit einem Zitat von #ChristaWolf: „Der Mantel der Geschichte weht zugunsten derjenigen, die genug Puste haben, die Windrichtung zu bestimmen.“
Ich versuche hier auch mitzupusten.