Viel zu selbstbezogen! Und am Ende steht sich alles nur noch darum, dass sie der Meinung ist, dass sie eigentlich nicht wirklich einen Fehler in der Steuerentscheidung gemacht hat. Und irgendwann ab Seite 180 von 250 wiederholt sie das nur noch wie ein Mantra. Ich würde ihr sogar zustimmen, dass wenn ihr Vorgänger #TorstenAlbig und die Verwaltung den teilweisen Steuerverzicht vorbereitet hatten, sie eine Mitschuld trägt, ähnlich wie eben auch Herrn Scholz bei der Warburg-Bank. Aber wie auch immer: Wenn man am Ende seine Unterschrift unter einen Verzicht auf 3 Mio € setzt und die Oberbürgermeisterin ist, dann trägt sie damit rein formal auch die letze Entscheidung und damit Verantwortung. Aber dann kommt nur "Aber Albig, die CDU, die SPD, die KN, die GRÜNEN,..."
Sie schafft es aber auch bei der Schilderung ihres OB-Wahlkampfes NICHT die Namen der Gegenkandidaten zu nennen. Erst später nennt sie #GertMeyer, weil er auch vorher Kämmerer unter Albig war. Also erst dann, wenn sie ihm eine Mitschuld geben kann. Als Mitbewerber mag sie seinen Namen nicht nennen.
Ich habe dann ab Seite 180 abgebrochen, weil es mich nur noch genervt und nicht mehr interessiert hat. Und es blieb dann doch ein ähnlicher Eindruck wie damals zurück. Sie geht über andere Meinungen und Themen hinweg und teilt aus, zeigt kaum Verständnis für andere und blickt offenbar auch herab auf den "Multikulti-Stadtteil", den sie auch nicht beim Namen nennt. Aber sie verspricht da nach einer Wette einen Döner auf dem Vinetaplatz zu essen.
Auf mich wirkt das Buch zu 90% uneinsichtig und arrogant. Wobei sie in der Sache hier und da sicher Recht hat. Ich denke sie hätte nicht Zurückreiten müssen. Sie ist an sich selbst gescheitert, sah irgendwann nur noch überall Feinde und Gespenster. Und war unfähig zu sagen: "Für die letztendliche Entscheidung trage nur ich die volle Verantwortung: Man hätte das Ding auch anders lösen können. Ich habe mich dazu sehr auf das Urteil meines Vorgängers und der Verwaltung verlassen. Aber genau das ist eben der Job einer OB: Verantwortung tragen!"
Damit hätte sie sich nix vergeben und hätte weiter im Amt bleiben können. Aber dazu war sie zu stolz und hatte bereits zu viel Porzellan zerschlagen. Und am Ende spielte sie die Rolle der armen Märtyrerin, die nur gescheitert war, weil (fast) alle gegen sie waren. Obwohl sie doch nur das Beste wolle und hier eigentlich an dem Punkt NICHTS falsch gemacht hat.
Ich habe da durchaus Sympathien für Fehlertoleranz und das man sagt. Okay, war falsch, lerne ich draus. Aber ihr war wichtiger andere mit reinzuziehen, vor allem den damaligen amtierenden Ministerpräsidenten Albig. Der war mir auch nie sympathisch. Aber er hat eben nur eine falsche Entscheidung vertagt. Und dann wurde ihr das serviert. Das ist sicher suboptimal, auch irgendwie unfair. Aber damit muss man rechnen, dass Fehlentscheidungen von Vorgänger:innen einen auf die Füsse fallen. Sie hast dann nicht wirklich geprüft, auch nicht mit der Ratsversammlung besprochen, sondern eine einsame Entscheidung getroffen. Und dann, leider, muss man halt auch alleine die Verantwortung tragen.
Davon ab wäre mein Gefühl, mit ihrem Konfrontationen Stil hätte sie sich so oder so irgendwann bei einem anderen Thema rausgeschossen.
#Kiel #RVKiel #OBKiel #SPD
