@sixtus dieser Theorie folgend würde das bedeuten, daß es schneller ging, weil #franziskagiffey ständig dabei war? 🤔

Nicht Denken müssen!

Es waren natürlich Linke! Genau: Am besten fehlgeleitete Umweltschützer oder gar Grüne! Nur komisch, dass es eine angeblich schon länger existierende “Vulkan”-Gruppe gar nicht gibt, dass selbst Mitglieder geheimer Verfassungsschutz-Gremien noch nie davon gehört haben. Komisch, dass zwei Tage nach Veröffentlichung eines mehr als zweifelhaften “Bekennerschreibens” der zeitweilig abgetauchte  Berliner regierende Bürgermeister und seine für ihre natürliche Intelligenz weniger bekannte Wirtschaftssenatorin Giffey (SPD) – sofort die “Linken Täter” sicher erkannt haben!

Wer braucht da noch die Polizei?

Dass diese scharf analysierende Wirtschafts-Fachfrau dann sofort Videoüberwachung und Künstliche Intelligenz als Mittel vorschlägt – siehe der Kommentar von Constanze Kurz hier im “Extradienst”, enttarnt Giffey als echte Energieexpertin, die allein weiß, wie Kameras und KI ohne Strom funktionieren.  Und die CSU und auch einige CDU-Innenpolitiker schliessen sofort messerscharf “dass man den linken Terrorismus unterschätzt” habe und die AfD fordert gleich einen Untersuchungsausschuss!

Endlich wieder Linke jagen…

Endlich wieder Linke jagen und von den Neonazis und Faschisten allüberall ablenken – selbst wenn es Zweifel gibt, ob es sie überhaupt gibt. Denn was da wer auch immer als Begründung für Stromanschläge aufgekritzelt hat, ist kulturell rechtes Gewäsch. Wenn jemand vermutet, es könnte ja vielleicht auch ein Geheimdienst gewesen sein, der mal die Krisenresilienz der Bundeshauptstadt testen wollte – darf das einfach nicht sein. Dann veröffentlichen die angeblichen Täter gleich selbst eine “Richtigstellung”. und werden dabei immer noch nicht identifiziert – potztausend – geht’s noch?!

Zweifel erst garnicht aufkommen lassen

Dazu passt nun gar nicht, dass sich nun auf “Indymedia”,  – wenigstens eine einschlägig kriminalisierte Plattform -, wieder andere zu Wort melden, die behaupten, 2011 diesen Namen benutzt zu haben, sich aber von solchen “menschenverachtenden Aktionen” distanzieren. Und ob die These vom Geheimdienst vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit enthalten könnte, kann auch CDU-Dünnbrettbohrer  Linnemann nicht davon abhalten, zu behaupten, eine Gruppe, von der niemand sicheres weiss, die es aber “schon über 10 Jahre gebe” (was weiss er, was der Verfassungsschutz nicht weiss?)  und deshalb urteilt: “der Linksextremismus werde nicht ernst genommen. ” 

Karlsruhe hat übernommen

Da spekulieren andere wie “Berlin Story News”  durchaus darüber, dass es zum einen auffällige Verwechslungen im Text gebe, die auf eine Übersetzung aus dem Russischen hindeuten und beschreiben vor allem, wem diese Spekulationen nützen könnten: Allen, die wie AfD und Rechte spalten und aufhetzen, nach dem Motto: “unsere Alten frieren in den Turnhallen und den Asylanten werden 5-Sterne Hotels gebucht”. Stimmt zwar nicht, hetzt aber schön auf. Nun hat endlich die Bundesanwaltschaft übernommen. Dass Terroristen am Werk waren, ist ja dadurch völlig klar. Oder vielleicht doch nicht? Die ist nämlich auch für Spionagedelikte zuständig.

Berlin legt sich wieder hin

Was ist eigentlich das Fazit? Auf jeden Fall, dass die Ukraine es schafft, ihre ständig bombardierte Energieinfrastruktur innerhalb von  Stunden wieder ans Laufen zu bringen. Dass aber das tief im Frieden liegende Berlin fünf Tage braucht, um einen Stadtbezirk wieder mit Strom zu versorgen. Selbst der Rhein-Sieg-Kreis hat das 2025 viermal in jeweils fünf bis maximal dreizehn Stunden geschafft. Jetzt sollen alle wieder Strom habe. Dann leg dich wieder hin, Hauptstadt! Wird sich schon irgendein Schuldiger finden – und ernsthaftes Nachdenken über Resilienz in Krisen schadet nur. Schließlich hätte ja auch niemand ahnen können, dass Autobahnbrücken mal altern …

Nicht Denken müssen! – Beueler-Extradienst

Das hat gerade noch gefehlt!

Was hilft gegen die riesenscheiße eines großflächigen strom- und damit auch heizungsausfalls im winter nach einer sabotahsche? Die antwort gibt frau rügendoktorin und exdoktorin sowie trägerin des ordens de Isabel la católica Franziska Giffey (SPD): mehr videoüberwachung mit angeflanschter so genannter „künstlicher intelligenz“ hilft. Müsst ihr feste dran glauben! Immer mehr überwachung ist der heiland der p’litik. Funkzjoniert bestimmt auch ohne strom. Da braucht man auch kein teuer geld mehr für irgendwelche vorkehrungen oder gar redundanzen auszugeben, sondern kann alles in die korrupzjon pumpen, den kumpels und komplizen zum wohlgefallen. Kai Wegner (CDU), regierender würgermeister und oberlandverweser von berlin, kann da nur eifrig zustimmen.

Nun könnte sich die Wirtschaftssenatorin für die Notfallhilfe und die bessere Versorgung, Unterbringung und Aufklärung von stromlosen frierenden Menschen einsetzen, denn der Stromausfall betrifft auch die Fernwärmeversorgung. Sie könnte sich mehr vorsorgende Gedanken machen, wie künftig bei Katastrophen oder absichtlichen Zerstörungen der Schaden für die betroffenen Menschen und die Wirtschaft minimiert werden kann.

Oder sie kann sich mitten in der Notfallsituation einfallsarm, aber vorhersehbar für mehr Videoüberwachung starkmachen. Schon nach kurzem Nachdenken erscheint das jedoch als keine schlaue Idee. Denn von Stromausfällen sind zumeist auch Kameras und auswertende Computer betroffen. Im Krisengebiet in Berlin waren auch Internet- und Telefonverbindungen gestört

#Überwachung #Berlin #CDU #FranziskaGiffey #KaiWegner #Link #Netzpolitik #Realsatire #SPD #Stromausfall

Orden de Isabel la Católica – Wikipedia

Vorhersehbare Forderung

Gegen Stromausfall helfen keine Überwachungskameras

Die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey nutzt die Notfallsituation in Berlin, um sich mit der Forderung nach mehr Videoüberwachung zu profilieren. Sie will auch „Künstliche Intelligenz“ einsetzen. Doch mehr Kameras helfen nicht, wenn es eigentlich andere Maßnahmen braucht. Ein Kommentar.

Nach dem mehrtägigen und noch anhaltenden Stromausfall im Südwesten von Berlin wegen eines Brandanschlags hat die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mehr Videoüberwachunggefordert. Offenbar geht sie davon aus, dass mehr Kameras eine sinnvolle Konsequenz aus dem viele tausend Haushalte und Unternehmen betreffenden Krisenfall sein oder einen solchen gar verhindern könnten. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner von der CDU sekundierte eilig.

Giffey kündigt zugleich an, die vermehrte Videoüberwachung durch „Künstliche Intelligenz“ ergänzen zu wollen, etwa zur Wärmeerkennung. Vielleicht hat sie sich Kameras vorgestellt, die Wärmebilder aufzeichnen, unterstützt durch eine Software, die solche Bilder analysiert: eine automatische Menschenerkennung gewissermaßen, die auf magische Weise böse Absichten sichtbar macht.

Nun könnte sich die Wirtschaftssenatorin für die Notfallhilfe und die bessere Versorgung, Unterbringung und Aufklärung von stromlosen frierenden Menschen einsetzen, denn der Stromausfall betrifft auch die Fernwärmeversorgung. Sie könnte sich mehr vorsorgende Gedanken machen, wie künftig bei Katastrophen oder absichtlichen Zerstörungen der Schaden für die betroffenen Menschen und die Wirtschaft minimiert werden kann.

Oder sie kann sich mitten in der Notfallsituation einfallsarm, aber vorhersehbar für mehr Videoüberwachung starkmachen. Schon nach kurzem Nachdenken erscheint das jedoch als keine schlaue Idee. Denn von Stromausfällen sind zumeist auch Kameras und auswertende Computer betroffen. Im Krisengebiet in Berlin waren auch Internet- und Telefonverbindungen gestört.

Videoüberwachung nicht sinnvoll

Videoüberwachung ist nicht geeignet, Anschläge zu erschweren oder gar zu verhindern. Denn die bloße filmende Kamera führt bekanntlich weder zu mehr Sicherheit noch zu mehr Resilienz. Zwar wird zuweilen behauptet, Kameras mit Mustererkennungssoftware könnten Gefährdungssituationen zuverlässig identifizieren oder gar durch ein schnelles Eingreifen nach Alarmierung verhindern. Die Realität sieht aber anders aus: unwissenschaftliche Schönfärberei in Hamburg, auch das Vorzeigebeispiel Mannheim ist keine Erfolgsgeschichte. Es bleiben doch nur Computer, die auf Menschen starren.

Die Sinnhaftigkeit der Forderung nach Videoüberwachung kann also nur darin liegen, bei absichtlichen Sabotagen die Tätersuche zu unterstützen. Allerdings können sich auch nur mäßig begabte Kriminelle sehr leicht unkenntlich machen.

Beim Berliner Stromnetz seien bereits drei Viertel der Leitungen vom Netzbetreiber oder anderen Privaten kameraüberwacht, sagte Giffey. „Was nicht videoüberwacht ist, ist auf öffentlichem Straßenland“. So sei das auch bei der am Samstag sabotierten Kabelbrücke in Berlin, meint die Senatorin. Allerdings wissen ortskundige Berliner, dass dort ein großes Heizkraftwerk an der Wasserkanalseite liegt. Das ist umzäunt und auch bewacht und wäre damit kein öffentliches Straßenland. Und an „gefährdeten Objekten“ ist es ohnehin geltendes Recht, dass Videoüberwachung möglich ist. Denn an solchen „gefährdeten Objekten“ dürfen Bildaufnahmen gemacht und auch aufgezeichnet werden.

Schlechtes Notfallmanagement

Mit fragwürdigen Maßnahmen wie Videoüberwachung kann der Berliner Senat nicht von der Tatsache ablenken, dass die Verwaltung nur ein schlechtes Notfallmanagement zeigte. Die Hilfen seien zu langsam und unvollständig gekommen, der Regierende Bürgermeister hätte sich rar gemacht.

Wer vom Stromausfall betroffen ist, dem nützt eben kein Bild eines Täters, der bei einer Sabotage gefilmt wird. Natürlich muss nach dem Ende der Krisensituation die Tätersuche priorisiert werden. Aber eine große Krise mit vielen betroffenen Menschen verlangt erstmal nach gut organisierter Hilfe und Notfallmaßnahmen, danach nach sinnvoller und bezahlbarer Vorsorge, zumal nicht nur Absicht, sondern auch Katastrophen und Unfälle ein ebenso großes Schadensbild erzeugen könnten.

Politiker neigen dazu, sich in Krisensituationen mit „Gummistiefel-Fotos“ und starken und einfachen Forderungen profilieren zu wollen. Genau das macht Giffey hier. Und eine Großkrise mit Stromausfall bei zehntausenden Haushalten bietet sich für ehrgeizige Politiker einfach an, selbst wenn die Forderung nicht so recht ins eigene Ressort passt und keinen Sinn ergibt. Videoüberwachung, gar mit „Künstlicher Intelligenz“, klingt aber immerhin modern. Bezahlbarer Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge sind hingegen die dicken Bretter, die eigentlich zu bohren wären.

Die halbe Stadt nun kameraüberwachen zu wollen, ist allerdings gar nichts Neues. Denn zur Wahrheit gehört, dass die Berliner Koalition ohnehin seit dem Sommer plant, die Anzahl der festinstallierten Videoüberwachungskameras dauerhaft auszubauen. Auch die automatische Verhaltenserkennung mit „Künstlicher Intelligenz“ war in dem Plan zur Ausweitung der Polizeibefugnisse schon enthalten.

Aktionismus statt solide Politik hat in Berlin eben Tradition. Wie sagte Joseph Weizenbaum so treffend: „Früher hat man dem Computer ein Problem übergeben, wenn man es verstanden hatte, heute ist es andersrum.“

Constanze Kurz ist promovierte Informatikerin, Autorin und Herausgeberin von Büchern, zuletzt Cyberwar. Ihre Kolumne „Aus dem Maschinenraum“ erschien von 2010 bis 2019 im Feuilleton der FAZ. Sie lebt in Berlin und ist ehrenamtlich Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Sie war Sachverständige der Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags. Sie erhielt den Toleranz-Preis für Zivilcourage und die Theodor-Heuss-Medaille. Kontakt: E-Mail (OpenPGP). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Vorhersehbare Forderung – Beueler-Extradienst

#FranziskaGiffey hat gelernt.
Heute weiß sie was SHk bedeutet 😂

#stromausfall #PK #rbb

Ok, #FranziskaGiffey ist für die #Energiesicherheit in #Berlin zuständig ... 😂 #Vulkangruppe

"bis es unter Spitzenkandidatin #FranziskaGiffey dann bei der letzten #Wahl nicht mehr für den Sieg reichte. Sie konnte nur noch als Juniorpartnerin in ein schwarz-rotes Bündnis"

.. hä ?

wat is denn mit den Ösis los? können die nicht mehr rechechieren? alles nur noch Deppen-KI heutzutage?

Die #SPDBerlin HÄTTE die regierende Bürgermeisterin stellen können nach der letzten Wahl. WOLLTEN'SE aber nicht.

Selbst gewähltes Schicksal.

Hoffe sie rutschen noch von 4 auf 5.

https://www.derstandard.de/story/3000000297693/chaos-tage-in-der-berliner-spd-die-parteifuehrung-schmeisst-hin

.

Chaos-Tage in der Berliner SPD: Die Parteiführung schmeißt hin

Entnervt vom innerparteilichen Gegenwind, trat das Führungsduo der Berliner SPD zurück. Für die Wahl 2026 setzt die Partei auf den weitgehend unbekannten Steffen Krach, der sich als "Underdog" sieht

DER STANDARD

@berlinfokus

Ausgerechnet #FranziskaGiffey als Vergleichsgrösse für bescheuertes Verhalten von CDU Politikern heranzuziehen ist aber auch ein Stretch, oder?

Wobei zur Wahrheit aber auch gehört, dass #Merz nichts anderes gemacht hat als #FranziskaGiffey [ #SPD ] mit ihrem antiziganistischen "Wer sich #Berlin nicht leisten kann, muss eben nach Rumänien zurück".

Insofern versteh ich zumindest warum er sich über die Aufregung wundert.

Viele Fragen zur Zukunft der Fernwärme

Wie sollte die Neuauflage des Dekarbonisierungsfahrplans aussehen, damit Berlin in Zukunft ökologisch und sozial gerecht heizen kann? Was bedeutet das für die Fernwärmepreise und wie können sich die Berlinerinnen und Berliner an der Zukunft der Fernwärme beteiligen? Das sind die großen Fragen beim Diskussionsabend „Zukunft der Fernwärme – ökologisch und sozial gerecht“ am 30. September im Kiezraum am Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg.

Der Rückkauf des Berliner Fernwärmenetzes von Vattenfall durch das Land Berlin „war nur der erste Schritt, um die Wärmewende in Berlin grundlegend ökologisch und sozial gerecht zu gestalten“, sagt Moderator Björn Obmann von der Gesellschaft für Klima und Demokratie zu Beginn der Podiumsdiskussion am Dienstagabend. Es gehe nicht nur um technische Modernisierung. „Es geht um Klimaschutz, um Teilhabe und um bezahlbares Leben in unserer Stadt“, unterstreicht er. Schließlich schade jede Tonne CO2 dem Klima und gefährde die Zukunft kommender Generationen.

„Für uns steht aber auch fest, wir dürfen jetzt nicht die Falle treffen, in neue Abhängigkeiten zu beraten, in neue Brennstoffe zu investieren. Holz, Müll, Wasserstoff“, so Obmann weiter. Man wisse nicht, ob deren Ökobilanz eigentlich so viel besser sei. Und schließlich die große Frage: „Sind die Sachen eigentlich in zehn Jahren noch bezahlbar oder überhaupt verfügbar?“

Berlin müsse stattdessen auf echte erneuerbare Energien setzen. Auf Abwärme, auf Großwärmepunkte, Geothermie, Power to Heat.  „Und Berlin muss beweisen, Klimaziele und bezahlbare Wärme schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander“, sagt Obmann. Berlin Erneuerbar fordert daher einen klaren Fahrplan für den Ausstieg aus den fossilen Energien und den Einstieg in die echten Alternativen. Eine soziale Preisregulierung und Schutz der Mieterinnen und Mieter und Mitbestimmung und Transparenz durch echte Beteiligungsgremien für die Bürger.

Fernwärme als zweischneidiges Schwert

„Fernwärme ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Christine Kühnel, Geschäftsführerin des Reiner-Lemoine-Instituts. Einerseits sei sie ein mächtiges Instrument zur Dekarbonisierung, andererseits ist die Umsetzung einer klimaneutralen Fernwärme in einer so verdichteten Stadt wie Berlin „unglaublich schwierig“.

Mit einem Stand der Zielerreichung bei der Dekarbonisierung der Fernwärme kann Kühnel nicht dienen. „Ich habe nichts dazu gefunden“, sagt sie. Nur für etwa 16 Prozent der Baublöcke Berlins werde laut verkürzter Wärmeplanung des Senats die Einzelversorgung jenseits zentraler Netze empfohlen. Das entspreche sechs Prozent des Wärmebedarfs der Stadt. Hier sei die Wärmepumpe gefragt.

Woher die klimaneutrale Wärme nehmen?

7700 Megawatt Leistung liefert das Berliner Fernheizenetz, was 9600 Gigawattstunden pro Jahr entspreche, so Kühnel. Wie groß die Aufgabe der Dekarbonisierung ist, verdeutlicht sie an einzelnen Projekten. Mit einer Flusswärmepumpe in der Spree erzeuge der Versorger BTB rund sieben Megawatt. Die geringe Wasserführung der Spree schränkt die Potenziale erheblich ein. „Wir haben kein Meer“, sagt sie.

Das größte Potenzial scheint in Berlin in der Nutzung von Abwärme zu liegen – aus Rechenzentren, industriellen Prozessen, Abwasser. Bis zu 3800 Gigawattstunden ließen sich damit erreichen, legen Studien nahe.

Wärmespeicher seien dabei eine wichtige Technologie. „Da kommen wir in den Bereich der großen Speicher, der Erdbeckenspeicher“, so Kühnel. In Dänemark würden diese „schon sehr lange und sehr umfassend“ genutzt. Jedoch haben diese einen enormen Platzbedarf. Eine andere Lösung seien Aquiferwärmespeicher, bei denen Grundwasserschichten genutzt werden.

Eine Studie ihres Instituts hätte für solche saisonalen Langzeitspeicher eine Wärmespeicherkapazität von bis zu 440 Gigawattstunden ergeben.

Essenziell für die Wärmewende ist der erhebliche Ausbau der Kapazitäten des Stromnetzes. 26 Anschlussbegehren für Rechenzentren gebe es, deren Abwärme für die Fernwärme genutzt werden könnten. Ein einziges Rechenzentrum habe einen Strombedarf, der ungefähr dem der ganzen Stadt Cottbus entspricht.

Im Nachgang der Veranstaltung gab es Kritik an den genannten Zahlen. So ist im Dekarbonierungsfahrplan von Vattenfall 2023 von einer Spitzenlast von 3,4 Gigawatt die Rede, die an wenigen Tagen im Jahr erreicht werden muss. Relevant ist eher ein Niveau bis 2 GW das an deutlich mehr Tagen erreicht werden muss.

Versorgungssicherheit an erster Stelle

„Versorgungssicherheit als Grundlage für alle anderen Ziele“, unterstreicht Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey (SPD). „Und was gehört auch dazu? Es gehört dazu, dass wir eine faire Preisgestaltung hinbekommen, auch in Zukunft. Und es gehört dazu, dass wir aber eben auch investieren in das, was nötig ist, um die Transformation zu ermöglichen“, so Giffey weiter.

Dafür würden bei der Berliner Energie und Wärme (BEW) in den nächsten Jahren über 2,5 Milliarden Euro investiert. „Das ist das größte Investment, was wir tun in unserer Stadt, um tatsächlich diese Dekarbonisierung hinzubekommen“, sagt Giffey. Im Jahr 2026 soll die kommunale Wärmeplanung vorliegen. Ende 2025 soll es ein „erster Aufschlag“ für den neuen dekarbonisierungsfahrplan der BEW vorliegen, so die Senatorin weiter.

Möglichst keine Preisüberraschungen

Susanne Huneke unterstreicht am Beispiel des Kohle-Heizkraftwerks Reuter-West die Größe der Aufgabe der Dekarbonisierung. 40 bis 50 Prozent der Wärme für den West-Berliner Teil des Fernwärmenetzes würden derzeit dort produziert, so die Leiterin Strategie, Politik & Regulierung bei der Berliner Energie und Wärme (BEW). „Wir kriegen das alles gar nicht am Standort Reuter-West ersetzt. Das heißt, ein Teil dieses Ersatzes findet auch noch in Charlottenburg statt.“

Huneke schildert auch, wo man nach der Rekommunalisierung umgesteuert habe. Seit dem laufenden Jahr würden beispielsweise die Fernwärmepreise nicht mehr jedes Quartal angepasst, sondern nur einmal jährlich. Dadurch verhindere man hohe Nachzahlungen durch Preisänderungen ohne Anpassung der Abschläge. Letztlich ist dieser Schritt möglich, weil die Beschaffungsstrategie für Brennstoffe geändert worden ist. Der gesamte Bedarf für das kommende Jahr wird jeweils frühzeitig gesichert. Unter Vattenfall ist ein großer Anteil nur kurzfristig beschafft worden, was hohe Preisausschläge zur Folge haben konnte.

Problemfälle Holz und Wasserstoff

Neelke Wagner von Berlin Erneuerbar geht noch einmal auf den viel kritisierten Dekarbonisierungsfahrplan von Vattenfall ein – in dem große Anteile der Wärmeerzeugung durch Verbrennung von Holz und Wasserstoff erfolgen sollten. „Wo noch Löcher waren, wurde halt einfach Wasserstoff reingestellt, ohne dass man weiß, ob man den jemals hat“, beschreibt sie den Eindruck, den diese Strategie erzeugte. Abgesehen davon, dass Holzverbrennung nur auf dem Papier klimaneutral ist, birgt sie große ökonomische Risiken. „In Leipzig legen sie jetzt ihre Holzkraftwerke still, weil die Holzpreise so durch die Decke gehen, und sie sich das nicht mehr leisten können“, berichtet Wagner.

„Wenn der Wasserstoff in den Mengen nicht kommt, wird einfach weiter Gas verheizt“, beschreibt Neelke Wagner das drohende Szenario. „Und wenn der Wasserstoff wie derzeit geplant in großen Mengen aus dem globalen Süden importiert werden wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es auch sehr stark zulasten der Menschen dort und auch der Energiewende dort gehen wird.“

Wie faire Preise finden?

Markus Kamrad, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin weist darauf hin, dass in den letzten Jahren die Energiepreise nicht wegen der Dekarbonisierung gestiegen sind, sondern unter anderem wegen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine. Künftige Energiepreise seien jedoch insgesamt sehr schwer zu prognostizieren. „Die Frage bei der Fernwärme ist eher: wie finden wir faire Preise?“, sagt Kamrad. Die gesellschaftlich richtigen Investitionen müssten ja von irgendjemandem refinanziert werden. Die Monopolsitiation der Fernwärme sei für Verbraucherschützer  herausfordernd.  „Es gibt nur einen Anbieter. Man kann total schlecht ausweichen, weil wenn man einmal einen Fernwärmevertrag hat, dann ist man langfristig gebunden“, so Kamrad weiter.

Energiesneatorin Franziska Giffey verspricht für die Fernwärme, „dass wir niemals Gewinnmaximierung nach vorne stellen“, die BEW solle aber wirtschaftlich arbeiten können. Sie kündigt an, dass die Fernwärmepreise 2026 kaum steigen werden: „Ich kann heute noch nicht sagen, wie viel es ist, aber es wird ein sehr, sehr, sehr geringer Betrag, viel weniger als wir dachten.“

„Die BEW in wohlmeinender rekommunalisierter Hand ist schon mal eine notwendige Bedingung für eine gute und faire Fernwärme, aber es ist nicht ganz hinreichend. Noch schöner wäre es , wenn wir uns auf ganz konkrete Regeln und Lösungen verständigen würden“, sagt Verbraucherschützer Kamrad.

Zu viel Finanzlogik

Mit der Maxime des kostendeckenden Arbeitens bei der BEW „sind wir sehr stark in so einer Logik des finanziell Machbaren“, bemängelt Neelke Wagner von Berlin Erneuerbar. „Wenn man nicht so viel machen kann, dann macht man halt nicht zu viel. Und wir sind sehr stark in einer Logik, dass diese große Aufgabe, diese Wärmenetze zu dekarbonisieren, komplett letztlich von den Kundinnen und Kunden refinanziert wird“, führt sie aus.

Susanne Huneke von der BEW macht darauf aufmerksam, dass nicht nur Kapitalzuführungen benötigt werden. „Es ist für uns eher schwieriger, gerade Komponenten zu bekommen, Ingenieure zu bekommen, Tiefbauer zu bekommen, Stromnetzenkapazität zu bekommen. Das sind Sachen, die uns viel mehr limitieren.“

Wie denn nun weitergemacht werden soll, will Neelke Wagner von Berlin Erneuerbar wissen. „Sowohl wie dann das Stromnetz auch entsprechend ertüchtigt werden kann, wie vielleicht auch die Planung verbessert werden kann, wie vielleicht auch das Fernwärmenetz dezentraler werden kann?“ Was seien da die Möglichkeiten, wie dieses große, mächtige, fossile Fernwärmenetz ein bisschen dezentraler und halt angepasster an erneuerbare Wärmefelder werden kann?

Bisher kein Szenario ohne Verbrennung

Einmal gebe es alles, was die Elektrifizierung uns bringt und dann gebe es den großen Rest der benötigten Wärmeproduktion, sagt Susanne Huneke von der BEW. „Noch sehen wir kein Szenario, wo wir das ohne Verbrennung schaffen werden“, sagt sie über den großen Rest. Was nicht heiße, dass man sich das nicht wünsche.

Nötig sein ein „massiver Stromnetzausbau“, und zwar noch viel mehr als auf die vier Gigawatt Leistung, die bis 2035 angepeilt sind. Man sei schon jetzt beim Stromnetz in einer Mangelverwaltung. Bis jetzt habe man auch noch kein geeignetes Grundstück für einen Erdwärmespeicher.

„Die größte Unbekannte und das größte Potenzial, auf das wir hoffen und optimistischer sehen, als 2023, ist die tiefe Geothermie“, sagt Huneke. Im besten Fall könnten mit 20, 30 Bohrungen bis zu 300 Megawatt Wärmeleistung bringen. „Das ist schon richtig doll viel.“ Dafür müsse allerdings auch viel Geld in die Hand genommen werden.

Die Frage der Beteiligung

Was die BEW bei Aufstellung des neuen Dekarbonisierungsfahrplans anders gemacht habe als Vattenfall sei der Versuch gewesen, „verschiedene Akteure abzuholen“, schildert Huneke. Und nennt Umweltverbände, Verbraucher*innenvertreter, die Wohnungswirtschaft, Hochschulen, die Verwaltung, die Fernwärme-Regulierungsbehörde und die Investitionsbank Berlin. 19 verschiedene Akteursvertreter*innen seien eingeladen. „Das ist natürlich nicht die ganze Stadt, aber wir haben versucht, so viele Perspektiven auf das, was wir tun, zu vereinen und erst mal an einen Tisch zu holen, in einer Größe, die wir gerade noch für dialogfähig halten“, sagt Huneke.

„Ich glaube, umso wichtiger ist es ja, dass sich Bürgerinnen und Bürger organisieren und dass wir auch eine Ansprechstruktur haben, die wir dann einladen können“, sagt Senatorin Giffey. „Wir können nicht mit 4 Millionen Menschen sprechen, aber wir können mit Vertretern sprechen, die für bestimmte Interessen in der Stadt stehen.“

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Wir haben Zeit und Geld investiert, um ihn zu verfassen. Spenden Sie oder werden Sie Mitglied, um unsere Arbeit zu unterstützen.

     

#Berlin #BerlinErneuerbar #BerlinerEnergieUndWärme #BEW #Dekarbonisierung #Erdwärme #Fernwärme #FranziskaGiffey #Geothermie #GesellschaftFürKlimaUndDemokratie #ReinerLemoineInstitut #Wärmepumpe #Wärmewende