Viel °Technik° verbirgt sich hinter dem "Uncanny Valley" - hier in dem gleichnamigen Theaterstück des Rimini Protokolls.

#FotoVorschlag #Kampnagel #RiminiProtokoll #uncannyvalley

1/3 Das #RiminiProtokoll, die Ausweitung von Darsteller*innen auf externe Expert*innen für den eigenen Job oder die Berührung mit dem ursprünglichen Stück. "[In] "Uraufführung: Der Besuch der alten Dame [von] Dürrenmatt" spielen Menschen [zB am] Ort der [.] Uraufführung. Die [.] Darsteller erinnern sich an das Stück, an den Welterfolg Dürrenmatts +spielen dabei über weite Strecken das Theaterstück, dabei waren sie [damals] Zuschauer, Bühnentechniker, Kinderstatisten oder sonstige Zaungäste [.]."
50 Aktenkilometer – Doku-Hörspiel über Stasi-Dokumente

Spitzel und Bespitzelte lesen in den Überwachungsberichten der Stasi-Unterlagen-Behörde – eine irritierende Erfahrung.

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Short Theatre #3 Un robot e il suo doppio. Dialoghi su Uncanny Valley di Rimini Protokoll / Stefan Kaegi - DINAMOpress

Andato in scena per la prima volta cinque anni fa, lo spettacolo del collettivo berlinese riproposto a Short Theatre potrebbe aver risentito delle innovazione tecnologiche intercorse nel tempo e dell'esplosione del dibattito sulle intelligenze artificiali. In realtà, è un monologo teatrale dalle molte facce

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Al via Short Theatre, un "prisma" che attraversa la città di Roma - DINAMOpress

La diciannovesima edizione del festival di arti performative inizia oggi per proseguire fino al 15 settembre, con oltre 50 progetti e 40 compagnie presenti, da nomi della scena internazionale ad artisti e artiste italiane fino a progetti emergenti. Una molteplicità di proposte ricercata dalla direttrice Piersandra Di Matteo

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Helgard Haug / Daniel Wetzel (Rimini Protokoll): Prinzip Held*

DLF Kultur, Mi, 24.07.2024, 22.03 bis 23.00 Uhr

Trotz des Gendersternchens bei „Prinzip Held*“ ist das Heldentum eine ziemlich exklusive Angelegenheit. Das Hörspiel zur gleichnamigen Ausstellung präsentiert die Komplexität des Gegenstands.

Es geht schon mit dem Titel los: „Prinzip Held heißt das neue Projekt von Helgard Haug und Daniel Wetzel von der vielfach ausgezeichneten Theater-, Hörspiel- und Performance-Gruppe Rimini Protokoll. „Prinzip Held“ ist eine Ausstellung im Berliner Militärhistorischen Museum des Bundeswehr am Flughafen Gatow.

Für die hat Rimini Protokoll mehr als vierzig Interviews mit Wissenschaftlern aus dem Sonderforschungsbereich Nr. 948 an der Universität Freiburg geführt, die sich zwölf Jahre lang mit dem Thema „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ beschäftigt haben. Aus den Interviews hat man für das Radio einen 56-minütiges Digest zusammengeschnitten. Das Sternchen am Ende eines Wortes verweist in der Regel auf eine Fußnote, hier könnte er auf die ganze Sendung verweisen, die sich als ein Fußnote zum „Prinzip Held“ versteht.

Tut er aber nicht. Hier dient er als Gendersternchen, mit der man sich die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Milieu ans Revers heftet, das sich der sprachlichen Inklusion verpflichtet fühlt. In der gesprochenen Sprache macht das wenig Sinn, weil man diese Sternchen nicht mal an einem Glottisschlag hört, sondern es als Zeichen mitsprechen muss. Ausrufungszeichen! Aber auch inhaltlich macht das Gendersternchen hier keinen Sinn, denn Heldentum ist keine inklusive, sondern prinzipiell eine exklusive Angelegenheit.

Können alle Helden sein?

Wo alle Helden sind, ist niemand einer – auch wenn das in Bedrängnis geratene Propagandisten gerne oft anders sehen. Weil Definitionen und Begriffe immer so etwas beunruhigend Ausschließendes haben, wird sich dem Phänomen Heldentum über eine Merkmalssemantik angenähert. Beispielsweise gibt es ohne Publikum, dass ihn/sie/es verehrt keine Helden. In neun Kategorien, die hier „Heldenbausteine“ genannt werden, kann jeder Held oder jede Heldin bis zu fünf Punkte bekommen. Die Kategorien sind: „Publikum“, „Medialisierung“, „Handlungsmacht / Agency“, „Kampf“, „Grenzüberschreitung“, „Polarisierung“, „Einsatz / Commitment“, „Vorbildfunktion“ und last not least: „Maskulinität“.

Dabei kommt auch Heldinnen wie der Zarin Katharina, die als „Katharina der Große“ apostrophiert wird eine gewisse Männlichkeit zu, weil sie sich hoch zu Pferde in maskuliner Ikonographie hat porträtieren lassen. Andere Heldinnen, die im Hörspiel wie in der Ausstellung vorkommen sind Antigone und ihre Wiedergängerin Greta Thunberg, die bürgerrechtsbewegte Antirassismusaktivistin Rosa Parks oder die erste Kosmonautin im All und spätere Putin-Anhängerin Valentina Tereschkowa. Es fehlen dagegen Medea, Elektra und Penthesilea oder jene popkulturellen Heldinnen, die sich einer explizit weiblichen Ikonographie bedienen wie die gewalttätigen Heroinen von Russ Meyer bis Quentin Tarantino.

Beispiele sind keine Dramaturgie

Nun ist es Kennzeichen eines schlechten Kritikers, wenn das besprochen wird, was er gerne gehört hätte, anstatt sich dem zu widmen, was er zu hören bekommt. „Prinzip Held*“ bildet eine Ausnahme von dieser Regel. Denn weder deckt die Produktion wie im Titel versprochen ein Prinzip auf, noch thematisiert sie in ihrem Forschungsdesign ihre blinden Flecken.

Ausstellung wie Hörspiel funktionieren vielmehr nach der (Nicht-)Dramaturgie des „Zum Beispiel“, die auch als „z. B. / e. g.“ auf den Spinden in der Ausstellung steht, die jeweils einen Aspekt des Heldentums illustrieren. Das macht das Ganze – freundlich formuliert – zu einem Sammelsurium, einer Materialsammlung, bei der das eigentliche Phänomen immer unschärfer wird. „Anschauungen ohne Begriffe sind blind“, wusste schon Kant. Unterschwellig teilt sich mit, dass in einer postheroischen Gesellschaft Heldentum eigentlich überflüssig sein sollte.

Triviale Beobachtungen

Da schwebt der Satz „Unglücklich die Zeit, die Helden nötig hat“, imaginär die ganze Zeit über dem Hörspiel. Doch es gibt wohl leider keine Zeit, die keine Helden nötig hat. Auch die Ambivalenzen von Heldentum werden erst spät thematisiert. Was das Hörspiel – nicht die Ausstellung – noch ärgerlicher macht, ist die Vorstellung, dass man das hier Präsentierte für die Vorstellung der Ergebnisse ernsthafter kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung halten könnte. Dabei ist hier eher eine inszenierte Schwundform von Wissenschaftskommunikation zu hören, bei der man sich permanent fragt: Warum werden die oft trivialen Beobachtungen eigentlich so präsentiert, wie sie präsentiert werden?

In den Erläuterungen zu jedem Exponat der Ausstellung im Militärhistorischen Museum stellt sich das allerdings anders dar – ernsthafter, sachorientierter und konzentrierter. Die Ausstellung „Prinzip Held*“ läuft noch bis zum 3. November und dürfte auch darüber hinaus eine deutlich längere Halbwertszeit haben als das Hörspiel, das ein Jahr lang online steht.

Jochen Meißner – KNA Mediendienst, 26.07.2024

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https://hoerspielkritik.de/das-prinzip-zum-beispiel/

#DanielWetzel #DLFKultur #HelgardHaug #PrinzipHeld_ #RiminiProtokoll

Hörspiel: Von Antike bis heute, wie werden Held*innen gemacht?

Es geht ums Prinzip: 12 Jahre lang haben Wissenschaftler zum Heroischen geforscht und neun Kategorien für Heldenfiguren entwickelt.

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Manche sterben für ihre Ideale, andere leben für sie. Was macht Menschen zu Held:innen? Eindrücke von der Berliner Ausstellung „Prinzip Held*“.#Ausstellung #RiminiProtokoll #Helden #Militär #Alltag #Gesellschaft
Berliner Ausstellung „Prinzip Held*“: Vom Nichts- und Allestun
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Manche sterben für ihre Ideale, andere leben für sie. Was macht Menschen zu Held:innen? Eindrücke von der Berliner Ausstellung „Prinzip Held*“.

Annette von Droste-Hülshoff / Rimini Protokoll; Die Judenbuche

 WDR 3, Sa, 16.12.2023, 19.05 bis 20.00 Uhr

Wer in der Schule unter der altertümlichen Sprache von Annette von Droste-Hülshoffs Novelle „Die Judenbuche“ gelitten hat, sollte sich die Hörspielbearbeitung von Rimini Protokoll anhören. Diese legt die aktuelle Dimension des Werkes frei.

„Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast“, ist in die Rinde der Buche geritzt, unter der der Geldverleiher Aaron erschlagen gefunden wurde, und die seitdem die „Judenbuche“ genannt wurde. In Annette von Droste-Hülshoffs 1842 erschienener Novelle ist der Spruch in hebräischen Buchstaben gedruckt und wird erst im letzten Satz übersetzt. Helgard Haug und Daniel Wetzel von der Theater- und Performancegruppe Rimini Protokoll haben „Die Judenbuche“ (ARD Audiothek) vor Ort an der Burg Hülshoff als „16 Szenen für einen Wald“ installiert und jetzt zum Hörspiel gemacht.

Rimini Protokoll_16 Szenen für einen Wald. Center for Literature Burg Hülshoff.

Es ist eine Re-Lektüre von Droste-Hülshoffs Werk – und ebenso wie hier die „goldene Regel“ der praktischen Ethik („Was Du nicht willst, das man Dir tu …“) in umgekehrter Form erscheint, inszeniert auch das 54-minütige Hörspiel einen Perspektivwechsel. Genauer gesagt werden gleich mehrere Perspektiven eingenommen, indem der Text der Novelle auf seine Figuren verteilt wird, die als Ich-Erzähler in die Rollen ihrer Figuren schlüpfen und sie zugleich kommentieren. Außerdem ist der Text vom Präteritum ins Präsens gesetzt und entwickelt so eine Dynamik.

Figuren und Buchstaben

Droste-Hülshoff (1797-1848) hat ihre auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte in das Dorf B. im „gebirgichten Westfalen“ verlegt. „B“ wie Beispiel oder Besonderheit, ergänzen Haug und Wetzel und kürzen, anders als Droste-Hülshoff auch ihre Figuren mit Buchstaben ab, um den prototypischen Charakter zu unterstreichen. Denn im Dorf, in dem „die Begriffe der Einwohner von Recht und Unrecht einigermaßen in Verwirrung geraten“ waren, hatte „sich neben dem gesetzlichen ein zweites Recht gebildet, ein Recht der öffentlichen Meinung, der Gewohnheit und der [durch Vernachlässigung entstandenen] Verjährung.“

Man kann sich solche Dörfer heute wieder problemlos vorstellen. In B. existieren zwar noch institutionelle Strukturen, aber die werden eher nachlässig und desinteressiert gepflegt. F., Friedrich Mergel, geboren von der M., Margreth, deren Mann sich totgesoffen hat, wird als zwölfjähriges Kind von seinem Onkel S., Simon Semmler, quasi adoptiert. Dieser Simon gehört zu den „Blaukitteln“, die in Wäldern um B. herum Holzdiebstahl („Waldfrevel“) begehen. Als der Oberförster Brandis erschlagen wird („Es war die Axt, die man in dem Schädel des Oberförsters eingeklammert gefunden hatte“) wird Friedrich verdächtigt und sein Alibi eher murrend zur Kenntnis genommen.

Aus dem Elend in die Heimat

Erwachsen geworden, wird er von dem Juden Aaron öffentlich gedemütigt, der sein Geld für eine silberne Uhr zurückhaben will. Kurz darauf wird Aaron erschlagen aufgefunden und Friedrich flieht zusammen mit seinem Freund, dem Schweinehirten Johannes Niemand, um erst nach 28 Jahren unter dem Namen seines Freundes aus dem Elend wieder in die Heimat zurückzukehren. Dass zwischenzeitlich ein anderer „Blaukittel“ den Mord an Aaron gestanden hat, ist nicht weiter von Belang. Friedrich hängt sich in der Judenbuche auf und wird auf dem Schindanger verscharrt. Dass der Mord nicht in Vergessenheit geraten ist, liegt an der jüdischen Gemeinde, die die Buche gekauft und die Inschrift angebracht hat.

Helgard Haug und Daniel Wetzel haben Droste-Hülshoffs Sittengemälde mit einem Dutzend Sprecherinnen und Sprechern inszeniert. So bleibt die Vorlage als literarischer Text erkennbar, erhält aber eine Vielstimmigkeit, die nicht über ihn übergestülpt wird, sondern aus ihm hervorgeht. Der Ausgangstext wird durch den Wechsel der Perspektiven oft verdoppelt und manchmal chorisch gesprochen. Seine Sprecher sind dabei gezwungen sich lesend mit dem Text in ein Verhältnis zu setzen – und das gelingt hörbar.

Normalität des Antisemitismus

Den Auftakt des Stückes erzählt ein angehender Rabbiner, Levi Israel Ufferfilge, der von seinen Erfahrungen mit Antisemitismus berichtet. Nachdem am 7. Oktober die palästinensische Terrororganisation Hamas Israel überfiel, wurden in Deutschland von Juden bewohnte Häuser mit Davidsternen markiert. So bekommt die Normalität des Antisemitismus des 19. Jahrhundert seine gegenwärtige Gestalt. Ufferfilge übernimmt am Schluss auch die Rezitation und Übersetzung der hebräischen goldenen Regel, wobei er auf die falsche Vokalisation hinweist, also die Kennzeichnung der fehlenden Vokale durch Zusatzzeichen in der hebräischen Schrift.

Literatur wird im Hörspiel sonst oft auf den Plot reduziert und mit dramatisierten Dialogen angereichert. Haugs/Wetzels Bearbeitung dieses schulbuchnotorischen Textes, an dessen Vermittlung sich Deutschlehrer oft die Zähne ausbeißen, ist daher eine kaum zu überschätzende Leistung. Wo sonst auf die Psychologie der Figuren oder den True-Crime-Charakter des Textes verwiesen wird, gelingt es Rimini Protokoll die literarische wie die politische Dimension des Textes offenzulegen, ohne sie platt zu aktualisieren.

Jochen Meißner – KNA Mediendienst, 14.12.2023

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https://hoerspielkritik.de/perspektivwechsel-wie-man-einen-schulbuchklassiker-als-hoerspiel-inszeniert/

#AnnetteVonDrosteHülshoff #DieJudenbuche #RiminiProtokoll #WDR

Hörspiel "Die Judenbuche" von Rimini Protokoll

Annette von Droste-Hülshoffs Klassiker "Die Judenbuche" ist vielen aus der Schule bekannt, wenn auch selten präsent. Die Bearbeitung des Kunstkollektivs Rimini Protokoll rückt ihn in die Gegenwart und gibt der jüdischen Perspektive Raum.

Dies ist keine Botschaft (Made in Taiwan)

This piece is an attempt to simulate the establishment of an impossible embassy. How would we imagine a territory that is not officially recognised as a state and yet comes to life on stage in every performance?

Going to be onstage in front of an audience for the first time in over 20 years this weekend. Excited and nervous, but rehearsals have been so fun!

#RiminiProtokoll #CarolinaPerformingArts #100TheTriangle