Emulador de Sinclair QL con HamGeek MiSTer

En este artículo vamos a emular el ordenador más interesante de Sinclair sobre un sistema MiSTer de HamGeek.

Sobre Sinclair QL

En 1984, Sinclair realiza una arriesgada apuesta por entrar en el incipiente mercado del ordenador personal con el QL. Prisas en el lanzamiento y errores de diseño conllevaron una baja aceptación por parte de los potenciales clientes. No obstante, la comunidad de usuarios mantuvo vivo este sistema con actualizaciones de su ROM.

Su arquitectura hardware se basa en un Motorola 68008 a 7,5 MHz, 128 KB de RAM y dos circuitos integrados de apoyo propietarios de Sinclair, los ZX8301 y ZX8302, encargados de la gestión de vídeo, memoria y periféricos. Asimismo, un Intel 8049 gestionaba teclado, joysticks y sonido.

Entorno e instalación del emulador

Elementos

Vamos a necesitar los siguientes elementos:

  • HamGeek MiSTer.
  • Monitor con entrada HDMI.
  • Teclado USB.

Instalación

Este emulador viene incluido en el core QL, que seleccionaremos dentro del menú Computer.

Bastará con seleccionar el core.

Emulación

Una vez realizados los pasos anteriores, dispondremos de la pantalla de inicio del QL.

Esta versión viene con la ROM Minerva por defecto, un sistema operativo para QL creado por la comunidad de usuarios que corregiría los múltiples errores de programación de la ROM original. Para revivir el QL clásico, vamos a descargar la ROM original para España. La denominación de esta ROM era MGE. La descargaremos de una web especializada en QL.

$ wget https://www.sinclairql.net/djw/qlrom/mgerom.zip $ unzip mgerom.zip

Subiremos el archivo rom vía FTP al directorio /media/fat/games/QL de MiSTer.

Pulsamos [F12] para ir al menú de carga de ROM y cargamos el archivo mge.rom.

Ahora nos aparecerá el mensaje de copyright de Sinclair Research Ltd. Seleccionamos [F2] para entrar en modo TV clásico.

El QDOS está integrado en el SuperBASIC de Sinclair. Podemos probar a utilizar este lenguaje.

Y escribiremos un nuevo «Hola mundo».

#1984 #HamGeekMiSTer #Intel8049 #Motorola68008 #Sinclair #SinclairZX8301 #SinclairZX8302
Roland Emmerich – „Das Arche Noah Prinzip“ (1984)

Roland Emmerich steht für Spektakel. Für Kino, das kracht, brennt, zittert, für Explosionen, die zu großen Erzählungen wurden. Doch bevor der Regisseur zum „Master of Disaster“ wurde, schuf er ein fast intellektuelles und stilles Debüt. Sein Studentenfilm von 1984 wird nun in der ARD wiederholt. Das ist exakt der eine Film, den ich mir aus Anlass von Emmerichs 70. Geburtstag gewünscht habe. Herzlichen Glückwunsch, Herr Emmerich! (ARD, Wh.)

Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/roland-emmerich-das-arche-noah-prinzip-1984/

Kuratiert: Überwachung , KI-Feeds, die Geschichte und Macht der Plattformen

Zeit für eine neue Runde Kuratiert.: ein paar Fundstücke aus der Welt der Digitalisierung, die mir in den letzten Tagen besonders aufgefallen sind. Dieses Mal kreisen viele davon um zwei ziemlich alte Themen der digitalen Gesellschaft: Überwachung und Macht. Es geht um Gesichtserkennung im Iran und die Verfolgung der Protestierenden, um Moderation und Kontrolle bei ChatGPT, um Metas Pläne für KI-Feeds und Datenbrillen – und um die Frage, wie die großen Plattformen ihre Macht aufgebaut haben und wie viel Einfluss sie inzwischen auf Kommunikation, Aufmerksamkeit und Verhalten haben. Kurz gesagt: ein kleiner Rundgang durch die Infrastruktur der digitalen Gegenwart.

  • Von „1984“ zur Gesichtserkennung im Alltag im Iran
  • Geht Widerstand der Iraner angesichts der Überwachung überhaupt?
  • ChatGPT liest Chats mit – und gibt Daten im Zweifel weiter
  • Zuckerberg, die ach so smarten Brille und für mich erstellte KI-Inhalte
  • Wenn Algorithmen Inhalte gleich selbst produzieren
  • ZDF Doku: Von sozialen Netzwerken zur Aufmerksamkeitsmaschine und allmächtigen KI
  • Damals, als soziale Netzwerke noch sozial waren. Vorbei
  • Die entscheidende Frage: Wer steuert die digitale Macht?
  • Von „1984“ zur Gesichtserkennung im Alltag im Iran

    Nach vielen Jahren habe ich mir vor Kurzem wieder George Orwells „1984“ angehört – als Hörbuch. Diese Welt, in der der „Televisor“ jeden Raum überwacht, in der der Staat jede Bewegung registriert und „Big Brother“ im Grunde überall ist, ist schwere Kost: Was für eine beklemmende, überzeichnete Vision von totaler Kontrolle. Eine literarische Warnung aus dem Jahr 1949. Und dann lief im ZDF ein Beitrag von „ZDF frontal“ über den Iran. Die entsprechenden Recherchen wurde mit einer Reihe weiterer Redaktionen durchgeführt.

    Die Recherche zeigt, wie das Regime Gesichtserkennungssoftware nutzt, um Protestierende zu identifizieren. Kameras scannen Menschen in U-Bahn-Stationen, Algorithmen gleichen Gesichter mit staatlichen Datenbanken ab, Verhaftungen folgen oft erst später – gezielt und ohne Öffentlichkeit. Der Unterschied zu Orwell? Es braucht heute keinen Televisor mehr im Wohnzimmer. Ein paar Kameras im öffentlichen Raum und ausreichend Rechenleistung reichen offenbar schon. Big Brother ist digital geworden – und erstaunlich effizient.

    Geht Widerstand der Iraner angesichts der Überwachung überhaupt?

    Der Überwachungsstaat arbeitet leise und effizient. Vor diesem Hintergrund wirken politische1

    Kommentare aus dem Westen fast schon zynisch. Wenn etwa Donald Trump fordert, die Menschen müssten sich eben gegen solche Regime erheben – wie genau soll das funktionieren, wenn der Staat dein Gesicht kennt, bevor du überhaupt den ersten Protestschritt machst? Orwell hätte vermutlich gesagt: Big Brother sieht alles. Heute erledigt das ein Algorithmus. Hier geht es zum Beitrag. Unbedingt das Video ansehen und den Beitrag lesen.

    ChatGPT liest Chats mit – und gibt Daten im Zweifel weiter

    Apropos Überwachung und Kontrolle: ChatGPT ist für viele längst mehr als ein Alltagswerkzeug. Alle möglichen Themen werden abgefragt, denn die KI fasst ja alles so konsumierbar zusammen. ABER: OpenAI scannt Chats automatisch nach problematischen Themen, lässt auffällige Gespräche von Moderatorinnen und Moderatoren prüfen und kann sie im Zweifel sogar an die Polizei weitergeben. Anlass für die neuen Sicherheitsmaßnahmen ist der Suizid eines Teenagers in Kalifornien. Auf Netzpolitik.org und bei Jörg Schieb findet ihr mehr zum Thema.

    Zuckerberg, die ach so smarten Brille und für mich erstellte KI-Inhalte

    Apropos Gesichtserkennung: Mark Zuckerberg ist von Kamerabrillen mit integrierter Gesichtserkennung begeistert. Was bei Meta als futuristisches Feature daherkommt, wirkt bei näherem Hinsehen wie der nächste Schritt zur beiläufigen Totalerfassung des öffentlichen Raums. Fabian Peters beschreibt bei „Basic Thinking“, warum diese Vision weniger nach technologischem Fortschritt als nach einem massentauglichen Identifikationssystem wirkt.

    Wenn jede Brille potenziell weiß, wer dir gerade gegenübersteht, verschiebt sich die Grenze zwischen öffentlichem Raum und privater Information drastisch. Die Technik mag beeindrucken, doch die gesellschaftliche Frage dahinter ist deutlich unangenehmer: Wollen wir wirklich in einer Welt leben, in der ein kurzer Blick genügt, um aus einer Person einen Datensatz zu machen? Und wen „berauschen“ und wer „missbraucht“ solche Technologien? Es ist ein Drahtseilakt.

    Wenn Algorithmen Inhalte gleich selbst produzieren

    Doch Zuckerberg hat nicht nur „Brillenvisionen“: Er hat gerade die nächste Evolutionsstufe von Social Media erklärt: KI-Feeds. Erst Text, dann Fotos, dann Video – Inhalte, die Maschinen gleich selbst generieren. In Metas Apps sollen künftig KI-Systeme auftauchen, die Nutzer „verstehen“, ihnen personalisierte Inhalte bieten und sogar kleine Spiele oder virtuelle Welten aus einfachen Prompts erstellen. Social Media als Dauer-Remix aus algorithmischer Kreativität. Social Media wird zur Bühne, auf der die KI Regie führt. Der Eintritt künftig wohl mit Abo.

    Und all diese KI-generierten Inhalte werden dann über die oben erwähnten, ach so smarten Brillen direkt vor der Nase ausgespielt. Die smarten Brillen sind die logische Hardwareplattform für seine KI-Vision, weil sie digitale Informationen und KI-Assistenten direkt ins Sichtfeld und damit in den Alltag der Nutzer bringen – ohne dass man ständig zum Smartphone greifen muss. Meta bleibt sich treu: visionär im Geschäftsmodell, blind für Verantwortung.

    ZDF Doku: Von sozialen Netzwerken zur Aufmerksamkeitsmaschine und allmächtigen KI

    Als kleine Geschichte des Netzes und von Social Media unbedingt anschauen: die zweiteilige ZDFinfo-Serie „Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech“. Die Doku erzählt die Geschichte der großen Plattformen als das, was sie heute sind – globale Machtmaschinen, gebaut aus Daten, Algorithmen und ziemlich viel Psychologie. Google, Facebook, Amazon und Apple haben ein Geschäftsmodell perfektioniert, das auf etwas basiert, das wir freiwillig liefern: unser Verhalten. Klicks, Likes, Suchanfragen – alles wird gesammelt, analysiert und monetarisiert. Daten sind der Rohstoff der digitalen Wirtschaft geworden. Während wir durch unsere Feeds scrollen, optimieren Algorithmen längst, wie lange wir bleiben, worauf wir klicken und was wir als Nächstes sehen.

    Die Serie zeigt dabei auch, mit welchen Tricks diese Systeme funktionieren. Stichwort „Dark Patterns“: kleine Designkniffe, entwickelt mit Hilfe der Verhaltenspsychologie, die Nutzer möglichst lange auf Plattformen halten oder subtil zu Entscheidungen lenken. Gleichzeitig beschreibt die Doku die enorme Macht der Plattformmonopole. Google, Amazon, Apple und Meta kontrollieren heute zentrale digitale Infrastrukturen – mit einem Einfluss auf Märkte, Kommunikation und Datenströme, der früher vielleicht nur großen Handelsgesellschaften vorbehalten war.

    Damals, als soziale Netzwerke noch sozial waren. Vorbei

    Und dann ist da noch die Geschichte der sozialen Netzwerke selbst. Eine kleine Zeitreise in jene Phase des Internets, in der viele – auch ich – glaubten, Social Media seien vor allem eines: sozial. Die Doku zeigt sehr schön, wie wir damals ganz naiv Farmville spielten und wie sich die ganze Sache weiterentwickelt hat. Heute wissen wir, dass Aufmerksamkeit die eigentliche Währung ist und Algorithmen bestimmen, was sichtbar wird.

    Nach dieser Doku bleibt ein ungutes Gefühl: Wenn ein paar Tech-Konzerne das Verhalten von Milliarden Menschen analysieren und beeinflussen können – wer kontrolliert eigentlich noch wen? Und was tun wir dagegen, wir als Zivilgesellschaft und unsere Politikerinnen und Politiker? Die Uhr tickt.

    Die entscheidende Frage: Wer steuert die digitale Macht?

    Man könnte all diese Geschichten als einzelne Digitalthemen betrachten: Überwachung im Iran, KI-Feeds bei Meta, smarte Brillen, Datenmonopole im Silicon Valley. Aber in der Summe ergibt sich ein anderes Bild. Technologie wird immer stärker zum Instrument, um Verhalten zu messen, vorherzusagen – und auch zu steuern. Die Frage ist nicht mehr, was technisch möglich ist, sondern wer darüber entscheidet, wie und wofür es eingesetzt wird. Staaten, Konzerne, Algorithmen? Oder doch noch wir als Gesellschaft und Demokratie? Bisher gelingt uns das noch sehr unzureichend.

    #1984 #Überwachung #ChatGPT #Datenbrille #Gesichtserkennung #KI #Meta #Orwell #SocialMedia

    1984, o ano que não termina

    Orwell: 2+2=5 , novo filme de Raoul Peck, é um ensaio político audiovisual. Utilizando várias linguagens, retrata a persistência de totalitarismos no mundo – daqueles retratados nas obras orwellianas aos encarnados hoje por Trump, as big techs e os super-ricos

    https://outraspalavras.net/poeticas/1984-o-ano-que-nao-termina/

    Infocracia: La digitalización y la crisis de la democracia – Byung-Chul Han (2021)

    Bastante mejor que su hermano no cosas..., este segundo tomo del compendio publicado por taurus conectó mucho más conmigo. Meses tras su lectura, todavía hay pasajes que me vienen de vez en cuando a la cabeza (sobretodo cuando voy en bus y veo a la gente a mi alrededor). Se centra en la digitalización que hemos vivido como sociedad en las últimas décadas, y en cómo esta ha redefinido por completo nuestra manera de relacionarnos, de entendernos a nosotros mismos, y hasta de […]

    https://fsolt.es/2026/02/infocracia-la-digitalizacion-y-la-crisis-de-la-democracia-byung-chul-han-2021/

    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle : Teishōs auf einem Sesshin von 1984 – Tag 4

    https://www.youtube.com/watch?v=UjZcwFWUaVA&t=1s

  • Intuitive Erkenntnisfähigkeit (2)
  • Zanmei – die Versenkung (1)
  • Zen bei der Arbeit
  • >>> Carl Albrecht – Psychologie des mystischen Bewußtseins. 1 Psychologie der Versenkung. 2 Das Erleben in der Versunkenheit und 3 Das mystische Bewußtsein.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Albrecht_(Mediziner)
  • #1984 #CarlAlbrecht #Hören #HugoMakibiEnomiyaLassalle #Mystik #Psychologie #Sesshin #Teisho #Wikipedia #Wissen
    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898-1990): Teishōs (Vorträge) auf einem Sesshin von 1984 - Tag 4

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    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle: Teishōs (Vorträge) auf einem Sesshin von 1984 – Tag 3

    https://www.youtube.com/watch?v=j8JUhy2RL9M

  • Joriki – die Meditationskraft (2)
  • Weisheit und Einsicht
  • Intuitive Erkenntnisfähigkeit (1)
  • #1984 #Hören #HugoMEnomiyaLassalle #Meditation #Sesshin #Tag3 #Teisho #Wissen #Zen
    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898-1990): Teishōs (Vorträge) auf einem Sesshin von 1984 - Tag 3

    YouTube

    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle: Teishōs (Vorträge) auf einem Seshin von 1984 – Tag 2

    https://www.youtube.com/watch?v=z9rD5UNws-w

    Tag 2

  • Kōan
  • Shikantaza – das Nur-Sitzen
  • Kyosaku – der Warnungsstab
  • Makyo – die Teufelswelt
  • Kinder und Zazen
  • Die positiven Wirkungen des Zen
  • Joriki – die Meditationskraft (1)
  • #1984 #Hören #HugoMakibiEnomiyaLassalle #Meditation #Sesshin #Tag2 #Teishō #Vortrag #Wissen #Zen
    Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898-1990): Teishōs (Vorträge) auf einem Seshin von 1984 - Tag 2

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    Con Salsa - Sofrito

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    Wieviel Haltung wollen und können wir uns als Deutschland leisten?

    Meine Auswahl an aktuellen politischen und ddigitalpolitischen Themen:

  • So klar wie Carney spricht kein Europäer
  • Haltung am Beispiel technologische Unabhängigkeit
  • Einsatz von Palantir: Das ist keine IT-Debatte mehr
  • Sonntagsreden oder nüchtern-realistischer Blick
  • Boykott der FIFA-Fußballweltmeisterschaft?
  • Die Abstimmung rund um Mercosur
  • Die Pläne der Tech-Bros für Grönland
  • USA & 1984: Doppelten und Wahrheitsministerium
  • Deutschland und Kern-Europa müssen endlich Flagge zeigen und handeln
  • So klar wie Carney spricht kein Europäer

    Die Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney – oder wie ihn der Orangene im Weißen Haus gerne nennt, der „Gouverneur Carney“ – auf dem Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos hallt noch immer nach. Und das ist gut so. Carney zeigt darin Haltung. Er lässt sich von Zöllen und einem angedrohten Handelskrieg ebenso wenig schrecken wie von den Drohungen, sich Kanada als 51. Staat den USA einzuverleiben. „So klar wie er sprach in Davos kein anderer westlicher Staatsmann, nicht der französische Präsident Macron und nicht der deutsche Kanzler Friedrich Merz.

    Erst recht nicht Friedrich Merz! Doch wie viel Haltung kann man sich leisten, ist die Bevölkerung bereit zu leisten? Die Kanadier scheinen Rückgrat zu haben. Ob wir es in Deutschland hätten? Zumindest viele Politikerinnen und Politiker, von Wendehals Markus Söder bis zur Gas-Zarin Katharina Reiche, zeigen sich als, nennen wir es „Realpolitiker“. Ihre Kernaussage: Geht nicht. Wir sind zu abhängig. Wir können nicht. Wir dürfen die USA (und Trump) nicht verärgern.

    Haltung am Beispiel technologische Unabhängigkeit

    Meiner Beobachtung zieht sich dieses Verhalten durch große Teile der deutschen Politik, Verwaltung, vielleicht sogar darüber hinaus der Wirtschaft. Am Thema digitale Souveränität oder „weniger Microsoft“ lässt sich das gut festmachen. Frankreichs Verwaltung verlässt Microsoft Teams mit dem Hinweis auf die eigene Souveränität. Österreichs Heer steigt auf LibreOffice um. Dänemarks Digitalministerium geht einen ähnlichen Weg. In Deutschland dagegen – Ausnahme Schleswig-Holstein – hört man von Bund bis zur Kommune nur „geht nicht“ – und man lässt das Zentrum für digitale Souveränität (ZenDiS) nicht nur finanziell verhungern.

    Ich denke dagegen als jemand, der über 30 Jahre in der Digital- und IT-Szene arbeitet, dass deutlich mehr digitale Souveränität ginge, wenn man es nur anpacken würde. Nicht von heute auf morgen, aber mit einem klaren Plan, unter Einbindung der deutschen IT-Systemhäuser, mit schnelleren Erfolgen, als man vielleicht denkt. Man muss es aber wollen und durchziehen. Leider sehe und höre ich den neuen Digitalminister Wildberger oder seinen Adlaten Amthor in diesem Zusammenhang auch derzeit nicht viel.

    Einsatz von Palantir: Das ist keine IT-Debatte mehr

    Dietmar Neuerer hat im Handelsblatt einen Kommentar geschrieben, der auch in diesen Zusammenhang gehört: Der Streit um Palantir ist längst keine IT-Debatte mehr, sondern eine Wertefrage. Wenn der Chef eines Softwareanbieters – wie beispielsweise im Interview mit dem Handelsblatt – Positionen übernimmt, die nahe an AfD-Rhetorik liegen, stärkt das rechtspopulistische Kräfte – ein Risiko für den deutschen Rechtsstaat. Von den Softwarelösungen eines solchen Hauses sollte man umgehend Abstand nehmen!

    Die Gefahr zwischen Haltung zeigen (und vor allem handeln) und nur heiße Luft absondern, ohne etwas zu tun oder wirklich etwas tun zu können, ist groß. Zeigt man Haltung, äußert das auch öffentlich, tut dann aber nichts oder knickt vor Trumps Drohungen ein, steht man schnell als unglaubwürdiger Sonntagsredner da. Aber wie steht man da, wenn man nichts tut und sich von Trump alles oder vieles einfach gefallen lässt?

    Sonntagsreden oder nüchtern-realistischer Blick

    Weniger politische Nostalgie und Sonntagsreden, weder von rechts noch von links, mahnt Chris Buggisch in seinem Blog an. Stattdessen fordert er, sich wieder einen nüchtern-realistischen Blick auf diese Welt anzueignen und sich auf das Machbare zu konzentrieren. Ich ahne, was er meint, und unterschreibe das zu großen Teilen – wobei ich glaube, dass nüchtern-realistisch durchaus Schritte zu mehr Unabhängigkeit gegangen werden können.

    Und ja, man kann auch im Hintergrund Dinge anpacken, ohne das mit dem Megafon nach draußen zu plärren. Doch denke ich, dass wir auch mehr Symbolik brauchen, gerade in der jetzigen Situation. Wir sollten meiner Meinung nach – wie Mark Carney – öffentlich und wahrnehmbar mehr Haltung und vor allem Rückgrat zeigen.

    Boykott der FIFA-Fußballweltmeisterschaft?

    In diesem Zusammenhang kann oder muss man beispielsweise diskutieren, ob die deutsche Fußballnationalmannschaft, ob die europäischen Teams generell wirklich zur FIFA-Fußballweltmeisterschaft in die USA, ob sie zur großen Trump-Show fahren sollten. Manche Zeichen sind vielleicht notwendig, nicht nur gegen den orangenen Autokraten in Washington, sondern auch gegen einen Infantino.

    Wird das viel ändern? Nein. Werden Infantino und Trump deshalb unruhige Nächte haben? Nein. Trotzdem sind solche Symbole nötig, wegen der eigenen Selbstachtung und als Zeichen ins eigene Land oder nach Europa. Aber wie lautet eine Zwischenüberschrift im Kommentar von Anno Hecker in der FAZ: „Vom DFB nichts zu erwarten„.

    Die Abstimmung rund um Mercosur

    Apropos Zeichen setzen: Ich bin sehr enttäuscht über das Abstimmungsverhalten der Grünen zur Überweisung des Mercosur-Abkommens mit den südamerikanischen Ländern zur Prüfung an den Europäischen Gerichtshof. Bei allem Verständnis dafür, dass man mit einigen Teilen der Vereinbarung nicht einverstanden ist, hätte man in dieser Situation nicht nur, sondern auch als Zeichen europäischen Willens für Mercosur stimmen müssen. Es signalisiert einmal mehr mangelnde europäische Handlungsfähigkeit. So nehmen Trump und Putin die EU nicht ernst.

    Das jetzt gesetzte Zeichen ist fatal, weil die Blockade durch ein ungewöhnliches Bündnis aus Grünen, Linken, AfD und Kleinparteien zustande kam. Auch gebe ich zu, dass ich angesichts der Lobbyarbeit und den Einfluss der Agrarindustrie sehr gereizt bin. Man hat den Eindruck, dass viele Politikerinnen und Politiker bereits einknicken, sobald irgendwo irgendein Treckermotor angeworfen wird.

    Es muss auch bemerkt werden: Generell geben die vermeintlich europa-freundlichen Politikerinnen und Politiker derzeit nicht gerade ein handlungswilliges und handlungsfähiges Bild ab. Nicht nur beeindrucken sie so nicht Herrn Trump. Viel schlimmer ist die Wirkung auf die europäische Bevölkerung. Die in Brüssel kriegen es eh nicht gebacken, es gibt keinen gesamt-europäischen Willen. Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten mit ihren platten Parolen.

    Der Titel „Die grünen Trumpisten“ in der FAZ ist übertrieben und wird einem Qualitätsmedium nicht gerecht. Das ist Springer-Niveau.

    Die Pläne der Tech-Bros für Grönland

    Zum nur scheinbar geklärten Thema USA, Trump und Grönland (ich glaube nicht, dass das Thema schon „durch“ ist), hat Christian Stöcker in seiner Spiegel-Kolumne „Der Rationalist“ wieder einmal eine bemerkenswerte Analyse abgeliefert. Es geht eben Trump und seinen Tech-Bros nicht um ein kleines Stückchen Eis.

    Den Tech-Bros und Trump-Großspendern geht es vielmehr um ihre ureigensten Interessen. Grönland verfügt über Kobalt, Uran, Gold, Öl und Seltene Erden. Und die Tech-Milliardäre und Oligarchen von Thiel bis Andresen und weitere Akteure der Paypal-Mafia fabulieren von einem marktradikalen Niedrigsteuer-Stadtstaat, geführt von einem „CEO-Diktator“: Demokratie ausdrücklich unerwünscht.

    Das Unternehmen, das diesen Staat gründen soll, heißt Praxis und wird massiv von den Tech-Bros finanziert. Ideologisch speist sich Praxis aus neofaschistischen, sozialdarwinistischen und frauenfeindlichen Vorstellungen: Männerherrschaft, „Schönheitsideale“ und Elitenzucht. Frauen tauchen bestenfalls als Lockmittel auf. Christian Stöcker warnt eindringlich davor, dies als reine Spinnerei abzutun.

    USA & 1984: Doppelten und Wahrheitsministerium

    Vor wenigen Wochen habe ich mir Animal Farm und 1984 von George Orwell als Hörbücher heruntergeladen. Beim Hören nach vielen Jahren stockt mir manchmal der Atem, wenn es um das Wahrheitsministerium und Doppeldenk geht. Fakten und Wahrheit spielen keine Rolle, denn es ist das wahr, was Trump sagt. Auch wenn er sich innerhalb kurzer Zeit total widerspricht.

    Heike Vowinkel erinnert in ihrem Beitrag mit Orwell daran, dass Wahrheit nicht verschwindet – sie wird verdrängt. Derzeit geht es um nicht weniger als die Demokratie in den USA. Trump „regiert per Dekret statt durch Debatten und Gesetze. Er übergeht Parlament, Öffentlichkeit und Institutionen. Diese Praxis liegt näher an der Autokratie als an der Demokratie.

    Deutschland und Kern-Europa müssen endlich Flagge zeigen und handeln

    Am Ende bleibt eine unbequeme Wahrheit: Bei allen Risiken müssen Deutschland und Europa endlich Haltung zeigen – und vor allem handeln. Die Bedrohungen durch Trump und sein autoritäres Umfeld, ebenso wie durch Russland, sind real und werden nicht kleiner, nur weil wir sie relativieren oder aussitzen wollen. Es ist mindestens kurz vor zwölf. Wer jetzt weiter zaudert, delegiert die Zukunft an Autokraten, Oligarchen, Tech-Bros und Populisten.

    Gegebenenfalls muss auch ein Kern-Europa zusammen mit Kanada handeln und sich von den Orbàns dieser Welt abkoppeln. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren – weder für Ausreden noch für politische Nostalgie. Jetzt braucht es Entscheidungen, Konsequenz und Rückgrat. Und klare Kommunikation an die Wählerinnen und Wähler in Deutschland und Europa. Ich glaube, die würden es honorieren, wenn man sich endlich als demokratisches Europa aufstellt.

    Das #60Sekunden-Video zum Thema:

    https://youtube.com/shorts/jilrNar4yHE?feature=share

    #1984 #60Sekunden #Demokratie #EU #FIFA #Grönland #Palantir #Rechtsstaat #TechBros #Technologie #Trump #USA #WM