Kluges

Zu Regierungsmacht und Herrschaft im real existierenden Kapitalismus

Schnellsprecher und regelmässiger TV-Talkshowgast Albrecht von Lucke tritt schon lange in einer mir wenig sympathischen Rolle als besserwissender Regierungsberater in spe auf. Ihm gefällt das. Und er ist, das ist nicht allen in diesem Business vergönnt, nicht nur Schnellschwätzer sondern auch Schnelldenker. Wenn Sie also zur eigenen Meinungsbildung eine immanente Bundeskanzlerkritik mit allen seinen wesentlichen strategischen Dilemmata suchen, sind Sie bei Lucke richtig:

Kanzler ohne Konzept: Ein Jahr Friedrich Merz – Man will es kaum glauben, aber am 6. Mai ist es gerade einmal ein Jahr her, dass Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt und anschließend samt seiner Ministerinnen und Ministern vereidigt wurde. Offensichtlich gilt hier der alte, Lenin zugeschriebene Satz: »Es gibt Jahrzehnte, in denen nichts passiert, und Wochen, in denen Jahrzehnte passieren.«”

Über 4,5 Mio. flohen übrigens am Sonntagabend nach dem quotenschwachen Schweizer “Tatort” (7 Mio.) vor dem Bundeskanzler (und Frau Miosga). Sie wollten ihn weder sehen noch hören. 2,7 Mio. blieben dran – wieviele mit und wieviele davon schon ohne Bewusstsein wird nicht ermittelt.

Um einiges tiefer geht Jacobin mit einem Buchauszug von Timo Daum:

Musk ist der Ford unserer Zeit – Elon Musk mag auf rechtsextremen Abwegen unterwegs sein. Aber das war der Antisemit Henry Ford auch. Und so wie der Fordismus nichtsdestotrotz Epoche gemacht hat, muss man auch die Innovationen des Teslismus ernst nehmen.”

Aufgreifen von Widersprüchen plus ihre intelligent-kritische Betrachtung – das ist in hiesiger Publizistik selten.

Hierzulande ist es Brauch, hinter der Musik aufgeregt hinterherzulaufen. So kommt dann ein deutscher Politiker, seit fast 10 Jahren für die Medienpolitik der 16 deutschen Bundesländer mitverantwortlich (für Hamburg), 30 Jahre zu spät zu diesen weisen Einsichten: “Die Teilhabe an digitalen Kommunikationsräumen ist auch für Kinder ein Menschenrecht.” Der Ausschluss von Jüngeren sei ein Bekenntnis, dass man es nicht schaffe, die Plattformen so zu gestalten, dass sie für Kinder nicht schädlich seien. Ältere Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, hätten zudem oft viel größere Probleme im Umgang mit der Technologie und den Plattformen. … Die ursprüngliche Idee hinter sozialen Netzwerken, dass Menschen sich unterhalten und verbinden, sei theoretisch zwar noch möglich. In der Realität passiere das aber nicht mehr. … “Eigentlich hätte so etwas wie Social Media nur öffentlich-rechtlich gebaut werden dürfen. Das haben wir damals nicht verstanden und jetzt kriegen wir das nicht mehr hin”. So meldet es ein Medienfachdienst, von dem ich nicht weiss, wie viele den überhaupt lesen. Oder kannten sie den Herrn Brosda schon? Immerhin ein Sozialdemokrat, der zu Einsichten fähig ist. Müsste also eigentlich berühmt sein.

Dummes

Eine Meldung der britischen Nachrichtenagentur Reuters behauptet, und deutsche Medien übernehmen diese Sichtweise ungeschüttelt und ungerührt, den grössten Ländern der Welt, Indien und China, “drohe” ein WM-Blackout. Tatsächlich bedroht dieser “Blackout” das Geschäftsmodell der Fifa. Wie Drogenabhängige ist sie von ebendiesen 2,5 Mrd. starken Bevölkerungen und ihrer Aufmerksamkeit abhängig. Ohne sie verliert sie einen grossen Haufen Kapital – und die damit verbundene Macht. Gut so. Ein Desaster für die Fifa und ihren Partner Donald Trump wäre das beste an dieser WM.

Kluges – Beueler-Extradienst

Wer sind die Profis?

Und wer nicht? Ein kleiner Kommunikationscrash beim BVB wirft politische Fragen auf

Schon als ich selbstständig arbeitete – es war 2005/6 nur ein Jahr – war es ein klarer Tatbestand. Mit PR-Arbeit lässt sich im real existierenden Kapitalismus ein Vielfaches des Geldes verdienen, das für unabhängigen Journalismus ausgelobt wird. Folgerichtig sind Lokalredaktionen von Medien von ihren Milliardärsarbeitgeber*inne*n runtergehungert, während PR-Abteilungen von Profifussballvereinen aufgeblasen sind.

Wie mag es in dieser Hinsicht beim Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum, der “Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommandit-Gesellschaft auf Aktien” aussehen? Dieses Schaubild lässt nur Vermutungen zu. In der Spalte “Kommunikation” die wg. fehlendem Namen aktuell ohne Führung zu sein scheint, mindestens 7, aber schätzungsweise eher 35-50 Personen. Was mögen die wohl alle den ganzen Tag machen?

Ehrenamtliche Fanblogs, wie bei meiner wahren Borussia seitenwahl.de, oder bei der Reichen-Borussia schwatzgelb.de, werden dagegen ohne Geld, aber oftmals mit vielfacher Sachkenntnis betrieben. Für die Verbindung der Fussballkonzerne in das wahre Leben hier draussen sind sie unentbehrlich. Immer fundamental zugeneigt, aber meistens kritischer als all die eingebetteten Kommerzmedien, und daher gut funktionierende Frühwarnsysteme.

Was also will die hochprofessionelle Kommunikationsabteilung des Fussballkonzerns aus dem westfälischen Raum uns damit genau mitteilen? Das lässt nur einen politischen Schluss zu.

Das Informationsfreiheitsgesetz muss weit aggressiver und offensiver ausgedehnt werden, für staatliche, staatlich geförderte und privatgewerbliche Organisationen. Aus Art. 14 GG lässt sich das direkt ableiten: “(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.” Oft gehört, nie gesetzlich umgesetzt, trotz klaren Auftrags: “Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.”

Seit Jahren propagiert Helmut Lorscheid hier die Absicherung eines Presseauskunftsrechtes. So bescheiden ist der Junge (70). Dieses Recht muss Bestand haben, auch wenn die “Presse” eines Tages ausgestorben ist. Und es muss für alle Unternehmen gelten, die die Öffentlichkeit mit ihrem Treiben behelligen.

Und was dann Lüge und was Wahrheit ist, das wollen wir selbst entscheiden (die Paywall zu diesem Link bohre ich Ihnen gerne auf, hier wird darauf Bezug genommen).

Und das zum heutigen Kampftag der Arbeiterklasse

Zum heutigen Feiertag und zur Verbesserung Ihrer ganz persönlichen Informationsfreiheit empfehle ich Ihnen diese Texte:

Markus Wissen/Blätter: Radikaler Reformismus statt Resignation – Eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus – Angesichts der gegenwärtigen Weltlage brauchen emanzipatorische Kräfte viel Energie und einen langen Atem. Dafür sind Konzepte unabdingbar, die, ausgehend von einer nüchternen Analyse der Situation, strategische Horizonte öffnen. Degrowth, Buen Vivir, Vergesellschaftung oder Care Revolution sind Beispiele für mobilisierungsfähige Entwürfe. Eine Leitidee, die vielen dieser Konzepte zugrunde liegt, ist der radikale Reformismus. Welchen Gebrauchswert hat dieser aktuell für progressive Politik?” Der Autor entstammt dem gleichen Mittelrhein-Kaff wie unser oben schon erwähnter Autor Helmut Lorscheid.

Sükran Budak, Ongoo Buyanjargal, Romin Khan und Neva Löw/Jacobin: Gewerkschaften müssen die Migrationsgesellschaft verteidigen – Repressive Migrationspolitik diszipliniert nicht nur Migrantinnen und Migranten – sie schwächt die gesamte Arbeiterklasse. Für die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund zu kämpfen ist darum die ureigenste Aufgabe von Gewerkschaften.”

Wer sind die Profis? – Beueler-Extradienst

Fast #abstrakt anmutend,
schemenhaft hinter #Riffelglas:

Morgenlicht auf Forsythie
mit Restblüten und schon
frühlingshaft frischem Grün.

Angenehme, intensive Farben
mit fließenden Formen.

#Forsythie #Sonne #Frühling #Blätter
#Forsythia #sun #spring #leaves
#verwischt #blurred #Natur #nature

Wenn die ersten Blätter des Ginkgo sich zaghaft entfalten

When the first leaves of the Ginkgo tree begin to unfurl timidly

#leaves
#blätter
#ginkgo
#diekleinendinge
#thelittlethings
#natur
#nature
#macrophotography
#phonephotography

Fast #abstrakt anmutend,
schemenhaft in
#gelb-#grün-#blau:

Noch helles, frisches,
teilweise auch schon kräftiges Grün.
Und noch ein Rest Forsythienblüte
in heller Frühjahrssonne,
durch #Riffelglas betrachtet.

#Forsythie #Sonne #Frühling #Blätter
#Forsythia #sun #spring #leaves
#verwischt #blurred

@blaetter.bsky.social

📌 Zitat aus dem lesenswerten Text:
»Militarisierung und Kriege sind für bestimmte Wirtschaftsbranchen ein gutes Geschäft. So profitieren vom aktuellen Krieg auch die westlichen Öl- und Gaskonzerne wie BP, Chevron, ExxonMobil, Total und Shell durch den enormen Preisanstieg infolge der Sanktionen gegen Russland. «

#Blätter nicht auf #Mastodon?

#Fossilindustrie #Kapitalismus #Krieg #Ukraine #Russland #USA #Trump #Merz #Klingbeil #Spahn #noafD #Faschismus

Wenn uns der Moos-Steinbrech mit seinen purpurnen Blättern verzaubert

When the moss saxifrage enchants us with its purple leaves

#leaves
#blätter
#plants
#pflanzen
#diekleinendinge
#thelittlethings
#phonephotography

Ich liebe Regentage.
Überall diese wunderbar glitzernden Tropfen. 💧🌱

#natur #regen #landwirtschaft #wasser #wassertropfen #regentropfen #klima #schönheit #alltag #blätter

Jeden Frühling hält Japan den Atem an.

https://www.youtube.com/watch?v=zUcNreiO2s8

Nicht nur um die Kirschblüten zu sehen,
sondern um zu bestätigen, dass sie wiederkehren.

Dies ist die Geschichte des Hanami.
Seine Ursprünge in tausend Jahren Frühling.
Seine Philosophie der Vergänglichkeit.
Und warum eine fallende Blüte
vielleicht das Schönste der Welt ist.

#Bäume #Blätter #Frühling #Hanami #Japan #Kirschblütenfest #Pflanzen #Wissen
HANAMI : The Beauty of Letting Go

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