(2)
Jeden Morgen wenn die Hand doch wieder zittert, während ich den Kaffee in die Tasse gieße, bin ich enttäuscht. Immer noch glaube und hoffe ich, das Zittern könnte einfach so verschwinden. Über Nacht. Überraschend. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit. Vermutlich ist es nicht gut den Tag mit einer Enttäuschung zu beginnen. Vermutlich ist es ebenso schlecht jegliche Hoffnung fahren zu lassen. Vielleicht sollte ich meine Einstellung ändern, mein Zittern endlich annehmen als einen Teil von mir und die Hoffnung darauf richten, dass ich verstehe, was mein Körper mir damit sagen will, dass ich einsehe, welche Alternativen er mir bietet.
Auf Facebook beklagte kürzlich eine Frau, die ungefähr so alt sein muss wie ich, ihr Schicksal. Unter den Kommentaren viel Ermutigung, die letztendlich in Relativierung hinauslief, oder sogar dieses scheinbar unvermeidliche: Es ist nie zu spät. Nur ein einziger Kommentar, der einfach Mitgefühl zeigte: „Es tut mir leid, dass es so gelaufen ist“. Vielleicht könnte ich mir ein Beispiel daran nehmen. Morgens zu mir sagen: Ja, das ist schlimm. Und dann weitermachen, mit dem was alles andere als schlimm ist.
#Enttäuschung #Mitgefühl #Zittern