Happy birthday, Alan Kay! Kay received the 2003 #ACMTuringAward for pioneering many of the ideas at the root of contemporary object-oriented programming languages, leading the team that developed Smalltalk, and for fundamental contributions to personal computing. https://amturing.acm.org/award_winners/kay_3972189.cfm

Der Mann, der Ihr Smartphone erdacht hat

Tippen Sie gerade auf einem Smartphone? Wischen Sie durch ein Menü mit Icons? Nutzen Sie eine Maus? Dann arbeiten Sie mit Ideen, die ein Mann vor über 50 Jahren skizziert hat. Damals noch auf Papier – für einen Computer, den es noch gar nicht gab.

Alan Kay wird 86 – ein Visionär, dessen Ideen unseren Alltag prägen

Am 17. Mai 2026 feiert Alan Curtis Kay seinen 86. Geburtstag. Der US-amerikanische Informatiker gilt als einer der einflussreichsten Vordenker der Computergeschichte – und ist dennoch dem breiten Publikum weit weniger bekannt als seine Ideen. Ein guter Anlass, ihn und sein Werk zu entdecken. 

Wer ist Alan Kay?

Alan Curtis Kay wurde am 17. Mai 1940 in Springfield, Massachusetts, geboren als Sohn eines australischen Prothesenbauers und einer US-amerikanischen Musikerin. Diese ungewöhnliche Mischung aus Naturwissenschaft und Kunst sollte sein gesamtes Denken prägen. Kay war nicht nur Informatiker: Im Laufe seines Lebens arbeitete er als professioneller Jazzgitarrist, Komponist, Theatergestalter und klassischer Organist – ein Denker mit Künstlerseele.

Er studierte Mathematik, Molekularbiologie und schließlich Informatik an der University of Utah, wo er mit Ivan Sutherland – dem Pionier der Computergrafik – zusammenarbeitete. 1969 promovierte er mit einer Dissertation über ein von ihm entwickeltes Konzept/System namens FLEX, ein früher Vorläufer dessen, was später als Personal Computer die Welt verändern sollte.[1]

Das Dynabook – das Tablet, das seiner Zeit 40 Jahre voraus war

1968 hatte Kay eine Vision, die ihn nicht mehr losließ: ein flacher, tragbarer Computer, leicht genug für ein Kind, mit dem man lesen, schreiben, rechnen und programmieren konnte. Er nannte es das Dynabook. Gebaut wurde es nie, aber Jahrzehnte später hielt die Welt sein Konzept in Händen: als iPad, als Kindle, als Laptop.

Kay ließ sich dabei von Seymour Papert inspirieren, dem Pionier des Lernens mit Computern am MIT, Massachusetts Institute of Technology. Seine Überzeugung: Computer sollten keine Rechenmaschinen für Experten sein, sondern Werkzeuge des Denkens für alle – besonders für Kinder.[2]

Xerox PARC – die Werkstatt der Zukunft

Ab 1971 arbeitete Kay ein Jahrzehnt lang im legendären Palo Alto Research Center (PARC) [3] des Xerox-Konzerns in Kalifornien. Dort entwickelte er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zwei Erfindungen, die die Computerwelt bis heute prägen:

  • Smalltalk – eine der ersten objektorientierten Programmiersprachen, die Grundlage für Objective-C, Java, Ruby, Python und viele weitere moderne Sprachen war[4].
  • Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) – Fenster, Icons, Maus, Menüs. Was Apple mit dem Macintosh 1984 der Welt präsentierte, stammte konzeptionell aus dem PARC. Steve Jobs selbst besuchte das Labor und ließ sich inspirieren.

Kay drehte in dieser Zeit Filme, in denen Kinder mit Computern spielten und eigene Programme schrieben – in einer Ära, in der Computer noch riesige, unzugängliche Maschinen für Spezialisten waren.

Der Turing Award

2003 erhielt Kay den ACM Turing Award – den höchsten Preis der Informatik, oft als „Nobelpreis der Informatik“ bezeichnet. Die Begründung: „… für viele der Ideen, die den heutigen objektorientierten Programmiersprachen zugrunde liegen, für die Leitung des Teams, das Smalltalk entwickelt hat, und für grundlegende Beiträge zum Personal Computing.“

Werke von und über Alan Kay

Wer tiefer in Kays Denken eintauchen möchte, findet in unserem Bestand sowie Fachdatenbanken wie zum Beispiel der „ACM Digital Library“ hervorragendes Material:

Author‘s Profile: Alan Curtis Kay via ACM DL

Schriften von Alan Kay

  • Kay, Alan (1972): A Personal Computer for Children of All Ages – das ursprüngliche Dynabook-Konzeptpapier (frei online über ACM) https://dl.acm.org/doi/10.1145/800193.1971922
  • Kay, Alan Curtis (1968): FLEX – a flexible extendable language (über TIB-Portal und vor Ort)
  • Goldberg, A., & Kay, A. (1977): Methods for teaching the programming language Smalltalk. In Teaching Smalltalk (Issue 1). XEROX Palo Alto Research Center (über TIB-Portal und vor Ort)
  • Kay, Alan (1993): The Early History of Smalltalk – Kays persönliche Rückschau auf die Entstehung von Smalltalk (frei online über ACM) https://dl.acm.org/doi/10.1145/154766.155364
  • Kay, A. (2002). The Computer Revolution Hasn’t Happened Yet. In: Herczeg, M., Prinz, W., Oberquelle, H. (eds) Mensch & Computer 2002. Berichte des German Chapter of the ACM, vol 56. Vieweg+Teubner Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-322-89884-5_3

Unterschiedliche Medien über Kay und seine Epoche (Bibliotheksbestand)

  • Kay, A. (2017). The HLF Portraits: Alan Kay. In The HLF Portraits. Heidelberg Laureate Forum Foundation. https://doi.org/10.5446/40194
  • Goldberg, Adele / Robson, David: Smalltalk-80: The Language and Its Implementation (1983) – Das Standardwerk zur von Kay mitentwickelten Sprache. ISBN 978-0201113716 (über TIB-Portal)
  • Shasha, Dennis / Lazere, Cathy: Out of Their Minds: The Lives and Discoveries of 15 Great Computer Scientists (1995) – enthält ein eigenes Kapitel über Kay. Corr. 2. printing. Copernicus. ISBN 0387979921 (über TIB Portal)

„Die Computer-Revolution hat noch nicht begonnen

Was bleibt von Alan Kay? Eine scheinbar paradoxe Aussage: 1997 erklärte er, die Computer-Revolution habe noch gar nicht stattgefunden – und steht bis heute zu dieser Einschätzung. Für Kay sind Computer noch immer zu sehr Werkzeuge der Routine und zu wenig Instrumente des tiefen Denkens. Seine Vision war stets eine andere: Computer, die Menschen helfen, Ideen zu entwickeln, die Welt wirklich zu verstehen und Probleme grundlegend neu zu durchdenken.

In Zeiten Künstlicher Intelligenz, in denen Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen, klingt Kays Frage aktueller denn je: Nutzen wir Technologie wirklich, um klüger zu werden – oder nur, um schneller zu sein? Am 17. Mai feiert er seinen 86. Geburtstag. Ein guter Anlass, sein Denken (wieder) zu entdecken – in unserer Bibliothek und online.

Weitere Quellen & Nachweise

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Kay

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dynabook

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Xerox_PARC

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Smalltalk_(Programmiersprache)

#LizenzCCBY40INT #Informatik #ComputerScience #Informatiker #ComputerScientist #PersonalComputer #Dynabook #ACMTuringAward #ACMDigitalLibrary
Happy Birthday to Ivan Sutherland, recipient of the 1988 #ACMTuringAward for his pioneering and visionary contributions to computer graphics, starting with Sketchpad, a groundbreaking interactive computer-aided design system, and continuing thereafter: https://amturing.acm.org/award_winners/sutherland_3467412.cfm
#OTD in 1930, 1972 #ACMTuringAward recipient Edsger Dijkstra was born. He received the award for elevating programming to a rigorous, intellectual discipline, arguing programs should be built correctly, not debugged into correctness. For more: https://amturing.acm.org/award_winners/dijkstra_1053701.cfm
Happy birthday, Patrick Hanrahan! Hanrahan received the #ACMTuringAward in 2019 for fundamental contributions to 3D computer graphics, and the impact of computer-generated imagery (CGI) in filmmaking and other applications. Read more about Hanrahan: https://amturing.acm.org/award_winners/hanrahan_4652251.cfm
Happy birthday, Ron Rivest! Ron Rivest, Leonard M. Adleman, and Adi Shamir received the 2002 #ACMTuringAward for their ingenious contribution to making public-key cryptography useful in practice with the RSA public key cryptosystem. Rivest discusses RSA: https://youtu.be/p1I1LC1DpeA?si=dsdo2_tktl48HJ7o
Happy birthday, Robert E. Tarjan! With John E. Hopcroft, Tarjan received the 1986 #ACMTuringAward for fundamental achievements in the design and analysis of algorithms and data structures. His work laid the foundation for efficient problem-solving, influencing generations of researchers in computer science. Visit Tarjan’s ACM profile, here: https://amturing.acm.org/award_winners/tarjan_1092048.cfm

Happy birthday to #ACMTuringAward recipient Manuel Blum! Blum received the 1995 ACM Turing Award for his contributions to the foundations of computational complexity theory and its applications to cryptography and program checking.

In this video, Blum explains his counterintuitive thesis result known as the “speedup theorem”: https://youtu.be/jxpg9oub6ek?si=1dhocyvDdXfxbhD-

On this day in 1941, Amir Pnueli was born. He received the 1996 #ACMTuringAward for seminal work introducing temporal logic into computing science and for outstanding contributions to program and system verification: https://amturing.acm.org/award_winners/pnueli_4725172.cfm

On this day in 1931, #ACMTuringAward recipient Frederick Brooks, who was born. Brooks received the 1999 #ACMTuringAward for landmark contributions to computer architecture, operating systems, and software engineering.

Brooks discusses his experiences as a Harvard graduate student with Howard Aiken and fellow Turing awardee Ken Iverson: https://youtu.be/LaRN7LQkwE8?si=StGDMT0kKmWo4s5R