@BlumeEvolution
Die #OECD haben Deutschland 2023 in ihrem Umweltprüfbericht für seine unzulängliche Politik im Verkehrssektor gerügt [1]. Konsequenzen gab es keine, das heißt, bisher wurde nicht einmal das Problem offiziell anerkannt. Im Unterschied dazu haben z.B. Irland und Österreich (unter der alten Regierung) zumindest erkannt, dass die Elektrifizierung von Fahrzeugen allein nicht ausreicht, um die Klimaziele zu erreichen und dass ein grundlegendes Umsteuern im Denken und Handeln erforderlich ist [2].
Im Jahr 2022 entwickelten Stakeholder in Irland zusammen mit einem Team der OECD den Bericht „Redesigning Ireland’s Transport for Net Zero“ [3]. Maßgebliche Aktuerinnen auf Seiten der OECD waren Mariana Mirabile und Aimée Aguilar Jaber, die mit #SystemsThinking einen systemischen Ansatz verfolgen, der u.a. auf #DonellaMeadows zurückgeht [4], einer der Autorinnen der #GrenzenDesWachstums.
Mit dieser Methode haben sie die sich wechselseitig verstärkenden Systemdynamiken der #Autoabhängigkeit, der induzierten Pkw-Nachfrage, der fortschreitenden #Zersiedelung und der mangelnden Attraktivität des öffentlichen Verkehrs ebenso analysiert wie die negativen Auswirkungen dieser Dynamik: #Luftverschmutzung, #Verkehrslärm, #Verkehrstote und -verletzte, ein reduziertes Mobilitätsangebot und ein ungleicher Zugang zu Mobilitätsoptionen [3, S. 39-58].
Auf Basis dieser Analyse haben sie verschiedene Maßnahmen auf ihre Eignung hinsichtlich des Aufbrechens dieser Teufelskreise geprüft. Das Ergebnis: Zu den effektivsten Hebeln gehören die Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten des Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehrs, die großflächige Verbreitung von On-Demand-Fahrdiensten sowie nicht zuletzt Kommunikationsanstrengungen, um ausreichenden öffentlichen Druck für einen #Paradigmenwechsel in der Siedlungs- und Verkehrsplanung sowie der Wirtschaftspolitik weg von der #Autozentriertheit aufzubauen [3, S. 58-88].
Das in dem Bericht verwendete Eisbergmodell zeigt, dass die meisten Maßnahmen mit hohem transformativen Potenzial auf systemische Veränderungen abzielen, wie z. B. die Veränderung von Strukturen oder mentalen Modellen, und nicht auf bloße Ereignisse oder Mustern von Ereignissen oder Verhaltensweisen. Maßnahmen auf diesen Ebenen haben tendenziell ein geringes bis mittleres transformatives Potenzial und bekämpfen oft eher die Symptome als die Ursachen.
Basierend auf diesem Bericht wurden in Irland im Climate Action Plan 2023 konkrete Ziele für Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung auf den Umweltverbund beschlossen, um die #induzierteNachfrage zu reduzieren und die Autoabhängigkeit zu verringern. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Umwidmung des öffentlichen Raumes für nachhaltige und raumeffiziente Mobilitätsformen sowie der Ausgleich zwischen Nutzung durch Verkehr und anderen Nutzungen [2, S. 71-72].