1/ „Zeigt nicht immer nur auf den Osten. Der Osten ist dem Westen nur ein paar Trippelschritte voraus.“

So endet das Interview über #Nazis im #Osten in der Printausgabe der @tazgetroete.

Ende (vom Interview) gut, alles gut?

Nee, es gibt noch ein paar Anmerkungen.

https://www.taz.de/!5941741

Ilko-Sascha Kowalczuk über den Osten: „Wer Nazis wählt, ist ein Nazi“

Der ostdeutsche Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über den Hang zum Autoritarismus in Ostdeutschland und die Rolle des Westens. Und über Freiheit.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

2/ Ilko-Sascha Kowalczuk hat in der #DDR #Nazi-Äußerungen gegen geistig Behinderte gehört und leitet daraus ab, dass die DDR ein präfaschistischer Staat war. Das finde ich ein bisschen schnell geschossen. Solche Bemerkungen wird es sowohl im Westen wie im Osten geben, die Erziehung, die ich in meinen Schulen hatte, war aber zutiefst humanistisch. Die #Euthanasie-Morde der #Nazis und ihre Verbrechen wurden im Unterricht besprochen.

Ich habe in Buch gewohnt. WBS70. Im untersten Stockwerk haben in all den Häusern Rollstuhlfahrer*innen gewohnt. Siehe rote Linien auf der Karte. Ich habe meine gesamte Kindheit nie irgendein böses Wort gehört.

Das schließt natürlich nicht aus, dass es diese gegeben hat. Wenn man mit Behinderten unterwegs ist, gibt es ja viel mehr Begegnungen.

Dennoch aus Begegnungen mit behindertenfeindlichen Menschen zu schließen, dass man in einem präfaschistischen Staat lebt, scheint mir etwas weit hergeholt.

3/ Also: Es gab in der #DDR #Nazis. Ganz zum Schluss sogar straff organisierte. Diese wurden von der Stasi geduldet. Lustigerweise waren Bonzen-Kinder ganz vorn dabei. Ein Vorfall, der recht gut dokumentiert ist, ist der Überfall von Skinheads auf ein Punkkonzert in der #Zionskirche. Das waren West-Nazis, die rübergekommen waren, zusammen mit Ostnazis.

https://www.stasi-mediathek.de/geschichten/der-neonazi-ueberfall-auf-die-zionskirche/sheet/2-0/type/coherentEra/

Dass es in jeder #NVA-Kaserne faschistische Tendenzen gab, wird einfach so hingestellt. Dafür hätte ich gern Belege. Ich habe während meiner ganzen Armeezeit nichts Faschistisches gesehen. Ich war in #BadDüben. Dort fanden wir alle den kleinen Prinzen gut (und Armee scheiße).

Danach war ich in #Kamenz. Weil ich mich mit Computern auskannte, bin ich in die Computergruppe gekommen und war direkt dem stellvertretenden Kompaniechef unterstellt, der lustigerweise auch noch Martin Luther hieß. Ich hatte mit ihm und noch mehr mit einem weiteren Oberstleutnant zu tun. Dann noch mit dem FDJ-Sekretär, einem Oberleutnant, bei dem ich im Zimmer saß.

Ich habe mit Soldaten Tee getrunken (viel Tee, lange Jahre. Manchmal mit Rum), mit Unteroffizieren das Zimmer geteilt, mit Offizieren Kontakt gehabt. Nirgendwo war da irgendetwas von Faschismus und Nazis. Nix. Die Menschen dort waren ein Querschnitt durch die Gesellschaft, denn die NVA war eine Wehrpflichtigenarmee. Zivildienst gab es nicht. Totalverweigerer wurden eingesperrt.

Die Oberstleutnante kamen aus der Arbeiterklasse. Insgesamt waren im Osten 94% der Offiziere Parteimitglieder.

Also: Bevor ich das mit „allen NVA-Kasernen“ glaube, möchte ich irgendwelche nicht-impressionistischen Belege haben.

Über die Nazi-Netzwerke in der Bundeswehr weiß man übrigens recht gut Bescheid. Das ist alles aktenkundig.

Der Neonazi-Überfall auf die Zionskirche | Mediathek des Stasi-Unterlagen-Archivs

Im Herbst 1987 attackierten mehrere Dutzend Neonazis die Gäste eines Punkkonzerts in der Ost-Berliner Zionskirche. Staatssicherheit und Volkspolizei waren vor Ort, griffen aber während des Überfalls nicht ein. Dieser Vorfall machte die gewaltbereite Neonazi-Szene der DDR erstmals öffentlich und bewegte die Stasi dazu, sich mit den rechtsextremen Skinheads auseinanderzusetzen. Anders als den Punks, hatte die Geheimpolizei ihnen bis dahin kaum Aufmerksamkeit gewidmet.

4/ Was es in der #NVA nicht gab, waren Kompaniechefs, die Parties mit Rechtsrock und Hitlergrüßen feierten. Das ist offenes Neonazitum und das gibt es nur in der #Bundeswehr und zwar 2017, also 50 Jahre nach dem immer so gelobten 1968.

Nach taz-Berichten ist die gesamte Eliteeinheit KSK angebräunt und der Militärische Abschirmdienst hat nichts gemerkt:

https://taz.de/Urteil-im-Prozess-gegen-KSK-Soldaten/!5754620&s=kompaniechef+hitlergru%C3%9F/

Es gab, so weit ich weiß, auch niemanden, der Munition in seinem Garten vergraben hätte. Auch das gab es nur bei der Bundeswehr. Die Waffenkammern waren streng geschützt und es wurde immer wieder durchgezählt, damit auch ja nichts abhanden kam.

Es gab im Osten schon Menschen, die die Revolution planten, aber die waren gewaltfrei. Remember?

Das waren die mit den langen Haaren und den Schwerter-zu-Pflugscharen-Aufnähern.

Hier gibt es auch die Langzeitrecherche der taz zum #HannibalNetzwerk. Bundeswehr-Elitesoldat*innen, Polizist*innen, Prepper, militärische Vereine #Uniter.

Perfekt. Ich bin so stolz auf den Westen, dass er das 1968 alles geklärt hat. Wie schlimm muss es nur vorher gewesen sein?

#Hannibal #Nazis #Nonazis #Osten #Westen #Ossis #Wessis

https://taz.de/!t5549502/

@stefanmuelller Naja, ist es nicht etwas unfair zu sagen 2017 gab es etwas in der Bundeswehr das es in der NVA nie gab.

Die NVA existierte insgesamt gerade mal 34 Jahre. Die Bundeswehr gibt es seit 68 Jahren also doppelt so lange.

Dinge aus Zeiten der NVA aufzudecken dürfte schwer sein, die Bundeswehr kann täglich neue Fehler machen.

Unter diesen Bedingungen ist ein vergleich doch völlig unlogisch und unfair.

@TheOneSwit

Nein. Die Bedingungen sind diese: In den Medien, die den Diskurs beherrschen, wird immer wieder gesagt: Der Osten hat die Nazivergangenheit nicht aufgearbeitet, überall waren und sind Nazis. Wir dagegen hatten 1968 und das fehlt halt im Osten, weshalb da die Nazis sind und immer waren.

Das ist die Ausgangslage und dagegen kann man jetzt versuchen in Social Media und mit einem kleinen Blog anzugehen. Die Berichterstattung über den Osten ist einseitig. Es wird mit Ekel auf den Osten herabgeblickt und damit vom eigenen Versagen abgelenkt.

2) Sollen wir wirklich anfangen darüber zu reden, was in den ersten 34 Jahren der Bundeswehr war? Sollen wir anfangen darüber zu reden, was in den ersten Jahren der Bundesrepublik war? #OrganisationGehlen?

https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Gehlen

Oder #Rommel.

„Die Bundeswehr ehrte ihn im Jahre 1961 mit der Benennung der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf und 1965 mit der Rommel-Kaserne in Dornstadt bei Ulm. Die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz wurde inzwischen geschlossen. Die Bundesmarine taufte 1969 einen Zerstörer der Lütjens-Klasse auf den Namen Rommel.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Rommel#Ehrungen

Rommel war ein führender Generalfeldmarschall in einem deutschen Angriffskrieg. Er war ein glühender Verehrer Hitlers. Sorry Leute, nach solchen Menschen kann man keine Straßen und erst recht keine Kasernen benennen.

Die Kasernen heißen übrigens heute noch so.

Und weißte, wer ein Rommel-Denkmal eingeweiht hat? #Filbinger. Kannste Dir echt nicht ausdenken. Filbinger war ein #Nazi-Richter verantwortlich für mehrere Todesurteile, NSDAP-Mitglied. Danach dann #CDU und Ministerpräsident von BaWü bis 1978. Er war von 1973 bis 1979 auch einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Filbinger

Bitteschön, dankeschön, 1968 my ass.

In der DDR gab es keine Hindenburg-Straßen oder Straßen, die nach Nazi-Funktionären benannt waren. Eher nach russischen Generälen. Und nach Stalin (hüstl), die Stalinalleen wurden dann aber auch irgendwann umbenannt.

Organisation Gehlen – Wikipedia

@stefanmuelller Ich stimme absolut zu daß es massive Unterschiede zwischen den beiden Organisationen und Ländern gab.

Gerade deswegen finde ich direkte Vergleiche schwierig. Vor allem wenn es darum geht festzustellen wer wann mehr oder die größeren Nazis über hatte.

Auch das diese Nazi Idioten weltweit weiter ihre Strippen zogen, ihre Ideologie lebt heute weltweit weiter, auch in USA und Russland dies zeigt doch das dieses Thema viel komplexer ist als eine Ost/West Debatte.

@TheOneSwit

Ja, und genau das ist immer mein Punkt. Mich triggern immer diese Oh-diese-Ossis-Artikel. Das ist eine Abspaltung und Verdrängung. Deswegen kommt dann die Antwort: Ihr seid auch scheiße und wir haben ein gemeinsames großes Problem.

Zum Beispiel: Niedrige Wahlbeteiligung. Die war in #Sonneberg extrem niedrig. Sind die Ossis nicht demokratiefähig? In Mannheim gab es bei der Bürgermeisterwahl Wahlbezirke mit 7% Wahlbeteiligung. 7%! Wahlen? War da was?

@TheOneSwit

Hierher kommt man, wenn man bei #Filbinger weiterliest.

Ein #Nazi-Jurist, der bis 1995 fröhlich weiterarbeite. Das hat es im Osten ganz sicher nicht gegeben und hätte es wohl auch im Westen nicht geben sollen.

@stefanmuelller

Was soll denn das Ergebnis der Diskussion werden? Von was möchtest du mich überzeugen?

Überraschende Zeugenaussage aufgetaucht: Platzt Prozess um Lauterbach-Entführung wegen ihm?

In Koblenz läuft unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen die Gruppe, die Karl Lauterbach entführen und putschen wollte. Doch jetzt wollen die Anwälte ihn kippen.

www.t-online.de

@stefanmuelller

Laut Berechnungen des Historikers Jan Foitzik 27% der SED zuvor in der NSDAP und 32,2% im öffentlichen Dienst.
https://www.bpb.de/themen/deutsche-teilung/stasi/218421/vertuschte-gefahr-die-stasi-neonazis/

Die Stasi & Neonazis in der DDR

Rechtsextremisten in der DDR waren eigentlich undenkbar. Dass es sie dennoch gab, ließ sich in den 1980er Jahren nicht mehr verheimlichen. Wie reagierten SED und Stasi?

bpb.de
@stefanmuelller Ich aus dem Westen habe zu jener Zeit einen DDR-AK bei der KHG geleitet. Wir hatten das mal als Thema und es gab so 1988 mal ein Zeit-Magazin zu Nazis in der DDR, ganz gut recherchiert. Kann ich raussuchen, hab den Ordner noch.
@stefanmuelller "Das waren West-Nazis, die rübergekommen waren, zusammen mit Ostnazis." Ich würde Stasi-Aufzeichnungen nicht blindlinks trauen. In meinen Akten bspw. konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass die Stasi wie auch IM gelogen haben, dass sich die Balken biegen. Deren Phantasie war schon recht ausgeprägt.

@prxpragma

Ich kenne Leute von der Firma (der Band), die in der Zionskirche und auch später verdroschen worden sind. Die Sache ist ziemlich gut aufgearbeitet. Es gab eine Geburtstagsparty irgendwo Greifswalder Straße oder so und da kamen auch West-Nazis hin. Die sind dann alle zusammen zur Zionskirche gefahren und haben die Punks verdroschen.

@stefanmuelller das glaube ich Ihnen. Ich habe bei Stasi-Unterlagen eben so meine Zweifel aus Erfahrung.
@stefanmuelller "Dort fanden wir alle den kleinen Prinzen gut (und Armee scheiße)." Aber wie Sie weiter unten ausführen, scheint das NVA-Leben dann doch recht amüsant gewesen zu sein, obwohl andererseits scheiße. Ich habe das übrigens verweigert, weil ich keine Lust hatte auf den eigenen Cousin schießen zu müssen, der damals gerade bei der Bundesgrenzschutz einberufen worden war. Ansonsten ist ihr Whataboutism bezeichnend: Schaut mal die böse Bundeswehr, die NVA war gar nicht so verkehrt.

@prxpragma

Die Armee war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich kann nicht erkennen, dass ich geschrieben habe, dass ich irgendwo etwas lustig oder amüsant fand. Was ich beschrieben habe war eine Vertrautheit mit Menschen. Das habe ich gemacht, damit man sehen konnte, dass ich etwas von ihren Einstellungen erfahren konnte.

Insgesamt habe ich Glück gehabt, weil ich mit Computern arbeiten konnte.

Meine Beurteilungen waren alle negativ (militärische Niete), ich wäre an anderen Stellen in der Armee wahrscheinlich zugrunde gegangen.

Ich habe nicht verweigert, weil ich dann nicht mehr hätte studieren können. Ein Junge von meiner Schule hatte die Teilnahme am Militärlager verweigert, er ist dann Schäfer geworden.

#Whataboutism ist, wenn man vom Thema ablenkt. Ich habe nicht vom Thema abgelenkt, sondern geschrieben, was meine Erfahrungen in der DDR-Armee waren. Das war eine direkte Gegenüberstellung zur Aussage des Historikers, der meinte, dass es in *allen* DDR-Kasernen Nazi-Umtriebe gegeben habe. Er hat dafür keine Belege geliefert und ich habe auch noch nie etwas davon gehört. Das Gegenstück ist die Bundeswehr, in der es in der Tat Neonazis gibt, was auch durch diverse Veröffentlichungen und Gerichtsverfahren belegt ist.

Da es insgesamt um einen Ost-West-Konflikt, nämlich die Darstellung des Ostens in Westmedien geht, ist diese Kontrastierung sehr wohl angemessen und kein Whataboutismus.

Ich habe keinen Cousin im Westen, aber, wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, hätte ich auf niemanden geschossen. Ich bin Pazifist und hätte mich im Ernstfall selbst erschossen. Ich sah keinen Weg um die DDR-Armee herum. Wenn es bei Ihnen anders gelaufen ist, dann ist es gut. Ich bewundere Sie dafür.

@stefanmuelller Dann habe ich das mit "Ich habe mit Soldaten Tee getrunken (viel Tee, lange Jahre. Manchmal mit Rum), mit Unteroffizieren das Zimmer geteilt, mit Offizieren Kontakt gehabt." wohl als schöne Armeezeit verstanden. Von mir hatten zwei Brüder bei der Volksarmee schwere Unfälle, einer lag dann ein Jahr in Berlin Buch & sitzt heute noch im Rollstuhl. Übrigens hatte ich schon die GST verweigert und dufte nicht mal das Abi machen, und später den Wehrdienst 2x: in Ost und West.

@prxpragma

Das tut mir leid zu hören. Ich bin in Buch aufgewachsen ...

Ja, eben: Bei Verweigerung hat man sich total ins Aus geschossen. Aber wieso dann doch Wehrdienst im Osten?

Die Zeit war nicht schön. Es ist schrecklich, wenn man als junger Mensch darauf hofft, dass das Leben vorbeigeht, damit man sich wieder frei bewegen kann.

Die Ostarmee war anders als die Westarmee, viel straffer. Es gab viel weniger Urlaub. Deshalb hat man da dann rumgesessen und Tee getrunken.

Es gab auch ein paar lustige Geschichten. Zum Beispiel die, wie der Rum in die Kaserne gekommen ist. Aber das führt zu weit ab.

@stefanmuelller da gibt es nichts zu bewundern. Nur hatte ich bereits mit 14 im Rahmen der ESP gesehen, wie verlogen das ganze System ist. Da haben die Arbeiter plötzlich ganz anders geredet, wie in Stabü oder schwarzen Kanal. Und mich immer darauf hingewiesen, nichts davon meinem Vater zu sagen, weil der als SED-Genosse ziemlich bekannt war. Die Menschen kamen mir ziemlich schizophren vor: schimpften privat über den Staat und machten in der Öffentlichkeit auf linientreue Staatsbürger.

@prxpragma

Und sind Sie dann für Kriegsdienstverweigerung ins Gefängnis gegangen?

@stefanmuelller nein, nicht dafür. Dazu war mein Vater zu sehr involviert in das System & ich weiß heute noch nicht alles und ob er womöglich für die Stasi tätig war. Als ich verweigert habe, hat mich der Wehrkreisdezernent rausgeworfen, weil ich ihm westliches Konsumverhalten vorwarf & auf die Camel-Schachtel auf seinem Schreibtisch deutete. Ich wurde fortwährend verfolgt, bespitzelt, observiert. Als bei einer Hausdurchsuchung "konspirative" Schriften gefunden wurden, war Schluss mit lustig.

3/ Wusstet Ihr schon, dass ...

Im Osten in den 50er Jahren ehemalige #Konzentrationslager zu Gedenkstätten ausgebaut wurden?

Und wusstet Ihr, dass das von den Ostdeutschen finanziert wurde? Es gab Briefmarken mit Spendenanteil und so sind 1955 2 Millionen Mark an Spenden zusammengekommen. Das Durchschnittseinkommen betrug damals 432 Mark.

Das ist nur ein Klitzekleines Detail, das man kennen sollte, wenn man so Sachen wie: „Im #Osten habe es keine #Aufarbeitung wie im #Westen 1968 gegeben.“

Es gab im Osten mehrere ehemalige KZs: #Buchenwald, #Sachsenhausen, #Ravensbrück. Alle Schulkinder sind in KZ gewesen und haben sich mit diesen Verbrechen auseinandergesetzt. Im Westen gab es erst viel später Gedenkstätten.

#Dachau z.B. wurde erst 1965 eingerichtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Gedenkst%C3%A4tte_Dachau

Hier könnt Ihr meine Zusammenstellung zur Aufarbeitung und dem Gedenken in der #DDR lesen:

https://so-isser-der-ossi.de/2019/09/01/der-ossi-und-der-holocaust/

#Ossis #Wessis #Nazis #noNazis #antifa #Holocaust

KZ-Gedenkstätte Dachau – Wikipedia

4/ Wusstet Ihr schon, dass ...

es im Osten auch nicht vom Staat gewünschten #Antifaschismus gab? Antifaschismus gegen den Staat?

1983 begann die Staatsführung gegen die #Punk-Bewegung vorzugehen. Irgendwie behaupteten sie, das seien Nazis. Die Punks sind deshalb mit einem Kranz zur #Kranzniederlegung nach #Sachsenhausen gefahren. Da hatte aber schon jemand angerufen und das KZ war zu. Die Punks nicht doof, machten kehrt, fuhren ins Stadtzentrum und legten den Kranz an der neuen Wache unter den Linden nieder. Dem offiziellen Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Hitlerfaschismus.

https://www.jugendopposition.de/themen/145419/pogo-in-ost-berlin?video=144950#vplayer

Ich war zu der Zeit noch in der Schule. In meiner Klasse war ein Punkmädchen und wir tauschten uns immer aus. Ich wusste von dieser Kranzniederlegung.

#DDR #noNazis #Nazis #Osten

Pogo in Ost-Berlin | Jugendopposition in der DDR

5/ So. Jetzt sind wir am absoluten journalistischen Tiefpunkt bei der @tazgetroete angekommen.

Es behauptet doch in der Tat jemand, im #Osten hätten die Menschen wegen der Fernsehserie „Unser Walter“ „Mein Gott, Walter“ gesagt. Und das würde zeigen, dass die alle menschenverachtend und faschistisch seien.

Das ist dermaßen bekloppt. Ich verstehe nicht, wer in der taz Leserbriefredaktion arbeitet. Sind die alle 18, oder was? Sonst müsste man den Song #meinGottWalther von #MikeKrüger kennen.

https://www.youtube.com/watch?v=kD1_Q2queCg

Ich möchte, dass sofort ein #OssiVomDienst eingeführt wird, der den ganzen Kram mit Ostbezug vorher mal anguckt.

#Ossis #Wessis #MaikKrüger

- YouTube

Enjoy the videos and music you love, upload original content, and share it all with friends, family, and the world on YouTube.

6/ Weil es so schön war, habe ich die ganze Diskussion jetzt in einen Blog-Beitrag umgewandelt. Der Kommentar von @peer wurde auch eingebaut.

Ich habe dann zum Schluss noch einen analogen Leserbrief aus Ost-Sicht über West-Nazis verfasst.

Habt Spaß!

#Nazis #noNazis #ossis #Wessis #meinGottWalther #MikeKrüger

https://so-isser-der-ossi.de/2023/07/12/mein-gott-walther-die-ddr-als-prae-faschistischer-post-faschistischer-und-faschistischer-staat-und-ueberhaupt/

@tazgetroete

Mein Gott, Walther! Die DDR als prä-faschistischer, post-faschistischer und faschistischer Staat und überhaupt. - So isser, der Ossi

Die­ser Blog-Post ist aus einer Mast­o­don-Dis­kus­si­on ent­stan­den. Weil sie so schön war, habe ich sie hier noch ein­mal ein biss­chen sor­tiert und für die Nach­welt archi­viert. Die­ser Bei­trag kann Spu­ren von Sar­kas­mus und sogar Wut enthalten. Die taz hat am … Weiterlesen →

So isser, der Ossi

7/ Ich habe noch mal die WBS70-Grundrisse angeguckt und da gab es Planungen für die Rollstuhlwohnungen. Das ist also von Anfang an so geplant worden und sicher noch an diversen anderen Orten in der DDR so gebaut worden. Passt also nicht so ganz zu einem Staat, der Behinderte irgendwo weggesperrt hätte oder das vorgehabt hätte.

Mir ist noch eine andere Sache eingefallen: Ein geistig behinderter Junge fuhr immer mit dem Bus vom Bahnhof Buch zum Lindenberger Weg und zurück. Tagaus, tagein. Ohne Begleitung. Manchmal durfte er die Türen auf und zumachen. Er hat sich sehr gefreut. Er hatte eine brauen Kunstledertasche dabei, die er als Lenkrad benutze. Er saß immer in der ersten Reihe vorn neben dem Fahrer. Später habe ich ihn auch ab und zu in der S-Bahn getroffen. Das war alles ganz normal.

Hab's im Blogpost aktualisiert.

https://so-isser-der-ossi.de/2023/07/12/mein-gott-walther-die-ddr-als-prae-faschistischer-post-faschistischer-und-faschistischer-staat-und-ueberhaupt/

@peer

Mein Gott, Walther! Die DDR als prä-faschistischer, post-faschistischer und faschistischer Staat und überhaupt. - So isser, der Ossi

Die­ser Blog-Post ist aus einer Mast­o­don-Dis­kus­si­on ent­stan­den. Weil sie so schön war, habe ich sie hier noch ein­mal ein biss­chen sor­tiert und für die Nach­welt archi­viert. Die­ser Bei­trag kann Spu­ren von Sar­kas­mus und sogar Wut enthalten. Die taz hat am … Weiterlesen →

So isser, der Ossi
8/ Bucher haben mir eben berichtet, dass der Junge immer noch Bus fährt. Er ist so alt wie ich.
@stefanmuelller @tazgetroete
Hast Du auch ne Erklärung woher "Alter Walter" kommt? 🤔

@davidbruchmann @tazgetroete

Kenn ich nicht. Kenne nur „Alter Verwalter“. Ist ein lustiger Reim.

@stefanmuelller @tazgetroete
Ahh ok, dann hat vielleicht einfache der erste Name "Ver" vom Walter gefehlt 😂