Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt.
Lukas 1,41 (ELB)
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Denn jedes Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet hat, ist Gott
Elberfelder 1871 – Hebräer 3,4
Denn jedes Haus wird von jemand hergestellt; der aber alles hergestellt hat (= der Baumeister des Alls), das ist Gott.
Menge – Hebräer 3:4
denn jedes Haus wird von jemandem bereitet. Aber der, der alles bereitete, ist Gott.
Jantzen & Jettel 2017 – Hebr 3,4
Denn jedes Haus wird errichtet und eingerichtet von jemand; Der aber alles errichtete und einrichtete, ist Gott von Art.
Pfleiderer – Hebr 3:4
Natürlich wird jedes Haus von jemandem errichtet, doch der, der alle Dinge errichtet hat, ist Gott.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hebräer 3:4
Es gibt kein Haus, das nicht von irgendjemandem gebaut worden ist. Und der, der das All aufgebaut hat, ist Gott.
Das Buch – 2009 – Hebräer 3,4
Jesus als Erbauer ist jedoch größerer Ehre wert als Mose, denn Mose war nur ein Knecht, der Anweisungen ausführte. Jesus dagegen hat im Grunde alles erbaut, denn Gott ist der Erbauer aller Dinge. Damit wird implizit wieder die Rolle des Sohnes bei der Schöpfung (vgl. Hebräer 1,2.10) und seine Gottheit (vgl. Hebräer 1,8) angesprochen.
Dieser Implikation vorgelagert ist jedoch der Gedanke, daß Gottes Haus, in dem Mose sich treu erwies, eine Art Miniaturbild von „allem“, d. h. von dem größeren Haus, dem der Sohn zur Rechten Gottes Himmel vorsteht, war (vgl. Hebräer 1,3 mit Hebräer 4,14). Das „Allerheiligste“ in seinem irdischen Haus war nur ein Schatten des Himmels, in den Christus nun entrückt worden ist, „um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen“ (Hebräer 9,24). Moses Treue bestand darin, jenes Schattenhaus, die Stiftshütte, zu errichten, als Abglanz der künftigen priesterlichen Ordnung, die sich nun auf das ganze Universum erstreckt. Das ist das Reich, in dem der erhöhte Christus von Ewigkeit her und nun wieder sitzt und dem ganzen als Sohn über Gottes Haus vorsteht ( Hebräer 3,6 a).
Der aber alles bereitet hat, das ist Gott. Diese Worte könnten von der gesamten Weltschöpfung verstanden werden. Ich schränke sie indes auf den in Rede stehenden Gegenstand ein, sodass sie besagen, in der Kirche sei kein Leben und kein Fortschritt, den man nicht der Kraft Gottes verdankte. Denn der Höchste allein ist es, der sie baut (Ps. 87, 5). Und von Christus sagt Paulus (Eph. 4, 15 f.), er sei das Haupt, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und wächst, indem ein Glied dem anderen Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße. Darum bezeichnet Paulus den Erfolg seines Aposteldienstes häufig als ein Werk des Herrn. Gott braucht ja freilich Menschen zur Erbauung der Kirche: dennoch ist er der allein Wirkende, so gewiss wie das Werkzeug nichts vermag ohne den, der es führt.
Calvins Auslegung der Heiligen SchriftDabei wird Haus wahrscheinlich kosmisch verstanden: πάντα. Nach dem alttestamentlichen Text gehört das Haus-Motiv zum Dienersein des Mose; eine ausdrückliche Identifikation des Volkes als Haus Gottes liegt zwar nicht darin, aber in der Sache ist doch an dieses Volk am ehesten zu denken. Die kosmologischen Interessen unseres Autors führen ihn zu einem anderen Verständnis dieses Begriffes. Der Schöpfer dieses Hauses, welches das All ist, ist Gott, und der Sohn hat an diesem Schöpfersein Gottes als Schöpfungsmittler teil. Demgemäß stehen Mose als Diener und der Sohn als Herr über das Haus einander hier gegenüber.
Hegermann – Theologischer Handkommentar zum Neuen TestamentDer Autor bedient sich eines Präsens κατασκευάζεται („es wird erbaut“), um eine allgemeine Aussage zu treffen. Mittels des Artikels τὰ wird πάντα („alle (Dinge)“) substantiviert.
P. StreitenbergerDer aber alles erbaut hat, ist Gott. Manche Ausleger sehen darin einen Hinweis, daß Jesu Ursprung in Gott selbst liege, der der Schöpfer des Alls ist. Fassen wir aber die Verse 3 und 4 genauer ins Auge, so sehen wir, daß Mose und die Stiftshütte bzw. Israel miteinander einem Bau verglichen werden, dem Christus als der Baumeister gegenübersteht. Jesus ist es, der das „Haus herrichtet“, sowohl im AT wie im NT122. Er steht hinter den Aufträgen der Propheten (vgl. 1 Pt 1, 11) und Engel ebenso, wie er sich im Leben seiner Gemeinde offenbart.
Laubach – Wuppertaler StudienbibelMit diesem Vers macht der Verfasser gerechterweise einen Rückschluss auf den letzten Urheber. Als solcher steht Gott da. Christus aber wirkt mit ihm zusammen, so wie Johannes 5,17 betont: »Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.«
Gerhard Maier – Edition CJedes Haus muß einen Baumeister haben. Das mit „bereitet“ übersetzte Wort in V.3.4 ist nicht der gewöhnlich für „bauen“ gebrauchte Begriff. Hier steht kataskeuazo, was mehr als „erbauen“ bedeutet. Das Wort kommt noch dreimal im Brief vor und wird jedesmal anders übersetzt. Vielleicht ergeben die verschiedenen Übersetzungen zusammengenommen die vollständige Bedeutung. Hier wird es mit „bereitet“ wiedergegeben, in 9,2 mit „zugerichtet“, in 9,6 mit „eingerichtet“ und in 11,7 mit „bereitet“. Nun trifft es zwar zu, daß jedes Haus einen bestimmten Baumeister, Planer bzw. Architekten haben muß, doch Derjenige, der alles so bereitet, ist Gott. Und da die Erschaffung aller Dinge Christus in diesem Brief schon zugeschrieben worden ist (1,2.10), folgt daraus, daß uns hier in diesen Versen fast beiläufig eine weitere Bestätigung der Göttlichkeit Christi gegeben wird. Er ist der Architekt, der Planer und Schöpfer, der alle Dinge angeordnet hat und darüber verfügt. Er ist daher Gott.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrtIn Vers 2 legt der Verfasser dar, dass Mose das höchste Beispiel menschlicher Treue ist, und er beruft sich auf 4 Mose 12,7, wonach Mose treu war in seinem ganzen Hause. Das Haus ist das Haus Israel. Mose war treu in seinem Werk im Hause Israel. Jesus hatte größere Treue als Mose, denn sogar Mose beging gelegentlich Fehltritte, aber Jesus versagte niemals. Jesus war Gott, dem Vater, treu, der ihn für dieses Amt ernannt hatte.
Um seine Aussage von der Überlegenheit Jesu über Mose bezüglich der Treue zu beweisen, sagt der Schreiber in Vers 3.4a, dass der, der das Haus gebaut hat, größer ist, als das Haus, das er gebaut hat. Mose war Teil des Hauses Israel, aber der Messias hat dieses Haus erbaut.
Denn [dieser Eine] ist größerer Herrlichkeit gewürdigt worden als Mose. Der Grund ist, dass dem, der das Haus erbaut hat, größere Ehre zukommt als dem Haus selbst. Außerdem wird der Messias in Vers 4b als Erbauer von allem angesehen. Jedes Haus wird von jemandem gebaut, der aber alles erbaut hat, ist Gott. Daraus ist zu schließen, dass Jesus in seiner Person und in seinem Werk höher steht als Mose.
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Zum Pride Month möchten wir uns in diesem Jahr noch stärker vernetzen und euch Menschen, Projekte und Initiativen vorstellen, die sich für eine vielfältige, queersensible und inklusive Kirchen- und Gottesdienstlandschaft einsetzen.
Den Auftakt macht heute Unicorns4Jesus.
Jesus antwortete: „Amen, ich versichere dir: Nur wer von oben her geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen.“
Johannes 3,3 (GNB)
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Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, auf daß wir die Werke Gottes wirken?
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubet, den er gesandt hat.
Elberfelder 1871 -. Johannes 6,28–29
Da fragten sie ihn: „Was müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen?“ 29 Jesus antwortete ihnen: „Gottes Wille wird dadurch erfüllt, dass ihr dem vertraut, den er gesandt hat.“
NeÜ bibel.heute Stand 2015 – Johannes 6:28–29
Nun sagten sie ihm: „Was sollen wir unternehmen, um für die Aufgaben von Gott tätig zu sein?“
Jesus antwortete und erklärte ihnen: „Dies stellt das Werk für Gott dar, dass ihr Vertrauen habt zu dem, den Jener einmal ausgesandt hat.
Gottes Agenda – Joh 6,28–29
Sie fragten ihn: »Was müssen wir denn tun, um diese Werke zu tun, die Gott entsprechen?« Jesus antwortete ihnen: »Das eine Werk, das Gottes Willen ganz und gar entspricht, ist: dem zu vertrauen, den er, Gott, in die Welt gesandt hat.«
Das Buch – 2009 – Joh 6:28–29
Wem vertraue ich wirklich? Sind es wirklich Jesus Christus und dem himmlischen Vater? Oder sind es doch eher menschliche Organisationen und Lehrer?
βρῶσις8 (das) Essen (als Tätigkeit); Speise, Mahlzeit. ἀπ-ολλυμένην Ptz. Med. -όλλυμαι, attr. vergänglich, die verdirbt. μένουσαν Ptz. Fem. μένω, attr. die bestehen bleibt/vorhält εἰς ζωὴν αἰώνιον zum/für das ewige(n) Leben. δώσει Fut. δίδωμι. ἐ-σφράγισεν Aor. σφραγίζω (vgl. A3391) versiegeln, mit einem Siegel versehen; hier wohl bestätigen, beglaubigen (vgl. B 2c). ὁ θεός App. (A70). Jh 6,28 ποιῶμεν Konj. ποιέω; deliberativer Konj. (A255); τί ποιῶμεν; was sollen wir tun? ἐργαζώμεθα Konj. Med. τὰ ἔργα τοῦ θεοῦ gen. subi. (A158) die Werke Gottes = die Werke, die Gott gebietet/verlangt (B ἔργον 1cβ).
Jh 6,29 τὸ ἔργον τοῦ θεοῦ Präd.-Nom. m. Art. (A80). ἵνα hier epexegetisch (für Inf.; vgl. H-S § 272a) (nämlich) dass; τοῦτό ἐστιν τὸ ἔργον τοῦ θεοῦ, ἵνα dies ist das Werk Gottes, (nämlich) dass = das verlangt Gott (von euch), dass (vgl. GNB). πιστεύητε Konj. πιστεύω. εἰς ὅν = εἰς τοῦτον ὅν (H-S § 142d; A359). ἀπ-έ-στειλεν Aor. ἀπο-στέλλω.
Die Leute fragten nun den Herrn, was sie tun müssten, um »die Werke Gottes« zu wirken. Der Mensch versucht immer, sich seinen Weg in den Himmel zu verdienen. Er liebt das Gefühl, etwas tun zu können, um die Erlösung verdientermaßen zu bekommen. Wenn er irgendetwas beitragen kann, um seine Seele zu erretten, dann hat er einen Grund zum Prahlen, und das ist ihm sehr angenehm.
Jesus aber durchschaute ihre Heuchelei. Sie gaben vor, für Gott arbeiten zu wollen, und doch wollten sie nichts mit dem Sohn Gottes zu tun haben. Jesus sagte ihnen deshalb, dass sie als Erstes denjenigen annehmen müssten, den Gott gesandt hatte. So ist es auch noch heute. Viele versuchen, sich den Himmel mit guten Werken zu verdienen. Doch ehe sie gute Werke für Gott tun können, müssen sie zuerst an den Herrn Jesus Christus glauben. Gute Werke gehen dem Glauben nicht voraus, sie folgen ihm vielmehr. Das einzige gute Werk, das ein Sünder tun kann, ist das Bekenntnis seiner Sünden und die Annahme Jesu als Herr und Heiland.
Die Menschen erkannten, daß Jesus hier von einer Forderung sprach, die Gott an sie stellte, und sie waren bereit, dieser Forderung nachzukommen, wenn er ihnen sagte, was sie tun sollten. Sie selbst glaubten, daß sie mit einem gottgefälligen Leben und guten Werken das ewige Leben erwerben könnten (vgl. Röm 10,2-4).
Was Jesus von ihnen verlangte, war jedoch ganz genau das Gegenteil. Mit guten Werken konnten sie Gott nicht gefallen. Es gibt nur ein Werk Gottes, d. h. nur eines, was Gott von den Menschen fordert: Sie sollten an den glauben, den Gott gesandt hat. Weil sie immer Sünder bleiben, können die Menschen Gott nie gefallen und sich auch nicht mit guten Werken retten (Eph 2,8-9; Tit 3,5). Statt dessen verlangt Gott, daß sie ihre Unfähigkeit, sich selbst zu retten, einsehen und seine Gabe annehmen (Röm 6,23).
Jesus braucht das nur zu nennen, womit sie sich das ewige Leben verschaffen können; an ihrer Willigkeit und Fähigkeit, die Werke zu vollbringen, die Gott getan haben will, soll es nicht fehlen.
Jesus nennt ihnen den Dienst, den Gott ihnen aufträgt, damit sie ihn zu seiner Ehre vollbringen, in der klarsten Deutlichkeit.
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Nicht vielerlei will Gott von den Galiläern getan haben; ein einziges Werk ist es, womit sie seinen Willen tun und ihm geben, was er sucht. Dieses Werk Gottes ist, dass sie Jesus ihr Vertrauen geben. An die selbstbewussten Galiläer, die von der Sorge um das Brot und von dem Begehren nach dem, was dem Leibe dient, erfüllt sind und doch meinen, sie seien zu jedem göttlichen Werk geschickt, stellt Jesus den Anspruch: Glaubt mir! Das führte zum Bruch. Die Galiläer traten zwar nicht wie die Lehrer Jerusalems Jesus mit Vorwürfen entgegen; denn sie hingen nicht in derselben Weise wie jene an der Satzung; sie hießen Jesus nicht einen Sünder, der den Sabbat entweiht habe; sie waren ihm eifrig nachgeeilt, tief ergriffen von dem, was sie erlebt hatten. Allein so ihm verbunden, dass sie ihm trauen und vollen Glauben schenkten, waren sie nicht und wollten es auch nicht sein. Jesus kann jedoch davon nicht lassen: „Glaubt mir! Haltet euch an mich; lasst mich wirken und mich euch leiten; ich bin es, der euch das ewige Leben gibt. Das ist das eine, was not tut, euer Gottesdienst, euer Werk zu Gottes Preis, dass ihr mit eurem Denken und Trachten an mir hängt.“ Dieser Anspruch Jesu kehrte jedoch die ganze Gedanken- und Willensrichtung der Galiläer um. Wenn Jesus ihnen in der Macht Gottes Brot und andere nützliche Dinge gab, wollten sie diese gern genießen, auch selbst als Preis dafür die Werke Gottes tun; dass sie aber an Jesus glauben sollten, das war eine Zumutung, die sie ablehnten. So hoch schätzten sie ihn noch lange nicht, dass sie sich auf ihn verlassen mochten. Das Zeichen fehlte noch, das sie ihm unterworfen hätte; jedenfalls hatten die Väter noch viel Größeres erlebt.
Das Gespräch scheint ernsthaft und fruchtbar zu werden. Das Verlangen nach echtem und bleibendem Leben in aller Vergänglichkeit lebt in jedem Menschen. Und hier standen Israeliten, die von klein auf an Gott zu denken gewohnt waren. So kann es eine echte Frage sein, die sie jetzt Jesus stellen. „Sie sprachen nun zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir wirken die Werke Gottes?“ Hier klingt die Unterweisung nach, die sie von den Schriftgelehrten empfangen hatten. „Wirke Werke“, darum ging es in den Synagogen. Eine Fülle von „Werken des Gesetzes“ wurden ständig von den Menschen gefordert. Aber auch Jesus hatte vom „Wirken“ gesprochen. Vielleicht kann er noch besser und klarer als die Rabbinen sagen, was man für Gott tun soll. So etwas wie die Frage nach dem „größten Gebot“, die unter den Schriftgelehrten selbst aufbrechen konnte (Mt 22, 34–36) klingt in der Frage der Galiläer.
Es kann aber auch hier wieder der „Zelotismus“ der Galiläer zum Ausdruck kommen. Der Zelot wollte nicht mit dem Pharisäer „warten“, bis Gott selber sein Reich aufrichtete. Nur im eigenen gewaltsamen und opferwilligen Einsatz seines Volkes kann Gott Israel befreien und zu seiner Weltherrschaft gelangen lassen. So war es in der Makkabäerzeit gewesen. So mußte Israel auch jetzt wieder „die Werke Gottes wirken“. Sie hatten sofort nach der Speisung gezeigt, wie aktiv sie zum entschlossenen Handeln bereit waren (V. 15). Sie stehen auch jetzt Jesus zur Verfügung, wenn er ihnen nur sagt, was sie „tun“ sollen.
Und nun kommt Jesu einfache und eindeutige Antwort, die dem ganzen unsicheren Mühen der frommen Menschen und der Leidenschaft der Zeloten das Evangelium entgegenstellt. „Es antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr glaubt an den, den er gesandt hat.“ Nicht ein vielerlei von Bemühungen, Leistungen und Werken will Gott von uns, sondern nur ein einziges „Werk“, das doch kein Werk mehr ist, sondern „Glaube“, also das gehorchende Vertrauen, das unser gesamtes Leben diesem Einen ausliefert, den Gott gesandt hat. Jesus selbst sagt hier das gleiche, was dann später sein Bote Paulus lehrhaft formulierte und was die Reformatoren aufs neue als das Zentrum des Evangeliums ergriffen: „So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ Aber gerade weil wir hier im Zentrum des Evangeliums stehen, müssen wir sehr sorgfältig auf Jesu Wort hören. Das „Werk“, das Gott an uns sehen will, ist der „Glaube“. Aber dieser Glaube seinerseits ist „Gottes Werk“, nicht das unsere. Nur, weil Glaube etwas anderes ist als menschliche Leistung, die wir nach unserm Willen hervorbringen, und aus Gottes Wirken an uns hervorgeht, hat er die rettende Kraft und eint uns mit Gott. In dem Satz Jesu ist also der Ausdruck „Gottes Werk“ wesenhaft doppeldeutig.
»Da sagten sie zu ihm:
Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?«
Formal ist zu bemerken, dass wir dasselbe griechische Wort, das wir in Vers 27 mit »schaffen« übersetzen, hier mit »wirken« übersetzen, um das Wortspiel des griechischen Textes wiederzugeben.
Inhaltlich hängt alles am Verständnis der Wendung »die Werke Gottes«. Es kann sich offensichtlich nicht um solche »Werke« handeln, die die Menschen an Stelle Gottes vollbringen, sondern um solche Werke, die sie nach Gottes Willen und Wohlgefallen vollbringen (vgl. Joh 3,21). In typisch jüdischer Weise denken die Hörer daran, dass sie durch Gott wohlgefällige Werke die unvergängliche »Speise«, das ewige Leben im Gottesreich, gewinnen. Doch ist auch der positive Gehalt der Frage »Was sollen wir tun?« festzuhalten. Diese Menschen sind bereit, etwas für ihr Seelenheil zu »tun«also nicht nur zu hören oder zu überlegen. Die Frage »Was sollen wir tun?« kam nach der Pfingstpredigt aus tief erschütterten Herzen (Apg 2,37; vgl. Mt 19,16; Apg 16,30).
»Jesus gab ihnen zur Antwort:
Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«
»Jesus« gebraucht das Stichwort »Werk« im Gegensatz zu seinen Gesprächspartnern in der Einzahl. Er kennt nur ein »Werk«, das »Gott« will, das also im Sinne der Frage »Gottes Werk« ist:
»dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.« Dieser aber ist Jesus! (Vgl. Joh 4,34; 5,24.30.36.37.38.) In ungeheurer Einfachheit und Kürze wird an dieser Stelle des NT gesagt, worauf es ankommt, wenn wir gerettet werden wollen:
auf den Glauben an Jesus! Er allein – nicht »die Werke des Gesetzes« – rettet! Johannes 6,28ff. entspricht also sachlich ganz und gar den Aussagen von Apostelgeschichte 16,30ff.; Römer 1-3; Galater 2,16ff. und 1Johannes 3,23ff.
In der Formulierung Jesu ist eingeschlossen, dass Gott jedem Menschen die Möglichkeit eröffnet, zu glauben. Jeder kann glauben! Wenn wir also Jesus als Heil der Welt verkündigen, können wir guten Gewissens jeden Menschen einladen, an ihn zu glauben.
Als sie fragten: „Was sollen wir tun, auf daß wir die Werke Gottes wirken?“ dachten sie mehr an Tun als an Glauben. Sie stellten sich auf den Boden des Gesetzes und nicht des Glaubens; sie wollten Hilfe, damit sie das Gesetz des Alten Testaments recht zu halten vermöchten. Das war auch die Haltung des reichen Jünglings (Mt 19,16), und auch des Kerkermeisters in Philippi (Apg 16,30). Es ist die Haltung, welche die Evangeliums-Wahrheit übersieht, daß „ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden“ ist (Röm 3,21). Die Leute verwendeten die Mehrzahl „Werke“, als ob jedes einzelne Gebot je seine Aufmerksamkeit als eine lebenslange Last beanspruchte. Aber der Herr antwortete mit der Einzahl „Werk“.
Der Herr spricht. Er wußte, daß Seine Antwort die Leute verwirren könnte, aber das ist stets die Wirkung geistlicher Wahrheit auf die Uneingeweihten. Nur ein Werk ist notwendig, nämlich an den zu glauben, den Gott gesandt hat. Diese Wahrheit ist natürlich ein Charakteristikum des Johannesevangeliums, welches ja geschrieben wurde, um diese Grundtatsache zu bezeugen (20,31). Der Herr bezog sich auf den anfänglich betätigten Glauben und auf die fortgesetzte Erfahrung desselben (der TR hat einen Konjunktiv Aroist pisteusäte, was auf das einmalige Gläubigwerden hinwiese; aber andere Handschriften haben den Konjunktiv Präsens pisteuäte, was auf das beständige Glauben verwiese). Der Herr bezog sich nicht auf Werke, die dem Glauben folgen, was für die Gläubigen heute von großem Gewicht ist. So schrieb Paulus von „Glauben, der […] wirkt“ (Gal 5,6); „euer Werk des Glaubens“ (1Thes1,3); „auf daß die, welche Gott geglaubt haben, Sorge tragen, gute Werke zu betreiben“ (Tit 3,8).
Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch alle unsre Werke hast du uns ausgerichtet. - Jesaja 26,12
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