„400 protestierten in Eberstadt gegen den AfD-Neujahrsempfang – lautstark, solidarisch, klar gegen Rechtsextremismus.“
Die Menge konnte dem Ernst-Ludwig-Saal in der engen Straße aber nicht näher als 50 Meter kommen.
Auf der angrenzenden Heidelberger Landstraße hatten sich weitere Demonstrierende versammelt, die AfD-Sympathisanten und Sympathisantinnen mit „Nazis raus“ begrüßten. #FR #DemokratieSchützen #GegenRechts #Ewwerscht #FckAfD
https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/demonstration-gegen-den-afd-neujahrsempfang-in-darmstadt-94133703.html

Nicht jedes Stöckchen, aber klare Worte: Warum Schweigen keine Option ist

Wir lauschen fasziniert und erschreckt Trumps TV-Horror-Reality-Show. Gefühlt jeden Tag treibt er uns mit seinen Nachrichten vor sich her. Mein Blick auf einige Presseberichte und Blogbeiträge der vergangenen Tage, kuratiert und kommentiert.

  • Die verharmlosende Sprache deutscher Medien
  • Schweigen über die Zustände im Iran
  • Über jedes Stöckchen von Trump springen?
  • ICE: Die Revolutionsgarden von Trump
  • Auch wegen 1933: Kein Rückzug ins Private
  • Wo bleibt Europa?
  • Widerstand auch bei uns in Eberstadt notwendig
  • Artikel geclippt: Vom Berg-Molch und „populären“ Politikerinnen
  • Die verharmlosende Sprache deutscher Medien

    Nicht nur das: Viele Medien übernehmen noch den Trump- und MAGA-Sprech, ob es um den vermeintlichen „Kampf gegen Drogenkriminalität“ in Venezuela oder um „Gebietsansprüche“ in Bezug auf Grönland geht. Nein, es sind eben keine Gebietsansprüche, sondern es ist die Drohung und Erpressung, Grönland so oder so besetzen zu wollen – gegen den Willen der Bevölkerung und gegen jedes Völkerrecht. „Das ist das Problem mit der Trump-Berichterstattung: Die Sprache passt sich dem Wahnsinn an, statt ihn zu benennen„, so Lorenz Meyer.

    Presse und Politik müssen Klartext sprechen, laut und vernehmlich:

    Trump ist nicht Hitler, aber auch er will mehr als nur Grönland. Er streckt seine Finger nach Venezuela, Panama und Gaza, will Kanada zum 51. Staat der USA machen, und er betreibt den Zerfall der Europäischen Union. 

    Trump und Grönland: Der Widerstand muss klug, schnell und entschlossen sein. Konrad Schuller, FAZ, 17.1.2026

    Schweigen über die Zustände im Iran

    Über den Epstein-Skandal hören wir nichts mehr. Auch über den Iran wird kaum noch berichtet. Es wird ja nicht mehr demonstriert und Revolutionsgarden und Milizen erschießen ja zumindest öffentlich auf der Straße keine Menschen mehr. Dann schweigen die meisten Medien.

    Weil der Eindruck entstanden war, die Proteste seien niedergeschlagen worden, nahm im Ausland das Interesse ab. Das wissen sie im Unterdrückungsapparat in Teheran: Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ist flüchtig, Iran ist nur ein Thema von vielen.

    Ralph Geiger in der SZ (Abo), zitiert nach Altpapier vom 19.1.2026

    Das Internet ist abgeschaltet. Die Journalisten, die noch vor Ort sind, müssen vorsichtig agieren. Es scheint, das sich das Mullah-Regime erneut an der Macht hält – trotz wohl über 4.000 ermordeter Menschen.

    Über jedes Stöckchen von Trump springen?

    Zurück zu Trump: Sollen wir wirklich über jedes Stöckchen hüpfen, das er uns hinhält? Sollten wir uns besser raushalten und nicht mehr über ihn reden, schreiben oder an ihn denken? Für mich ist das keine Möglichkeit, auch wenn ich nur zu oft gefrustet bin und nur den Kopf schüttele. Meiner Ansicht nach ist es gerade jetzt wichtig, die demokratische Flagge hochzuhalten, das auch laut und vernehmbar. Als Deutsche sollten wir aus 1933 gelernt haben und dürfen unsere Demokratie nicht leichtfertig den Demokratiefeinden und rechtsradikalen Menschenfeinden überlassen. Das ist unsere verdammte Pflicht, finde ich.

    Auch warne ich bei allem Unverständnis, dass es in den USA scheinbar so wenig, für mich deutlich zu wenig Widerstand gibt, davor, zu schnell in Antiamerikanismus nach dem Motto zu verfallen: „Die haben das schon immer gemacht.“ Ja, es gab und gibt das imperialistische US-Amerika, es gibt auch gerade jetzt noch viel zu viele Amerikanerinnen und Amerikaner, die weiterhin Trump unterstützen. Ungläubig frage ich mich, wie noch immer über 40 Prozent hinter Trump stehen können?

    ICE: Die Revolutionsgarden von Trump

    Die USA sind gespalten, waren sie wahrscheinlich immer. Besonders ins Auge sticht die ICE, Trumps Einwanderungspolizei. Martialisch, ein Machtinstrument des Präsidenten, verbreiten die Paramilitärs Angst statt rechtsstaatlich zu handeln. Eine Demokratie braucht keine Schlagtruppen zur politischen Durchsetzung. Das erinnert an die Mullahs im Iran mit ihren Revolutionsgarden und andere autoritäre Regime.

    Doch es gibt (hoffentlich) weiterhin das humane, freundliche, demokratische Amerika, es gibt „den Mut ganz normaler Bürger„, wie es die taz formuliert, und ich hoffe sehr stark, dass die Vernunft wieder Oberhand gewinnt. Auch wenn ich nicht so optimistisch wie viele bezüglich der Midterms bin, da Trump und seine Ellisons und Musks in so hohem Maße die traditionellen und antisozialen Medien manipulieren und dominieren. Und Trump ist halt ein bewusst polarisierender „Showmaster“, der Politik als Reality Show, als „Great Television“ inszenieren weiß.

    Trump kommt aus dem Reality-TV, das hat ihn gewaltig geprägt. Er weiß, dass es immer besser ist, gleich drei Säue statt einer durchs Dorf zu jagen. Dieses Spektakel beherrscht Trump perfekt. Damit überfordert er alle.

    Politologe Stephan Bierling im Gespräch mit T-Online, 16.1.2026

    Auch wegen 1933: Kein Rückzug ins Private

    Auch warne ich vor der Aussage, dass die USA näher an einem „Weimar 1933“ sind als wir hier in Deutschland. „Ich mag das nicht glauben“, ist keine valide Aussage zum Thema. Zudem halte ich diesen Vergleich für unangemessen. In beiden Ländern stehen die demokratischen Werte und Grundfesten unter massivem Beschuss. Genau deshalb darf es keinen Rückzug ins Private geben mit dem Hinweis, dass es so schlimm nicht werde. Es ist in der deutschen Geschichte mindestens einmal sogar noch schlimmer gekommen.

    Wie lange brauchen wir Europäerinnen und Europäer noch, um endlich in die Puschen zu kommen, politisch, militärisch, digital? Wir haben angesichts eines Trumps keine Wahl. We need to make Europe great again. Offizielle Pressemitteilungen und lauwarme Statements reichen angesichts des digitalen „Shit Production Systems“ von Trump nicht länger. Wenn jetzt EU-Abgeordnete ein europäisches soziales Netzwerk fordern, fange ich hysterisch an zu lachen. Wo wart ihr die vergangenen Jahre? Seid ihr etwa immer noch auf X? Ihr macht euch nur lächerlich.

    Wo bleibt Europa?

    Mir scheint, dass viele Politikerinnen und Politiker vor einer Stärkung Europas angesichts der rechtsnationalen Strömungen in ihren Ländern zurückweichen. Doch was ist die Alternative? Trumps oder Putins Wünschen gehorchen? Und ja, vielleicht muss es ein Kerneuropa geben, das vorangeht und Herrn Orbán sowie ähnliche Gesellen außen vor lässt, die immer wieder Fortschritte boykottieren. Mir fehlen – bei aller notwendigen Diplomatie – die wahrnehmbaren Führungspersönlichkeiten, die hier vorangehen. Es gab sie einmal nach dem Krieg in Europa.

    Widerstand auch bei uns in Eberstadt notwendig

    Dieser Text entsteht – zumindest in Teilen – am 21. Januar 2026 kurz bevor Trump in Davos einfällt und seine Obstrusitäten absondert. Er entsteht an einem Tag, an dem die AfD hier in meinem Heimatort in Darmstadt-Eberstadt ihren Neujahrsempfang im Ernst-Ludwig-Saal abhält. Der war wohl entgegen der Aussage im Artikel FR juristisch nicht zu verhindern.

    Doch bleibt es wichtig, dass wir uns hier lokal vor Ort und global gegen Autokraten, Imperialisten, Rechtsradikale und Feinde unserer Demokratie stellen. Wir müssen, dürfen und sollen protestieren. Dabei ist es aber besonders wichtig, dass Demokratinnen und Demokraten bei aller notwendigen inhaltlichen Auseinandersetzung als demokratische Mitte zusammenstehen und sich nicht gegenseitig mit Dreck bewerfen oder in antidemokratische Ecken stellen. Die wirklichen Gegner sind die, die unsere freiheitliche Demokratie stürzen wollen. PUNKT!

    Artikel geclippt: Vom Berg-Molch und „populären“ Politikerinnen

    Die Welt am 6. Januar – welche eine Überschrift. Am 19. Januar hat dann Bärbel Bas Klöckner überholt.Ich kann mich eines Stirnrunzelns und Schmunzelns nicht erwehren: Klar, dass nach dem Protest der Aktivisten, den Darmstadts Oberbürgermeister Hans Benz klar kritisiert, jetzt plötzlich auch noch der Bergmolch auftauchen musste. Irgendwie so typisch Deutschland …

    #1933 #Darmstadt #Demokratie #Ewwerscht #ICE #Iran #Journalismus #Kuratiert #Medien #NoAfD #Sprache #Trump #USA

    Heute - 21. Januar 2026 - ist kein guter Tag: Trump kapert das Weltwirtschaftsforum in Davos und posaunt seine wirren Übernahmepläne für Grönland heraus und weiteren Unsinn heraus. In einem seiner Posts sind Kanada und Grönland mit der US-Fahne eingefärbt. Bei uns in #Darmstadt #Ewwerscht findet der lokale Neujahrsempfang einer vom Verfassungsschutz in großen Teilen als rechtsextrem eingestuften, demokratie- und verfassungsfeindlichen Partei statt. #USA #Trump #Europa #FckAfD #NoAfd
    📢 „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ – mit dieser deutlichen Forderung startet Matthias Heinrichs die Petition „Keine AfD-Hetze in den Räumen der Stadt Darmstadt“ an OB Hanno Benz (SPD). Sie fordert die fristlose Kündigung des Mietvertrags für den AfD-Neujahrsempfang, weil die Kriterien des § 17c erfüllt seien. Öffentliche Orte sind kein Freifahrtschein für demokratiefeindliche Mobilisierung!📍#FR | #Darmstadt #Ewwerscht #Demokratie #Raumvergabe https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/petition-gegen-vermietung-von-raeumen-fuer-afd-veranstaltung-94130195.html
    Fleißige Nachbarn bei uns in #Darmstadt #Ewwerscht - viel sympathischer als die unsäglichen Mähroboter. Und sie machen sogar määäääähhhh
    Strukturwandel in #Ewwerscht: Das hexagonale Ex-Hauptquartier der Software AG und das teils historische Klinikareal in Darmstadt-Eberstadt stehen vor einer Neugeburt. Aus Konzernzentrale wird vielleicht ein Campus, aus Klinik wird... was? Zwei riesige Projekte, die unseren Stadtteil in #Darmstadt prägen werden!
    #Wochenschau #Darmstadt #Ewwerscht https://stefanpfeiffer.blog/2025/12/01/helfer-halluzinierer-kurzvideos-die-jungen-strukturwandel-in-ewwerscht-wochenschau/

    Helfer & Halluzinierer, Kurzvideos & die Jungen, Strukturwandel in Ewwerscht #Wochenschau

    Es ist wieder Zeit für eine Wochenschau, eine Sammlung von Themen, die mich die vergangenen Tage bewegt haben. Geärgert habe ich mich über ein KI-Werkzeug, dass ich nun schon lange Zeit nutze: Perplexity. Dort habe ich eine Vielzahl von Prompts in sogenannten Spaces hinterlegt, mit denen ich immer wiederkehrende Aufgaben bei denen ich eine KI als Assistenten nutze, hinterlegt habe.

    KI kann im Alltag durchaus helfen …

    Und ja – ich schaue in Richtung meiner Frau -, es gibt bestimmte Aufgaben, bei denen eine KI durchaus helfen und Zeit sparen kann. Dazu zählen Ideation, also einfach mal neue Ideen und Ansätze für ein Thema geliefert bekommen. Dazu zähle ich die Vorschläge, die mir die KI für meine Titelbilder liefert. Wie kann ich einen Beitrag kreativ illustrieren lassen? Es gibt eine Reihe weiterer Fälle, wo mir einfach Ideen geliefert werden, die ich dann weiter ausarbeiten kann.

    Auch bei komplexeren Projekte kann eine KI helfen. So füttern Lars und ich beispielsweise NotebookLM mit Quellen und Daten, um so die Grundlage für Themen unserer Podcastgespräche zu haben. Das reicht dann bis dahin, dass wir einen Gesprächsverlauf vorgeschlagen bekommen. Sehr nützlich als Anregung, auch wenn wir dann doch wieder unseren individuellen Weg gehen.

    Oder aber ich automatisiere standardisierbare Aufgaben. Dazu gehört für mich, dass die KI Vorschläge für Social Media-Posts zu einem Artikel macht. Das funktioniert in der Regel gut. Ich schaue mir die Vorschläge an, modifiziere sie und habe so einen hoffentlich guten und ansprechenden Social Media-Post.

    … darf aber nicht unverschämt halluzinieren und Fakten erfinden

    Bei der Analyse der Quelldatei erzeugt (nicht nur) Perplexity oft Unsinn. Der Klassiker: Es wird fast immer der falsche Autor für einen Beitrag genannt, auch wenn die Verfasserin oder der Verfasser immer klar nachzulesen ist. Für mich unverständlich, dass eine KI an einer solchen einfachen Aufgabe scheitert. Das weiß ich und kontrolliere immer die Vorschläge nach.

    Schlimmer war es aber dieser Tage. Perplexity hat einfach Fakten hinzugedichtet. Ich wollte einen Beitrag der Frankfurter Rundschau zu “Bürokratieabbau: Darmstädter Stadtkämmerer startet Umfrage” posten. Perplexity fabuliert etwas von 7-seitiger Online-Befragung mit 20 Pflichtfeldern. Nichts davon steht im Text. Auf Nachfrage antwortet Perplexity wie folgt:

    Mir fehlen die Worte. Falsche Informationen werden als humorvolle Zuspitzung verkauft. Geht gar nicht. Also – und das ist Gesetz – immer die Aussagen und Fakten einer KI prüfen. Sonst kann es schnell in die Hose gehen.

    TikTok-Trap: Jede Generation informiert sich anders

    Ich bin ein Fan der Altpapier-Kolumen des MDR. Dort werden täglich von Journalistinnen und Journalisten relevante Themen aus der Medienszene aufgearbeitet. Das Altpapier ist für mich unterdessen Pflichtlektüre. Ralf Heimann hat am 27. November einen Text geschrieben, in dem er das große, weite Feld Lokaljournalismus, Finanzierungsmodelle der Verlage, Versagen des Staates bei der Regulierung der Plattformen und die Frage, wie junge Leute Informationen konsumieren aufgearbeitet. Daraus folgendes Zitat

    Junge Menschen lesen weniger, denn warum sollten sie auch? Für viele Zwecke braucht es das gar nicht mehr. Sogar wenn man schreiben möchte, kann man Nachrichten diktieren. Aber wenn man etwas sagen will, schickt man eine Audio oder ein Video. Wenn man was wissen will oder sich berieseln lassen will, fragt man eine KI oder hört einen Podcast. Oder man gibt sich einfach Videos bei Tiktok hin und kommt da nicht mehr raus. Die Tiktok-Trap. Das ist der neue Modus.

    Quelle: Kolumne: Das Altpapier am 27. November 2025 – Am heißen Brei vorbei | MDR.DE

    Wir Älteren müssen uns genau das hinter die Ohren schreiben und wir als Bloggerinnen und Blogger, Journalistinnen und Journalisten, müssen darauf reagieren, auch wenn es schwer fällt und oft nur begrenzt Erfolg hat. Ich möchte nochmals daran erinnern, dass sich die Mediennutzung in den letzten Jahrzehnten sehr oft geändert hat: von der Zeitung zum Radio, vom Radio zu Fernsehen, Social Media, Streaming, Kurzvideos, KI-generierte Inhalte und Fake News. Es geht immer weiter.

    Und ich empfehle den gesamten Beitrag von Ralf zu lesen!

    Software AG & Klinikum – Strukturwandel in Ewwerscht

    Und noch etwas Lokalkolorit. Einige von Euch wissen, dass wir in einem Vorort von Darmstadt, in Ewwerscht, sprich Darmstadt-Eberstadt wohnen – und das sehr gerne. Aber auch hier ändern sich die Strukturen und es stehen konkret zwei große Restrukturierungsprojekte an. Keine 10 Minuten Fußweg von uns liegt die Zentrale der Software AG. Man muss ja unterdessen sagen, lag die Zentrale der Software AG, denn viel ist von dem einstmals zweitgrößten deutschen Software-Haus nicht übrig geblieben. Es ist ein markantes, oft umstrittenes Wahrzeichen, das heute das physische Erbe des zerschlagenen Konzerns darstellt. Der Investor Siver Lake hat die Firma “schön” zerlegt.

    Das ehemalige Software AG Hauptquartier in Darmstadt-Eberstadt ist bekannt für seine anthroposophisch inspirierte Hexagon-Architektur. Der Bau, der in den 1980ern entstand, verzichtet auf rechte Winkel und nutzt roten Sandstein und dunkles Holz. Nun stellt sich natürlich die Frage, was mit dem Gebäude geschieht. Der lokale Darmstädter Unternehmer Kirk soll – wenn es nach den Grünen geht – ein Campus-Quartier für Forschung, Startups und Nachhaltigkeit schaffen. Ich bin gespannt.

    Eine besondere Beziehung habe ich zum Eberstädter Klinikareal. Dort wurde meine Krebserkrankung diagnostiziert. Die ehemals in Ewwerscht ansäßigen Institute sind unterdessen in den Neubau des Darmstädter Klinikums in die Stadt umgezogen, die Gebäude stehen leer, ein Konzept muss her, wie es dort weiter geht.

    Die ehemaligen Provinzialpflegeanstalt umfasst neben den typischen architektonischen Sünden der siebziger Jahre auch einige schöne historische Gebäude, die im Jahr 1903 im Stil des Traditionalismus errichtet wurden. Sie stehen unter Denkmalschutz. Auch hier muss es irgendwann weiter gehen, muss entschieden werden, wie das Areal genutzt werden soll. Beide Projekte werden wichtigen Einfluss auf unseren Stadtteil haben. Generell tut sich weiter vieles in Darmstadt, siehe auch die Veränderungen im Luisen-Center.

    #darmstadt #ewwerscht #halluzination #ki #kurzvideos #lokaljournalismus #perplexity #stadtentwicklung #tiktok #wochenschau #youtube

    Noch ein Projekt für Ewwerscht; Wie geht es mit dem Eberstädter Klinikareal weiter? Studierende der HAWK zeigen am 29.11. im Haus der Vielfalt, wie das Klinikareal neu gedacht werden könnte. OB Benz spricht von „wissenschaftlichem Interesse über Stadtgrenzen hinweg“. #Stadtentwicklung #Ewwerscht #Darmstadt #Partizipation
    🔗 https://www.darmstadt.de/news-rss/news/praesentation-studentischer-konzepte-zur-entwicklung-des-eberstaedter-klinikgelaendes-am-29-november-im-haus-der-vielfalt
    Das Software-AG-Areal ist von uns keine 500 Meter weg - Wie geht es nach dem Ausverkauf der Software AG jetzt weiter? Der lokale Darmstädter Unternehmer Kirk soll - wenn es nach den Grünen geht - ein Campus-Quartier für Forschung, Startups und Nachhaltigkeit schaffen. #Darmstadt #Ewwerscht https://da.news/software-ag-areal-darmstadt/
    Grüne begrüßen Zukunftspläne für Software-AG-Areal

    Die Grünen unterstützen die Übernahme des Software-AG-Areals in Darmstadt. Das Gelände soll zu einem modernen Campus-Quartier für IT, Forschung und Startups entwickelt werden.

    da.news

    Mit Straßenbahn, Bahn und Book-n-drive: Mobil in Darmstadt ohne eigenes Auto #Ladelust

    Die Wartezeit ist abgelaufen. Das E-Auto – ein Volkswagen ID.3 – ist (endlich) da. Aber war die Zeit ohne zweites Fahrzeug eine Leidenszeit? Eigentlich nicht, denn die 6-wöchige Erfahrungen mit den Öffentlichen im Stadtverkehr und auch Car Sharing waren (eigentlich) gut.

    Nun muss man bei der Nutzung des ÖPNV auch berücksichtigen, wo wir leben: zentral in Darmstadt Eberstadt. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist keine 500 Meter entfernt. Bei gutem Wetter ist auch der Bahnhof Eberstadt gut fußläufig zu erreichen, etwa 1,3 Kilometer entfernt. Immer natürlich eine Voraussetzung: Man ist gut zu Fuß. 

    Unterwegs mit der Straßenbahn

    Die Ziele, die ich mit den Öffentlichen erreichen musste, sind alle gut angebunden: mein Physiotherapeut an der Heidelberger Landstraße, der Tennisplatz hinter der Radrennbahn und als weiteres Ziel die neue Location der Schirn in Frankfurt an der Bockenheimer Warte. Die Wege mit der Straßenbahn hier in Darmstadt waren kein Problem: der kurze Weg zur Modaubrücke, wo regelmäßig Straßenbahnen abgehen, dann noch ein kurzer Fußweg zum Physiotherapeuten oder 250 Meter von der Station Landskronstraße zum Tennisgelände. Zentral erreichbare Ziele in Darmstadt sind also leicht erreichbar. Schwieriger wird es, wenn die Orte weiter „draußen“ liegen, Zu den Kosten: Meist habe ich die Tageskarte für 7 Euro genommen oder 5,60 Euro bis zum Physio.

    Auch die Strecke nach Frankfurt zur Eröffnung der Suzanne Duchamp Retrospektive stellte kein Problem dar. Zu Fuß zum Bahnhof Eberstadt, die nicht ganz pünktliche Regionalbahn zum Frankfurter Hauptbahnhof genommen, dann zwei Stationen die U4 zur Bockenheimer Warte. das war es. Gekostet hat mich die Einzelfahrkarte 11 Euro. Jetzt kann man sich natürlich leicht hochrechnen, ob sich ein Deutschland Ticket für 50 Euro im Monat lohnt.

    Deutsche Bahn & die Anschlusszüge

    Leider muss ich etwas Essig in den Wein gießen: Meine Frau musste die Tage nach Paris und wollte beziehungsweise musste mit der Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof. Der ausgesuchte Zug hatte deutlich Verspätung, so dass sie gerade noch den Anschlusszug, den ICE nach Paris erreichte. Wäre sie nicht so gut zu Fuß, wäre es schief gegangen. Ich mag es, mit der Bahn zu fahren, aber leider ist es risikobehaftet, gerader wenn man umsteigen muss.

    Nahverkehr in Darmstadt

    Mein Zwischenfazit zu den Öffentlichen : Im Nahverkehr hat alles geklappt, auch weil ich auch gut angebundene Ziele in Darmstadt erreichen musste. Die Preise für die Öffentlichen in Darmstadt halte jedoch ich für etwas überteuert. Für diese Fahrten würde ich mir einen günstigeren Preis wünschen. Gerne hätte ich ein gutes Urteil über die Züge der Bahn gefällt. Doch hier kann man Glück haben oder wirklich in Stress geraten. Ich bin gespannt, ob sich die Lage bei der Bahn in den kommenden Jahren verbessern wird.

    Über meine Car Sharing-Erfahrungen habe ich ja schon im ersten Blogbeitrag berichtet. Auch hier profitieren wir von unserer zentralen Lage. Mindestens drei Stationen, wo Book-n-drive-Fahrzeuge stehen, sind fußläufig zu erreichen. Die Buchung hat – bis auf eine lästige Umbuchung durch den Anbieter – gut geklappt, die App ist gut zu bedienen.

    Car Sharing: Immer pünktlichste abgeben

    Eigentlich also alles paletti, wenn es nicht eine besonders negative Erfahrung gegeben hätte. Bei einer Fahrt war ich sieben Minuten zu spät bei der Rückgabe des Wagens. Da hat mir Book-n-drive dann gleich eine saftige Strafe von 25 Euro aufgebrummt. Klar, mein Fehler, aber für mich schon überzogen. Meine Anfrage, doch bei mir als neuem Kunden kulant zu sein, wurde dann nach einigen Wochen positiv beschieden. Immerhin.

    Zu den „normalen“ Preisen: Ein Fahrt mit Book-n-drive nach Frankfurt zum Arzt an der Mörfelder Landstraße hat mich 36 Euro gekostet. Das muss man dann ins Verhältnis zu den Kosten mit Öffentlichen setzen und auch berücksichtigen, ob das zu erreichende Ziel gut angebunden ist. Eine Fahrt innerorts zum Physio oder zum Tennisplatz lag zwischen 9 Euro und 12 bis 16 Euro. Da ist der Straßenbahn schon günstiger und unwesentlich unkomfortabler.

    Den Heinerliner, den flexiblen On-Demand-Shuttle, habe ich nicht genutzt, so daß sich diesen Vergleich nicht ziehen kann.

    Nun E-Auto im Alltagsbetrieb

    Natürlich bietet das eigene Auto die höchste Flexibilität, aber hier sollte man sich der wahren Kosten bewusst sein. Es geht eben nicht nur um Benzinkosten. Betriebskosten und Wertverlust müssen ebenfalls einkalkuliert werden. Der ADAC setzt für unseren Benziner, einen VW T-Roc 1,5 Liter, zwischen 0,50 und 0,70 Euro pro Kilometer an. Für das Elektroauto, den ID.3, werden zwischen 0,30 und 0,50 Euro pro Kilometer genannt. Durch das Laden an der eigenen PV-Anlage sollten die Kosten für den ID.3 noch weiter gesenkt werden können.

    Mein Zwischenfazit nach den 6 Wochen: Wir leben in zentraler und damit privilegierter Lage in Eberstadt. Die Straßenbahnstation ist um die Ecke, so dass Ziele in Darmstadt und naher Umgebung gut zu erreichen sind – so sie einigermaßen in der Nähe einer Straßenbahnstation oder Bushaltestelle sind. Das Fahren mit der Deutschen Bahn zum Beispiel nach Frankfurt bleibt insbesondere dann Glücksspiel, wenn man einen Anschlusszug in Frankfurt erreichen will. Hier hat man immer ein Gefühl der Unsicherheit. 

    Der private PKW bietet die höchste Flexibilität. Natürlich kann es auch hier zu Stressmomenten kommen, beispielsweise wenn es rund um Darmstadt und Frankfurt staut. Unser neuer ID.3 sollte uns eine wirklich flexible und kostengünstige Lösung bieten, insbesondere dann, wenn wir den Strom aus der eigenen PV-Anlage in die Batterie des Wagens laden können. Weitere Erfahrungen werden wir jetzt im Winter im Alltagsbetrieb sammeln.

    Nur noch ein Auto, wenn einer in Rente ist

    Interessant wird es, sobald einer von uns oder wir beide nicht mehr berufstätig sind. Dann steht wahrscheinlich an, dass wir nur noch einen Wagen fahren und besitzen. Da kommen die Erfahrungen der vergangenen Wochen richtig, denn in der Regel müsste das im Alltag für uns in Darmstadt durch den öffentlichen Nahverkehr, insbesondere das Straßenbahnnetz, funkionieren.

    Und hier erneut mein #60Sekunden Kurzvideo zum Thema, das ich auf TikTok, Instagram und YouTube veröffentliche:

    https://youtube.com/shorts/1SQUbOuonLc?feature=share

    #ÖPNV #Darmstadt #DeutscheBahn #EAuto #Ewwerscht #Ladelust #Nahverkehr #Straßenbahn #Tram