Achso, Tempo 30 gilt da eh schon und es ist eine der Zufahrtsstraßen in die Stadt. Geht also, wenn man will.
Frohen DI.DAY – und natürlich frohes Osterfest an alle, die es feiern. Wir haben auch schon fleißig DI.DAY-Eier gesammelt und die Ausbeute kann sich sehen lassen! 🐣
Denkt dran: Wir haben unser Event diesen Monat um eine Woche nach hinten verschoben. Wir freuen uns schon sehr darauf, am kommenden Sonntag, dem 12.04.2026, ab 14 Uhr mit euch über soziale Medien zu reden!
Lasst es euch gut gehen 😊
➡️ Alle Infos hier: https://termine.di.day/events/1f3262d2-3df0-4009-8b43-5b746fd6fad4
Vier zerbrochene „Ostereier“: Menschen im Iran, Wähler in Ungarn, Knast in der Türkei, Reisen in die USA
Ein kleiner Beitrag zu Ostern rund um vier faule Ostereier, die uns ins Nest gelegt wurden:
Iran: Ein Volk zwischen Regime und Bomben
Ich habe in den letzten Wochen kaum über den Iran geschrieben — nicht, weil mich das Thema nicht beschäftigt, sondern weil ich kaum Worte finde. Seit Ende Dezember 2025 erschütterten landesweite Proteste das Land, ausgelöst durch eine Inflationsrate von über 42 Prozent und einen Rial-Kurs, der auf ein historisches Rekordtief abgestürzt war. Die Antwort des Mullah-Regimes war, wie immer, brutale Gewalt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bis zu 30.000 Toten und 300.000 Verletzten allein durch das Niederschlagen dieser Protestbewegung — Zahlen, die sich kaum fassen lassen. Hinzu kam die umfassendste Internetabschaltung in der Geschichte des Landes, um Beweise für Massaker in Teheran, Maschhad und den kurdischen Gebieten zu verbergen.
Und dann, am 28. Februar 2026, begann das Bombardement. Israel und die USA griffen gemeinsam Ziele im Iran an — Atomanlagen, Militärinfrastruktur, aber auch Wohngebiete. Trump begründete die Angriffe damit, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. Internationale Juristinnen und Juristen bewerten den Angriff mehrheitlich als völkerrechtswidrig. Ob das irgendjemanden aus der Trump-Administration interessiert, darf bezweifelt werden.
Keine Kraft zur eigenen Befreiung
Was mich am tiefsten trifft, ist die Hoffnungslosigkeit: Die iranische Bevölkerung hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass sie dieses Regime nicht will. Sie hat mit ihrem Leben dafür bezahlt — mit Tausenden Toten auf den Straßen, mit Hinrichtungen, mit Gefängnis. Und trotzdem sehe ich keine realistische Chance, dass sie sich aus eigener Kraft von den Mullahs befreien kann. Das ist das eigentlich Tragische an dieser Situation, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man damit umgeht.
Die Journalistin Natalie Amiri, langjährige ARD-Korrespondentin in Teheran, benennt den Grund dafür nüchtern im taz-Interview: Die Proteste haben kaum Bezug zu iranischen Oppositionsgruppen oder echten Parteien — eine organisierte politische Kraft, die das Vakuum nach einem Regimesturz füllen könnte, existiert im größten Teil des Landes schlicht nicht. Das Regime ist erschüttert, aber noch nicht gebrochen — und der Unterdrückungsapparat funktioniert nach wie vor. Die Frage, was danach kommt, bleibt erschreckend offen.
Und Donald Trump? Den interessiert das Schicksal der iranischen Bevölkerung herzlich wenig. Ihn interessiert das Öl, der geopolitische Hebel, und dass seine Verbündeten in Rüstung und Finanzen gut verdienen. Das ist keine Spekulation, das ist eine nüchterne Lageanalyse. Es ist, mit Verlaub, eine Tragödie ohne erkennbaren Ausweg.
Ungarn: Schicksalswahl für Europa — und die Ukraine
Apropos Trump: Während der Nahe Osten brennt, schickt der US-Präsident seinen Vize J.D. Vance nach Ungarn — ausgerechnet jetzt, in den Tagen nach Ostern, kurz vor der Parlamentswahl am 12. April. Es ist bereits der zweite demonstrative Rückenwind aus Washington für Viktor Orbán: Im Februar war Außenminister Marco Rubio nach Budapest gereist und hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán unmissverständlich klargemacht: „Präsident Trump setzt sich zutiefst für Ihren Erfolg ein, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.” Trump-Amerika als Wahlkampfhelfer eines EU-Mitglieds, das russlandfreundliche Politik betreibt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.
Denn die Lage ist ernst — ernster, als es die westlichen Medien in ihrer täglichen Nachrichtenflut vielleicht abbilden. Die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April gehören zu den folgenreichsten politischen Weichenstellungen in Europa in diesem Jahr. Nicht nur für Ungarn selbst, sondern für die gesamte EU und für die Ukraine. Nach 16 Jahren Fidesz-Herrschaft könnte es tatsächlich zu einem historischen Machtwechsel kommen: Unabhängige Umfragen sehen Orbán bei 37 Prozent, seinen Herausforderer Péter Magyar von der Tisza-Partei bei 56 Prozent. Ob das Wahlrecht — das Orbán sich nach Maß hat schneidern lassen — am Ende das Ergebnis zurechtbiegt, bleibt abzuwarten, zu befürchten.
Ein Autokrat, der sein Volk beschimpft
Was die Korrespondentin Verena Mayer aus einem Orbán-Auftritt in der westungarischen Stadt Győr berichtet, spricht Bände: Das Publikum pfiff und buhte. Orbán begann zu schreien — sagte von oben herab, wer ihn nicht wähle, stehe nicht auf der Seite Ungarns. Es ist das Bild eines strauchelnden Autokraten, dessen Narrativ nach 16 Jahren nicht mehr zieht. Orbáns Botschaft ist dabei immer dieselbe: Die Ukraine sei der Feind, die EU finanziere den Krieg, und nur er könne das stoppen.
Dazu eine Beziehung zu Putin, die offenbar noch tiefer geht, als bisher bekannt: Die Washington Post berichtete, dass Ungarns Außenminister während EU-Gipfeln mit Russlands Führung telefoniert und vertrauliche Informationen weitergegeben haben soll. Brüssel zeigte sich „äußerst besorgt” — Ungarn bestritt die Vorwürfe.
Magyar hingegen hat von Anfang an eine andere Kampagne geführt: keine abstrakten Demokratie-Debatten, sondern Lebensbedingungen, Korruption, blockierte EU-Gelder. Sollte Magyar gewinnen, könnte Ungarn zeigen, dass sich eine Demokratie von innen erholen kann. Für Europa und für die Ukraine wäre das ein Signal von kaum zu überschätzender Bedeutung: Ein Ungarn, das nicht länger als Trojanisches Pferd Russlands innerhalb der EU agiert, verändert die politische Arithmetik in Brüssel grundlegend.
Türkei: Erdoğans Justiz als Waffe
Bei allen aktuellen Krisenherden gerät nur zu oft aus dem Blick, was weiterhin in der Türkei passiert. Dabei ist das Muster seit Jahren dasselbe: Erdoğans Regime nutzt die Justiz systematisch als Waffe gegen politische Gegner. Jetzt traf es Mustafa Bozbey, den Bürgermeister von Bursa — der Partnerstadt von Darmstadt. Bozbey gehört der CHP an, die bei den Kommunalwahlen 2024 in Bursa deutlich gewonnen hatte. Dass ausgerechnet erfolgreiche Oppositionspolitiker kurz nach Wahlsiegen in Untersuchungshaft landen, ist kein Zufall. Das ist Methode — dieselbe Methode, mit der zuvor schon Istanbuls Bürgermeister Ekrem İmamoğlu aus dem Verkehr gezogen wurde.
Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz hat sich in dieser Frage klar positioniert: Die Umstände der Festnahme weckten „erhebliche Zweifel an der Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien und demokratischer Standards”. Bereits nach der Inhaftierung İmamoğlus hatte die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung auf Initiative von Benz eine Resolution verabschiedet, die die Instrumentalisierung der Justiz gegen politische Gegner klar verurteilt.
Und Benz soll auch gegenüber türkischen Würdenträgern persönlich Haltung bezogen haben. Dass Widerspruch gegen Autokratie manchmal aus der kommunalen Ebene kommt, dort wo Partnerstädte keine Abstraktion sind, sondern Menschen, die man kennt und die jetzt im Gefängnis sitzen, ist wichtig und bemerkenswert. Die EU dagegen schaut seit Jahren zu. Das ist keine Außenpolitik. Das ist Wegsehen mit Handreichung.
WM 2026: Zurück in die USA — aber besser nicht
Zurück in die USA. Die Fußball-WM 2026 ist kein Sportturnier mehr. Sie ist ein geopolitisch aufgeladenes Geschäftsmodell mit Ball — und mittendrin die demonstrative Verbrüderung von Donald Trump und FIFA-Chef Gianni Infantino, die das Turnier zur Bühne für Macht, Geld und Selbstinszenierung machen. Dass der DFB sich dabei in betretenem Schweigen übt und das Wort „Boykott” offenbar als unzulässig gilt, ist bezeichnend. Statt Haltung gibt es Teilnahme. Statt Kritik: Mitlaufen — über knapp 40 Tage Dauerbeschallung.
880 Euro für Deutschland gegen Curaçao
Was die FIFA parallel abzieht, ist ökonomisch dreist. Von Moral will ich bei der FIFA und Herrn Infantino gar nicht reden. Ein „offizielles” Ticket-Weiterverkaufsportal, das selbst mitkassiert, ist nichts anderes als organisierte Abzocke mit Gütesiegel. Wenn ein Spiel wie Deutschland gegen Curaçao von 60 auf 880 Euro hochgehandelt wird — plus 15 Prozent Gebühr für den Weltverband —, dann ist das kein Markt, das ist ein Abzocksystem, mit dem man sich ungeniert die Taschen füllt. Warum also dann boykottieren und protestieren?
Wer noch immer überlegt, für dieses Spektakel in die USA zu reisen, sollte sich fragen, wofür genau — angesichts eines politisch instrumentalisierten Turniers und einer Sicherheitslage und gesellschaftlichem Klima, das alles andere als stabil ist. Die ehrlichste Form des Protests ist in diesem Fall vielleicht die einfachste: nicht hingehen, nicht einschalten, nicht mitspielen. Denn solange das System liefert, was es will — Aufmerksamkeit, Geld, Legitimation —, wird sich nichts ändern.
Ich weiß, das sind keine wirklich schönen, bunten Ostereier und ich höre auch jetzt besser auf, auch wenn mich Frau Reiche juckt. Aufgeben zählt nicht. Euch allen trotzdem frohe Ostern.
Also, bei uns gibt es zu Ostern die Tradition des Eierklopfens: Zwei Personen halten je ein hart gekochtes Ei, schlagen die Spitzen gegeneinander, und wessen Ei zerbricht, hat verloren. Und ich würde ja nur zu gerne …Quellen & Leseempfehlungen
Backstabbed + Drover + Regrets + Blind Ambition
13.06.2026
Einlass: 20:00, Beginn: 21:00
Oettinger Villa, Darmstadt
https://geisterstadt.eu/concerts/backstabbed-drover-regrets-blind-ambition
#OettingerVilla #darmstadt #hardcore #metalcore #neuaufgeisterstadt
Darmstadts Partnerstadt Bursa: Bürgermeister Bozbey verhaftet. OB Hanno Benz verurteilt das — zu Recht. Was in der Türkei passiert, ist ein Lehrstück in Autokratie: Wer Erdogan gefährlich werden könnte, kommt ins Gefängnis. Das wird als Justiz getarnt, ist aber Machterhalt.
#Türkei #Erdogan #Rechtsstaatlichkeit #darmstadt
https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/darmstaedter-oberbuergermeister-besorgt-ueber-festnahme-des-amtskollegen-in-der-tuerkei-94246324.html
RE: https://mastodon.social/@meganmariehart/116336118280635094
20 minutes till the second Kain und Abel since 1914! We’re, like, making some history here!
KAIN UND ABEL
🗓️ Arpil 2
🕢 19:30
📍 Staatstheater Darmstadt
Music & Libretto: Felix Weingartner
Conductor: Daniel Cohen
Eva: Katrin Gerstenberger
Ada: Megan Marie Hart
Adam: Joel Allison
Kain: David Pichlmaier
Abel: Heiko Börner
Staatsorchester Darmstadt
Staging: Kerem Hillel
ℹ️ https://www.staatstheater-darmstadt.de/veranstaltungen/kain-und-abel-aus-der-tiefe.2037/
#opera #Darmstadt #Hessen #Weingartner #KainUndAbel #operaSinger
Hang zur Zukunft: Osthang bleibt veröffentlich alternatives Nutzungskonzept
Bis vor kurzem war der Osthang ein selbstverwaltetes kulturelles Zentrum in Darmstadt. Im Februar wurde die Besetzung von einem Polizei-Großaufgebot gewaltsam geräumt um eine Bebauung des Geländes zu erzwingen.
Die Initiative Osthang bleibt gibt sich so schnell allerdings nicht geschlagen und schlägt nun einen Gegenentwurf zum Nutzungskonzept der Stadt vor: "Lebendige Stadträume entstehen nicht durch fertige Bauprojekte, sondern durch Nutzung, Zeit und Offenheit."
Mehr dazu hier
👉 https://wald-statt-asphalt.net/hang-zur-zukunft/